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Soest, Nordrhein-Westfalen, Deutschland



 


Notes: Soest zoːst ist eine westfälische Kreisstadt des gleichnamigen Kreises im Regierungsbezirk Arnsberg in Nordrhein-Westfalen. In der sowohl etwa 50 km östlich von Dortmund als auch gleich weit westlich von Paderborn gelegenen Stadt in der fruchtbaren Soester Börde leben heute mehr als 48.000 Einwohner. Mehr als 30.000 Einwohner leben in der Kernstadt, die übrigen verteilen sich auf die umliegenden Soester Ortsteile.
Geschichte
Die alte Hansestadt Soest (Sosat, latinisiert: Susatum) mit weit über 1000jähriger Geschichte zählte im Mittelalter zu den bedeutendsten Hansestädten Europas. Zugleich galt Soest im Hochmittelalter nach Köln als zweitgrößte Stadt in Deutschland. Mit einer ummauerten Fläche von 102 Hektar gehörte es mit Sicherheit zu den flächenmäßig größten Städten in Deutschland und hatte um 1450 ungefähr 10.000 Einwohner (zum Vergleich: Köln, die seinerzeit mit weitem Abstand größte deutsche Stadt, hatte ca. 40.000 Einwohner).
Lage und Ursprung
Urkundlich erwähnt wird die Stadt erstmals im Jahr 836. Fraglos lassen sich aber bereits Siedlungen um 600 n. Chr. belegen. Im weiteren Stadtgebiet, aber auch direkt in der Innenstadt, lassen sich freilich noch viel ältere Siedlungsspuren finden. So wurde in den letzten Jahren im Stadtzentrum ein Erdwerk der Michelsberger Kultur ausgegraben und am Stadtrand eine Gehöftgruppe aus der Zeit um Christi Geburt. Bereits aus der Mitte des 20. Jahrhunderts ist ein Gräberfeld der Merowinger bekannt, dessen Siedlungszugehörigkeit aber unbekannt ist. Die Herkunft des Namens "Soest", um die eine frühere Debatte wieder aufgeflammt ist, verweist möglicherweise auf eine uralte (vorgermanische) Siedlungstradition.
Soest gehört, wie etwa die Städte Dortmund, Unna, Werl, Erwitte, zu einer alten Siedlungskette, die einerseits durch den Quellsaum nördlich von Ardey und Haarstrang begünstigt worden ist, andererseits durch die schon sehr alte Handelsverbindung des Hellwegs. Die äußerst fruchtbare Landschaft der Soester Börde, das relativ trockene örtliche Klima wie das reichlich vorhandene Wasser waren schon immer einer Ansiedlung günstig. Der Salzgehalt des örtlichen Quellwassers ließ schon früh die Salzgewinnung zu einem bedeutenden mittelalterlichen Wirtschaftszweig der Stadt werden. Neben dem Salz spielte die Eisenverarbeitung, wie man seit einigen Jahrzehnten weiß, eine wichtige Rolle bei dem Aufstieg Soests zu einer der bedeutendsten zeitgenössischen Industrie- und vor allem Handelsstädte, deren Kontakte bis Nowgorod (Naugarden) im heutigen Russland reichten. Der Aufstieg zur Fernhandelsstadt wurde dabei durch die günstige Lage am Kreuzungspunkt von Hellweg (Ost-West-Achse) und einer Nord-Süd-Straße unterstützt. Übrigens werden heutzutage die Solequellen der Umgebung immer noch genutzt, allerdings nicht für die Salzgewinnung, sondern für den Kurbetrieb im benachbarten Bad Sassendorf und für eine Schausaline in Werl.
Mittelalter und Übergang zur Neuzeit
Dass der Name Soests (Susat) im Mittelalter weithin bekannt war, davon zeugen ausländische Überlieferungen. So berichtete 972 ein mittelalterlicher arabischer Gesandter von einem volkreichen, befestigten Ort namens Shushit, an dem Salz durch Verdampfen salzhaltigen Quellwassers hergestellt werde, und die skandinavische Thidrekssaga verlegt gar, in Übereinstimmung mit einer Soester Ortssage, den Untergang der Niflungen (Nibelungen) nach Soest.
Eine Besonderheit ist das alte Soester Stadtrecht, das erste im deutschen Raum nachweislich aufgezeichnete, überliefert in Form der alten und neuen Kuhhaut, sowie der alten Schrae. Vermutlich geht das Soester Stadtrecht auf über Köln vermittelte Vorbilder aus der Lombardei zurück. Es wurde von vielen Städten der Umgebung übernommen, beispielsweise von Korbach. Wichtiger aber war die Fernwirkung des Soester Stadtrechts: Die Übernahme durch das unter anderem von Soester Kaufleuten mitgegründete Lübeck brachte es mit sich, dass das Soester Stadtrecht in modifizierter Form, als lübisches Recht, weithin in den Ostseeraum ausstrahlte.
Soest war eine der bedeutendsten Hansestädte im Mittelalter und war Prinzipalstadt im westfälischen Hanseviertel, neben Dortmund, Münster und Osnabrück. Der letzte örtliche Hansetag für die Soest zugeordneten Städte, darunter Lippstadt, Werl, Arnsberg, Attendorn, Brilon, Rüthen und Geseke, fand 1604 statt. Das letzte Mal auf einem allgemeinen Hansetag in Lübeck war Soest im Jahre 1608 vertreten. Am letzten Hansetag 1669 der sich bereits im Niedergang befindlichen Hanse nahm Soest nicht mehr teil.
Wie viele andere Städte im späten Mittelalter, versuchte auch Soest seine Selbstständigkeit gegenüber der Landesherrschaft, in diesem Fall dem Kölner Erzbischof über das Herzogtum Westfalen, durchzusetzen. Bereits 1225 hatten die Einwohner von Soest die erzbischöfliche neue Pfalz gewaltsam entfestigt. Um ihre Eigenständigkeit zu wahren bzw. zu erweitern, unterstellte sich die Stadt im 15. Jahrhundert dem Schutz von Johann I., Herzog von Kleve, der seinerseits ein Verwandter des burgundischen Herrscherhauses war und Soest eine weitgehende Unabhängigkeit zusicherte. Der Sieg über die Belagerungstruppen des Erzbischofs in der Soester Fehde (1444-1449) war allerdings ein Pyrrhussieg. Soest war nun fast rings umher von fremdem Gebiet umgeben, und so verlor die Handelsstadt in der Folgezeit an Macht und Einfluss und wurde mehr und mehr zu einer reinen Ackerbürgerstadt. Viele mächtige Kaufmannshäuser aus der Blütezeit der Stadt waren nun unbewohnt und verfielen. Aus ihren Steinen entstanden die vielen Grünsandsteinmauern in der Altstadt, die häufig überraschend große Gärten umschließen.
Neuzeit
De jure war Soest nach der Soester Fehde unabhängiger als eine freie Reichsstadt; die lockere Bindung an Kleve brachte jedoch später die Eingliederung in das sich langsam nach Westen ausdehnende spätere Preußen mit sich. Nach dem Tod Johann Wilhelms, des letzten Herzogs von Kleve, im Jahre 1609 wurde Soest als Teil des klevischen Erbes den Brandenburgern zugesprochen. Die Soester Verweigerung hiergegen hatte keinen Erfolg: Mit der Kapitulation von 1616 wurde Soest erstmals „feindlich“ besetzt. Unter dem Dreißigjährigen Krieg musste die Stadt wie andere Städte auch beträchtlich leiden. Den Tiefpunkt des Niedergangs erlebte Soest hinsichtlich seiner Bevölkerung im Jahr 1756, als es nur noch ca. 3.600 Einwohner zählte. Der preußische Absolutismus und nicht zuletzt das Bestreben des preußischen Staates, den freien Zugriff auf wehrfähige Männer zu erhalten, führten zur schrittweisen Aufhebung der städtischen Privilegien: So verlor Soest 1742 das Münzrecht, und 1751 wurde die seit mehr als 490 Jahren bestehende Ratsverfassung aufgehoben (unter Hinweis auf Manipulationen bei den innerstädtischen Wahlen).
In religiöser Hinsicht führte die Stadt, über Philipp Melanchthon vermittelt, 1531 die Reformation ein. So sind von den zahlreichen kunstgeschichtlich weithin hervorragenden Gotteshäusern der Altstadt alle, bis auf den St.-Patrokli-Dom als ehemalige Stiftskirche, evangelisch. Als Strafe für einen Soester Jagdfrevel auf kurkölnischem Gebiet wurde 1661 die Madonnenstatue durch den Erzbischof von Köln aus der Wiesenkirche (und damit die seit der Reformation ruhende Marienwallfahrt) nach Werl überführt. Dorthin pilgern in jedem Jahr mehrere Hunderttausend Wallfahrer und haben Werl zum drittgrößten Wallfahrtsort in Deutschland gemacht. Im Gefolge der Säkularisation zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Nonnenklöster Paradiese und Welver in den Jahren 1808 und 1809 aufgehoben, 1811 folgte das Stift St. Patrokli, 1812 das Stift St. Walburgis sowie Dominikaner- (1812) und Franziskanerkloster (1814).
Während der napoleonischen Zeit (1809) ging Soest auch seiner Börde, immerhin ca. 20.000 Hektar mit 48 Dörfern, verlustig.
Moderne
Walzen„denkmal“ am alten Werksstandort Fa. Ruthemeier
Walzen„denkmal“ am alten Werksstandort Fa. Ruthemeier
Obwohl Soest zu Anfang des 19. Jahrhunderts mit etwa 5.000-8.000 Einwohnern nach Münster, Iserlohn und Minden noch zu den größten Städten Westfalens zählte (1843 hatte Soest mit 8.750 Einwohnern immer noch mehr als Dortmund mit 7.650), verpasste es im 19. Jahrhundert weitgehend den wirtschaftlichen Anschluss. Die mittelalterliche Bausubstanz verfiel zusehends, wichtige Baudenkmäler, darunter drei Kirchen, Teile des mittelalterlichen Rathauses und 9 von 10 Stadttoren, wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts niedergelegt. Am wirtschaftlichen Rückstand änderte zunächst weder die Erhebung zur Kreisstadt 1817 etwas noch der Bahnanschluss 1849. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts verbesserte sich die wirtschaftliche Lage, als der Güterbahnhof mehr und mehr Arbeitskräfte band (in der Hochzeit ca. 2.000 Beschäftigte) und sich eine mittelständische Industrie im Bereich von Lebensmittel- (Zuckerfabrik, Soest als Mittelpunkt der fruchtbaren Börde) und Eisenverarbeitung entwickelte. Gleichwohl war Soest zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch eine beschauliche Provinzstadt, die kaum über die Stadtumwallung hinausgewachsen war und gerade wegen ihres romantischen Charakters zum Zentrum des Westfälischen Expressionismus wurde. Architektonisch bedeutsam für die Moderne sind drei Villen des Architekten Bruno Paul aus den 20er Jahren. Die kleinste dieser Villen („Plange-Villa“) beherbergt heute das Kreisarchiv. In den 1930er Jahren gab es erfolglose Bestrebungen in NS-Kreisen, das mittelalterlich anmutende Soest zu einem Nationaldenkmal zu erklären.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Soest mehrfach Ziel alliierter Bombenangriffe, da Soest über einen der bedeutendsten Rangierbahnhöfe im damaligen Deutschen Reich verfügte (Güterverkehr vom Ruhrgebiet nach Sachsen und Schlesien). Außerdem befand sich in der Innenstadt eine kriegswichtige Akkumulatoren-Fabrik der Firma Akku Hagen. Außerhalb des keilförmigen Hauptbombenfeldes zwischen Bahnhof und Fabrik blieb der historische Stadtkern jedoch zu großen Teilen erhalten, obwohl insgesamt 60% des Hausbestandes beschädigt und zum Teil zerstört wurden. Der Rangierbahnhof wurde zwar nach dem Zweiten Weltkrieg in kleinerer, jedoch modernerer Form wieder aufgebaut, ist aber später stillgelegt und abgerissen worden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchsen Fläche und Bevölkerung der Stadt in kurzer Zeit beträchtlich an, als im Südosten die seinerzeit bundesweit größte geschlossene Siedlung für vornehmlich schlesische Flüchtlinge (vor allem aus der Region von Glatz) errichtet wurde. Über mehrere Jahrzehnte war die Stadt ein wichtiger Garnisonsstandort für zunächst kanadische, dann belgische Einheiten (drittgrößter belgischer Standort in Deutschland), auch siedelten in der Stadt zahlreiche englische Soldatenfamilien aus Standorten der umliegenden Gemeinden. Mit zwei Anschlüssen an die in den 1970er Jahren fertiggestellte BAB 44 und der Einrichtung der Hochschule (siehe unten) wurde die Grundlage dafür gelegt, dass sich Soest heute als wirtschaftlich prosperierende Stadt und beliebter Wohnort für Pendler ins östliche Ruhrgebiet darstellt.
Historische Gliederung
Die historische Gliederung der Stadt bestand aus der eigentlichen Stadt mit ihren sechs sogenannten „Hofen“ und dem Umland, der „Börde“. Aus den einzelnen Gemeinden der Börde gingen mit der Gebietsreform von 1969/1974 die Gemeinden Welver und Bad Sassendorf hervor. Seit 1969 besteht die Stadt Soest aus der Kernstadt und 18 Ortsteilen, darunter auch die alten Kirchdörfer Ostönnen und Meiningsen. Ebenfalls eingemeindet wurde damals die winzige Gemeinde Paradiese, deren ehemaliges Kloster in den letzten Jahren teilweise restauriert wurde. Das Kloster Paradiese ist eng mit der Stadtgeschichte verbunden und wurde durch Grimmelshausens Simplicius Simplicissimus literarisch verewigt.

OpenStreetMap

City/Town : Latitude: 51.571111, Longitude: 8.109167


Birth

Matches 1 to 2 of 2

   Last Name, Given Name(s)    Birth    Person ID 
1 Roemeling, Roelf  1420Soest, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I28260
2 van Soest, Jan  Abt 1475Soest, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I343715

Married

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   Family    Married    Family ID 
1 Kleef / Hessen  03 Nov 1489Soest, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F39071

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