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Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland



 


Notes: Rheine an der Ems (Reni an'e iems) ist eine westfälische Stadt im Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland. Ihre Bürger sind die Rheinenser, das Attribut hingegen lautet Rheiner.
Lage
Rheine, die größte Stadt des Kreises Steinfurt, liegt im Münsterland an der nördlichen Grenze der Westfälischen Tieflandbucht etwa 40 Kilometer nördlich von Münster (Westfalen), 45 Kilometer westlich von Osnabrück und 45 Kilometer östlich der niederländischen Stadt Enschede. Unmittelbar an das Stadtgebiet im Norden grenzt Niedersachsen.
Naturgeographie im Raum der Stadt Rheine
Die Stadt wird durch den Fluss Ems geteilt, in den im Raum Rheine (von Süd nach Nord) der Elter Mühlenbach, der Frischhofsbach, der Frische- oder Wambach, der Hemelter Bach, Krafelds Beksken und der Randelbach münden.
Quer zu der nordnordwestlichen Fließrichtung der Ems verläuft der Stadtberg, der sich westlich (links) der Ems als Thieberg fortsetzt. Beide Höhenzüge bestehen aus Muschelkalkgestein, das sich in der Kreidezeit vor etwa 70 Millionen Jahren abgelagert hat. Die Ems durchbricht diese Randhöhen an einer tektonischen Schwachstelle, an der sich der Fluss bis heute nicht tief eingegraben hat. So weist die Ems an dieser Stelle eine Untiefe mit festem Felsgrund auf, die wohl von jeher als Furt genutzt wurde. Nur wenige hundert Meter nördlich und südlich der Furt nahm der Überflutungsbereich der Ems vor ihrer Verbauung eine Breite von 500 Metern ein. An der Furt verengt sich die Flussaue auf nur 50 Meter. Beiderseits der Furt ragen mehr als zehn Meter hohe, steile Uferwälle auf, die während der Saaleeiszeit vor etwa 230.000 bis 130.000 Jahren abgelagert wurden.
Im Süden der Stadt liegt mit 90 m über N.N. die höchste Erhebung im Stadtgebiet, der Waldhügel. In den Niederungen zwischen Stadtberg, Thieberg und Waldhügel und in der Flussaue entstanden durch hohe Grundwasserstände die sogenannten Gleyböden, für die ein ursprünglicher Bewuchs mit Weiden und Erlen typisch ist. Auf dem Stadtberg, Thieberg und Waldhügel dominierten Kalkbraunerden, auf denen Buchenwälder gediehen. Der übrige Raum wird im wesentlichen bestimmt von graubraunem und schwarzgrauem Plaggenesch über Böden aus Flugsand und sandigen Flussablagerungen; hier ist ein Eichen-Buchen-Mischwald für die ursprüngliche Vegetation typisch. Als Besonderheit finden sich östlich der Ems ausgedehnte, heute überwachsene Dünenfelder, die der damals wie heute vorherrschende Westwind aus Sandablagerungen der Saaleeiszeit aufgetürmt hat.
Gliederung nach Stadtteilen
* Altenrheine
* Bentlage
* Catenhorn
* Dorenkamp
* Dutum

* Elte
* Eschendorf (Kiebitzheide)
* Gellendorf
* Hauenhorst
* Innenstadt

* Mesum
* Rodde
* Schleupe
* Schotthock
* Wadelheim
Geschichte
Vorgeschichte des Siedlungsraumes Rheine
Archäologische Funde zeugen davon, dass der Raum um Rheine bereits ab der mittleren Bronzezeit, etwa um 2100 v. Chr., besiedelt war. Weitere Besiedlungen (600 bis 500 v. Chr.) sind belegt durch Ausgrabungen im Stadtteil Altenrheine, der auf dem heutigen Stadtberg, rechts der Ems, gelegen ist. In Altenrheine wurde bei Ausgrabungen ein Hünengrab aus Findlingsblöcken entdeckt, ferner der etwa 3500 Jahre alte Abdruck eines Leichnams. Für die Gründung der Stadt spielt die Frühgeschichte jedoch keine Rolle. Zwar wurden außer in Altenrheine auch in den Stadtteilen Mesum, Elte und Hauenhorst vorgeschichtliche Funde geborgen. Links der Ems, im Bereich des heutigen Stadtzentrums, finden sich dagegen keine derartigen Spuren von Besiedlung.
Frühgeschichte
Das linke Emsufer, in unmittelbarer Umgebung der heutigen Kernstadt, blieb vielmehr bis in das 8. Jahrhundert unbesiedelt. Es war vornehmlich von sumpfigem Gelände und schweren, zum Teil auch steinigen Böden geprägt und mit den damaligen Techniken des Ackerbaus nicht erfolgreich zu bewirtschaften. Der bis weit in das 8. Jahrhundert gebäuchliche Hakenpflug war für diese Art von Böden ungeeignet. Erst mit der Einführung des moderneren Beetpfluges unter den Franken im 9. Jahrhundert konnte auch das linke Emsufer allmählich urbar gemacht werden. Von hier ging dann auch die eigentliche Stadtgründung aus. Die auf der rechten Seite der Ems gelegenen bronze- und eisenzeitlichen Siedlungen beziehungsweise Hofgemeinschaften werden deshalb nach heutigem Verständnis nicht als Vorläufersiedlungen der Stadt angesehen.
In Rheine kreuzten sich zwei frühgeschichtliche Fernwege. Es waren dies der Hellweg vor dem Sandforde und die Friesische Straße. Der Hellweg führte von den Ijsselstädten in den heutige Niederlanden über Rheine nach Bremen und in die ostwestfälische Region um Minden sowie nach Paderborn. Die durch Rheine führende Friesische Straße ist einer der sieben, von Karl dem Großen urkundlich bestätigten Fernhandelswege für den Handel der Friesen mit dem Binnenland. Sie führte von Emden nach Münster und von dort aus weiter nach Süden. Der Historiker Joseph Prinz nennt insbesondere die Friesische Straße als maßgeblichen Grund für das Entstehen der Städte Münster und Rheine.
Dass beide oder einer dieser Wege bereits zur Zeit Christi Geburt bestanden und als noch ältere germanische Fernhandelswege fungierten, ist nicht belegt.
Mittelalter
Villa Reni: Die Keimzelle der Stadt Rheine
Im Zuge der Sachsenkriege des fränkischen Königs Karl des Großen wurde zum Schutz der Emsfurt gegen die Sachsen ein befestigtes Königsgut links der Ems auf einer Anhöhe oberhalb der Furt errichtet, die Villa Reni.Sie diente zugleich wohl auch als Versorgungsstützpunkt für durchziehende fränkische Krieger. Nahe diesem Hof wurde zeitgleich eine Kirche erbaut, die dem Heiligen Dionysius geweiht wurde. Bei dieser Kirchengründung ist klar der fränkische Einfluss erkennbar. So wirkte St. Dionysius im 3. Jahrhundert als Missionar in Gallien, dem Kerngebiet des Merowingischen und später Karolingischen Reiches. Das genaue Gründungsjahr der Villa Reni ist unbekannt. Alle Erkenntnisse über die Geschichte des Gutshofes bis zu seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 838 stützen sich mangels anderer Belege auf archäologische Grabungen und auf die daraus gezogenen Schlussfolgerungen. Historiker vermuten aber, dass eine große zeitliche Nähe zur Klostergründung Mimigernaford (Münster) gegen Ende des 8. und Anfang des 9. Jahrhunderts besteht, da die Missionierung der Sachsen durch Bischof Liudger und die Sachsenkriege Karl des Großen in einem engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhang stehen. In seiner Wirtschaftsstruktur ist eine Villa, so die damalige Bezeichnung für einen mittelalterlichen Gutshof, annähernd mit der eines kleinen Dorfes vergleichbar.
Von den ersten Gebäuden der Villa Reni ist nichts erhalten geblieben. Der Gutshof als solcher besteht an derselben Stelle allerdings bis heute fort. Im Laufe seiner Geschichte wechselte das Gut mehrfach seine Eigentümer und erhielt im Jahr 1437 nach dem damaligen Eigentümer von Valke den noch heute bestehenden Namen Falkenhof.
Der frühmittelalterliche Gutshof Villa Reni wird heute als Keimzelle der Stadt Rheine angesehen, deren Name direkt auf den Gutshof Reni (später auch Rene) zurückzuführen ist. Der Begriff Reni stammt vermutlich aus dem Keltischen und bedeutet soviel wie „schnell fließen“. Erhalten geblieben ist dieser Begriff in den hochdeutschen Worten „rinnen“ und „Rinne“. Die Ems durchfließt unterhalb des Falkenhofes mit schneller Strömung eine nur etwa 50 Meter breite Engstelle, die eine tektonischen Schwachstelle von Thieberg und Stadtberg markiert. Das Wasser ist an dieser Stelle seicht und die Sohle des Flusses wird von festem Felsgrund gebildet. Die Furt eignete sich daher auch für die Durchquerung mit schweren Wagen. Es wird angenommen, dass schon sehr früh eine Fähre den Übergang auch bei hohen Wasserständen ermöglichte. Belege dafür fehlen allerdings.
Eine sächsische oder noch ältere Vorgängersiedlung an der Stelle der Villa Reni ist archäologisch ebenfalls nicht belegt.
Erste urkundliche Erwähnung
Die erste urkundliche Erwähnung des fränkischen Gutshofes Villa Reni findet sich in der auf den 7. Juni 838 datierten Schenkungsurkunde Kaiser Ludwig des Frommen, in der er neben anderen königlichen Gütern auch das Gut Reni samt zugehöriger Kirche, allen Hörigen und Zinspflichtigen dem Benediktinerinnenstift Herford überschrieb. Der entsprechende Passus der auf Latein abgefassten Urkunde lautet in der Übersetzung (Auszug):
”Deshalb wollen wir Ludwig, dass allen Gläubigen der heilgen Kirche Gottes und unseren Leuten, und zwar den jetzt und künftig lebenden, bekannt sei, dass es uns gefallen hat, auf ein Kloster mit Namen Herifurth, das bekanntlich im Herzogtum Sachsen in Verehrung der heiligen Gottesgebärerin Maria, der immerwährenden Jungfrau, gestiftet wurde und das zur Zeit, wie wir wissen, die ehrwürdige Äbtissin Tetta leitet, bestimmte Güter, die Bestandteil unseres Besitzes sind, und Eigenhörige im erwähnten Herzogtum Sachsen zur Vermehrung unseres Verdienstes zu übertragen, damit hieraus in reicherem Maße den Mägden Christi, die eben dort im Laufe der Zeiten ihr Leben verbringen, der notwendige Unterhalt gewährt und für die Bedürfnisse des Klosters gesorgt werde. Dies ist im Gau, der Bursibant heißt, auf dem Gut mit Namen Reni die eben dort erbaute Kirche mit ihrem Zehnten und allen Besitzungen und Eigenhörigen, die recht- und gesetzmäßig zu ihr gehören, (...) Gegeben am 7. Juni in dem durch Christi Gnade 25. Jahre der Herrschaft des erhabenen Herrn Ludwigs des Frommen, im ersten Jahr der Indiktion. Verhandelt zu Nimjegen in der Königlichen Pfalz. In Gottes Namen Glück und Heil! Amen.”
9. Jahrhundert bis zur Stadtwerdung im Jahr 1327
In der Schenkungsurkunde Ludwig des Frommen von 838 werden neben der Villa Reni auch die Schenkungen von Wettringen und Schöppingen erwähnt. Die Villa Reni erfährt in der Urkunde eine bevorzugte Erwähnung, woraus eine herausragende Bedeutung des Ortes für die weitere Umgebung geschlossen werden kann. Der besondere Hinweis in der Schenkung "mit ihrem Zehnten und allen Besitzungen und Eigenhörigen" (siehe oben), lässt laut dem Historiker Karl Bosl bereits auf eine Bevölkerung schließen, die sich auch aus unfreien Handwerkern und Transportleuten zusammensetzte und die nicht mehr an die Scholle gebunden war. Es bestand also bereits eine kleine Siedlung. Nennungen des Ortes Rheine in Urkunden aus den Jahren 853, 995 und 1002 bestätigen inhaltlich im Wesentlichen den Status des Ortes und der Besitzungen des Klosters Herford. Eine auf die Jahre 1022 bis 1032 datierte Urkunde lässt auf eine starke Bevölkerungszunahme im 11. Jahrhundert schließen, in der Landbesitz für die Errichtung einer weiteren Kirche im Norden des Ortes verschenkt wird. In Urkunden von 1126 und 1156 wird Rheine erstmals als pagus bezeichnet. Der Begriff bezeichnet einen zusammengehörigen Bezirk mit festen dörflichen Strukturen. Damit darf die Entwicklung Rheines vom Gutshof (villa) zum Dorf (pagus) als abgeschlossen gelten.
Im 13. und 14. Jahrhundert gerät Rheine immer stärker in den Fokus bischöflich-münsterscher Territorialpolitik. Bereits seit Liudger war für die Bischöfe von Münster die über Rheine führende Friesische Straße nach Emden von vorrangigem Interesse, die nicht nur wichtiger Handelsweg war, sondern auch das Ober- und Niederstift des Bistums miteinander verband. Rheine befand sich dabei einerseits im Besitz des Klosters Herford, andererseits überschnitten sich nördlich des Raumes Rheine und in der Siedlung selber die Interessen der Grafen von Bentheim, Lingen, Steinfurt und Tecklenburg. Dies machte es aus machtpolitischen Gründen für die Bischöfe von Münster unabdingbar, den Ort in Besitz zu nehmen und zu befestigen. Um dieses Ziel zu erreichen, unterstützen die Bischöfe zunächst den Ausbau Rheines zu einem städtischen Zentrum, womit sie ihre Macht und ihren Einfluss sicherten.
Diese Politik spitzt sich unter Bischof Ludwig II. von Hessen (im Amt von 1310 bis 1357) zu. Im Jahr 1314 bezeichnet Bischof Ludwig II. den Ort Rheine in einer Urkunde bereits als „oppidum Rene“, also als „Stadt“ Rheine. Wenn der Begriff „oppidum“ in dieser Zeit immer für einen befestigten Ort gebraucht wurde, gab es möglicherweise bereits um 1314 erste Stadtbefestigungen. Als gesichert gelten diese für das Jahr 1327. Spätestens im Jahr 1323 hatte Bischof Ludwig erstmals den Versuch gewagt, Rheine zu befestigen und endgültig seiner Gewalt zu unterstellen. Sein Vorhaben scheitert, als er in einer Fehde mit Graf Engelbert von der Mark unterliegt und in Gefangenschaft great. Der mit Graf Engelbert geschlossene Friedensvertrag diktiert, die begonnene Befestigung Rheines wieder aufzuheben. Graf Engelbert folgte mit dieser Forderung vermutlich seinem Verwandten und Verbündeten, dem Grafen Otto von Tecklenburg. Gegen dessen Grafschaft richtete sich der Plan Bischof Ludwigs, den Ort Rheine als befestigten Stützpunkt anzulegen.
Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1327
Einen neuerlicher Versuch, Rheine seinem Machtbereich einzuverleiben, unternimmt Bischof Ludwig vier Jahre später. Am 15. August 1327 verleiht er Rheine das Stadtrecht und verzichtet in der Urkunde zugleich auf die Hälfte der Einnahmen des Gerichtes, damit die Stadt mit diesen Mitteln weiter befestigt werden kann.
Der Inhalt der auf Latein abgefassten Urkunde lautet in der gekürzten Übersetzung:
“Wir Ludwig, durch Gottes Gnade Bischof der Kirche zu Münster, geben allen ... bekannt: Nach vorausgegangener Beratung und getragen von dem Wunsch, dass zum Nutzen der Kirche und Unseres Landes der befestigte Ort in Rene, der durch Uns neu angelegt und begründet wurde, eine erfolgreiche Fortentwicklung nehmen möge, geben und übertragen Wir diesem Ort und Unseren Bürgern dort zur Stärkung dieses Ortes durch dieses Dokument aus freiem und eigenen Willen die Hälfte Unseres weltlichen Gerichts ebendort und des Erlöses aus dem Vergehen derer, die vor Gericht Straftäter sind, ferner alle Freiheit, Gunst und Gerechtigkeit, die Unsere Einwohner von Münster in ihrer Stadt Münster ... bisher schon in Anspruch genommen und schätzen gelernt haben. ... Gegeben und verhandelt ... im Jahr des Herrn 1327 am Tag der Himmelfahrt der seligen Jungfrau Maria
Diese Urkunde verstieß eindeutig gegen geltendes Recht, da Bischof Ludwig II. über etwas verfügte, was ihm gar nicht gehörte. Er ignorierte die seit 838 immer wieder bestätigten Besitzansprüche der Abtei Herford an Rheine und verleibt den Ort dem Bistum Münster ein. Er beurkundet seinen Rechtsbruch sogar dergestalt, dass er gegen besseres Wissen angibt, der Ort Rene sei von ihm angelegt und neu begründet worden.
Der Zeitpunkt für diesen rechtswidrigen Akt war klug gewählt, denn Widerstand hatte Bischof Ludwig dieses Mal nicht zu fürchten. Graf Engelbert von der Mark hatte sich erst kurz zuvor von einer Exkommunikation lösen können, die ihm der Papst wegen der Gefangennahme Ludwigs auferlegt hatte. Er wird daher einen erneuten Streit mit dem Bischof gescheut haben. Graf Otto von Tecklenburg stand am Ende seines Lebens und war bereits mit der Ordnung seines Nachlasses beschäftigt und hatte kein Interesse mehr an einem Konflikt mit dem Bischof; zumal Graf Otto keine direkten Erben hinterließ. Nur die Äbtissin Liudgardis der Abtei von Herford beklagt sich und nennt das Vorgehen des Bischofs als eindeutige Rechtsverletzung. Von ihr aber hatte Ludwig nichts zu befürchten. Sein Plan, sich Rheine Untertan zu machen, gelingt.
Von der Stadtwerdung bis zur Neuzeit
Von 1424 bis 1484 wurde die katholische Pfarrkirche St. Dionysius errichtet, die damit an gleicher Stelle ihren Vorgängerbau ersetzte, der bis zu dieser Zeit nach hergebrachter Lehrmeinung aus Holz bestand. Lokale Historiker postulieren neuerdings auch schon vor 1424 einen Vorgängerbau aus Stein, was historisch allerdings unbelegt ist, da sich die Baugeschichte der Kirche vor 1424 mangels schriftlicher Quellen und Aufzeichnungen nicht rekonstruieren lässt. Auf Grund einiger Besonderheiten des architektonischen Erscheinungsbildes der Kirche, insbesondere an ihren Grundmauern und ihrem Innengrundriss, erscheint ein kleinerer Vorgängerbau aus Stein aber wahrscheinlich. Ein weiteres Argument, dass sogar schon vor dem Jahr 838 eine aus Stein gebaute Kirche bestand, findet der lokale Historiker Professor Dr. Heinrich Krefeld in der Schenkungsurkunde Ludwigs des Frommen, in der die Kirche dem Kloster Herford überschrieben wird. Über die Kirche heißt es im lateinischen Originaltext „ecclesiam inibi constructam“, die „ebendort erbaute Kirche“. Unter constructam verstand man zur Zeit Ludwigs des Frommen aber immer eine aus Stein errichtete Kirche. Beschrieb man ein Holzbauwerk, verwendete man statt constructam stets das Wort fabricatam, wie aus anderen Urkunden des 9. Jahrhunderts gesichert abzuleiten ist.
1437 gründeten Kreuzherren nördlich der Stadt, im Bentlager Wald, das Kloster Bentlage (siehe unten).
Eine Markenrolle von 1469 belegt, dass es in dem Gebiet nördlich und östlich des Stadtberges, im heutigen Stadtteil Altenrheine, zehn Bauernhöfe gab, die alle noch heute existieren.
Neuzeit
Rheine lag seit dem 15. Jahrhundert im Herrschaftsgebiet des selbständigen Fürstbistums Münster.
1623, im Dreißigjährigen Krieges, quartiert der Feldherr Johann t'Serclaes Graf von Tilly sein Heer in Rheine ein. Gegen Ende des Krieges, am 20./21. September sowie am 19. Oktober 1647, kommt es zur Schlacht bei Rheine. Schwedischen und hessischen Söldnern stehen kaiserliche Truppen gegenüber, die die Stadt besetzt halten. Die schwedisch-hessische Armee beschießt Rheine mit glühenden Kugeln. Ein verheerender Stadtbrand zerstört daraufhin die Nikolaikirche sowie 365 Häuser. Heute erinnern Tafeln am Beckerschen und Beilmannschen Haus in der Innenstadt an die Feuersbrunst.
1659 gründen Franziskanermönche, seit 1635 in der Stadt ansässig, in Rheine das Gymnasium Dionysianum in dem damaligen Kloster, dem heutigen alten Rathaus.
1759 vernichtet ein Brand den Falkenhof und 70 weitere Gebäude.
1803 wird Rheine Haupt- und Residenzstadt des im Zuge der Säkularisation gegründeten Fürstentums Rheina–Wolbeck. Das Fürstentum besteht aus der Stadt Rheine und den Orten Mesum, Emsdetten, Nordwalde, Altenberge, Neuenkirchen, Salzbergen, Schepsdorf und Emsbüren. Es hört jedoch bereits 1806, mit der Besetzung durch Frankreich, wieder auf zu existieren.
1816 wird die Stadt dem Kreis Steinfurt zugeordnet.
1844, mit dem Bau der ersten mechanisch betriebenen Textilfabrik im Münsterland, beginnt in Rheine die Industrialisierung. Die Textilindustrie wird in der Folge zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor, Rheine ein bedeutendes Zentrum der Textilbranche.
1850 werden die Dörfer Altenrheine, Elte, Mesum und Rheine links der Ems in das Amt Rheine eingegliedert.
1855 verbindet die Eisenbahn erstmals Rheine und Osnabrück (Hannoversche Westbahn) miteinander; 1856 wird die Strecke nach Emden (Emslandstrecke) eröffnet.
1871 gehört auch Rheine zum neu gegründeten Deutschen Kaiserreich.
Am 11. August 1899 wird der Dortmund-Ems-Kanal nach siebenjähriger Bauzeit fertiggestellt.
20. Jahrhundert bis Gegenwart
Die St.-Antonius-Basilika, mit 102,5 Metern die höchste Kirche des Münsterlandes, wird von 1899 bis 1905 im neoklassizistischen Stil erbaut. Der Erste Weltkrieg fordert auch von den Rheinensern seinen Tribut. Zu Ehren der Gefallenen werden nach dem Krieg Denkmäler errichtet, z.B. die Hünenborg auf dem Thieberg oder das Soldatenehrenmal an der Gaststätte “Zum Frieden” in Bentlage.
1919 wird in Rheine der einzige Rangierbahnhof des Münsterlandes eröffnet. Er wurde 1993 stillgelegt und später abgebrochen.
Am 1. April 1927 werden ca. 10.000 Einwohner des Amtes Rheine in die Stadt eingemeindet, die Einwohnerzahl erhöht sich auf 29.598, die Stadtfläche wird damit verdreifacht.
In der Zeit des Nationalsozialismus werden auch aus Rheine jüdische Mitbürger deportiert. Die Stadt wird mehrfach durch die Alliierten bombardiert, die Eisenbahnstrecke und der Dortmund-Ems-Kanal stellen strategische Ziele dar. Rheine liegt nach Kriegsende in der britischen Besatzungszone.
1975 werden im Zuge der Gemeindegebietsreform die Amtsgemeinden Rheine links und rechts der Ems, Elte und Mesum mit der Stadt Rheine zusammengefasst. Die Einwohnerzahl stieg dadurch auf 71.539.
Am 15. August 2002 feierte die Stadt das 675-jährige Jubiläum der Verleihung des Stadtrechts.

OpenStreetMap

City/Town : Latitude: 52.283333, Longitude: 7.433333


Birth

Matches 1 to 33 of 33

   Last Name, Given Name(s)    Birth    Person ID 
1 Beerling, Katharina Maria  Cal 1905Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I386546
2 Broeks, Maria Theresia Josepha  1786Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I11181
3 Dartwinckel, Grietien  Yes, date unknownRheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I324898
4 Dertwinckel, Harmann  1653Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I26041
5 Egberts, Gerrit  Est 1710Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I49428
6 Finklenberg, Anton  Est 1785Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I47051
7 Hamsink, Gerritdina  04 Feb 1886Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I651146
8 Hemels, Catharina Geertruida  1796Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I57565
9 Hendricx, Coert  1650Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I8953
10 Holscher, Charlotte Theodore  04 May 1864Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I331007
11 Hulzebos, Gebkina Hillegonda  Cal 1879Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I340672
12 Janes, Barend  Est 1776Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I42595
13 Kuntkes, Jan  13 Mar 1901Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I20048
14 Langen, Berent  Abt 1495Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I572091
15 van Manen, Hillechiena Jakoba  Cal 1912Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I400421
16 Mouthaan, Theunis  02 Dec 1905Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I72860
17 Mülder, Anna Hermina Catharina  Cal 1892Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I8438
18 Oord, Hermann Johann Theodor  21 May 1902Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I422198
19 Oord, Martin Adolf  21 Sep 1918Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I422408
20 Oostmeijer, Menno Berend  Cal Dec 1900Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I442329
21 Schilgen, Maria Catharina Gertrud  13 Jul 1776Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I257897
22 Straeter, Maria Catharina Elisabeth Josephina  13 Mar 1803Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I257898
23 Straeter, Maria Theodora Josephina Emilie  Abt 1831Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I536837
24 Sträter, Bernard Theodor Everhard  19 Oct 1829Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I66916
25 Sträter, Carl Friedrich Anton  1801Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I66914
26 Sträter, Charlotte  26 Apr 1826Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I591951
27 Sträter, Joan Everhard Joseph  Abt 1809Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I536839
28 Sträter, Joann Theodor Georg Ignatius  03 Jul 1774Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I257896
29 Tombrock, Geertruid  1833Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I118358
30 Vollenbroek, Antonia Bernardina Johanna  1897Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I331652
31 Vos, Hindrik Jans  1773Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I11304
32 Windhoff, Maria Francisca Lydia Gertrudi  1778Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I172910
33 Zum Walde, Anna  1665Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I184039

Christened

Matches 1 to 6 of 6

   Last Name, Given Name(s)    Christened    Person ID 
1 Broeks, Maria Theresia Josepha  23 Dec 1786Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I11181
2 Hemels, Catharina Geertruida  16 Oct 1796Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I57565
3 Hendricx, Coert  Bef 1650Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I8953
4 Vos, Hindrik Jans  25 Jul 1773Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I11304
5 Windhoff, Maria Francisca Lydia Gertrudi  14 Mar 1778Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I172910
6 Zum Walde, Anna  20 Sep 1665Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I184039

Died

Matches 1 to 16 of 16

   Last Name, Given Name(s)    Died    Person ID 
1 Bakker, Maria Geerts  1805Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I32497
2 Eckseler, Heinrich Theodor  20 Dec 1994Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I46739
3 Ermen, Cornelis  1940Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I340246
4 Janes, Barend  27 Oct 1834Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I42595
5 Landegge, Geert Berends  1809Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I32496
6 van Langen, Egbert  Aft 1527Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I572089
7 Oord, Adele Maria  1968Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I421949
8 Oord, Amalia  09 Sep 1969Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I421965
9 Oord, Elisabeth  07 Dec 1995Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I422064
10 Oord, Jan Jacobs  24 Jul 1896Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I422281
11 Oord, Theije  16 Jun 1954Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I422514
12 Roling, Maria Adelheid  Yes, date unknownRheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I47050
13 Roling, Susanna Maria  Yes, date unknownRheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I47035
14 Schilgen, Maria Catharina Gertrud  21 Jan 1835Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I257897
15 Sträter, Charlotte  13 Oct 1897Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I591951
16 Sträter, Joann Theodor Georg Ignatius  22 Oct 1834Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I257896

Married

Matches 1 to 16 of 16

   Family    Married    Family ID 
1 Bröker / Oord  1930Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F164775
2 Bröker / Oord  1935Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F164817
3 Driessen / Straeter  02 Dec 1820Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F102033
4 Eckseler / Hillebrandt  27 Oct 1948Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F17123
5 Eckseler / Hüsing  09 Sep 1913Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F17121
6 Epping / Werde  18 Apr 1826Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F17211
7 Esch / Oord  1940Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F164770
8 Finklenberg / Roling  1810Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F17192
9 Haarmann / Oord  1936Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F164922
10 Herckenrath / Rave  06 Mar 1882Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F228378
11 Hiltermann / Kümpers  15 Oct 1863Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F228373
12 Leesberg / Windhoff  1804Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F68441
13 Lürwer / Werde  05 Feb 1833Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F17212
14 Oord / Brügge  15 Jun 1943Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F164951
15 Oord / Merschmeijer  16 Nov 1900Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F164590
16 Sträter / Schilgen  17 Jan 1797Rheine, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F102032

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