Veel gestelde vragen This is a new feature at this site. An interactive way to talk about the genealogies

Bookmark

Kevelaer, Nordrhein-Westfalen, Deutschland



 


Notes: Die Stadt Kevelaer (gesprochen „Kewelaar“ mit Dehnungs-e) liegt am unteren linken Niederrhein im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Sie ist eine mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf. Kevelaer ist Mitglied der Euregio Rhein-Waal. Die Stadt ist besonders als einer der wichtigsten Marienwallfahrtsorte Deutschlands bekannt.
Geschichte
Frühzeit und Spätmittelalter
Über die Entstehung Kevelaers sind hinsichtlich der Zeit und Art keine genauen Anhaltspunkte vorhanden. Die ersten Zeugnisse für das Vorhandensein einer Siedlung im Stadtgebiet Kevelaers gehen bis in die ältere Eisenzeit zurück (etwa 800 v. Chr.). Sedimente einer vorzeitlichen Brunnenanlage sowie Urnenfunde deuten darauf hin. Die erste schriftliche Nachricht über diese Bewohner gibt der römische Feldherr Julius Caesar in seiner Beschreibung des gallischen Krieges (58–51 v. Chr.). Er nennt sie Menapier (Volksstamm im belgischen Gallien, der sich von der Nordsee bis an den Rhein ansiedelte). Ein Beweis für die Besiedlung dieses Gebietes sind römische und merowingische Scherben und Keramik aus dem 9. Jahrhundert, die im Stadtgebiet gefunden wurden.
Urkundlich wird Kevelaer erstmals am 10. Mai 1300 erwähnt. Bei dieser Urkunde handelt es sich um eine Verkaufsurkunde über einen Bauernhof. Zu dieser Zeit besteht Kevelaer aus Bauernhöfen und Katen und befindet sich zu großen Teilen im Besitz des Stiftes Xanten und des Klosters Grafenthal. Die Bauernschaften Kevelaer und Wetten bildeten einen Gerichtsbezirk und gehörten im Spätmittelalter zum Niederamt Geldern der Grafschaft Geldern. Am 19. März 1339 wurde die Grafschaft zum Herzogtum erhoben. Die heutigen Gemeinden Kervenheim und Winnekendonk gehörten zu diesem Zeitpunkt dem Herzogtum Kleve an.
Spanische Niederlande (Generalstaaten)
Durch den Vertrag von Venlo vom 12. September 1543 wurde das Herzogtum Geldern in seiner damaligen Form aufgehoben und zu einer der 17 Provinzen der Niederlande Spanische Niederlande erklärt. 1559 erfolgte eine Bistumsreform durch Margarethe von Parma, wodurch die Bauernschaften Kevelaer, Twisteden und Wetten, welche bis dato zum Erzbistum Köln gehörten, dem neuen Bistum Roermond unterstellt wurden. Winnekendonk und Kervenheim verblieben im Erzbistum Köln.
Im Jahr 1578 (ebenso 1633) verbreitete sich die Pest am Niederrhein, wovon auch Kevelaer betroffen war. Im Krieg um die Vorherrschaft in den Spanischen Niederlanden marschierten niederländische Truppen in die Stadt Geldern ein und plünderten die umliegenden Dörfer Kevelaer, Twisteden und Wetten. Zudem wurde die Ausübung der katholischen Religion verboten. 1586 wurde die Pfarrkirche des unbesetzten, im Herzogtum Kleve gelegenen Winnekendonk, durch Spanier geschändet.
Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Frieden
1614, unmittelbar vor dem Dreißigjährigen Krieg, fiel das Herzogtum Kleve an das protestantische Kurbrandenburg. Mitten durch das heutige Stadtgebiet verlief eine neue Staatsgrenze. Kervenheim und Winnekendonk gehörten zum protestantischen Brandenburg und Kevelaer, Twisteden und Wetten gehörten zu den katholischen Niederlande. Ende Juli zogen zunächst niederländische, dann spanische und kroatische Truppen durch Kevelaer. Die kroatischen Söldner stürmten am 1. August 1635 die Schanze in Kevelaer und töteten 100 Dorfbewohner. An dieses Ereignis erinnert noch heute die Kroatenstraße und das so genannte Kroatenkreuz in Kevelaer.
Das wohl wichtigste Datum für die Geschichte Kevelaers ist der 1. Juni 1642. Der geldrische Händler Hendrick Busmann hörte kurz vor Weihnachten 1641 an der Kreuzung der alten Handelsstraßen Amsterdam-Köln und Münster-Brüssel dreimal den geheimnisvollen Ausruf: "An dieser Stelle sollst du mir ein Kapellchen bauen!". Ausgelöst durch diese Ereignisse fasste er den Beschluss, an dieser Stelle ein Kapellchen zu bauen. Nachdem seine Ehefrau Mechel bei Nacht ein großes, glänzendes Licht gesehen hatte, in dessen Mitte sich ein Heiligenhäuschen mit einem Andachtsbild befand, löste er sein Versprechen ein und baute trotz widriger Zeiten einen Bildstock in der Gestalt, wie ihn Mechel gesehen hatte, an die selbe Stelle, wo er die Stimme zuvor vernommen hatte. Am 1. Juni 1642 weihte der Pfarrer von Kevelaer ein Bildstöckchen an der Wegkreuzung und setzte einen Kupferstich der Gottesmutter Maria "Consolatrix Afflictorum" (Trösterin der Betrübten) von Luxemburg ein. Damit beginnt die Geschichte der Wallfahrt in Kevelaer.
Durch den 1648 geschaffenen Westfälischen Frieden wurde die Situation für die Bevölkerung in Kevelaer und der Umgebung allerdings nicht ruhiger und besser, da sie immer wieder Opfer von Plünderungen wurden. 1671 wurden Kevelaer, Twisteden und Wetten, sowie Kervenheim und Winnekendonk von französischen, kölnischen und münsterschen Truppen besetzt und waren regelmäßig von Raubzügen der Franzosen betroffen. Im Jahr 1689 wurde die Pfarrkirche in Winnekendonk erneut geplündert und abgebrannt, ebenso wurden etwa 90 Häuser und Bauernhöfe in Kervenheim und Winnekendonk vernichtet. Einige Jahre später, 1702, wurde dann Kevelaer von französischen Truppen gestürmt, wobei Häuser geplündert und zerstört, sowie bis zu 80 Bürger getötet wurden.
In dem selben Jahr wurde die Festung Geldern von preußischen Truppen belagert. Die Belagerung dauerte circa ein Jahr an, bis Geldern kapitulierte. Neben Kervenheim und Winnekendonk, welches schon zu Preußen gehörte, fielen nun auch Kevelaer, Twisteden und Wetten an die Preußen. Kirchlich unterstand Kevelaer weiterhin dem Bistum Roermond, welches zu dieser Zeit österreichisch war.
Französische Besatzung (Koalitionskriege)
Im April 1792 begann der erste Koalitionskrieg gegen Frankreich, an dem auch Preußen teilnahm. Im Zuge des Krieges wurden Kevelaer und Kervenheim noch im Dezember des selben Jahres durch französische Truppen besetzt. Das Gnadenbild wurde zum Schutz vor den Besatzern in der St. Antonius Pfarrkirche versteckt. Bei der Besatzung wurden vom Kloster bzw. der Bevölkerung circa 100 Pfund Fleisch und 200 Pfund Brot erpresst, kurz darauf wurden die Patres als Geiseln genommen und zur Auslösung wurden etwa 3.000 bis 4000 Taler gezahlt.
Nach einer kurzen Aufhebung der Besatzung marschierten französische Truppen 1794 erneut in das Rheinland ein und konnten diesmal die französische Staatsgrenze bis zum Rhein ausweiten. Durch den Frieden von Basel im Jahr 1795 wurde das gesamte linksrheinische Gebiet mit Kevelaer französisch. Schnell wurden dabei französische Strukturen im Rheinland aufgebaut. Kevelaer gehörte zum Arrondissement Kleve im Département de la Roer. Drei Jahre später wurde die Mairie (später Bürgermeisterei) Kevelaer geschaffen, wozu die Gemeinden Kevelaer, Kleinkevelaer, Twisteden und Wetten gehörten.
Im selben Jahr wurden Prozessionen im Freien verboten und sämtliche Kreuze an Wegen und Kirchen entfernt, was verständlicherweise einen schweren Schlag für den Wallfahrtsort Kevelaer darstellte. 1801 wurde das Bistum Roermond aufgelöst und Kevelaer wurde dem Bistum Aachen zugeordnet. Im Sommer des folgenden Jahres wurden durch Konsularbeschluss alle Klöster aufgelöst, auch das Oratorianerkloster in Kevelaer. Aufgrund der von den Franzosen betriebenen Säkularisierung befand sich die Gnaden- und Kerzenkapelle von 1802 bis 1806 in staatlichem Besitz.
Vormärz (Preußen)
Mit dem Ende der Herrschaft Napoleons wurde Kevelaer 1814/1815 durch die Entscheidungen auf dem Wiener Kongress wieder preußisch und gehörte dem neuen Clevischen Bezirk im Generalgouvernement Niederrhein an. Durch den Vulkanausbruch des Tambora von 1815 kam es zu enormen Regenfällen, bei denen die Niers über die Ufer trat. Die schrecklichen Folgen waren Missernten und Hungersnöte, von denen Kevelaer nicht verschont blieb.
1816 wurde der Regierungsbezirk Kleve geschaffen. Kevelaer, im Kreis Geldern gelegen, war weiterhin eine Bürgermeisterei, die die Ortschaften Kevelaer, Twisteden und Wetten umfasste und gehörte bis 1975 zum Kreis Geldern. Kervenheim und Winnekendonk, die seit 1969 zur Stadt Kevelaer gehören, bildeten die Bürgermeisterei Kervenheim. 1821 wurde Kevelaer nach 20 Jahren im Bistum Aachen erneut einem anderen Bistum unterstellt. Seither gehört Kevelaer zum Bistum Münster.
In Kevelaer, wo eine niederländisch-niederdeutsche Mundart gesprochen wird, löste ein Beschluss des Bischofs von Münster und der preußischen Herrschaft Unmut aus. Predigten und Schulunterricht mussten ab sofort auf hochdeutsch gesprochen werden. Ebenso wurden neue Gebetsbücher in deutscher Sprache gedruckt. Für die Menschen in Kevelaer war dies damals eine kaum verständliche Sprache. Bis heute wird noch in Kevelaer von einigen Altersgruppierungen das "Kevelaerer Platt" gesprochen.
1822 wurde nach nur sechs Jahren der Regierungsbezirk Kleve aufgelöst und dem Regierungsbezirk Düsseldorf angeschlossen. Im selben Jahr wurde auch eine Armenkommission für die Bürgermeisterei Kevelaer gegründet, welche die ersten Grundzüge des heutigen Sozialwesens trägt.
In den 1820er Jahren wurden Wallfahrten, vor allem aber Wallfahrten mit Übernachtungen, durch den Bischof von Münster und durch die preußische Herrschaft verboten. Dieses Verbot, welches die Kevelaerer zum wiederholten Male enorm traf, wurde erst um 1840 aufgehoben.
Märzrevolution
1831 wurde Kevelaer vom späteren Kaiser Wilhelm I., und zwei Jahre später, 1833, vom preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm besucht. Nach dem Besuch des Kronprinzen wurden die Verbote gegenüber der Wallfahrt etwas gelockert. 12 Jahre suchte der Kronprinz, dann jedoch als König von Preußen, den Wallfahrtort erneut auf. 1848 trat die nach der Niederschlagung der Revolution von 1848 vom König oktroyierte Preußische Verfassung in Kraft. Kevelaer selber wurde von der Märzrevolution kaum tangiert. Es ist nur bekannt, dass sich in Kervenheim einige Übergriffe auf Besitzer und deren Eigentum ereignet haben sollen.
Drei Jahre nach der Revision der Verfassung wurde 1853 in Winnekendonk ein Rathaus am heutigen Alten Mark gebaut. Mit dem Bau übernahm Winnekendonk die Verwaltung der Bürgermeisterei Kervenheim. Ebenso wurde in den 1850er Jahren mit dem Bau einer Eisenbahnanbindung und Eisenbahnstation begonnen, deren Bauarbeiten 1863 abgeschlossen wurden.
Kulturkampf
War Kevelaer von der Märzrevolution noch kaum betroffen, so änderte sich dies 1871 durch den vom Reichskanzler Otto von Bismarck initiierten Kulturkampf. Zwischen 1871 und 1873 wurden der Kanzelparagraph eingeführt, der Jesuitenorden verboten und zum Höhepunkt des Kulturkampfes die Maigesetze erlassen. Im Oktober 1873 predigte der Mainzer Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler, dem mehr als 25.000 Menschen nach Kevelaer gefolgt waren, gegen diese Erlässe.
In dieser Zeit wurden im Regierungsbezirk Düsseldorf nur noch Prozessionen erlaubt, die schon seit Jahrzehnten zu einem Wallfahrtsort pilgerten. Im Zuge des Kulturkampfes wurde das Kevelaerer Priesterhaus beschlagnahmt. Die Polizisten, die die Ausführung verweigerten, wurden aus dem Dienst entlassen. Im Gegenzug wurden diejenigen, die bei der Beschlagnahmung mitwirkten, für knapp zwei Jahre exkommuniziert. Durch den nun offen ausgetragenen Kampf zwischen der Staatsgewalt und der katholischen Kirche war die Existenz der Kevelaerer Wallfahrt bedroht.
Im Mai 1879 wurde das Kevelaerer Volksblatt (auch Kävels Bläche, Kevelaerer Blatt) durch Elisabeth Ingmanns gegründet. Im Untertitel hieß es damals "für Thron und Altar". Mit dem sich nähernden Ende des Kulturkampfes kaufte die Gemeinde Kevelaer 1880 den heutigen Marktplatz, auf dem ein wöchentlicher Markt stattfand und immer noch stattfindet. Ein Jahr später begannen die Bauarbeiten für das Marienhospital in Kevelaer.
1882 ereignete sich ein Großbrand im Zentrum der Gemeinde Kevelaer, welche immer noch über keine Freiwillige Feuerwehr verfügte. Zahlreiche Häuser und Scheunen fielen den Flammen zum Opfer, zugleich wurden jedoch auch neue Möglichkeiten zur Bebauung geschaffen, die im Sinne der Wallfahrt auch genutzt wurden. 1884 wurde dem Pfarrer von Kevelaer das Privileg verliehen, an den Marienhochfesten den päpstlichen Segen zu erteilen. Dieses Privileg besteht noch bis heute.
Jahrhundertwechsel und Erster Weltkrieg
Im Jahr des 250jährigen Bestehen der Kevelaerer Wallfahrt, 1892, wurde dem Gnadenbild durch den Papst eine goldene Krone verliehen. Die Krone wurde in einer Kevelaerer Goldschmiede hergestellt und durch Votivgaben geschmückt. Durch diese Krönung wurde das Gnadenbild in die von Rom anerkannten und bestätigten Gnadenbilder aufgenommen. 1900 wurden in der Pfarrkirche Wetten während des Abbruchs des Hochaltars vier Reliquien entdeckt. Eine davon stammte vom Hl. Klemens.
Vier Jahre später wurde mit dem Bau des Kevelaerer Wasserturm begonnen. Die Arbeiten konnten 1905 abgeschlossen werden. Statt über Privatbrunnen, sollten die Kevelaerer nun über diese zentrale Stelle mit Wasser versorgt werden. 1906 floss das erste Leitungswasser.
Im Ersten Weltkrieg war Kevelaer Garnisonsstadt, bekam aber außer der Einquartierung von Soldaten und der Aufhebung des Bahnverkehrs direkte Kriegsfolgen kaum zu spüren.
Weimarer Republik
Dies änderte sich erst 1918 mit der Niederlage Deutschlands und der folgenden Besatzung Kevelaers durch belgische Truppen. Die Bewohner wurden mit strikten Auflagen konfrontiert. Personen, die uniformierte Besatzer nicht grüßten, wurden ins Gefängnis gesteckt. In den Hausfluren mussten Hausbewohnerverzeichnisse ausgehängt werden. Es bestand ein nächtliches Ausgehverbot. Briefe, die länger als zwei Seiten waren, wurden nicht befördert. Alle Briefe wurden von einer Behörde überprüft und gegebenenfalls zensiert. Lebensmittel wie Brot, Fleisch und Fett waren rationiert. Man erhielt sie nur durch das Vorzeigen von sogenannten Lebensmittelkarten. Die belgische Besatzung blieb bis 1926 bestehen.
Ende 1919 fanden die ersten Wahlen zur Nationalversammlung der Weimarer Republik und die ersten Gemeindewahlen in Kevelaer statt. Im Rheinland entstand eine Separatistenbewegung, die 1923 die Rheinische Republik ausrief. Im Siebengebirge kam es deshalb zur "Schlacht von Aegidienberg", bei der 14 Separatisten ums Leben kamen. Unter ihnen sollen auch Personen aus Kevelaer gewesen sein.
Im Oktober 1920 wurde der Niederrheinische Katholikentag in Kevelaer abgehalten. 1923 wurde die Marienkirche zur päpstlichen Marienbasilika erhoben.
In der Hyperinflation in der Weimarer Republik druckte Kevelaer 1921 sein eigenes Notgeld. Die Scheine zeigten unter anderem als Motive das Wappen Kevelaers, die Gnadenkapelle, die Gottesmutter Maria und Bauern in der Kevelaerer Tracht mit den Worten "Dor hör ek t’hüß" ("dort bin ich zu Hause").
Zweiter Weltkrieg
Wie bereits während der französischen Besatzung und während des ersten Weltkrieges wurde das Gnadenbild auch im Zweiten Weltkrieg versteckt. Kevelaer erlebte seinen ersten realen Kontakt mit den kriegerischen Handlungen im April 1940 durch den Abschuss eines britisches Aufklärungs- bzw. Vermessungsflugzeug, welches im Kevelaerer Umland abstürzte. Bis Anfang des Jahres 1943 spürte die Gemeinde Kevelaer selber kaum etwas von den Bombenangriffen, die nun auf die Nachbargemeinden geflogen wurden. Die Gemeinde wurde vorerst verschont, da die Marienbasilika ein wichtiger Bezugspunkt der britischen Flieger war.
In der Nacht vom 8. auf den 9. April 1943 wurde Kevelaer und die umliegenden Gemeinden und Städte mit etwa 300 Feuerbomben bombardiert. Mehrere Bauernhöfe wurden in Winnekendonk getroffen und brannten aus.
Im September, Oktober und November 1944 erfolgten immer wieder Ankündigungen und Anordnungen zur Evakuierung Kevelaers, doch die Bevölkerung nahm diese Anweisungen zunächst nicht ernst und der größte Teil der Bevölkerung verblieb in Kevelaer. Dies änderte sich erst schlagartig Ende Januar, als die ersten alliierten Truppen in der Region eintrafen.
Nach der Operation Overlord im Juni 1944 erreichten die Alliierten im Februar 1945 durch die Operation Veritable Kevelaer und die umliegenden Gemeinden und Städte. Zuvor, am 14. Januar 1945 wurde Winnekendonk zwischen 8 und 11 Uhr ohne Unterbrechung bombardiert; bei Kriegsende war der Ortskern zu mehr als 80% zerstört. Kevelaer erlebte einen Monat später, am 11. Februar, den ersten von drei schweren Luftangriffen. Mindestens fünf Menschen starben bei diesem Angriff.
Gegenwart
Drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg fand in Kevelaer im April 1948 der erste internationale Kongress der katholischen Friedensbewegung statt. Der Besuch des französischen Bischofs Pierre-Marie Théas gehörte zu den ersten, weithin beachteten Initiativen zur Völkerversöhnung zwischen Franzosen und Deutschen. Am 3. April 1948 wurde in Kevelaer auch formell die deutsche Organisation von Pax Christi gegründet. In den Jahren 1958, 1973 und 1988 fanden in Kevelaer weitere Pax Christi-Treffen statt.
Durch Erlass des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen wurde der Gemeinde Kevelaer am 25. Mai 1949 das Stadtrecht verliehen.
1985 fanden die erste Motorradwallfahrt und das erste Weltmusikfestival (anfangs als Int. Folkfestival) statt, die seitdem jährlich durchgeführt werden.
Im Jahr 1987 wurde Kevelaer anlässlich des Marianischen Weltkongresses von Papst Johannes Paul II., der Seligen Mutter Teresa, sowie von Kardinal Joseph Ratzinger besucht.
Entstehung und Entwicklung der Wallfahrt
Die Anfänge der Wallfahrt
Um die Weihnachtszeit des Jahres 1641 vernahm der Handelsmann Hendrick Busman (auch Hendrik Busmann), als er an einem Hagelkreuz betete, eine geheimnisvolle Stimme, die ihm sagte: "An dieser Stelle sollst du mir ein Kapellchen bauen!" (Op deze plaats sult gij mij een kapelleken bouwen!). Im Verlauf der nächsten Tage hörte Busman auf seinem alltäglichen Weg von Weeze nach Geldern, nahe dem Dorf Kevelaer in der Kevelaerer Heide die besagte Stimme noch zweimal bei seinen täglichen Gebeten. Obwohl der Händler nicht reich war, führte er diesen Auftrag aus.
Einen Monat vor Pfingsten im Jahr 1642 hatte seine Frau Mechel Schrouse eine nächtliche Erscheinung. Sie sah in einem großen glänzenden Licht ein Heiligenhäuschen mit einem Bildchen der Gottesmutter Maria "Consolatrix Afflictorum" (Trösterin der Betrübten) von Luxemburg, welches ihr einige Zeit zuvor von zwei Soldaten zum Kauf angeboten worden war. Hendrick Busman sah sich in seinem Erlebnis bestätigt und beauftragte seine Frau damit, die beiden Soldaten ausfindig zu machen und das Bild zu kaufen. Mechel konnte in Kempen einen Leutnant ausfindig machen, der die beiden angebotenen Bildchen nun besaß und kaufte diesem eines der Bildchen ab.
Zuerst wurde das Bild in Geldern aufbewahrt und geehrt. Die Kapuziner aus Geldern und die Gemeinde verlangten, das Bildchen in einer Prozession nach Kevelaer zu überführen, was allerdings nicht geschah. Stattdessen wurde das Bildchen vom damaligen Pfarrer der Kevelaerer Antoniuskirche, Johannes Schink, am 31. Mai abgeholt und am Sonntag dem 1. Juni in das Kapellchen eingesetzt. Noch am selben Tag soll eine nicht geringe Anzahl von Menschen aus Geldern und den umliegenden Ortschaften zu dem Heiligenhäuschen gekommen sein. Dort steht heute noch unter einem Wappenschild mit Kreuz und Blätterzweig geschrieben: "Ano 1642 Hendrick Busman - Mechel Scholt gegev".
Im Jahr 1647 wurden die Ereignisse der Jahre 1641 und 1642 durch die Synode zu Venlo geprüft. In der Anhörung schilderte Busman die Begebenheiten und leistete einen Eidschwur auf die Richtigkeit seiner Schilderungen. Die Kirche erkannte Kevelaer nach nur zwei Anhörungstagen als Wallfahrtsort an, was aus heutiger Sicht außergewöhnlich schnell war. Busman verstarb am 14. März 1649.
Wunderheilungen nach katholischer Überlieferung
In der katholischen Überlieferung der Wallfahrt zu Kevelaer wird von vielen Wunderheilungen berichtet. Die ersten Darstellungen von Wundern stammen aus den Jahren 1642/1643. 1642 soll der gelähmte Peter van Volbroek aus Hassum nach einer Pilgerreise nach Kevelaer geheilt worden sein. 1643 soll Eerutgen Dircks, eine Frau aus Huissen, nach zweimaligem Besuch in Kevelaer ohne ärztliche Behandlung von jahrelang offenen Wunden an den Beinen geheilt worden sein. Bis zur Synode in Venlo im Jahr 1647 wurden sechs weitere Wunder berichtet. Alle acht Wunder wurden nach katholischem Regelwerk durch die Synode anerkannt.
Im 19. Jahrhundert haben nach Auffassung der katholischen Kirche mindestens vier weitere Wunder stattgefunden, unter anderem die Heilung der Gelähmten Maria Katharina van Dyck im Jahr 1808 und Agnes Schiefer 1849. Im Jahr 1850 wurde von der Wiedererlangung der Sehfähigkeit durch den Pilger Johannes Weidenbach sowie von der Wiedererlangung der Sprechfähigkeit durch die Pilgerin Agnes Meurßen berichtet.
Entwicklung der Prozessionen und Pilgerzahlen
Neben der raschen Approbation als Wallfahrtsort entwickelte sich schon zuvor ebenso schnell die Bekanntheit von Kevelaer und damit auch die Anzahl der jährlichen Pilgerbesuche. Die erste geschlossene Prozession nach Kevelaer fand im Jahr 1643 statt. Damals reiste eine große Gruppe von Pilgern zu Fuß von Rees nach Kevelaer. Das Holzkreuz, an dem Busman gebetet hatte, wurde durch die große Anzahl der Pilger immer schmuckloser, da die Pilger sich zur Erinnerung Späne vom Kreuz abschnitten. 1649 ließ der Drost von Geldern die Reste des Holzkreuzes entfernen und verbot die Aufstellung eines neuen Kreuzes.
50 Jahre später - 1699 - fand die erste Prozession von Bonn nach Kevelaer statt. Damals pilgerten etwa 400 Menschen zu Fuß nach Kevelaer, um das Gnadenbild zu sehen und zu ehren.
Die Ströme der Pilger stiegen bis 1700 weiter kontinuierlich an, so dass die in Kevelaer beheimateten Pater den enormen Zustrom von Pilgern kaum noch bewältigen konnten. Zu dieser Zeit sollen an manchen Tagen mehr als 15.000 Menschen den Wallfahrtsort besucht haben.
Unter der französischen Besatzungszeit und der damit verbundenen Säkularisation befand sich die Kerzen- und Gnadenkapelle zwischen 1802 und 1806 in staatlichem Besitz und ein Verbot von Wallfahrten wurde ausgesprochen. Die Pilgerzahlen brachen in dieser Zeit ein. Erst 1809 stieg die Zahl der Pilger wieder auf 140.000 im Jahr an.
Zwei Jahre nachdem Kevelaer sich wieder unter preußischer Herrschaft befand - 1816 - stieg die Anzahl der Pilger und Prozessionen weiter an. In diesem Jahr wurden 204 Prozessionen gezählt. Dieser erneute Aufschwung sollte jedoch ein Jahr später wieder aufgrund der starken Reglementierung der Wallfahrt durch die Preußen einbrechen. Die Zahl der Pilger fiel erneut auf das Niveau zur Zeit der französischen Besatzung zurück.
Im Jahr 1842 feierte Kevelaer das 200jährige Jubiläum der Wallfahrt. In diesem Jahr wurde Kevelaer von 200.000 Pilgern und 254 Prozessionen aufgesucht.
Nachdem Kevelaer im Jahr 1863 eine Bahnstation erhielt, wurde die Gemeinde für Pilger zugänglicher und damit stiegen die Pilgerzahlen deutlich an. Im Jahr 1913 wurden 344 Pilgersonderzüge gezählt und Kevelaer soll von 600.000 Pilgern besucht worden sein.
Über die Pilgerzahlen in den ersten Jahren des ersten Weltkriegs bestehen widersprüchliche Angaben. Einige Quellen sagen, dass 1914 die Anzahl der Besucher absank, andere berichten, dass die Wallfahrten weiterhin zunahmen und 1915 mit 500.000 Pilgern ein neuer Rekord erreicht wurde. Diese Anzahl steht auch im Widerspruch mit den 1913 gezählten 600.000 Pilgern. Jedenfalls besuchten zu dieser Zeit Kevelaer mindestens eine halbe Million Pilger jährlich.
Während des zweiten Weltkrieg feierte Kevelaer sein 300jähriges Jubiläum nicht. Im Jahr 1942 wurde der Wallfahrtsort von recht wenigen Menschen besucht. In den folgenden Jahren stieg die Zahl der Prozessionen und Pilger ständig an und erreicht in der Gegenwart mit rund 800.000 Besuchern pro Jahr Höchstwerte.
siehe auch: Entwicklung der Kevelaerer Kirchenbauwerke
Darstellung in Literatur und Musik
Über die Wallfahrt nach Kevelaer wurden von Beginn an vor allem von Heimatdichtern immer wieder lyrische und literarische Texte verfasst. Darüber hinaus verfasste aber auch Heinrich Heine im Jahr 1822 die Ballade "Die Wallfahrt nach Kevelaar" über die Kevelaerer Wallfahrt. Von den Bläck Fööss gibt es das Lied Wick es d´r Wäch noh Kevelaer.
Gebietsreform
Die Stadt Kevelaer entstand in der heutigen Form am 1. Juli 1969 durch das 1. kommunale Neugliederungsprogramm in Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinden Kleinkevelaer, Twisteden und Wetten des Amtes Kevelaer sowie Kervendonk, Kervenheim und Winnekendonk des Amtes Kervenheim wurden mit der Stadt Kevelaer zusammengeschlossen. Die so entstandene neue Gemeinde erhielt den Namen Kevelaer und führt die Bezeichnung "Stadt".
Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge des 2. Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen der Altkreis Kleve mit dem ehemaligen Kreis Geldern und Teilgebieten der Kreise Moers und Rees zum neuen niederrheinischen Großkreis Kleve zusammengefügt.
Im 12. und 13. Jahrhundert bestand Kevelaer vor allem aus Bauernhöfen und Katen. Zu Kevelaer gehörten die Bauernschaften Fronschaften, Klein-Keylaer, Hegerath, Vorst und der südliche Hof von Hüdderath. Eine Steuerliste aus dem Jahr 1369 besagt, dass in Kevelaer 31 Katen, Höfe und Häuser bestanden. 1635 wurden 100 Kevelaerer von kroatischen Truppen getötet, das heißt, dass zu diesem Zeitpunkt in Kevelaer mindestens 100 Menschen gelebt haben müssen. Bis 1756 entwickelte sich Kevelaer zu einem Dorf mit mehr als 100 Häusern. Durch die 1863 geschaffene Eisenbahnanbindung wurde die Entwicklung des Stadtgebietes und der Bevölkerungsanzahl forciert. Am 25. Mai 1949 wurde der Gemeinde Kevelaer das Stadtrecht verliehen. Zwanzig Jahre später wurden durch die kommunale Neuordnung die Gemeinden Kleinkevelaer, Twisteden, Wetten, Kervendonk, Kervenheim und Winnekendonk der Stadt Kevelaer zugeordnet.

OpenStreetMap

City/Town : Latitude: 51.584333927570306, Longitude: 6.245555877685547


Birth

Matches 1 to 4 of 4

   Last Name, Given Name(s)    Birth    Person ID 
1 Beckmann, Gertrud Sybilla  10 Nov 1917Kevelaer, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I537847
2 Niersmann, Johann  05 May 1842Kevelaer, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I631774
3 Oehmen, Agnes  26 Apr 1905Kevelaer, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I629668
4 Verhaag, Elisabeth  20 Dec 1821Kevelaer, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I594837

Died

Matches 1 to 2 of 2

   Last Name, Given Name(s)    Died    Person ID 
1 van Cranenburgh, Anna Jacoba Ludovica  09 Jan 1936Kevelaer, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I473319
2 Kohlmann, Wilhelm Herman  13 Sep 1958Kevelaer, Nordrhein-Westfalen, Deutschland I504120

Married

Matches 1 to 7 of 7

   Family    Married    Family ID 
1 Cleusters / Reijmer  27 Oct 1917Kevelaer, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F258863
2 Daamen / Sanders  31 May 1933Kevelaer, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F98388
3 Ratering Arntz / Fischer  25 Jan 1921Kevelaer, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F74334
4 Reul / Bongers  00 Apr 1982Kevelaer, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F208630
5 Vervoorst / Beeck  31 Dec 1935Kevelaer, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F208663
6 Verweyen / Franken  02 Jun 1948Kevelaer, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F259685
7 Wijck / Bless  22 Sep 1931Kevelaer, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F173912

Religious marriage

Matches 1 to 1 of 1

   Family    Religious marriage    Family ID 
1 Pruijs / Goejen  29 Dec 1931Kevelaer, Nordrhein-Westfalen, Deutschland F208653

Calendar

 


This site powered by The Next Generation of Genealogy Sitebuilding ©, written by Darrin Lythgoe 2001-2021.