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Kappel, Rheinland-Pfalz, Deutschland



 


Notes: Kappel ist eine Ortsgemeinde inmitten der Mittelgebirgslandschaft des Hunsrück im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirchberg (Hunsrück) an.
Geschichte und historische Ortsbeschreibung
Kappel wird erstmals 1091 in einer Urkunde des Kaisers Heinrich IV. erwähnt, in der er Besitzungen im Hunsrück an das Hochstift in Speyer schenkt. Name, Lage und archäologische (römische) Funde in und um Kappel lassen den Ort aber als viel älter annehmen, wenn auch eine Siedlungskontinuität nicht nachzuweisen ist. Im Mittelalter gehörte der Ort zur vorderen Grafschaft Sponheim. Mit der Besetzung des linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen wird der Ort französisch, 1814 wird er auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist der Ort Teil des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz.
Der Ort liegt an einer Kreuzung zweier wichtiger Straßen: Der Straße vom Rhein, Koblenz/Boppard nach Trier, der später so genannten Hunsrückhöhenstraße (B 327), und der Straße von Kirn an der Nahe über Kirchberg zur Mosel nach Zell (B 421). Die Querung ist in Kappel leicht versetzt. Beiden Straßen liegen römische und vorrömische, keltische Straßen zu Grunde. Beim Ausbau der Hunsrückhöhenstraße vor dem Zweiten Weltkrieg wurde sie östlich um den Ort herumgeführt. Siedlungsgeographisch hat der Ort eine Verkehrslage.
In der unmittelbaren Nähe des Zusammentreffens der Kastellauner Straße mit der Kirchberger Straße an der „Dreispitz“ liegt das Ortszentrum mit der alten evangelischen Kirche von 1747 (so die Eisenklammern am Turm) mit mittelalterlichen Mauerteilen, dem Backhaus „Backes“ mit dem ehemaligen Schulsaal und Lehrerzimmer der katholischen Schule im Obergeschoss bis 1849, sowie der Verkehrslage angemessen zwei der größten Gehöfte des Ortes mit Gaststube und Fremdenzimmern. Der Gastwirt Schreck besaß bis in die 1950er Jahre als einer der wenigen Pferde, Baptist, der Knecht (der wohl einzige des Ortes damals) der Gastwirtschaft zur Krone, heute aufgegeben und restauriert als der Gemeinde dienendes „Heimathaus“, fuhr und arbeitete mit einem Pferd und einem Zugochsen, während die meisten Kleinbauern mit ihren Milchkühen fuhren und arbeiteten.
Eine einklassige evangelische Schule 1913 und die neugotische Katholische Kirche wurden 1898/99 in der Nähe dazugebaut. Die letzte katholische Schule, damals am Ortsrand an der heutigen Kastellauner Straße gegenüber dem Leidenecker Weg (etwas zurückliegend), datiert erst aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg von 1928. Heute gibt es keine Schulen mehr in Kappel. Die letzte als Gemeinschaftsschule geführte Grundschule wurde zum 1. August 1971 aufgelöst. Die – heute evangelische – Kirche diente von 1688 bis 1898 beiden Konfessionen als Simultaneum (siehe dazu Kirche in Hahn). Vorher war sie lange Zeit den Evangelischen vorbehalten. Mit Verordnung des Simultaneums durch die Obrigkeit zog der Pfarrer nach Würrich, das rein evangelisch war, und betreute die Gemeinde von dort aus.
Das Verhältnis zwischen den Konfessionen war und ist gut. Beim Bau der Katholischen Kirche haben viele Evangelische Geld für die Glocken gespendet und wurden dafür bei ihrem Tod auch von den Katholischen „ausgeläutet“. Die Evangelische Gemeinde, zu der heute 232 Menschen gehören, war seit 1852 selbständig und pfarramtlich verbunden mit Leideneck, das kein eigenes Pfarrhaus aber eine Kirche hatte und heute zu Bell gehört. Der seit 1854 wieder in Kappel residierende evangelische Pfarrer war darüber hinaus auch zuständig für die Evangelischen in der Diaspora, den überwiegend katholischen Nachbar-Gemeinden zur Mosel hin. Seit 1976 hat Kappel keinen evangelischen Pfarrer mehr und ist mit Kirchberg pfarramtlich verbunden. Die katholische Pfarrstelle ist seit 1981 nicht mehr besetzt. Die Pfarrei wurde seitdem von Biebern, und wird jetzt von Kirchberg aus betreut.
Kappel hatte nach einem amtlichen Verzeichnis von 1926 noch 533 Einwohner. Bis in die 1960er Jahre war Kappel noch ganz landwirtschaftlich geprägt. Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1949, waren von 111 Haushalten 80 landwirtschaftliche Betriebe, von denen nur 8 über 10 ha Landbesitz hatten. Kappel hatte damals 281 protestantische und 194 katholische Einwohner.Damals gab es noch ein Kolonialwarengeschäft mit Gastwirtschaft (Dionisius) im Zentrum und ein weiteres kleineres Lebensmittelgeschäft auf der heutigen Kirchberger Straße. Ein Schreibwarengeschäft war neben der damaligen katholischen Volksschule. Dazu gab es eine Posthalterei im Unterdorf an der späteren Zeller Straße sowie eine vierte Gaststätte in der Waldgasse.
Aufgrund beträchtlicher Einnahmen aus Waldbesitz konnte in den 50er Jahren ein damals modernes Gemeindehaus mit Feuerwehrhaus, Rübenkrautküche, Abstellplatz für den großen Kartoffel-„Dämpfer“ und Gefrier- und Waschanlage mit zusätzlichen Wohnraum für zugewiesene Ostflüchtlinge im Obergeschoss gebaut werden.
Im Jahre 1965 begann man mit dem Bau eines neuen Gemeindehauses, weil die Bürger von Kappel und die örtlichen Vereine eine Möglichkeit haben sollten, Familienfeiern und Veranstaltungen in einer ausreichend großen Örtlichkeit zu feiern. Damals wurde zusätzlich ein Kindergarten innerhalb dieses Saalgebäudes geplant, der aber dort nicht verwirklicht wurde. Dem Bedarf nach einer Möglichkeit des Schlachtens wurde ebenfalls Rechnung getragen und ein komplettes Schlachthaus integriert. Dieses Haus wurde in den Jahren 1997/1998 in großem Umfang renoviert und umgebaut. Ein Kindergarten für zwei Gruppen wurde im Sommer 1993 fertiggestellt (Ein erster Kindergarten war anfangs der 1950er Jahre an das evangelische Pfarrhaus angebaut worden). Schon dort wird der Nachwuchs für die Gesangvereine herangezogen, und der Kindergarten wurde dafür ausgezeichnet.
Mühle
Die Kappeler Mühle lag weit unterhalb des Ortes am Übergang der Hunsrückhöhenstraße und der älteren Waldgasse über den Kyrbach; sie ist heute Privatbesitz und bewohnt.
Wüstungen
In der Kappeler Gemarkung oder an deren Grenze finden sich eine Reihe von Wüstungen, die im hohen Mittelalter bereits aufgegeben wurden, deren Namen aber noch in Flurnamen fortleben: Kyr, Kyrweiler (in älteren Quellen auch Kerweiler genannt), Mörßberg, Rittelhausen, Langerode, Selze und Beinhausen. Kyrweiler hatte gemeinsam mit Rohrbach, Werschweiler bei Dickenschied und Dickenschied seit 1317 zum Unterhalt der neu errichteten Pfarrvikarie Dickenschied beizutragen.

OpenStreetMap

City/Town : Latitude: 50.00029708220126, Longitude: 7.359209060668945


Birth

Matches 1 to 2 of 2

   Last Name, Given Name(s)    Birth    Person ID 
1 Boekholt, Hindrik Hindriks  Cal 1776Kappel, Rheinland-Pfalz, Deutschland I8161
2 Schreuder, Johan Koert  Est 1760Kappel, Rheinland-Pfalz, Deutschland I459309

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