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KZ Dachau, Bayern, Deutschland



 



Tree: Veenkoloniale voorouders
Notes: Das Konzentrationslager Dachau, nördlich von München, war eines der ersten im Deutschen Reich. Es war vom 22. März 1933 bis 29. April 1945 in Funktion und existiert noch heute als Gedenkstätte. Das Lager war Vorlage für alle weiteren. Sein Name entwickelte sich zum Inbegriff für Konzentrationslager in der Zeit des Nationalsozialismus. Im Gegensatz zu den späteren Lagern im Osten war es nie ein Vernichtungslager.
Geschichtlicher Überblick
Die Idee eines Arbeitslagers für Häftlinge war nicht neu. Im Ersten Weltkrieg war beispielsweise das Internierungslager Drosendorf bekannt.
1933–1934
Am 21. März 1933 gab Heinrich Himmler, seit zwei Wochen im Amt als kommissarischer Polizeipräsident von München, in einer Pressekonferenz die Errichtung eines „politischen Konzentrationslagers“ bei Dachau bekannt. Der Völkische Beobachter berichtete am folgenden Tag:
„Am Mittwoch wird in der Nähe von Dachau das erste Konzentrationslager mit einem Fassungsvermögen für 5000 Menschen errichtet werden. Hier werden die gesamten kommunistischen und soweit dies notwendig ist, Reichsbanner und sozialdemokratischen Funktionäre, die die Sicherheit des Staates gefährden, zusammengezogen.“
Schon am 22. März 1933 brachte man etwa 150 Häftlinge von den Gefängnissen Landsberg am Lech, Neudeck und Stadelheim auf das Gelände einer stillgelegten Munitionsfabrik. Bewacht wurden sie in den ersten Tagen von der Bayerischen Landespolizei. Ab 11. April teilten sich Polizei und SS die Bewachung des Lagers. Am nächsten Tag wurden die ersten Morde begangen, an den Häftlingen Benario, Goldmann und Kahn. Im Mai gelang Hans Beimler die Flucht; bis zu seiner Inhaftierung war er Mitglied im Deutschen Reichstag. Im Ausland verfasste er kurz darauf die erste Broschüre (Im Mörderlager Dachau) über das faschistische Lager. Anfang Juni übernahm die SS die alleinige Wache. Ende Juni wurde SS-Obergruppenführer Theodor Eicke Lagerkommandant. Eicke zielte darauf ab, das Lager von Außenstehenden völlig abzugrenzen, selbst die Feuerwehr durfte das Gelände nicht betreten um die Einhaltung der feuerpolizeilichen Vorschriften zu prüfen. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelte während dieser Zeit wegen den drei Häftlingserschießungen in Dachau. Nach wenigen Monaten stellte man sämtliche Verfahren ein. Das Konzentrationslager Dachau war zum rechtsfreien Raum geworden.
Dem Zeitzeugen Eugen Kogon zufolge benutzten die Nationalsozialisten anfangs die naheliegende Abkürzung „KL“. Die SS verwendete lieber das härter und bedrohlicher klingende Kürzel „KZ“. Da sämtliche Konzentrationslager der SS unterstanden, prägte sich die ungewöhnliche Abkürzung ein. Als das erste nationalsozialistische Konzentrationslager war es Muster für die weiteren. Viele trugen am Eingang die Aufschrift Arbeit macht frei. Die Organisationsform und Lagerordnung wurden durch Kommandant und SS-Mann Eicke entwickelt. Ebenso die bauliche Anlage.
Anfangs diente das Lager - ähnlich wie andere frühe Lager, beispielsweise die Emsland-Lager - dazu, politische Gegner wie Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Konservative, Liberale und Monarchisten unschädlich zu machen. Die zahlreichen Beispiele inhaftierter Politiker oder Aktivisten hatten auf die Öffentlichkeit eine einschüchternde Wirkung., In den anderen Gebieten Deutschlands war die Lage nicht anders. Sofort nach dem Reichstagsbrand vom Februar 1933 wurde der Rechtsanwalt Hans Litten und andere in Berlin verhaftet. Nie entlassen starb er fünf Jahre später im Konzentrationslager Dachau. Der Jurist hatte nicht nur früh die NS-Taktik des Terrors erkannt - er prangerte sie auch öffentlich an: Von ihm beantragt rief das Gericht Adolf Hitler 1931 in den Zeugenstand. Jener Edenprozess endete mit einer öffentlichen Blamage für Hitler.
Langsam entwickelte sich das KZ Dachau zu einem Begriff, der Schrecken unter der Bevölkerung verbreitete und viele Andersdenkende von öffentlichen Äußerungen abhielt.
Viele Dinge hatte das Regime bereits mit Hilfe von politischer Polizei und Justiz verwirklicht: den Einfluss von Gewerkschaften geschwächt, Parteien verboten oder aufgelöst, Länder und Gemeinden hierarchisch gleichgeschaltet, demokratische Verhältnisse abgeschafft. Rundfunk und Film wurden gesteuert. Durch die Kontrolle bzw. Übernahme sämtlicher bestehender Vereine und Einschränkung der Redefreiheit hatte man ideologische Kontrolle über die Kommunikation im Volk bekommen. Neue Oppositionsbildung gestaltete sich schwierig. Zu dieser Zeit existierten im Reich mehr als hundert Konzentrationslager, überwiegend kleine, in denen man Oppositionelle in Schutzhaft festhielt. Kaum jemand überblickte wer inhaftiert war. Es unterlag der Willkür ehrgeiziger, lokaler Nazis jemanden zu verhaften oder wieder frei zu lassen. Bald kam es zu Reibereien in Fragen des Zuständigkeitsbereiches und zu Machtkämpfen. SA-Gruppenführer Schmid war zu dieser Zeit Sonderkommissar der Obersten SA-Führung bei der Regierung von Oberbayern. Er schrieb am 1. Juli 1933 einen Brandbrief an den Bayerischen Ministerpräsidenten Siebert:
"Die Autorität des Staates steht in Gefahr durch die allseitigen, unberechtigten Eingriffe politischer Funktionäre in das Räderwerk der normalen Verwaltung. Jeder NSBO-Mann, NSBO-Ortsgruppenleiter, NSBO-Kreisleiter ... jeder politische Stützpunktleiter, Ortsgruppenleiter, politische Kreisleiter erlässt Verfügungen, die in die unteren Befehlsgewalten der Ministerien eingreifen, also in die Befehlsbefugnisse der Kreisregierungen, Bezirksämter, runter bis zur kleinsten Gendarmeriestation. Jeder verhaftet jeden ..., jeder droht jedem mit Dachau ... Bis zur kleinsten Gendarmeriestation ist bei den besten und zuverlässigsten Beamten eine Instanzenunsicherheit eingetreten, die sich unbedingt verheerend und staatszerstörend auswirken muss."
Am 16. Juli 1933 erschien in der Zeitschrift Münchner Illustrierte Presse ein propagandistischer Bericht über das Lager. Er trug den Untertitel „Frühappell im Erziehungslager“ und hatte als Titelbild ordentlich und sauber gekleidete Häftlinge (vgl. Abb.). Im November 1933 konnten Lagerinsassen an der Reichstags- Wahl teilnehmen, im Zuge einer Weihnachts-Amnestie wurden am 9. Dezember 400 Häftlinge entlassen. Eine weitere Amnestie erfolgte zum Jahrestag der nationalsozialistischen Machtübernahme in Bayern.
Schließung von 48 Konzentrationslagern
Bis Januar 1934 hatte es Himmler geschafft seinen Einfluss stark zu vergrößern. Er war politischer Polizeikommandeur fast sämtlicher deutscher Länder. Vor allem Göring und Frick wollten nun die Willkürherrschaft von SA und SS beenden. Die Schutzhaft sollte eingeschränkt werden und die Konzentrationslager wieder aufgelöst werden. 34 Konzentrationslager wurden mittels bewaffneten Polizeieinsätzen bis Oktober 1933 geräumt, Häftlinge verlegt oder entlassen. Bis 9.Mai 1934 schloss man weitere 14 Lager. Die beiden „wilden“ Lager Kemna im Ruhrgebiet und Vulkanwerft in Stettin ließ Göring im Februar schließen, es kam zur Bestrafung einiger Exzesstäter.
Ab Entmachtung der SA 1934
Ende Juni 1934 wurde die SA entmachtet und deren Führungsmitglieder von der SS hingerichtet. Um einen offiziellen Anlass vorweisen zu können und das Volk nicht gegen sich aufzubringen, verbreitete man das Gerücht eines angeblichen Putsches durch SA-Chef Röhm. Die SS exekutierte am 1. und 2. Juli in Dachau 17 Personen: Mitglieder der gigantisch großen Parteiarmee SA und Regimegegner. Beispielsweise Dr. Fritz Gerlich, Herausgeber der oppositionellen Zeitung Der gerade Weg und Dr. Bernhard Rudolf Stempfle, Schriftleiter des Miesbacher Anzeiger. Auch Gustav Ritter von Kahr, er hatte sich 1923 als Generalstaatskommissar nicht dem Hitler-Putsch angeschlossen. Lagerkommandant Theodor Eicke, ehemals selbst SA-Mitglied, reiste eigens für die Entmachtungsaktion und die Hinrichtungen nach Dachau. Auf Befehl Hitlers erschoss er Röhm im naheliegenden Gefängnis Stadelheim. Sechs Tage später ernannte man Eicke zum SS-Gruppenführer und Inspekteur aller Konzentrationslager. Er verließ das Lager und bekam in Berlin eine eigene Dienststelle (IKL) eingerichtet.
1935
Etwa ab dem Jahr 1935 lieferte die noch junge Regierung verstärkt verurteilte Personen, die ihre Haft bereits in einem Gefängnis abgesessen hatten, in das Konzentrationslager ein. Die nationalsozialistische Politik des Terrors, der Einschüchterung und Vernichtung breitete sich langsam über weitere Bevölkerungsschichten aus. Vielfältigere Einlieferungen sah man in Dachau: in den 1930ern kamen Sinti und Roma, Juden, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und Kriminelle hinzu. Hauptursache war zu dem Zeitpunkt noch deren politisch kontroverse Einstellung.
1936 und 1937
Im März 1936 durften Lagerinsassen ein weiteres Mal an der Reichstagswahl teilnehmen. Mit Hans Loritz stieg am 1. April abermals ein SS-Oberführer zum Lagerkommandanten auf, er löste Heinrich Deubel ab. Ende des Jahres veröffentlichte der Illustrierte Beobachter einen Propagandabericht über das Lager Dachau. In diesem Jahr veröffentlichte Julius Zerfaß in der Schweiz ein Buch (Dachau - Eine Chronik) über das Lager. Bis ins Jahr 1938 baute man das Gelände um und erweiterte es.
1938
Am 1. April 1938, nur drei Wochen nach dem Anschluss Österreichs, kamen mit dem sogenannten Prominententransport die ersten 151 großteils bekannten Österreicher nach Dachau. Auch bei ihnen handelte es sich in erster Linie um medienwirksame Gegner verschiedener politischer Richtungen. Im selben Jahr entstand auch das Dachaulied. Im Juni erfolgte mit der Aktion Arbeitsscheu Reich eine weitere Verhaftungswelle, die Personen mit „asozialem Verhalten“ betraf. Im Oktober trafen erste sudetendeutsche Häftlinge ein. Die Judenfeindlichkeit hatte stark zugenommen und im Zuge der Reichspogromnacht wurden 10.91 Juden, davon 3.700 aus Wien, in das Lager eingeliefert. In einem Fernschreiben, noch in der Nacht der Pogrome versandt, wies SS-Gruppenführer Reinhard Heydrich die StaPo an:
„in allen Bezirken so viele Juden - insbesondere wohlhabende - festzunehmen, als in den vorhandenen Hafträumen untergebracht werden können“ (siehe Faksimile).
Die Juden wurden nach und nach bis Mai 1939 aus der Haft entlassen. Durch Drohungen wurde auf die inhaftierten Juden und ihre Familien Druck ausgeübt, umgehend ihre Auswanderung in die Wege zu leiten. In mehreren Fällen gelang es einzelnen Nationalsozialisten, den Aktionsjuden Häuser, Betriebe oder Vermögenswerte weit unter Wert abzupressen. Zu Weihnachten peitschte man mehrere Häftlinge öffentlich auf dem Appellplatz neben dem Weihnachtsbaum aus.
1939
In der Nacht auf den 24. Januar 1939 gelang dem Maler Louis Übrig die Flucht. Als Pauschalstrafe ordnete die SS für die gesamte Lagerbelegschaft Strafstehen an, nachts bei eisiger Kälte, wobei es zu Todesfällen kam. Am 25. Januar 1939 wurde im Schreiben des Auswärtigen Amtes Berlin das Ziel der deutschen Judenpolitik beschrieben und detailliert auf Mittel und Wege hingewiesen zu Auswanderung und Verbleib der Besitztümer. Zum Jahrestag des Anschlusses Österreichs erhielten einige österreichische Häftlinge Amnestie. Ebenfalls fand eine Jubelamnestie einen Monat später zu Hitlers 50. Geburtstag statt. In der zweiten Jahreshälfte 1939 wurde über dem Judenblock mehrmals die Strafe Isolierung verhängt.
Ab Kriegsbeginn September 1939
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs füllte sich das Lager mit Menschen aus den besetzten Ländern. Ursprünglich waren die Konzentrationslager Orte der Drangsalierung und Abschreckung für einflussreiche Gegner. Hitlers Erlaubnis den Gnadentod anwenden zu dürfen (vgl. Abb.), änderte einiges. Auch war die Rüstungswirtschaft und damit die Kriegsführung nun immer stärker angewiesen auf die billige Arbeitskraft der Häftlinge (vgl. Grafik zur Arbeitslosigkeit). In Betrieben die in SS-Besitz standen, z.B. die deutschen Erd- und Steinwerke oder die deutschen Ausrüstungswerke, wurden Haftinsassen eingesetzt. Ebenso in Steinbrüchen, Ziegeleien, Kiesgruben und diversen anderen Berufssparten und Betrieben. Sie wurden von der Regierung zugeteilt und im Unternehmen kostengünstig und gewinnbringend eingesetzt. Auch für den Bau der Reichsautobahn wurden Häftlinge eingesetzt. Aus örtlichen Gründen wurden Außenlager und flexible Arbeitskommandos nötig.
Gemäß amtlicher Definition des NS-Regime galten als Konzentrationslager nur jene, die dem Befehl der SS unterstanden. Die berüchtigte SS regierte hier willkürlich und ohne rechtliche Einschränkung. Andere Haftstätten, die nicht im Zuständigkeitsbereich der SS lagen, trugen in der nationialsozialistischen Terminologie Bezeichnungen wie Arbeitslager oder Erziehungslager.
Zwischen dem 27. September 1939 und dem 18. Februar 1940 verlegte man die Häftlinge in andere Lager. In Dachau bildete man währenddessen 7.000 Angehörige der SS-Totenkopfverbände aus. Die Häftlinge wurden umgesiedelt: 2.138 nach Buchenwald, 1.600 nach Mauthausen, 981 nach Flossenbürg. Nur ein Arbeitskommando von etwa 100 Häftlingen blieb zurück.
1940
Zu Neujahr 1940 übernahmen die Deutschen Ausrüstungswerke der SS die Herrschaft über die Werkstätten des Konzentrationslagers, beispielsweise Schlosserei, Tischlerei und Sattlerei. Im April begann man eine zweite Zuteilung der Häftlingsnummern: Die erste lief von Nr. 1-37.575 von 22. März 1933 bis zum 31. März 1940. Die zweite Serie lautete nun Nr. 1-161.896 vom 1. April 1940 sie lief bis zum 28. April 1945. Ende April und Anfang Mai trafen Transporte mit polnischen Häftlingen ein.
1941
Während sich 1941 auf den besetzten Gebieten Polens Vernichtungslager wie Chelmno, Auschwitz, Belzec, Sobibor, Treblinka und Maydanek entwickelten, (siehe Abbildung) verstärkten sich die Gewaltanwendungen auch im Konzentrationslager Dachau. Zu Jahresbeginn 1941 richtete man in der Krankenabteilung eine Versuchsstation ein, in der 114 registrierte Tuberkulosekranke homöopathisch behandelt wurden. Leitender Arzt war Dr. von Weyherns. Er erprobte im Februar biochemische Mittel an Häftlingen. Zur Registrierung der Todesfälle wurde im Mai ein lagereigenes Standesamt eingerichtet. Im Oktober gingen die Dachauer Verkaufsläden von den Deutschen Ausrüstungswerken (DAW) zur Deutschen Lebensmittel GmbH über. Ab Oktober 1941 wurden sowjetische Kriegsgefangene zu tausenden ins Lager deportiert. Die SS begann zuerst im Hof des Bunkers, später auf dem SS-Übungsschießplatz in Hebertshausen die sowjetischen Kriegsgefangenen zu erschießen, dabei gab es mehrere tausend Opfer.
1942
Am 2. Januar 1942 startete der erste Invalidentransport zum Schloss Hartheim bei Linz, wo sie im Rahmen der Aktion 14f13 durch giftiges Gas getötet wurden. Innerhalb eines Jahres transportierte die SS 32mal geisteskranke, arbeitsunfähige oder unliebsame KZ-Häftlinge dorthin, insgesamt etwa 3.000 Häftlinge. Diese Tötungsaktionen zu Hartheim waren Teil des Euthanasie-Programms der NSDAP.
Am 22. Februar begann die Versuchsreihe Unterdruck geleitet von SS-Hauptsturmführer Dr. Rascher und Dr. Rombergs. Die Ärzte waren beauftragt, Reaktions- und Lebensfähigkeit des Menschen in großen Höhen, bei raschem Aufstieg (bis 20 km und mehr), sowie beim plötzlichen Fall aus großer Höhe, festzustellen. Unterdruckkammern der Luftwaffe wurden angeliefert und zwischen Block 5 und den anliegenden Baracken eingebaut. Die Versuchsreihe endete in der zweiten Maihälfte und kostete 70-80 von etwa 200 Häftlingen das Leben.
Am 23. Februar 1942 startete Dr. Claus Schilling seine ersten Experimente zur Erforschung von Medikamenten gegen die Tropenkrankheit Malaria. 1.100 Häftlinge wurden infiziert und als Versuchspersonen mißbraucht. Eindeutig nachweisen konnte man ihm dafür nur 10 Todesopfer. Diese Versuche hat er bis 5. April 1945 durchgeführt. Wie die medizinischen Experimente zu Unterkühlung und Druckauswirkungen zielten sie primär darauf, eigene Soldaten länger bei Gesundheit zu halten. Seit 1940 befanden sich Soldaten im Afrikafeldzug. Unklar ist ob die Forschungsexperimente gegen die Tropenkrankheit im Zusammenhang mit der rassistisch eingestellten Nationalisten-Partei Südafrikas standen, die sich damals noch in der Opposition befand. Die afrikanischen Nationalisten unterstützten die Apartheid, sympathisierten offen mit dem totalitären Regime der NSDAP und waren gegen eine Einmischung in das kriegerische Geschehen in Europa.
Im Juni wurde in Block I, dem Krankenrevier, eine biochemische Versuchsstation eingerichtet. Leiter war Dr. Heinrich Schütz. Es lief die Versuchsreihe Phlegmone (Entzündungen) an, durchgeführt in Block 1, Stube 3. Diese kostete bis zu ihrem Abschluss im Frühjahr 1943 mindestens 17 Häftlingen das Leben.
Am 15. August begannen Unterkühlungsversuche unter der Leitung der Ärzte Holzlöhner, Finke und Rascher. Sie zielten darauf ab, in Seenot geratenen Fliegern besser helfen zu können. Offizieller Abschluss der Versuche war im Oktober 1942. Dr. Rascher verlängerte die Versuchsreihe jedoch, auf eigene Faust, bis zum Mai 1943. Siehe hierzu auch den originalen Briefwechsel dieser Zeit zwischen Rascher und Himmler. Die Zahl der Versuchspersonen lag zwischen 220 und 240 Personen, zu Tode kamen dabei etwa 65-70.
Am 1. September wurde Martin Weiß neuer Kommandant, er blieb bis Herbst 1943 in dieser Position. Im Lager brach Ende November 1942 Bauch- und Flecktyphus aus und artete in eine Epidemie aus.
Nach dem Befehl Himmlers vom 5. Oktober 1942, die in Deutschland liegenden Konzentrationslager judenfrei zu machen, deportierte die SS alle jüdische Häftlinge Dachaus in das Vernichtungslager Auschwitz.
1943
1943 ordnete man am 31. Januar wegen der Typhus- Epidemie eine Quarantäne für das gesamte Lager an, sie blieb bis 15. März gültig. Im Oktober wurde Eduard Weiter neuer und letzter Kommandant des Konzentrationslagers.
1944
Im Hof des Krematoriums erschoss die SS am 22. Februar 1944 31 sowjetische Offiziere. Am 6. Juli kam der Todestransport aus dem Lager Compiègne in Dachau an, von 2521 Häftlingen waren bereits 984 tot. Im Sommer experimentierte Dr. Beiglböck über den Gebrauch von Meerwasser als Trinkwasser. Seine Versuchspersonen waren 44 inhaftierte Sinti und Roma (politisch inkorrekt auch "Zigeuner"). Am 4. und 6. September wurden weitere 92 sowjetische Offiziere im Hof des Krematoriums erschossen. Im November brach erneut eine Typhusepidemie aus.
1945
Als sich das Kriegsende ankündigte zog man die Fronten zurück. Hitlers Nerobefehl vom 19. März (vgl. Abb.) zielte auf die Schwächung des Feindes in verlorenen Gebieten. So verlagerte die SS Häftlinge ins Innere des Landes, auch nach Dachau mit seinen Außenlagern. Auch um ihre Arbeitskraft weiter nutzen zu können schickte man die Gefangenen auf lange und auch verlustreiche Transporte in den Westen des Reiches. Ebenso versetzte man das Lagerpersonal aus den östlichen Lagern, Dr. Hans Münch traf im Januar 1945 ein. Evakuierungstransporte aus bereits geräumten Lagern trafen von Beginn 1945 bis in den April hinein ein. Die Überfüllung des bayerischen Lagers zog katastrophale hygienische Bedingungen nach sich. Pater Engelmar Unzeitig war in dieser Zeit an Typhus verstorben. Ende März wurden hunderte deutsche Geistliche entlassen, warum 170 inhaftiert blieben ist nicht bekannt.
Am 4. April übergab man dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) dänische und norwegische Haftinsassen. Zehn Tage später, am 14.April, sendete Himmler der Kommandantur von Dachau und Flossenbürg einen Funkspruch. Er befahl die Totalevakuierung, die später auf die Evakuierung von Deutschen, Russen, Polen und Juden reduziert wurde. Am 17. und 24. April wurden einige Häftlinge, unter ihnen Niemöller, Piquet, Schuschnigg, in Richtung Tirol transportiert. Die Häftlinge Charles Delestraint und Georg Elser wurden am 19. April erschossen.
Am 23. April verließen die Arbeitskommandos zum ersten Mal ihr Lager nicht mehr. Ein weiterer Evakuierungstransport fuhr mit der Reichsbahn über Emmering–München–Wolfratshausen–Seefeld in Tirol–Mittenwald, 2.000 Häftlinge waren dabei und wurden am 4. Mai befreit. Ein neuer Evakuierungstransport, 3.000 Häftlinge, fuhr mit der Reichsbahn am 25. April von Emmering los über München, Wolfratshausen und Kochel nach Seeshaupt am Starnberger See. Er konnte am 30. April befreit werden. Der Evakuierungstransport vom 26. April über Emmering–München–Wolfratshausen–Penzberg–Staltach mit 1.759 Juden konnte ebenfalls am 30. April gestoppt und aufgelöst werden. Am gleichen Tag stoppten die Amerikaner einen Marsch von 6.88 Häftlingen. Er startete am 26. April und führte über Pasing, Wolfratshausen, Bad Tölz zum Tegernsee. Für viele endete er als Todesmarsch.
Der ein Jahr zuvor inhaftierte NS-Arzt Rascher wurde am 26. April 1945 nach Haft in anderen Lagern im Konzentrationslager Dachau von der SS per Genickschuss hingerichtet.
Am 27. April wurden 2.000 Häftlinge von Emmering aus mit der Reichsbahn auf einen Evakuierungstransport geschickt, in Wolfratshausen mussten sich die Häftlinge dann dem großen Evakuierungsmarsch zu Fuß anschließen. Am selben Tag beging der zuletzt amtierende Kommandant Eduard Weiter auf Schloss Itter, einem Dachauer Außenlager, Suizid.
Mit Befreiung 1945
Einen Tag später zog der deutsche Generalmajor Max Ulich, da er unnötige Verluste gegen die US Army vermeiden wollte, die deutsche 212. Volksgrenadier- Division aus dem Gelände ab. An diesem Tag fand auch der Dachauer Aufstand statt.
Am nächsten Tag, dem 29. April 1945, marschierte die 45. Infanterie-Division der 7. US-Armee zur Befreiung ein. Wenige zurückgebliebene Männer der Waffen-SS boten ihnen noch Widerstand. Das vorletzte aller Lager und 32.33 Häftlinge wurden befreit. Im Verlauf dieses Tages kam es, durch US-Soldaten und Gefangene, zu Übergriffen und Erschiessung von zurückgeblieben Wachpersonals der SS. Der völkerrechtswidrige Mord wurde später auch als das Dachau-Massaker bezeichnet.
Letzter Lagerältester war Oskar Müller (KPD), der spätere hessische Arbeitsminister. Pater Johannes Maria Lenz berichtet, dass der Lagerälteste es bewerkstelligte, zwei Häftlinge als Kundschafter der US-Armee entgegenzusenden, da man die Ermordung aller Häftlinge befürchtete. Die amerikanischen Truppen hatten zuerst das Konzentrationslager befreit, einen Tag später dann die nur wenige Kilometer entfernte Landeshauptstadt München.
Am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg in Europa beendet und alle Länder vom NS-Regime befreit. Dachau war, in den zwölf Jahren seiner Existenz, durchgehend ein politisches Lager. Die von Häftlingen besetzbaren Positionen innerhalb der Lager-Selbstverwaltung blieben stets in Händen politischer Gefangener, diese waren seit Beginn und damit am längsten inhaftiert. Weitgehend gelang ihnen, dass kriminelle Mithäftlinge keine Machtpositionen erreichten, im Gegensatz zu anderen Lagern.
Zunächst stand Dachau aufgrund amerikanischem Befehl unter Quarantäne. Typhus und Fleckfieber grassierten auf dem Gelände. Das und auch Unterernährung dezimierte die Zahl der Überlebenden um 2.00 Personen. In der Not diente das Lager noch eine Weile als Unterkunft für heimatlose und kranke ehemalige Häftlinge. Die Bildung eines internationalen Häftlings-Komitees wurde geplant und bekannt gegeben. Im Juli errichteten die amerikanischen Militärbehörden auf dem Gelände ein Lager für Kriegsverbrecher, mit einer Aufnahmekapazität von 30.00 Personen. Im Zeitraum vom 15. November bis zum 13. Dezember fand ein amerikanisches Militär-Gerichtsverfahren gegen den Lagerkommandanten Weiß und 40 SS-Angehörige statt. 28 der Angeklagten wurden zum Tod am Strang verurteilt.
Amerikanische Verwaltung bis 1948
Im Mai 1946 wurden die 28 Verurteilten in Landsberg am Lech hingerichtet. 118 weitere Verfahren fanden in den folgenden Jahren statt, unter Leitung amerikanischer Militärbehörden. Angeklagte waren SS-Mitglieder die zuvor in Mauthausen und Dachau beschäftigt waren. Bis ins Jahr 1948 fanden auf dem Gelände diese Dachauer Prozesse statt, die unter anderem Kriegsverbrechen wie den Holocaust bzw. die Shoa betrafen. Die medizinischen Experimente an Haftinsassen wurden u.a. in den Nürnberger Ärzteprozessen und im Milch-Prozess verhandelt. Das ganze Land stand in diesen Jahren unter Kontrolle der alliierten Befreiungsmächte, Süddeutschland unter amerikanischer. General Lucius D. Clay, späterer Leiter der US-Militärregierung, verkündete man wolle sämtliche Kriegsverbrecher bestrafen. Bereits Ende Januar 1946 hatten versuchsweise erste demokratische Wahlen stattgefunden. Man arbeitete am Wiederaufbau und an einer neuen Verfassung.
1948
Knapp dreieinhalb Jahre nach Befreiung übergab das amerikanische Militär das Gelände im September an die bayerischen Behörden. Nun diente es als Flüchtlingslage

OpenStreetMap

City/Town : Latitude: 48.270278, Longitude: 11.468056


Died

Matches 1 to 16 of 16

   Last Name, Given Name(s)    Died    Person ID   Tree 
1 Abas, Rudolf  16 May 1944Kz Dachau, Bayern, Deutschland I88743 Veenkoloniale voorouders 
2 Belinfante, Ernst  20 Feb 1945Kz Dachau, Bayern, Deutschland I118851 Veenkoloniale voorouders 
3 Bollegraaf, Heiman  14 Apr 1945KZ Dachau, Bayern, Deutschland I780410 Veenkoloniale voorouders 
4 Brandsma, Anno Sjoerd Prof. Dr.  26 Jul 1942Kz Dachau, Bayern, Deutschland I187403 Veenkoloniale voorouders 
5 van Coevorden, Jacob  18 Feb 1945Kz Dachau, Bayern, Deutschland I53061 Veenkoloniale voorouders 
6 Ficq, Louis Jean Jacques Marie  09 Feb 1945KZ Dachau, Bayern, Deutschland I368169 Veenkoloniale voorouders 
7 Grave, Reint  22 Apr 1943KZ Dachau, Bayern, Deutschland I653176 Veenkoloniale voorouders 
8 Hornemann, Philip Carel  Feb 1945Kz Dachau, Bayern, Deutschland I187022 Veenkoloniale voorouders 
9 Laferte, Harm  15 Aug 1942Kz Dachau, Bayern, Deutschland I74036 Veenkoloniale voorouders 
10 Nauta, Wijbe  02 May 1945KZ Dachau, Bayern, Deutschland I353560 Veenkoloniale voorouders 
11 Nobbe, Jan Douwinus  07 Sep 1942KZ Dachau, Bayern, Deutschland I429094 Veenkoloniale voorouders 
12 Oosterwijk, Jan  01 Feb 1945Kz Dachau, Bayern, Deutschland I201531 Veenkoloniale voorouders 
13 Poeder, Heine  07 Oct 1942KZ Dachau, Bayern, Deutschland I519064 Veenkoloniale voorouders 
14 Regout, Robertus Hubertus Wilhelmus  28 Dec 1942KZ Dachau, Bayern, Deutschland I406497 Veenkoloniale voorouders 
15 Trip, Johannes  28 Jul 1942KZ Dachau, Bayern, Deutschland I304213 Veenkoloniale voorouders 
16 Wiardi Beckman, Herman Bernhard  15 Mar 1945KZ Dachau, Bayern, Deutschland I272850 Veenkoloniale voorouders 

Buried

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   Last Name, Given Name(s)    Buried    Person ID   Tree 
1 Ficq, Louis Jean Jacques Marie  KZ Dachau, Bayern, Deutschland I368169 Veenkoloniale voorouders 

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