Kaiser Ludwig IV von Bayern

Kaiser Ludwig IV von Bayern[1, 2]

Male 1282 - 1347  (65 years)    Has more than 250 ancestors and more than 250 descendants in this family tree.

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  • Name Ludwig IV von Bayern 
    Prefix Kaiser 
    Relationshipwith Adam
    Born 1 Apr 1282 
    Gender Male 
    Died 11 Oct 1347 
    Person ID I6883  Geneagraphie
    Last Modified 19 Mar 2010 

    Father Ludwig II "de strenge" von Bayern,   b. 13 Apr 1229, Heidelberg Find all individuals with events at this location,   d. 2 Feb 1294, Heidelberg Find all individuals with events at this location  (Age 64 years) 
    Mother Mathilde von √Ėsterreich,   b. 1251, Rheinfelden Find all individuals with events at this location,   d. 3 Dec 1304, M√ľnchen, Bayern Find all individuals with events at this location  (Age 53 years) 
    Siblings 4 siblings 
    Family ID F3119  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 1 Margaretha d' Avesnes,   d. 23 Jun 1356, Le Quesnoy, Henegouwen Find all individuals with events at this location 
    Married 1324 
    Children 
     1. Margaretha von Bayern,   d. Yes, date unknown
     2. Agnes von Bayern,   d. Yes, date unknown
     3. Anna von Bayern,   d. Yes, date unknown
     4. Anna von Bayern,   d. Yes, date unknown
     5. Beatrix von Bayern,   b. 1344,   d. 25 Dec 1359  (Age 15 years)
     6. Lodewijk "de romein" von Bayern,   b. 1328,   d. Yes, date unknown
     7. Elisabeth von Bayern,   b. 1329-1332,   d. 2 Aug 1402, Stuttgart, Baden-W√ľrttemberg, D Find all individuals with events at this location  (Age 70 years)
     8. Graaf Willem von Bayern, V,   b. Apr 1333,   d. Voor 15 Mar 1389, Le Quesnoy Find all individuals with events at this location  (Age ~ 55 years)
     9. Albrecht von Bayern,   b. 25 Jul 1336, M√ľnchen, Bayern Find all individuals with events at this location,   d. 16 Dec 1404  (Age 68 years)
     10. Otto von Bayern,   b. 1346,   d. Yes, date unknown
     11. Lodewijk von Bayern,   b. 1347,   d. Yes, date unknown
    Last Modified 19 Mar 2010 
    Family ID F2728  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 2 Beatrix von Schlesien-Glogau,   b. 1290,   d. 1322, M√ľnchen, Bayern Find all individuals with events at this location  (Age 32 years) 
    Married 1308 
    Children 
     1. Mechtild von Bayern,   b. Abt 1309,   d. 2 Jul 1346, Wartburg Find all individuals with events at this location  (Age ~ 37 years)
     2. Agnes von Bayern,   d. Yes, date unknown
     3. Anna von Bayern,   d. Yes, date unknown
     4. Ludwig V von Bayern,   b. 1316,   d. 1361  (Age 45 years)
     5. Herzog Stephan II von Bayern, 'mit der Hafte',   b. 1319,   d. 9 May 1375, Landshut Find all individuals with events at this location  (Age 56 years)
    Last Modified 19 Mar 2010 
    Family ID F3120  Group Sheet  |  Family Chart

  • Photos
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  • Notes 
    • Koning 1314, keizer vanaf 17.1.1328; overleden t.g.v. een hersenbloeding tijdens de berenjacht.

      Ludwig IV. der Bayer (* Ende 1281/Anfang 1282 in M√ľnchen; ‚Ć 11. Oktober 1347 in Puch bei F√ľrstenfeldbruck) entstammte dem Haus Wittelsbach. Er war seit 1294 Herzog von Bayern und Pfalzgraf bei Rhein, seit 1314 Rex Romanorum (r√∂misch-deutscher K√∂nig) und seit 1328 Kaiser des Heiligen R√∂mischen Reiches. Ludwigs Lebenszeit f√§llt in die Umbruchphase des Sp√§tmittelalters. Seine Herrschaft war gepr√§gt vom letzten gro√üen Gegensatz der beiden mittelalterlichen Universalgewalten des Abendlandes und vom Bem√ľhen, die eigene Machtbasis m√∂glichst im Hinblick auf ein Wittelsbacher Erbkaisertum zu vergr√∂√üern: Im Kampf um die Abwehr der p√§pstlichen Anspr√ľche auf die Approbation der K√∂nigswahl schuf der bald gebannte Ludwig erste Voraussetzungen f√ľr das Aufkommen einer neuen - ‚Äěpapstlosen" - Auffassung vom Wesen des Reiches und f√∂rderte daneben vor allem den Franziskanerorden und die Reichsst√§dte, die zu einer entscheidenden St√ľtze seiner Herrschaft wurden. Seine schmale territoriale Basis als Herzog von Oberbayern baute er in einer rigorosen Hausmachtpolitik Zug um Zug aus und erwarb gro√üe Gebiete u. a. im Norden des Reiches f√ľr seine Familie. Die R√ľcksichtslosigkeit, mit der er dabei vorging, im Verein mit der p√§pstlichen Feindschaft brachten ihm schlie√ülich die Wahl Karls IV. als Gegenk√∂nig. Er starb 1347 im Kirchenbann und wurde erst rund 300 Jahre sp√§ter davon gel√∂st. Im seit der Kirchenreformbewegung im 11. Jahrhundert schwelenden Streit zwischen den beiden Universalgewalten Kaisertum und Papsttum erhob sich letzteres √ľber das Kaisertum. Unter den Staufern, vor allem in der Regierungszeit Friedrichs II., traten die Rivalit√§ten zwischen Imperium und Sacerdotium ein bis dahin letztes Mal in aller Sch√§rfe zutage, wobei sich beide Universalm√§chte nicht nur milit√§risch, sondern zunehmend auch propagandistische bek√§mpften. Nach einer kurzen Phase der St√§rke nach dem Untergang der Staufer geriet Kurie und Papsttum gegen Ende des 13. Jahrhunderts immer st√§rker in franz√∂sischer Abh√§ngigkeit, die schlie√ülich in den dauerhaften Umzug der P√§pste nach Avignon endete. Unter den Staufern schritt die Territorialisierung des Reiches voran, speziell aber im so genannten Interregnum nach dem Ende der Stauferherrschaft im Reich eigneten sich die Landesf√ľrsten zunehmend urspr√ľnglich k√∂nigliche Privilegien (Regalien) an und trugen so zur langfristigen Schw√§chung der Zentralgewalt des K√∂nigtums bei. Das Interregnum wurde erst durch die Wahl Rudolfs I. von Habsburg 1273 beendet. Er legte als K√∂nig die Grundlage f√ľr den Aufstieg der Habsburger und sicherte seiner Familie √Ėsterreich, die Steiermark, Krain und die Windische Mark. Mit Heinrich VII. stieg die zweite f√ľr das 14. Jahrhundert entscheidende Dynastie der Luxemburger auf. Das dritte Haus neben Habsburg und Luxemburg war schlie√ülich das Haus Wittelsbach, die das Herzogtum Bayern und die Pfalzgrafschaft bei Rhein beherrschte. Die Familie teilte ihr Herrschaftsgebiet 1255, als von den beiden S√∂hnen Ottos II. von Bayern Ludwig der Strenge Oberbayern und die Pfalz und Heinrich XIII. Niederbayern f√ľr sich als Regierungsgebiet bekamen. Ludwig war der zweite Sohn Herzog Ludwigs II. des Strengen von Oberbayern und seiner Frau Mathilde, Tochter K√∂nig Rudolfs I. von Habsburg. Nach dem Tod seines Vaters 1294 wurde Ludwig auf Wunsch seiner Mutter bis 1301 zeitweise bei seinen √∂sterreichischen Verwandten in Wien erzogen. 1301 wurde er mit ihrer Unterst√ľtzung und der ihres Bruders K√∂nig Albrechts I. an der Seite seines Bruders Rudolf I. als Mitregent im Herzogtum Oberbayern anerkannt. Das Verh√§ltnis der beiden Br√ľder war zeit ihres Lebens gespannt und trat schon im Thronkampf zwischen Adolf von Nassau und Albrecht von Habsburg zutage, als Rudolf seinen Schwiegervater Adolf unterst√ľtzte, Ludwig hingegen zu Albrecht tendierte. Um 1308 heiratete Ludwig in Schlesien Beatrix, die Tochter des Herzogs von Schlesien-Glogau, zu dem die Wittelsbacher traditionell gute Beziehungen pflegten. Schon zu Beginn seiner (Mit-)Regentschaft verlieh Ludwig zusammen mit Rudolf am 2. Januar 1302 in der Schneitbacher Urkunde den bayerischen Landst√§nden, d.h. den privilegierten Rittern, das Privileg der Steuerbewilligung. Wegen finanzieller Schwierigkeiten im Herzogtum willigte der versammelte Adel in eine ‚Äěgemaine viechstewr" ein, unter der Bedingung, dass diese Viehsteuer eine einmalige Abgabe bliebe und k√ľnftige Forderungen nicht gegen seinen Willen eingef√ľhrt w√ľrden. Als Rudolf eigenm√§chtig auf gemeinsame G√ľter als Wittum f√ľr seine Schwiegertochter zur√ľckgriff, erzwang Ludwig von seinem Bruder 1310 die Teilung des Herzogtums in die Landesteile Bayern-Ingolstadt-Amberg f√ľr Ludwig und M√ľnchen-Burglengenfeld f√ľr Rudolf. Zus√§tzlich zu Ludwigs neuer eigener Herrschaft hatte ihm sein Cousin Stefan I. von Niederbayern 1309 die Vormundschaft √ľber dessen S√∂hne Heinrich XIV. und Otto IV. √ľbertragen, die er bis zum Tod Ottos III. von Niederbayern 1312 mit diesem gemeinsam, danach alleine und zus√§tzlich auch √ľber Ottos Sohn Heinrich XV. aus√ľbte. Die langwierigen Gegens√§tze und teilweise fehde√§hnliche Zust√§nde der beiden Br√ľder Rudolf und Ludwig traten im Frieden von M√ľnchen von 1313 nochmals in den Hintergrund. Beide machten den Teilungsvertrag von 1310 wieder r√ľckg√§ngig, denn gemeinsam mussten sie Habsburger Versuche, ihren Einfluss auf Niederbayern auszudehnen, abwehren: Dort hatte ein unzufriedener Teil des Adels Friedrich dem Sch√∂nen von Habsburg die Vormundschaft √ľber die Herz√∂ge angeboten und Friedrich war daraufhin im Herbst 1313 mit einem Heerhaufen in Niederbayern einger√ľckt. Am 9. November 1313 besiegte Ludwig seinen habsburgischen Vetter und Jugendfreund Friedrich in der Schlacht von Gammelsdorf. Friedrich musste daraufhin auf die Vormundschaft √ľber die jugendlichen Herz√∂ge Niederbayern zugunsten Ludwigs verzichten. In der √§lteren Forschung war g√§ngige Meinung, erst durch den Sieg bei Gammelsdorf sei Ludwig √ľberhaupt in den Gesichtskreis der Kurf√ľrsten gekommen. Dies war wohl der so genannten Heerkaiserideologie (‚Äěexercitus facit imperatorem"), wie sie u.a. bei Hieronymus und Widukind von Corvey zu finden ist, geschuldet. Neuere Erkenntnisse stehen dem allerdings entgegen. Das Haus Wittelsbach war auch schon vorher als k√∂nigsw√ľrdig angesehen worden, was sich unter anderem daran zeigt, dass bereits bei der K√∂nigswahl 1308 die Kandidatur eines Wittelsbachers, n√§mlich von Ludwigs Bruder Rudolf, im Gespr√§ch war. Nach dem pl√∂tzlichen Tod Kaiser Heinrichs VII. 1313 in Italien sollte urspr√ľnglich dessen Sohn Johann von Luxemburg Kandidat der Luxemburger Partei f√ľr die K√∂nigswahl werden. Als sich jedoch abzeichnete, dass der erst 17j√§hrige Johann nicht genug Stimmen bekommen w√ľrde (u. a. deshalb, weil die Kurf√ľrsten um die Machtbalance f√ľrchteten und lieber einen schw√§cheren Kandidaten w√§hlen wollten), suchten die Luxemburger nach einem anderen mehrheitsf√§higen Kandidaten. Ludwig nahm von sich aus Kontakt zu Balduin von Trier und anderen Kurf√ľrsten auf und bewarb sich schlie√ülich als erster Wittelsbacher um die r√∂misch-deutsche K√∂nigskrone. Doch auch der Sohn des vormaligen K√∂nigs Albrecht I. (HRR), Friedrich der Sch√∂ne, aus dem Haus Habsburg konnte mit der Unterst√ľtzung des K√∂lner Erzbischofs Heinrich II. von Virneburg und Ludwigs Bruder Rudolf, der vergeblich auf eine eigene Kandidatur hingearbeitet hatte, auf eine erfolgreiche Thronkandidatur hoffen. So kam es zur Doppelwahl von 1314. Am 20. Oktober 1314 wurde Ludwig in Frankfurt von Mainz, Trier, B√∂hmen, Brandenburg und Sachsen-Lauenburg zum K√∂nig gew√§hlt und in Aachen durch den Erzbischof von Mainz, Peter von Aspelt, gekr√∂nt. Bereits einen Tag zuvor, am 19. Oktober w√§hlten K√∂ln, die Pfalz, Sachsen-Wittenberg und B√∂hmen Friedrich den Sch√∂nen in Sachsenhausen zum K√∂nig, der Erzbischof von K√∂ln kr√∂nte ihn anschlie√üend in Bonn, da Aachen sich weigerte, Friedrich die Tore zu √∂ffnen. Jeder der beiden Thronpr√§tendanten beanspruchte die rechtm√§√üige Wahl f√ľr sich. Dabei ist zu beachten, dass Ludwig zwar in der traditionellen Kr√∂nungsstadt (Aachen), aber durch den falschen Erzbischof (Mainz) gekr√∂nt worden ist, wohingegen Friedrich in der falschen Stadt (Bonn) durch den traditionellen Kr√∂nungserzbischof (K√∂ln) gekr√∂nt worden ist. Zus√§tzlich war die b√∂hmische Stimme f√ľr Friedrich umstritten, da sie der vertriebene K√∂nig Heinrich von K√§rnten abgab, wohingegen Johann von B√∂hmen f√ľr Ludwig stimmte. Die Frage der Echtheit der Kr√∂nungsinsignien, die die √§ltere Forschung dazu bisweilen heranziehen wollte, ist nach neueren Erkenntnissen hinf√§llig, da eine Neuanfertigung der Insignien nichts mit der Legitimit√§t des damit Gekr√∂nten zu tun hatte. Eine milit√§rische Entscheidung musste also den Konflikt l√∂sen, jedoch wichen beide Parteien erst einmal davor zur√ľck und warben um die Unterst√ľtzung der F√ľrsten und St√§dte im Reich. Ludwig hatte dabei den Gro√üteil der St√§dte auf seine Seite bringen k√∂nnen und auch mit seinem Bruder s√∂hnte er sich unmittelbar nach seiner K√∂nigswahl vorl√§ufig wieder aus. Die beiden vereinbarten, gemeinsam die Regierung in Oberbayern sowie die Vormundschaft √ľber die niederbayerischen Herz√∂ge auszu√ľben. Die Niederlage der Habsburger in der Schlacht am Morgarten gegen die Eidgenossen, deren Unabh√§ngigkeit Ludwig 1316 anerkannte, und eine gr√∂√üere Hungersnot im Reich z√∂gerten die endg√ľltige Entscheidung weiter hinaus. Vier kleinere Treffen von Heerhaufen brachten keine Entscheidung. Nachdem Rudolf ein weiteres Mal gegen die Einigung der Br√ľder von 1315 verstie√ü und wieder ins Lager der Habsburger wechselte, verdr√§ngte ihn Ludwig aus Oberbayern und Rudolf floh zum habsburgerfreundlichen Bischof von Worms. Die beiden vereinbarten 1317, dass, solange Ludwig gegen Friedrich Krieg f√ľhrte, Rudolf zugunsten seines Bruders auf seine Regierung in Bayern und der Pfalz verzichtete. Nach Kriegsende sollten die beiden wieder gemeinsam regieren. Dazu kam es aber nicht mehr, da Rudolf (vermutlich am Wiener Hof) 1318 starb. Im Jahr 1317 erlie√ü Ludwig mit dem rheinischen Landfrieden auch sein erstes gro√ües Gesetz als K√∂nig. Schlie√ülich konnte Ludwig seinen Kontrahenten um den Thron in der Schlacht bei M√ľhldorf auf der Ampfinger Heide am 28. September 1322 vernichtend schlagen. Friedrich selbst, sein Bruder Heinrich und weitere 1300 Angeh√∂rigen des √∂sterreichischen und salzburgischen Adels wurden gefangen genommen und von den siegreichen Parteien - Ludwig selbst, Heinrich XIV. von Niederbayern, Johann von B√∂hmen und Friedrich von N√ľrnberg - gegen L√∂segelder wieder frei gelassen. Friedrich wurde bis 1325 auf der Burg Trausnitz in der Oberpfalz gefangen gesetzt. Ludwig bem√ľhte sich nach seinem Sieg vergeblich um die Anerkennung durch Papst Johannes XXII. Dieser wollte vorl√§ufig keinen der beiden Thronpr√§tendenten anerkennen um so im Thronkonflikt die Verh√§ltnisse noch etwas offen zu halten und seine eigenen Interessen zu verwirklichen: Der Konflikt zwischen K√∂nig Ludwig und Papst Johannes war unvermeidlich, da die Politik des avignonesischen Papsttums stark von Frankreich abhing, dessen wesentliches Ziel in Italien es war, die Anjou-Herrschaft in Unteritalien nicht durch einen Kaiserzug nach Rom zu gef√§hrden. Johannes XXII. entwickelte dazu die neue Theorie des Reichsvikariats des Papstes, die besagte, dass in kaiserloser Zeit der Papst allein und nicht der r√∂misch-deutsche K√∂nig das Reichsvikariat √ľber Reichsitalien innehabe. Er ernannte also Robert den Weisen von Neapel zum p√§pstlichen Reichsvikar f√ľr Italien. Ludwig schickte zur Wahrung seiner Reichsrechte 1323 den Grafen Berthold von Neuffen als Reichsvikar nach Italien und fand Unterst√ľtzung bei den bisherigen kaiserlichen Reichsvikaren, die sich nicht einfach ausboten lassen wollten. Die Visconti in Mailand unterst√ľtze er milit√§risch gegen einen p√§pstlich unterst√ľtzten Angriff Roberts von Neapel um den Papst aus seiner bequemen Schiedsrichterrolle zu dr√§ngen. Johannes XXII. er√∂ffnete jedoch daraufhin am 18. Oktober 1323 einen kanonischen Prozess gegen Ludwig wegen F√ľhrung des K√∂nigstitels ohne p√§pstliche Approbation. Ludwig wurde dar√ľber hinaus unter Androhung des Kirchenbannes aufgefordert, innerhalb einer Frist von drei Monaten vor dem p√§pstlichen Gericht in Avignon zu erscheinen, die Krone niederzulegen sowie seine Regierungshandlungen zu widerrufen. Johannes konnte nicht an einer wie von Ludwig geforderten neutralen Untersuchung zur Rolle des Papstes bei der Kaiserkr√∂nung interessiert sein. Einw√§nde und Appellationen Ludwigs wurden von Johannes entweder ignoriert oder durch ‚ÄěVerfahrenstricks" obsolet. Ludwig legte in der N√ľrnberger Appellation vom 18. Dezember 1323 Berufung an den (abstrakten) Apostolischen Stuhl wegen des Vorgehens Johannes' ein, forderte zur Kl√§rung die Einberufung eines Konzils und weigerte sich, einen p√§pstlichen Approbationsanspruch anzuerkennen. In der Frankfurter Appellation vom 5. Januar 1324 bestritt er jeden p√§pstlichen Anspruch auf ein Vikariat in Italien, da er, Ludwig, g√ľltig gekr√∂nter K√∂nig sei. Daraufhin verh√§ngte Johannes am 23. M√§rz 1324 den Kirchenbann √ľber den K√∂nig wegen Ungehorsams gegen den Papst. Ludwig wurde fortan vom Papst nur noch ver√§chtlich als ‚ÄěBavarus" (‚Äěder Bayer") bezeichnet, um anzuzeigen, dass er jeglichen Herrschaftsanspruch Ludwigs ablehnte. Ludwig legte gegen den Bann die Sachsenhausener Appellation ein. Darin betonte er erstmals das auf die Mehrheitswahl begr√ľndete Herrschaftsprinzip und rief nochmals ein allgemeines Konzil an. Zus√§tzlich nahm die Appellation Anschuldigungen der Spiritualen, die mit Johannes im Konflikt wegen ihrer radikalen Armutsforderung standen, mit auf und klagte den Papst der Ketzerei an. Ungeachtet dessen sprach Johannes XXII. am 11. Juli 1324 Bann und Interdikt gegen Ludwig und seine Anh√§nger aus. Ludwig plante nun, durch einen von den Ghibellinen schon lange geforderten Romzug die Stellung des Papstes, der zwar in Avignon residierte, aber immer noch Herr des Kirchenstaates war und √ľber Robert von Neapel erheblichen Einfluss in Italien hatte, in Italien zu schw√§chen. Dazu schuf er durch die Auss√∂hnung mit Friedrich von Habsburg 1325 die geeigneten Voraussetzungen im Reich. Indem er Friedrich gegen dessen Thronverzicht f√∂rmlich mit den Habsburgerlanden belehnte, trieb er die Vers√∂hnung mit den unter Freidrichs Bruder Leopold I. immer noch opponierenden Habsburgern voran und verhinderte er einen potentiellen Gegenk√∂nig im Reich. 1326 bot Ludwig seinen Verzicht auf die K√∂nigsw√ľrde an, falls Friedrich vom Papst anerkannt w√ľrde. Diese taktische Ma√ünahme sollte seine Vers√∂hnungsbereitschaft zur Schau stellen, Ludwig konnte aber sicher sein, dass Johannes nicht zu einer solchen Beilegung des Konfliktes bereit war. Gleichzeitig beendete Ludwig mit der Einsetzung Friedrichs als Mitk√∂nig, der im Fall des Italienzuges im Reich die Gesch√§fte f√ľhren sollte, endg√ľltig die innerdeutsche Opposition gegen ihn. Im Fr√ľhjahr 1327 brach Ludwig in Absprache mit verschiedenen F√ľhrern der Ghibellinen und nach einem B√ľndnis mit den Aragonesen in Sizilien zu seinem Romzug auf. Am 31. Mai 1327 wurde er in Mailand mit der Eisernen Krone der Langobarden zum K√∂nig von Italien gekr√∂nt. Er versuchte dort, durch die Absetzung der alten Stadtherren in einigen oberitalienischen St√§dten f√ľr Ordnung zu sorgen. So ging er gegen Galeazzo I. Visconti von Mailand vor, den er verd√§chtigte mit der Kirche Frieden geschlossen zu haben. In Rom hatte derweil eine Volksbewegung den p√§pstlichen Vikar abgesetzt und einen neuen Senat mit Sciarra Colonna an der Spitze eingesetzt. Colonna rief umgehend Ludwig, der endg√ľltig am 23. Oktober 1327 von Papst Johannes zum Ketzer erkl√§rt wurde, nach Rom. Am 17. Januar 1328 lie√ü sich Ludwig dann in Rom von Colonna zum R√∂misch-deutschen Kaiser kr√∂nen und von einem Bischof salben. Diese Kr√∂nung ist die einzige mittelalterliche Kaiserkr√∂nung ohne jegliche p√§pstliche Beteiligung: Ein Stadtvertreter und drei Bisch√∂fe bildeten das Gremium, das die Kr√∂nungszeremonien vornahm, das Volk nahm die Bewerbung per Akklamation an und erhob Ludwig f√ľr ein Jahr zum Stadtherrn von Rom. Anschlie√üend zog Ludwig zur Bekr√§ftigung der papstfreien Kaiseridee zum r√∂mischen Kapitol - und nicht in den Lateran, wie dies bisher √ľblich war. Ludwig erkl√§rte nun seinerseits 18. April 1328 den Papst f√ľr abgesetzt und lie√ü sich den Beschluss durch eine Volksversammlung best√§tigen. Johannes XXII. schickte im Gegenzug eine Bannbulle nach Rom, worauf Ludwig f√ľr ihn die Todesstrafe wegen Ketzerei verk√ľndete. Am 12. Mai 1328 erhob er Nikolaus V. zum Gegenpapst und am 27. Mai erfolgte die gegenseitige Kr√∂nung von Kaiser und (Gegen-)Papst. Die Fronten hatten sich so verh√§rtet, dass es von nun an zu keiner Einigung zwischen Johannes und Ludwig mehr kommen konnte. Nach einem gescheiterten S√ľdfeldzug und massiven finanziellen Problemen musste Ludwig Rom verlassen. Bald bem√§chtigten sich die papsttreuen Anjou wieder der Herrschaft. W√§hrend der √úberwinterung 1328/1329 in Pisa flohen einige der f√ľhrenden Franziskaner zu Ludwig, um bei ihm vor drohenden p√§pstlichen Sanktionen im Armutsstreit Zuflucht zu suchen. Weitere finanzielle Schwierigkeiten, der Abfall mehrerer italienischer St√§dte und schlie√ülich der Tod Friedrichs des Sch√∂nen 1330 waren Anlass f√ľr Ludwig, nach Deutschland zur√ľckzukehren. Nach Beendigung seines Italienzuges stiftete Ludwig 1330 das Kloster Ettal. 1332 versuchte Ludwig nochmals, sich mit Johannes zu verst√§ndigen und bot den Verzicht auf eine Anklage gegen den Papst an, falls dieser ihn vom Bann l√∂se und als Kaiser anerkenne. 1333 bot er einen Thronverzicht zugunsten Heinrichs von Niederbayern an, falls Ludwig vorher die Absolution erteilt werden w√ľrde. Der Tod Johannes' XXII. 1334 machte den Verzichtspl√§nen aber ein Ende. Ann√§herungsversuche an den neuen Papst Benedikt XII. scheiterten am franz√∂sischen Druck wegen der immer noch nicht gel√∂sten Italienfrage und an kirchenpolitischen Erw√§gungen Benedikts, dem Ludwig in einem Schreiben unvorsichtigerweise indirekt eine Ketzeranklage in Aussicht gestellt hatte. Da der franz√∂sische K√∂nig Philipp VI. jegliche Ann√§herung zwischen Ludwig und Benedikt XII. unterminierte, ging Ludwig 1337 ein B√ľndnis mit Eduard III. von England ein, der als Enkel des franz√∂sischen K√∂nigs Philipp IV. den franz√∂sischen Thron f√ľr sich beanspruchte und Philipp VI. 1337 den Krieg erkl√§rte. Ludwig hoffte so einerseits auf politische Entlastung, demonstrierte aber andererseits auch seinen kaiserlichen Universalit√§tsanspruch. Das B√ľndnis wurde im September 1338 durch den Besuch Eduards w√§hrend des Hoftages in Koblenz bekr√§ftigt, wo Ludwig Eduard zum linksrheinischen Reichsvikar ernannte und als K√∂nig von Frankreich anerkannte. Ein innenpolitischer Erfolg im Kampf gegen das Papsttum gelang Ludwig im Kurverein von Rhense, in dem sich die Kurf√ľrsten im Juli 1338 zum Schutz ihrer Rechte und der Rechte des Reiches zusammenschlossen. In einem F√ľrstenweistum stellten sie fest, dass ein von ihnen mehrheitlich gew√§hlter K√∂nig nicht vom Papst best√§tigt werden m√ľsse. F√ľr die ‚ÄěReichsverfassung" war der Kurverein von gro√üer Bedeutung, da dort auch das Mehrheitsprinzip festgelegt wurde und sich das Kurf√ľrstenkollegium als solches fest etablierte. Im August 1338 wurde auf dem Reichstag zu Frankfurt im Gesetz Licet iuris die Bestimmungen des Kurvereins nochmals best√§tigt und festgehalten, dass schon mit der rechtm√§√üigen K√∂nigswahl ein Anspruch auf die Kaiserkr√∂nung ohne p√§pstliche Approbation besteht. Das Manifest Fidem catholicam, das eventuell von den geflohenen Franziskanern in Ludwigs Umfeld verfasst worden war, betonte nochmals die Unabh√§ngigkeit des Kaisers vom Papst und verbot die Beachtung des Interdikts. Ludwig betrieb eine gezielte St√§dtepolitik und versuchte, die Rechtsprechung in seinem Herrschaftsraum zu vereinheitlichen. √úberall im Reich f√∂rderte er die wirtschaftliche und rechtliche Entwicklung in den St√§dten, die ihn im Gegenzug fest in seiner Politik unterst√ľtzen. So steht der Name Ludwigs in den Chroniken zahlreicher St√§dte, denen er Privilegien wie die Zollfreiheit verlieh. 1320 erteilte er beispielsweise der Stadt Landsberg am Lech das Recht, Salzz√∂lle zu erheben und verhalf ihr damit zu einer ergiebigen Einnahmequelle. Im April 1330 erlie√ü er das Privileg zu einer Frankfurter Fr√ľhjahrsmesse. 1333 gab er der Stadt Heilbronn mit dem Neckarprivileg das Recht, den Neckar umzuleiten, wodurch die Stadt zum Endpunkt der Neckarschifffahrt und damit zu einem bedeutenden handelsplatz wurde. 1337 best√§tigte der Kaiser die Freiheiten der Stadt Erfurt, besonders das Privileg, dass die B√ľrger nicht vor ausw√§rtige Gerichte gezogen werden sollen, solange sie Recht vor dem Gericht in Erfurt nicht verweigerten. 1342 best√§tigte er dann den Ratsmeistern, dem Rat und der gesamten B√ľrgerschaft Erfurts das Recht der freien B√ľrgeraufnahme. L√ľbeck erhielt 1340 als erste deutsche Stadt das Recht, Goldgulden zu pr√§gen. M√ľnchen wurde ausgebaut und zur ersten Residenzstadt des Reiches, in der der Kaiser tats√§chlich auch lange Zeit seiner Regierung residierte. M√ľnchen erhielt 1340 das Gro√üe Stadtrecht. Neben der politischen Bedeutung, die sich im Alten Hof architektonisch manifestierte, war es auch eines der bedeutendsten religi√∂sen Zentren der Zeit. Dazu trug das Franziskanerkloster ma√ügeblich bei, in dem die aus Avignon geflohenen Ordensoberen Zuflucht fanden. In M√ľnchen wirkten unter anderem der Generalminister und der Prokurator des Franziskanerordens Michael von Cesena und Bonagratia von Bergamo, der ehemalige Rektor der Universit√§t Paris, Marsilius von Padua, und der Oxforder Professor Wilhelm von Ockham, die auf theoretischer Basis die Stellung des Kaisertums als Institution gegen√ľber dem Papsttum verteidigten. Sie waren neben Ludwigs Kanzlei mit den Kanzlern Nikolaus von Ybbs und Johannes von Neumarkt sowie dem Notar Ulrich Wild f√ľhrend an der Ausarbeitung Ludwigs Appellationen und Traktaten beteiligt. Nicht zu halten ist allerdings die √§ltere These, der Alte Hof sei eine Art ‚ÄěHofakademie" gewesen, in dem sich alles abspielte. Besondere F√∂rderung wurde neben den Franziskanern dem Deutschen Orden zuteil. Ludwig der Bayer verlieh ihm 1332 das Recht, aus Eschenbach ‚Äěeine Stadt zu machen", wodurch der Ritterorden erstmals innerhalb der Reichsgrenzen zum uneingeschr√§nkten Stadtherren aufstieg. Neben weiteren F√∂rderungen erlie√ü Ludwig 1337 das Patent f√ľr den Deutschen Orden, das ihn zur Eroberung Litauens und Russlands berechtigte. Vor ca. 100 Jahren entstand ein Historikerstreit dar√ľber, ob Ludwig das an den Templern begangene Unrecht gutmachen wollte.[1] Er hatte den Prozess gegen die Templer miterlebt. Im Jahr 1314, als er zum r√∂misch-deutschen K√∂nig gew√§hlt worden war, starb der letzte Templer-Gro√ümeister auf dem Scheiterhaufen. Ludwig hatte die Bem√ľhungen um die Freisprechung des Templerordens durch den Mainzer Erzbischofs Peter von Aspelt aus unmittelbarer N√§he miterlebt. Im Vergleich zu den anderen beiden k√∂nigsf√§higen Dynastien im Reich, den Habsburgern und den Luxemburgern, war das Hausgut der Wittelsbacher mit dem Herzogtum Bayern und der Pfalzgrafschaft bei Rhein vergleichsweise klein. Zus√§tzlich hatten in der Vergangenheit viele K√∂nige Reichsgut verpf√§ndet, um sich finanzielle Grundlagen zu schaffen. Auch wegen des zunehmenden Wegfalls des Reichsgutes ging Ludwig bald nach seiner Wahl daran, sich eine Hausmacht aufzubauen. Nach dem Aussterben der Askanier belehnte Ludwig seinen √§ltesten Sohn Ludwig V. auf dem Hoftag von N√ľrnberg im Jahre 1323 mit der Mark Brandenburg. Damit sicherte er seiner Familie nicht nur die brandenburgische Kurstimme, sondern baute auch seine Stellung im Norden des Reiches aus. Diese Strategie trieb er durch Ludwigs V. Verm√§hlung mit der Tochter des d√§nischen K√∂nigs und der Verm√§hlung seiner Tochter Mathilde mit dem Landgrafen Friedrich von Th√ľringen weiter voran. Nach dem Tod seiner ersten Frau Beatrix im Jahr 1322 heiratete er 1324 Margarete von Holland, die Tochter von Wilhelm III., Graf von Hennegau und Holland. Auch die innerdynastischen Beziehungen wurden neu justiert. Noch w√§hrend seines Italienzuges regelte Ludwig 1329 im Hausvertrag von Pavia die Erbfolge der Wittelsbacher dergestalt, dass im Falle des Aussterbens der rudolfinischen Linie der Pfalz oder der Linie Ludwigs in Bayern das Erbe der jeweils anderen Linie zufallen sollte. Die Pfalzgrafschaft bei Rhein, die Ludwig seit dem Verzicht seines Bruders Rudolf 1317 regierte, wurde daraufhin an die Nachkommen Rudolfs zur√ľckgegeben. 1340 erbte Ludwig schlie√ülich nach dem Aussterben der niederbayerischen Linie der Wittelsbacher ganz Niederbayern und vereinigte das Herzogtum wieder mit Oberbayern. 1341 vertrieb der Tiroler Adel seinen b√∂hmischen Herrn Johann Heinrich von Luxemburg und nahm Kontakt zu Ludwig auf, um sich eventuell unter seine Herrschaft zu stellen. Der Kaiser z√∂gerte nicht, verheiratete 1342 seinen Sohn Ludwig V. mit der Meinhardiner Erbin Margarete von Tirol, obwohl diese noch mit dem Luxemburger Johann Heinrich verheiratet und die Scheidung wegen ‚ÄěImpotenz" noch nicht abgeschlossen war und belehnte das Paar mit Tirol. Damit zog sich Ludwig endg√ľltig die Feindschaft der Luxemburger zu. Mit K√§rnten dagegen, das ebenfalls zum Erbe der im Mannesstamm ausgestorbenen Meinhardiner geh√∂rte, hatte der Kaiser bereits 1335 den Habsburger Albrecht II. belehnt. Im so genannten ‚ÄěGro√üen Tiroler Freiheitsbrief" 1342 best√§tigten Ludwig der Bayer und sein Sohn den Tirolern ihre Rechte und Freiheiten. 1345 erbte Ludwig schlie√ülich durch seine Frau Margarete die Grafschaft Hennegau sowie Holland, Seeland und Friesland. Ludwigs Hausmacht hatte damit einen beeindruckenden Umfang erreicht. 1341 l√∂ste Ludwig das B√ľndnis mit England wieder und wendete sich Frankreich zu in der Hoffnung auf eine Verst√§ndigung mit dem Papsttum. Da diese nicht zu Stande kam, stand Ludwig ohne jeden politischen Nutzen durch den abrupten au√üenpolitischen Schwenk ziemlich unglaubw√ľrdig da. Die unstete Au√üenpolitik und die r√ľcksichtslose Vergr√∂√üerung seiner Hausmacht brachten Ludwig zunehmend Gegner unter den Reichsf√ľrsten ein. Auch die Offerte des Papstes an die Kurf√ľrsten, nach einer Absetzung Ludwigs ihre Reichsrechte anzuerkennen und somit den p√§pstlichen Aprobationsanspruch zumindest abzuschw√§chen, trug dazu ihren Teil bei. Im Sommer des Jahres 1346 wurde mit Unterst√ľtzung der Kurie und des franz√∂sischen K√∂nigshofes der Luxemburger Karl IV. nach weitreichenden Zugest√§ndnissen an den Papst von f√ľnf Kurf√ľrsten in Rhens zum Gegenk√∂nig gew√§hlt. Nach der p√§pstlichen Anerkennung wurde er in Bonn gekr√∂nt, da Aachen wie die meisten St√§dte fest zu Ludwig standen. Die Luxemburger hatten lange taktiert und waren immer noch verbittert √ľber die gewaltsame Vertreibung Johann Heinrichs aus Tirol und die Ausnutzung der Situation durch Ludwig. Wenig sp√§ter fiel in der Schlacht bei Cr√©cy jedoch Karls Vater Johann von Luxemburg. Karl selbst hatte das Schlachtfeld schon fr√ľh verlassen, ohne gro√ües Aufsehen zu erregen. Im Fr√ľhjahr 1347 begann schlie√ülich der Kampf zwischen Ludwig und Karl. Der anstehenden Entscheidungsschlacht zwischen den beiden K√∂nigen, bei der Ludwig wohl im Vorteil gewesen w√§re, auch weil die Habsburger, zahlreiche Freie und Reichsst√§dte und die Ritterschaft weiter auf seiner Seite standen, kam allerdings der Tod Ludwigs durch einen Schlaganfall auf der B√§renjagd in Puch bei Kloster F√ľrstenfeldbruck am 11. Oktober 1347 zuvor. Die lange Unf√§higkeit der Wittelsbacher, sich auf einen gemeinsamen Kandidaten als Nachfolger zu einigen und der Wechsel der Habsburger ins luxemburgische Lager brachten Karl schlie√ülich in Vorteil. Die S√∂hne Ludwigs stellten 1349 G√ľnther von Schwarzburg als Gegenk√∂nig auf, arrangierten sich aber nach dessem schnellen Tod noch im selben Jahr mit Karl IV. im Vertrag von Eltville und teilten die Wittelsbacher Besitzungen im Landsberger Vertrag unter sich auf. Ludwig wurde in der Frauenkirche in M√ľnchen beigesetzt. Obwohl er im Bann starb, wurden vielfach Messen f√ľr ihn gelesen. Diese liturgische memoria blieb allerdings auf Bayern beschr√§nkt. Erst 1625 wurde der Kaiser dann auch kirchlich bestattet, nachdem sein Nachfahre Kurf√ľrst Maximilian I. f√ľr ihn die Absolution erwirkt hatte. Wie sein unmittelbarer Vorg√§nger betrachtete sich auch Ludwig als universeller Kaiser, daher griff er sowohl in Italien als auch in die Politik des Deutschen Ordens ein. Obwohl der p√§pstliche Bann - anders als bei fr√ľheren Auseinandersetzungen zwischen dem Kaiser und dem Papsttum - keine nennenswerte Wirkung mehr zeigte, √ľberschattete doch der langj√§hrige, verbissene Streit mit drei P√§psten Ludwigs Regierungszeit und l√§hmte seine Politik nicht unerheblich. Auf dem Schlachtfeld unbesiegt, war Ludwig, anders als sein Nachfolger, kein geschickter Diplomat, obwohl er den Konflikt Habsburgs mit den Eidgenossen zielstrebig f√ľr sich nutzte und ihm sp√§ter die Auss√∂hnung mit den Habsburgern und den pf√§lzischen Wittelsbachern gelang. Das Lavieren zwischen England und Frankreich und seine sich immer unverbr√§mter gestaltende Hausmachtvergr√∂√üerung offenbarten die Schw√§che von Ludwigs Politik, allerdings auch einen Mangel an Verschlagenheit. Anders als unter seinem Nachfolger kam es w√§hrend seiner Herrschaft zu keinen Reichsverlusten, da Ludwig niemals Reichsrechte gegen√ľber fremden Herrschern preisgab. Ein gro√ües Verdienst des Kaisers ist die F√∂rderung der St√§dte im Reich. Auch verfassungsgeschichtlich ist seine Regentschaft von wichtigen Neuerungen gepr√§gt, von denen allerdings die meisten keine Zukunft hatten: Das Mehrheitswahlprinzip wurde erstmals festgeschrieben und das einzige Mal im Mittelalter fand eine Kaiserkr√∂nung ohne jegliche Beteiligung des Papstes statt. Das Urteil √ľber Ludwig bleibt bis heute gespalten. Mit seinem Drama Ludwig der Bayer hat der Dichter Ludwig Uhland ihm ein literarisches Denkmal gesetzt. (Quelle: Wikipedia.de)

  • Sources 
    1. [S5745] Ahnentafeln ber√ľhmter Deutscher, Folge 3, Gebhardt, Peter von; Hohlfeld, Johannes, (Leipzig 1929-1932 Stamm- und Ahnentafelwerk der Zentralstelle f√ľr Deutsche Personen- und Familiengeschichte Bd. 8), 6 (Reliability: 3).

    2. [S5695] Kwartierstaat De Wit, (http://www.de-wit.net/genovz/kw01.html).


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