Publius Aelius Hadrianus

Publius Aelius Hadrianus

Male 0076 - 138  (62 years)    Has 10 ancestors but no descendants in this family tree.

Personal Information    |    Media    |    Notes    |    All

  • Name Publius Aelius Hadrianus  
    Relationshipwith Adam
    Born 24 Jan 0076  Italica Find all individuals with events at this location 
    Gender Male 
    Died 10 Jul 138  Neapel Find all individuals with events at this location 
    Association Marcus Ulpius Traianus (Relationship: Trajan adopted Hadrian) 
    Association Titus Aurelius Fulvus Boionius Arrius Antonius (Relationship: Hadrian adopted Antoninus Pius) 
    Person ID I668410  Geneagraphie
    Last Modified 7 Nov 2009 

    Father Publius Aelius Hadrianus Afer,   b. Abt 0045,   d. 0085-0086  (Age ~ 41 years) 
    Mother Domitia Paulina Maior,   d. Yes, date unknown 
    Siblings 1 sibling 
    Family ID F293940  Group Sheet  |  Family Chart

    Family Vibia Sabina,   b. Abt 0085,   d. Yes, date unknown 
    Married 100 
    Last Modified 4 Nov 2009 
    Family ID F293939  Group Sheet  |  Family Chart

  • Photos
    Publius Aelius Hadrianus
    Publius Aelius Hadrianus

  • Notes 
    • Ks. 117-138
      einer in der spĂ€tantiken Historia Augusta zitierten Angabe aus Hadrians Autobiographie stammte seine Familie aus Hadria (oder Hatria, jetzt Atri ) im Picenum in Italien. Auf den Namen dieser Stadt, die auch namensgebend fĂŒr das adriatische Meer , die sogenannte Adria, war, geht der Zuname ( cognomen ) des Kaisers zurĂŒck. Die Familie war schon in republikanischer Zeit nach Italica in Spanien ausgewandert, wo Hadrian als Sohn wohlhabender Siedler geboren wurde. Sein Vater starb, als er zehn Jahre alt war.
      Hadrian vervollstĂ€ndigte in Rom fĂŒnf Jahre lang seine Ausbildung, wodurch sein Interesse fĂŒr das Griechentum erwachte und sich seine Überzeugung bildete, dass das, was gesagt werden kann, am besten auf griechisch gesagt wird. Er studierte Philosophie und Mathematik und interessierte sich ernsthaft fĂŒr Musik , Poesie , Malerei und Bildhauerei , die er auch selbst ausĂŒbte. Zudem wurde er im Schwimmen, Reiten und Jagen ausgebildet. Selbst spĂ€ter als Kaiser marschierte er oft zu Fuß in voller RĂŒstung mit seinen Truppen.
      Nach Ende seiner Ausbildung verbrachte Hadrian zwei Jahre in Spanien, kehrte aber nach Rom zurĂŒck und war decemvir stlitibus iudicandis , bevor er in die Armee ging und in den Donauprovinzen des Römischen Reiches diente.
      Hadrian war mit Sabina , einer Großnichte des Kaisers Trajan verheiratet, vermutlich aber bisexuell . Er hatte keine anerkannt leiblichen Kinder, es wurde jedoch behauptet, dass er der leibliche Vater von Aelius Caesar , seinem designierten Nachfolger, gewesen sei. Unzweifelhaft war seine Beziehung zu Antinoos , einem jungen Bithynier , den Hadrian in Kleinasien kennengelernt hatte. Antinoos gehörte einige Zeit zum Hofstaat des Kaisers und begleitete ihn auf seinen Reisen, bis er unter nie geklĂ€rten UmstĂ€nden im Nil ertrank. Hadrian war ĂŒber seinen Tod tief betroffen und grĂŒndete an der Stelle des Ertrinkens die Stadt Antinoupolis . Er beauftragte seine KĂŒnstler, zahlreiche Statuen, BĂŒsten und Reliefs nach dem Abbild des Antinoos anzufertigen, und veranlasste sogar dessen Vergöttlichung.

      Hadrian war der Nachfolger Trajans , des ersten Adoptivkaisers . Trajan war nach seinem Adoptivvater Nerva als erster Provinziale Kaiser geworden. Auch Hadrian soll von seinem VorgĂ€nger durch Adoption zum Nachfolger designiert worden sein. Seine Adoption unter gleichzeitiger Annahme des Caesar -Titels wurde aber schon von Zeitgenossen bezweifelt, da Trajan sie erst auf dem Totenbett vorgenommen haben soll; dort waren nur die Kaiserin Plotina und der PrĂ€torianerprĂ€fekt Attianus anwesend, die beide entschiedene BefĂŒrworter dieser Nachfolgeregelung waren. Der einzige unabhĂ€ngige Zeuge, der Kammerdiener Trajans, starb unter merkwĂŒrdigen UmstĂ€nden drei Tage spĂ€ter. Ob die Adoption tatsĂ€chlich stattgefunden hat oder - wie der Geschichtsschreiber Cassius Dio behauptet - nur vorgetĂ€uscht wurde, ist noch heute in der Forschung strittig. Jedenfalls konnte sich Hadrian schnell durchsetzen. Er war als Statthalter Syriens Befehlshaber des damals stĂ€rksten Heeres, das ihn durch Akklamation zum Kaiser ausrief und damit vollendete Tatsachen schuf. Er wahrte jedoch die traditionellen Formen und bat in einem Brief den Senat um VerstĂ€ndnis fĂŒr die UmstĂ€nde seiner Erhebung. Plotina, die bei der MachtĂŒbernahme Hadrians eine SchlĂŒsselrolle gespielt hatte, arrangierte auch seine Ehe mit Vibia Sabina , einer Enkelin von Trajans Schwester Marciana.
      Seine Beziehung zum Senat stellte er alsbald mit der so genannten Verschwörung der vier Konsulare Avidius Nigrinus , Cornelius Palma , Publilius Celsus und Lusius Quietus auf die Probe. Die AffĂ€re wurde nie ganz aufgeklĂ€rt, beeintrĂ€chtigte aber das VerhĂ€ltnis des Kaisers zum Senat nachhaltig; so verweigerte ihm der Senat nach seinem Tod sogar die Vergöttlichung, und nur auf DrĂ€ngen seines Nachfolgers Antoninus Pius wurde sie dennoch beschlossen. Sicher ist, dass vier Senatoren, mĂ€chtige HeerfĂŒhrer Trajans, wegen angeblicher Verschwörung gegen den Kaiser in dessen Abwesenheit zum Tod verurteilt und hingerichtet wurden. Wahrscheinlich ist, dass der PrĂ€torianerprĂ€fekt Attianus, der kurz nach der AffĂ€re entlassen wurde, seine HĂ€nde im Spiel hatte. UngeklĂ€rt bleibt die Rolle Hadrians, der bei seiner Ankunft in Rom am 9. Juli 118 vor dem Senat seine Mitwirkung verneinte. Mit der Hinrichtung war ein von Trajan garantiertes Privileg der Senatoren verletzt worden.
      Hadrian drĂ€ngte außerdem den Einfluss des Senats zurĂŒck und baute stattdessen den Beamtenapparat weiter aus. FĂŒr zahlreiche Ämter verwendete Hadrian Ritter anstelle von Freigelassenen, eine Entwicklung, die schon unter seinen VorgĂ€ngern begonnen hatte. Das bedeutet, dass diese Ämter ihren Charakter als HausĂ€mter, den sie bisher mehr oder weniger bewahrt hatten, allmĂ€hlich verloren und sich zu StaatsĂ€mtern entwickelten. Aber auch die stĂ€ndig wachsende Bedeutung der Ritter wird durch die Entwicklung deutlich.
      Durch eine Verkettung von Adoptionen bestimmte Hadrian die römischen Kaiser fĂŒr das nĂ€chste halbe Jahrhundert nach seinem Tod. So war eigentlich Aelius Verus als Nachfolger Hadrians vorgesehen, doch starb er noch vor dem Kaiser. Hadrian adoptierte daraufhin am 25. Februar 138 Antoninus Pius mit der Auflage, dass dieser wiederum Marcus Annius Verus , den spĂ€teren Kaiser Mark Aurel, und Lucius Verus , den Sohn des Aelius, adoptierte.

      Hadrians Zeit als Herrscher war geprĂ€gt durch eine rege ReisetĂ€tigkeit, die ihn durch große Teile des Imperiums fĂŒhrte und jahrelang von der Hauptstadt Rom fernhielt. Wie in Rom, so ließ er auch in den Provinzen viele Bauwerke errichten. Seine Regierung war durch eher seltene militĂ€rische Auseinandersetzungen gekennzeichnet. So gab er die mesopotamischen Eroberungen Trajans wieder auf, da er glaubte, die Gebiete nicht langfristig gegen die Parther verteidigen zu können. Statt dessen sicherte er seinen Machtbereich durch den Bau von Befestigungen. Zu nennen sind insbesondere der Hadrianswall zwischen Solway Firth und Tyne in Britannien, aber auch die Grenzen an Rhein und Donau , die mit Festungen, Forts, Außenposten und WachtĂŒrmen versehen wurden. Um Moral und KampffĂ€higkeit des MilitĂ€rs zu erhalten, entwickelte Hadrian strenge Drillroutinen und inspizierte die Truppen hĂ€ufig persönlich.

      Den Juden zunĂ€chst wohlwollend gegenĂŒberstehend, versprach Hadrian ihnen den Wiederaufbau des nach der großen jĂŒdischen Revolte und Zerstörung 70 n. Chr. immer noch in TrĂŒmmern liegenden Jerusalems . Die Juden fĂŒhlten sich jedoch hintergangen, als sie erkannten, dass er es als eine heidnische Metropole wiederaufbauen wollte und einen neu errichteten Tempel auf den Ruinen des zweiten salomonischen Tempels dem Jupiter weihte. Als Hadrian die von ihm als VerstĂŒmmelung betrachtete rituelle Beschneidung der Knaben verbot, wurde die Stimmung immer angespannter, und es begann 132 der drei Jahre dauernde Bar-Kochba-Aufstand . Anders als beim Aufstand im Jahre 70 waren die Juden diesmal unter der FĂŒhrung eines fĂ€higen Befehlshabers vereinigt. Die römischen Verluste waren so erheblich, dass Hadrian die ansonsten obligate Formulierung „Ich und meine Armee sind wohlauf" im Bericht an den römischen Senat wegließ.
      Hadrians fĂ€higstem General, Sextus Iulius Severus, wurde das Oberkommando der römischen Truppen anvertraut, und auch Hadrian selbst nahm an der expeditio Iudaica wenigstens zeitweise teil. Nach der brutalen Niederschlagung der Revolte im Jahr 135 und der VerwĂŒstung JudĂ€as - nach Berichten des Cassius Dio wurden 580.000 Juden getötet, 50 befestigte StĂ€dte geschleift und 985 Dörfer zerstört - wurden mehrere Sanktionen gegen die Juden ergriffen. Die Tora und der jĂŒdische Kalender wurden verboten, ebenso ließ man jĂŒdische Gelehrte hinrichten und den Juden heilige Schriftrollen auf dem Tempelberg verbrennen. Am frĂŒheren Tempelheiligtum errichtete man Statuen von Jupiter und vom Kaiser selbst. Der Provinz wurde der neue Name Syria Palaestina gegeben. Letzteres mag als Bestrafung gedacht gewesen sein, tatsĂ€chlich aber dĂŒrften die Juden nach dem Aufstand auch nicht mehr die Mehrheit der Bevölkerung gestellt haben.
      Hadrian grĂŒndete Jerusalem unter dem Namen Aelia Capitolina neu und verbot Juden den Zutritt. SpĂ€ter durften sie einmal jĂ€hrlich am 9. Av die Stadt betreten, um Niederlage, Tempelzerstörung und Vertreibung zu betrauern. Die Juden blieben danach in der Diaspora verstreut und ohne eigenes Staatswesen bis 1948.

      Hadrian ist der erste römische Kaiser, dessen Gesetzgebung einigermaßen bezeugt ist. So stammt das Ă€lteste zitierte Reskript (Schreiben eines Kaisers zu einem Rechtsproblem) im Codex Iustinianus von Hadrian. Hadrian beauftragte den Juristen Publius Salvius Iulianus , das frĂŒher jĂ€hrlich neu verkĂŒndete Edikt des PrĂ€tors zu redigieren und als edictum perpetuum zu veröffentlichen. Die genaue Entstehungszeit ist nicht festzumachen, es wird jedoch das Jahr 128 n. Chr. angenommen. Wenn das Edikt auch keine eigentliche Kodifikation bedeutete, hatte es doch großen Einfluss: Der Jurist Ulpian verfasste ĂŒber 80 BĂŒcher Kommentare dazu, die dann Eingang in Justinians Digesten fanden. Dies trug auch dazu bei, dass der Kaiser immer mehr als Quelle des Rechts angesehen wurde: "Iulianus [...] vertrat in seinen eigenen Schriften, dass was immer man als unvollkommen bemerkte, durch kaiserlichen Entscheid ergĂ€nzt werden solle." (Justinian, Konstitution Tanta 18). Die AutoritĂ€t des Kaisers war auch in rechtlichen Dingen ĂŒber jeden Zweifel erhaben. Hadrians BemĂŒhen um eine wirksame Rechtsverwaltung zeigt sich auch in der Errichtung von vier Gerichtsbezirken in Italien, die Richtern mit konsularischem Rang unterstanden (so war der spĂ€tere Kaiser Antoninus Pius auch einer dieser Richter). Die Maßnahme galt den Senatoren aber als Abwertung ihres Ranges, so dass sie sein Nachfolger wieder aufgeben musste.

      Vor allem förderte Hadrian die KĂŒnste. So vollendete er auch das Olympieion , den gewaltigen Tempel des olympischen Zeus in Athen. Seine Villa in Tibur (Tivoli) war das grĂ¶ĂŸte römische Beispiel eines alexandrinischen Gartens, der eine heilige Landschaft und Erinnerung an die von ihm bereisten Gegenden gestaltete. Das GelĂ€nde ist zum großen Teil zerstört, da der Kardinal d'Este viel von Hadrians Marmor zum Bau seiner eigenen Villa d'Este fortschaffen ließ.
      Das in Rom unter Agrippa errichtete Pantheon erhielt unter Hadrian seine heutige Gestalt. Der Konstantinsbogen in Rom soll einen hadrianischen Kern oder VorgĂ€nger gehabt haben, was die Herkunft der hadrianischen, aber spĂ€ter ĂŒberarbeiteten Reliefs (sogenannte Jagd-Tondi) erklĂ€ren wĂŒrde. Der nach seinem Tod zu seinen Ehren erbaute Hadrianstempel, das so genannte Hadrianeum , ist heute Sitz der römischen Börse .
      Begraben wurde Hadrian in seinem Mausoleum , das nach Umbauten und Errichtung eines Verbindungsganges zum Vatikan , des Passetto, unter dem Namen Engelsburg bekannt ist. Es diente den PĂ€psten bei den in frĂŒherer Zeit regelmĂ€ĂŸigen EinfĂ€llen fremder MĂ€chte, zum Beispiel dem Sacco di Roma 1527, als Schutzburg. Vor seinem Tod grĂŒndete Hadrian das AthenĂ€um in Rom, eine höhere Lehranstalt.

      Hadrian war humanistisch und zutiefst hellenophil eingestellt. Im Jahre 111/2 n. Chr. war er zum Beispiel als einziger Römer seiner Zeit Archon in Athen. Bei einem Griechenlandbesuch 125 versuchte er, eine Art Provinzparlament zu grĂŒnden, um alle halbautonomen frĂŒheren Stadtstaaten in Griechenland und Kleinasien zu vereinen. Dieses Panhellenion genannte Parlament funktionierte allerdings trotz seiner Versuche, die Griechen zur Zusammenarbeit zu bewegen, nicht.
      Auch an der griechischen Philosophie war er sehr interessiert. Er schĂ€tzte unter anderem den stoischen Philosophen Epiktet und den Sophisten Favorinus von Arelate , die beide wĂ€hrend seiner Regierungszeit zu hohem Ansehen gelangten. Allgemein hielt man Hadrian aber fĂŒr einen Epikureer . Wie die Historia Augusta schreibt, zeigte sich seine Vorliebe fĂŒr das Griechentum und insbesondere die Philosophie auch in seinem Äußeren: Er ließ sich nĂ€mlich einen Bart stehen, angeblich um Narben im Gesicht zu verdecken, vermutlich jedoch eher aus Bewunderung fĂŒr die traditionell bĂ€rtigen griechischen Philosophen. Die Angehörigen der römischen Oberschicht, die sich seit Jahrhunderten immer rasiert hatten, folgten seinem Beispiel und auch sein Nachfolger Antoninus Pius, sonst eher altrömischen Traditionen zugetan, folgte dieser neuen Mode.

      Laut der Historia Augusta soll Hadrian wenige Tage vor seinem Tode folgendes Gedicht geschrieben haben:
      animula vagula blandula,
      hospes comesque corporis
      quo nunc abibis? in loca
      pallidula rigida nubila -
      nec ut soles dabis iocos.
      P. Aelius Hadrianus Imp.
      Kleine Seele, schweifende, zÀrtliche,
      Gast und GefÀhrtin des Leibs,
      Die du nun entschwinden wirst dahin,
      Wo es bleich ist, starr und bloß,
      Und nicht wie gewohnt mehr scherzen wirst...


Home Page |  What's New |  Most Wanted |  Surnames |  Photos |  Histories |  Documents |  Cemeteries |  Places |  Dates |  Reports |  Sources