Titus Flavius Vespasianus

Titus Flavius Vespasianus

Male 0009 - 0079  (69 years)    Has 6 ancestors and 8 descendants in this family tree.

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  • Name Titus Flavius Vespasianus  
    Relationshipwith Adam
    Born 17 Nov 0009  Falacrinae Find all individuals with events at this location 
    Gender Male 
    Died 23 Jun 0079  Aquae Cutiliae Find all individuals with events at this location 
    Person ID I666965  Geneagraphie
    Last Modified 7 Nov 2009 

    Father Titus Flavius Sabinus,   d. Yes, date unknown 
    Mother Vespasia Polla,   d. Yes, date unknown 
    Siblings 1 sibling 
    Family ID F293058  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 1 Flavia Domitilla maior,   d. Bef 0069 
    Married Abt 0038 
    Children 
     1. Titus Flavius Vespasianus,   b. 30 Dec 0039, Rom Find all individuals with events at this location,   d. 13 Sep 0081, Aquae Cutiliae Find all individuals with events at this location  (Age 41 years)
     2. Flavia Domitilla, 'der J√ľngeren',   b. Abt 0045,   d. Bef 0069  (Age ~ 24 years)
     3. Domitian,   b. 24 Oct 0051, Rom Find all individuals with events at this location,   d. 18 Sep 0096, Rom Find all individuals with events at this location  (Age 44 years)
    Last Modified 22 Oct 2009 
    Family ID F293057  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 2 Antonia Caenis,   d. 0073-0074 
    Last Modified 22 Oct 2009 
    Family ID F293065  Group Sheet  |  Family Chart

  • Photos
    Titus Flavius Vespasianus
    Titus Flavius Vespasianus

  • Notes 
    • Vespasian und sein Bruder Sabinus waren die ersten Mitglieder ihrer Familie, die senatorische Posten erlangten. Vespasians Karriere brachte ihn unter Tiberius als Milit√§rtribun nach Thrakien . Er war au√üerdem Quaestor der Provinz Creta et Cyrene . Es gelang ihm, sich bei Caligula einzuschmeicheln, und so wurde er im Jahre 40 Praetor .

      In den Jahren 43 und 44 befehligte Vespasian w√§hrend der Eroberung Britanniens die legio II Augusta , was ihm die Insignien eines Triumphators und in der Folge zwei Priester√§mter einbrachte. 51 wurde er Konsul , sp√§ter noch Prokonsul √ľber die Provinz Africa . Da er nicht, wie die meisten seiner Vorg√§nger, in die eigene Tasche wirtschaftete, ging er beinahe bankrott und musste von seinem Bruder aus gro√üen wirtschaftlichen Schwierigkeiten errettet werden.
      So karrierebewusst er seine √∂ffentlichen √Ąmter aus√ľbte, so un√ľblich war die Wahl seiner Frau, Flavia Domitilla . Domitilla war die ehemalige M√§tresse eines Ritters und zun√§chst nicht einmal im Besitz des vollen r√∂mischen B√ľrgerrechts. Diese Wahl hinderte Vespasian aber nicht daran, die beiden S√∂hne, welche dieser Ehe entsprangen, Titus und Domitian , sp√§ter zu seinen Nachfolgern zu bestimmen. Die Mutter seiner S√∂hne starb allerdings noch vor seinem Regierungsantritt.
      Nach dem fr√ľhen Tod Domitillas lebte Vespasian mit Antonia Caenis zusammen, einer Freigelassenen der j√ľngeren Antonia . Aufgrund des Standesunterschieds w√§hlte er f√ľr diese Verbindung die Form des Konkubinats , die im r√∂mischen Recht als zweite Form der monogamen heterosexuellen Beziehung neben der Ehe anerkannt war. Caenis verf√ľgte als ehemalige Privatsekret√§rin der Kaisermutter √ľber gro√üen Einfluss am Hof des Claudius und konnte auf diese Weise den Aufstieg ihres Partners hervorragend unterst√ľtzen. Als Vespasian Kaiser geworden war, trat sie in der √Ėffentlichkeit als seine Gattin auf und war ihrem immer neue Einnahmequellen suchenden Lebensgef√§hrten bei seinen finanziellen Transaktionen behilflich. Dabei konnte sie auch selbst ein betr√§chtliches Verm√∂gen ansammeln. Sie starb 73 oder 74.

      Nero machte Vespasian zu einem seiner offiziellen Gef√§hrten, die ihn auf seinen Gesangstourneen nach Griechenland begleiten mussten. Vespasian soll w√§hrend eines dieser Vortr√§ge eingeschlafen und daf√ľr beim Kaiser in Ungnade gefallen sein. Er wurde aber bald wieder in Gnaden aufgenommen, da Nero einen unverd√§chtigen Heerf√ľhrer f√ľr den Osten brauchte, um die Gefahr einer Milit√§rrevolte gegen seine zunehmend unbeliebte Herrschaft zu verringern.
      So √ľbernahm Vespasian das Kommando √ľber die Niederschlagung des J√ľdischen Aufstands . Er r√ľckte 67 an der Spitze dreier Legionen - darunter eine unter dem Kommando von Trajans Vater Marcus Ulpius Traianus - und starker Hilfstruppen, insgesamt rund 60.000 Mann, in der Provinz Iudaea ein. Offensichtlich wurde der Flavier auch weiterhin als loyal angesehen. Die K√§mpfe zogen sich √ľber Jahre hin, verliefen aber letztlich f√ľr die R√∂mer erfolgreich. Erst als Vespasian schon Kaiser war, wurde der Aufstand von seinem Sohn Titus blutig niedergeschlagen; Flavius Josephus berichtet dar√ľber in seinem Geschichtswerk Bellum Iudaicum.

      Als Vespasian von Neros Suizid erfuhr, setzte er zun√§chst auf den greisen Galba . Doch die Wirren des Vierkaiserjahrs verstand er am Ende selbst am besten zu nutzen. Nach dem Tod Galbas und Othos √ľbernahm Vitellius die Macht. Nun wurde auch Vespasian aktiv. Er traf sich mit dem Statthalter von Syrien , Gaius Licinius Mucianus, um √ľber ihr weiteres Vorgehen zu beraten. Mit Unterst√ľtzung des Statthalters von √Ągypten , Tiberius Iulius Alexander , planten sie nun die Rebellion. Berichte √ľber eine spontane Akklamation Vespasians geh√∂ren eher in den Bereich der Propaganda, als relativ sicher gilt aber, dass er am 1. Juli 69 von Iulius Alexander zum Kaiser ausgerufen wurde. Jedenfalls bekannten sich bis August des Jahres 69 alle Legionen im Orient und an der Donaugrenze zu Vespasian, der damit √ľber das Gros der Armee verf√ľgen konnte.
      Die flavischen Truppen unter Mucianus sollten nach Italien marschieren, w√§hrend Vespasian sich nach √Ągypten begab, um die Getreideversorgung Roms in seine Hand zu bekommen. Die Beendigung der Belagerung von Jerusalem legte er in die H√§nde seines Sohnes Titus. Diese Planungen wurden jedoch hinf√§llig, als die Donaulegionen unter Marcus Antonius Primus , offenbar aus eigener Initiative, in Italien einfielen, um Vespasian den Thron zu sichern. Primus konnte sich schlie√ülich durchsetzen und marschierte am 20. Dezember 69 in Rom ein, wo es ebenfalls zu K√§mpfen zwischen Anh√§ngern Vespasians und Anh√§ngern des Vitellius gekommen war. Vespasians Bruder Sabinus, der sich auf dem Kapitol verschanzt hatte, kam dabei ums Leben. Vitellius selbst hatte sich nach der Aufl√∂sung seiner Truppen, die sich bei Carsulae n√∂rdlich von Rom den flavischen Truppen ergeben hatten, versteckt, war jedoch gefunden und schlie√ülich get√∂tet worden. Das Reich fiel nun Vespasian zu, der Mitte 70 in Rom eintraf, wo Mucianus solange f√ľr Ruhe gesorgt hatte. Mit der so genannten lex de imperio Vespasiani (die nur fragmentarisch erhalten ist) wurden ihm alle Vollmachten eines Princeps √ľbertragen.

      Nach dem B√ľrgerkrieg stand Vespasian vor einem √§hnlichen Problem wie vor ihm schon Augustus - es gab zu viele Legionen. Wie Augustus entlie√ü er sie nach und nach, stellte aber auch drei neue auf; am Ende standen 29 Legionen unter Waffen. Er bewies dabei gro√ües Fingerspitzengef√ľhl und sorgte f√ľr die notwendige finanzielle Abfederung, ohne zu √ľbertreiben. Veteranen wurden in Kolonien angesiedelt, vor allem auf dem Balkan und in Africa, was sich bei der Romanisierung dieser Regionen als hilfreich erwies.
      Auch das Heer wurde reorganisiert. Die Rheinlegionen entmachtete Vespasian, indem die gro√üen Lager am Rhein abgebrochen und die Truppen auf kleinere Lager entlang der Grenzen verteilt wurden. Dabei wurde darauf geachtet, die Truppen m√∂glichst inhomogen zu halten, so dass keine Volksgruppe innerhalb einer Einheit die Oberhand gewann. Dies trieb die Romanisierung der linksrheinischen Gebiete voran und sicherte Vespasian die Loyalit√§t der Truppen. Anders als Vitellius legte er auch Wert darauf, jenen Tag als seinen ersten im Amt zu kennzeichnen (dies imperii), an dem ihn die Truppen zum Herrscher ausgerufen hatten. Um die Grenze am Rhein zu verk√ľrzen, wurden das so genannte Dekumatland ( agri decumates ) dem Reich einverleibt, das Gebiet zwischen Donau und Hochrhein . Auch wurden mehrere Legionslager wieder instandgesetzt, unter anderem Mogontiacum , Bonn und Neuss . Mit der Errichtung der ersten Limites wurde auch deutlich, dass Vespasian einer Defensivpolitik den Vorzug vor Eroberungen gab. Nach dem Aufstand des Batavers Julius Civilis (69/70) wurde die St√§rke der Rheinarmee verringert und ihre Zusammensetzung ver√§ndert. Einige Legionen, die durch ihre Beteiligung w√§hrend des B√ľrgerkriegs als unzuverl√§ssig galten, wurden sogar ganz aufgel√∂st. Die germanischen Auxiliareinheiten wurden ebenfalls aufgel√∂st und neu aufgestellt, Truppen aus Klientelst√§mmen wurden nun r√∂mischen Offizieren unterstellt.
      In Britannien wurde Vespasian bei der Grenzsicherung aktiv: Er leitete die endg√ľltige Eroberung der Insel bis zur Grenze des heutigen Schottland ein. Wir sind dar√ľber relativ gut informiert, da der Historiker Tacitus in seinem Werk Agricola, seinem gleichnamigen Schwiegervater gewidmet, auch auf die r√∂mische Politik in Britannien eingeht. Die Eroberung der Insel wurde aber nicht mehr zu Lebzeiten Vespasians abgeschlossen.
      Auch im Osten arrondierte Vespasian die Grenzen. Nach der Niederschlagung des J√ľdischen Aufstands wurden mehrere Klientelreiche wie Kommagene annektiert und Truppen in Kleinasien stationiert: Die legio XVI Flavia Firma bezog in Samosata Quartier, w√§hrend die legio XII Fulminata in Melitene Garnison bezog. Offensichtlich erwartete Vespasian, der den Osten aus eigener Erfahrung recht gut kannte, einen Konflikt mit den Parthern , den √∂stlichen Nachbarn Roms, und sorgte f√ľr die entsprechenden Vorkehrungen im Falle einer Konfrontation. Die Grenzbegradigung im Osten sollte Rom jedenfalls in Zukunft von Nutzen sein und nicht als das geringste Verdienst der Flavier angesehen werden, die zudem auch die Infrastruktur durch den Bau zus√§tzlicher Stra√üen verbesserten.

      Vespasians Erfindungsreichtum bei der Vermehrung der Staatseinnahmen war bekannt. So hatte er aufgrund der hohen Schulden, die Nero hinterlassen hatte, eine Latrinensteuer eingef√ľhrt. Als sich sein Sohn Titus bei ihm dar√ľber beschwerte, hielt Vespasian Titus eine M√ľnze hin, die aus dieser Steuer stammte. Titus musste eingestehen, dass sie nicht stank, woraufhin Vespasian ihm entgegenhielt: ‚ÄěUnd dennoch stammt sie aus dem Urin." Hieraus d√ľrfte die Redewendung ‚Äě Geld stinkt nicht " entstanden sein.
      Tats√§chlich √ľbernahm Vespasian einen Staat, der nach den Eskapaden seiner Vorg√§nger so gut wie bankrott war. Vespasian sanierte die √∂ffentlichen Haushalte mit gro√üem Erfolg, wobei er die Steuerfreiheit von Achaea , die Nero aufgrund seines Philhellenismus gew√§hrt hatte, sofort wieder r√ľckg√§ngig machte. Er richtete auch drei Spezialkassen ein: fiscus Iudaicus, fiscus Alexandrinus und fiscus Asiaticus. Sicherlich half bei der Sanierung der Finanzen auch die Beute aus dem J√ľdischen Krieg, aber auch in Italien erschloss er neue Steuerquellen. Seine Ma√ünahmen belegten dabei jenes Fingerspitzengef√ľhl, das er auch bei der Entlassung der Truppen bewies. Er erh√∂hte zwar die Steuern, lie√ü aber zun√§chst einmal Steuers√ľnder verfolgen und R√ľckst√§nde eintreiben. Auch verkaufte er zwar √∂ffentliche √Ąmter an Meistbietende, anders als seine Vorg√§nger enteignete er aber nie aus blo√üer Geldgier einen politischen Gegner.
      Hatte er zum Beginn seiner Amtszeit noch einen hohen Sanierungsbedarf ermittelt, so hinterließ er bei seinem Tod geordnete Kassen und keine Schulden. Seine Finanzpolitik wurde auch von Sueton und Tacitus gelobt.

      Vespasian, der √∂ffentlich gerne behauptete, sich an der augusteischen Politik zu orientieren, betrieb in Wahrheit die zentralistische des Claudius . Es ging ihm um die Alleinherrschaft, was man schon daran ersehen kann, dass er 73 das Amt des Zensors wieder einf√ľhrte, das er auch zun√§chst selbst bekleidete und das ihm dabei half, die Senatoren zu kontrollieren; ebenso bekleidete er mehrmals das Konsulat. Gleichzeitig schmeichelte er dem Senat damit, dass er regelm√§√üig dessen Sitzungen besuchte, ohne ihm allerdings mehr Rechte einzur√§umen oder darauf zu verzichten, vorsichtig die Gegner seiner Politik aus dem Gremium entfernen zu lassen. Insgesamt unterhielt er jedoch gute Beziehungen zum Senat. Ein Nebeneffekt seiner Politik war, dass die Rekrutierungsbasis f√ľr den Senat verbreitert wurde und immer mehr Senatoren aus den Provinzen stammten, was m√∂gliche Intrigen alteingesessener Senatoren von vornherein erschwerte. Auch betrieb Vespasian geschickte Propaganda, indem er den Zustand des Imperiums in der Zeit Neros dem Neubeginn unter seiner Herrschaft gegen√ľberstellte. Auf M√ľnzen wurde Vespasian etwa als Verteidiger der Freiheit des r√∂mischen Volkes gefeiert.
      Dem Prozessstau, der sich durch den B√ľrgerkrieg gebildet hatte, weil der Senat mit seinen Aufgaben nicht mehr fertig werden konnte, begegnete Vespasian durch eine Verfahrensbeschleunigung. Die Romanisierung des Reiches machte, wie oben schon angesprochen, unter Vespasian einige Fortschritte. Hispanien erhielt sogar das latinische B√ľrgerrecht (ius Latii), eine Vorstufe zum r√∂mischen B√ľrgerrecht. Zur Verwaltung des Reiches legte Vespasian mit den Jahren immer mehr Aufgaben in die Hand seines Sohnes Titus, den er damit systematisch zu seinem Nachfolger aufbaute. Dieses Vorgehen forderte zwar einigen Widerstand heraus, aber nachdem Titus Pr√§torianerpr√§fekt und selbst auch Zensor geworden war, hatte Vespasian Fakten geschaffen, gegen die kein echter Widerstand mehr m√∂glich war. Damit schuf sich Vespasian eine durch famili√§re Bindungen abgesicherte Herrschaftsbasis und musste nicht bef√ľrchten, von einem ehrgeizigen Pr√§torianerpr√§fekten gest√ľrzt zu werden, zumal sich Titus, der milit√§risch begabt war, loyal verhielt, jedoch auch einige menschlichen Schw√§chen offenbarte, ehe er nach dem Tod Vespasians 79 selber Kaiser wurde. Nur Domitian, Vespasians zweiter Sohn, sah sich offenbar zur√ľckgesetzt, verhielt sich aber dennoch treu gegen√ľber seinem Vater.
      Vespasian war gewissenhaft und flei√üig, wenn es um die Regierungsgesch√§fte ging, dar√ľber hinaus aber auch beim Volk beliebt. Er galt als b√ľrgernah und bodenhaftig, zumal er auf Kritik nicht mit der bei seinen Vorg√§ngern √ľblichen Paranoia reagierte, sondern diese zumeist gelassen hinnahm, wenngleich es gerade Widerstand aus philosophisch-intellektuellen Kreisen gab, denen besonders die erkennbare zentralistische Tendenz des Staates missfiel. Dabei manifestierte sich die Opposition vor allem in der Person des Helvidius Priscus , der das (freilich inzwischen anachronistische) Ideal der res publica libera hochhielt. Er wurde zun√§chst nur verbannt, sp√§ter aber hingerichtet (entweder 71, als mehrere kynische Philosophen aus Rom ausgewiesen wurden, oder 74, als es zu einer Ausweisungswelle aus Rom und wohl auch ganz Italien kam). M√∂glicherweise geht die Hinrichtung auf das Konto des Titus, der Helvidius nicht besonders gewogen war. Dennoch f√∂rderte Vespasian auch zahlreiche Gelehrte. So wurde in seiner Regierungszeit der erste Lehrstuhl f√ľr Rhetorik in Rom eingerichtet. Insgesamt ist aus Vespasians Zeit auch nur eine einzige Verschw√∂rung bekannt, die das Ziel hatte, ihn zu beseitigen. Diese wurde im Jahr 79 aufgedeckt. Auch im Privatleben, das sich deutlich von dem Neros oder Caligulas unterschied, galt er als ein zur√ľckhaltender und bescheidener Mann.

      Durch gewaltige √∂ffentliche Investitionen, vor allem auf dem Bausektor, kurbelte Vespasian die Wirtschaft des R√∂mischen Reiches an, zumal von einem princeps Bauvorhaben in der Hauptstadt erwartet wurden. So lie√ü er das Kapitol wiederaufbauen, das w√§hrend der K√§mpfe 69 zerst√∂rt worden war, sowie einen Friedenstempel bauen, den Plinius der √Ąltere unter die Weltwunder einreihte. Am bekanntesten d√ľrfte allerdings das flavische Amphitheater sein, dessen Bau er initiierte und das heute als Kolosseum bekannt ist. Der seinerzeit au√üergew√∂hnlich gro√üe Bau wurde von Vespasian als √∂ffentliches Geb√§ude symbolisch in die Privatg√§rten des Nero platziert, ein Gebiet, das Nero im Stadtzentrum auf Staatskosten zu privaten Zwecken enteignet hatte. Aber auch in den Provinzen, wo neue Stra√üen und Br√ľcken angelegt wurden, entfaltete Vespasian eine rege Baut√§tigkeit.

      Vespasian war in vielerlei Hinsicht anders als seine Vorg√§nger, und anders war auch sein Ende: er starb eines nat√ľrlichen Todes. Er weilte 79 gerade in Kampanien , als er erkrankte und sich zur Kur in ein Heilbad nahe seiner Heimatstadt begab. Dort erlitt er am 23. Juni 79 einen schlimmen Durchfall, der ihn beinahe ohnm√§chtig werden lie√ü. Er versuchte sich noch aufzurichten, was ihm allerdings nicht mehr gelang. Nachfolger wurde ohne Schwierigkeiten sein Sohn Titus , der bald schon als musterg√ľltiger Herrscher galt - √§hnlich wie sein Vater, der das Reich nach den Wirren des Vierkaiserjahrs wieder stabilisiert und gefestigt hatte.

      Sueton und Tacitus beschreiben Vespasian als bescheidenen Mann von mittlerer Gr√∂√üe und kr√§ftiger Erscheinung mit einem allzeit angespannten Gesichtsausdruck. Mit ihrer Herrschaft √§nderten sich meist auch die Abbildungen der Herrscher - noch der 70-j√§hrige Augustus lie√ü sich in Standbildern als jugendlicher Held abbilden. Dagegen zeigen die Abbilder Vespasians wesentlich mehr Realismus und weniger Idealisierung. Vespasian galt als bodenst√§ndig und volksnah, zudem als humorvoll bis zum Zynismus, was die ihm von Sueton zugeschriebenen Zitate verdeutlichen. Als Vespasian erste Anzeichen einer schweren Krankheit bemerkte, die ihm schlie√ülich das Leben kosten sollte, soll er sich √ľber den Divinisierungswahn der R√∂mer lustig gemacht ( Divinisierung = Erhebung eines Toten unter die G√∂tter) und gesagt haben: ‚ÄěWehe, ich glaube, ich werde ein Gott!"


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