Lev Nikolaevich  Tolstoï

Lev Nikolaevich Tolstoï

Male 1828 - 1910  (82 years)    Has more than 100 ancestors and 13 descendants in this family tree.

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  • Name Lev Nikolaevich Tolstoï 
    Relationshipwith Adam
    Born 28 Aug 1828  Yasnaya Polyana, Tula Find all individuals with events at this location 
    Gender Male 
    Died 7 Nov 1910  Astapovo Find all individuals with events at this location 
    • Bahnhof
    Person ID I629924  Geneagraphie
    Last Modified 6 Sep 2008 

    Father Graf Nicolai Il'yich Tolstoï,   b. 26 Jun 1794,   d. 21 Jun 1837, Tula Find all individuals with events at this location  (Age 42 years) 
    Mother Prinzessin Marija Nikolaevna Volkonskaya,   b. 10 Nov 1790,   d. 4 Aug 1830  (Age 39 years) 
    Married 9 Jul 1822 
    Family ID F274483  Group Sheet  |  Family Chart

    Family Sonya Andreyevna Behrs,   b. 22 Aug 1844, Pokrowskoje Find all individuals with events at this location,   d. 4 Nov 1919, Jasnaja Poljana Find all individuals with events at this location  (Age 75 years) 
    Married 23 Sep 1862 
    Children 
     1. Gräfin Alexandra LvovnA Tolstaïa,   b. !(($,   d. Yes, date unknown
     2. Graf Sergey Lvovich Tolstoï,   b. 28 Jun 1863, Jasnaja Poljana Find all individuals with events at this location,   d. Yes, date unknown
     3. Gräfin Tatyana Lvovna Tolstaïa,   b. 1864,   d. Yes, date unknown
     4. Graf Ilya Lvovich Tolstoï,   b. 1866,   d. Yes, date unknown
     5. Graf Lev Lvovich Tolstoï,   b. 1869,   d. Yes, date unknown
     6. Gräfin Maria Lvovna Tolstaïa,   b. 18 Feb 1871, Jassnaja Poljana Find all individuals with events at this location,   d. Yes, date unknown
     7. Graf Pyotr Lvovich Tolstoï,   b. 1872,   d. Yes, date unknown
     8. Graf Nikolai Lvovich Tolstoï,   b. 1874,   d. Yes, date unknown
     9. Gräfin Varvara Lvovna Tolstaïa,   b. 1875,   d. Yes, date unknown
     10. Graf Andrey Lvovich Tolstoï,   b. 1877,   d. Yes, date unknown
     11. Graf Mikhaïl Lvovich Tolstoï,   b. 20 Dec 1879, Moskva, Moskva, Russia Find all individuals with events at this location,   d. Yes, date unknown
     12. Graf Alexei Lvovich Tolstoï,   b. 1881,   d. Yes, date unknown
     13. Graf Ivan Lvovich Tolstoï,   b. 1888,   d. Yes, date unknown
    Last Modified 6 Sep 2008 
    Family ID F274484  Group Sheet  |  Family Chart

  • Photos
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  • Notes 
    • Als er mit neun Jahren Vollwaise wurde, übernahm die Schwester seines Vaters die Vormundschaft. An der Universität Kasan begann er 1844 das Studium orientalischer Sprachen. Nach einem Wechsel zur juristischen Fakultät brach er das Studium 1847 ab, um zu versuchen, die Lage der 350 geerbten Leibeigenen im Stammgut der Familie in Jasnaja Poljana mit Landreformen zu verbessern (Der Morgen eines Gutsbesitzers).
      Militärdienst
      Von 1851 an erlebte er in der zaristischen Armee als Feuerwerker einer Artilleriebrigade die Kämpfe im Kaukasus . Seine Erfahrungen mit jenen, die den Krieg führen müssen, beeinflussten seine frühen Kaukasus-Erzählungen (Der Holzschlag, Der Überfall). Nach Ausbruch des Krimkriegs erlebte er 1854 den Stellungskrieg in der belagerten Festung Sewastopol . Die realistischen Berichte aus diesem Krieg (1855: Sewastopoler Erzählungen) machten ihn als Schriftsteller früh bekannt.
      Pädagogische Reformbestrebungen
      Aus pädagogischem Interesse bereiste er 1857 und 1860/61 westeuropäische Länder. Er besuchte Künstler ( Charles Dickens , Iwan Sergejewitsch Turgenew ) und Pädagogen ( Friedrich Fröbel , Adolph Diesterweg ). Nach der Rückkehr verstärkte er die reformpädagogischen Bestrebungen und richtete Dorfschulen nach dem Vorbild Rousseaus ein. Seit 1855 lebte er abwechselnd auf dem Gut Jasnaja Poljana (Tula), in Moskau und in Sankt Petersburg . Einer dort am Zarenhof lebenden Verwandten (A. A. Tolstaja) schrieb er:
      Wenn ich eine Schule betrete und diese Menge zerlumpter, schmutziger, ausgemergelter Kinder mit ihren leuchtenden Augen … sehe, befällt mich Unruhe und Entsetzen, ähnlich wie ich es mehrmals beim Anblick Ertrinkender empfand. Großer Gott -- wie kann ich sie nur herausziehen? wen zuerst, wen später? … Ich will Bildung für das Volk einzig und allein, um die dort ertrinkenden Puschkins , … Lomonossows zu retten. Und es wimmelt von ihnen an jeder Schule.
      Er strebte dabei nicht vorrangig Auslese an, sondern eine den verschiedenen kindlichen Persönlichkeiten angepasste Bildung. Nachdem die Schule durch die zaristische Verwaltung geschlossen wurde, verfolgte Tolstoi die pädagogischen Ziele weiter. Er schrieb Lesebücher, welche Erzählungen zu Geschichte, Physik, Biologie und Religion enthielten, um Kindern moralische und soziale Werte zu vermitteln. Generationen russischer Kinder erhielten bis in die 1920er-Jahre mit seinem Alphabet die Grundschulbildung. Er hatte damit großen Einfluss auf die Reformbewegungen der Freien Schulen wie Summerhill .
      Im Jahre 1862 heiratete Tolstoi die 18-jährige deutschstämmige Sofia Andrejewna Bers (1844-1919), mit der er insgesamt 13 Kinder hatte. In den folgenden Jahren seiner Ehe schrieb er die monumentalen Romane Krieg und Frieden sowie Anna Karenina , die Tolstois literarischen Weltruhm begründeten. In seinem Tagebuch hatte er Mitte der 1850er-Jahre notiert: Es gibt etwas, was ich mehr als das Gute liebe: Ruhm.
      Tolstoi war überzeugter Vegetarier:
      Fleischessen ist ein Überbleibsel der größten Rohheit. Der Übergang zum Vegetarismus ist die erste und natürlichste Folge der Aufklärung.
      Vom Tiermord zum Menschenmord ist es nur ein Schritt und damit auch von der Tierquälerei zur Menschenquälerei.
      Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.
      Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an.
      Die Zeit des inneren Umbruchs
      Mit dieser großen Anerkennung begann für Tolstoi eine Phase der Orientierungslosigkeit. Er fühlte sich „am Abgrund angelangt". Als Beteiligter an der Volkszählung im Jahr 1882 in Moskau nahm er ein Elend unter den Arbeitern wahr, welches die Armut der Bauern noch übertraf. Tief erschüttert versuchte er der Landflucht entgegenzuwirken, indem er Hilfe für von Missernten betroffene Bauern organisierte. Seine Sinnsuche erstreckte sich auf immer weitere Bereiche. So verzichtete er auf Rauchen, Alkohol und die Jagd („Grausame Vergnügungen"), setzte sich wiederholt und oft erfolgreich für politisch und religiös Verfolgte ein, besuchte wegen Kriegsdienstverweigerung Inhaftierte im Gefängnis und blieb als Autor weiterhin produktiv, unterstützt von seiner Frau, die allein die 1650 Seiten von Krieg und Frieden sieben Mal abgeschrieben haben soll. In der Erzählung Der Leinwandmesser verspottete er aus der Sicht eines Pferdes menschliches Besitzstreben:
      Es gibt Menschen, die ein Stück Land Mein nennen, und dieses Land nie gesehen und betreten haben. Die Menschen trachten im Leben nicht danach zu tun, was sie für gut halten, sondern danach, möglichst viele Dinge Mein zu nennen.
      Seit 1881 hatte er sich intensiv religiösen Fragen zugewandt. In einer Reihe von Gesprächen mit führenden Geistlichen wie dem Metropolit von Moskau sowie auf Reisen zu verschiedenen Kirchen und Klöstern entwickelte er eine Abneigung gegenüber der ihm begegnenden rituellen Form der Religiosität. Dieser und auch der in westlichen Kirchen praktizierten, den Kriegsdienst bejahenden Glaubensausübung stellte er die schlichten Lehren Jesu gegenüber. Hierzu übersetzte er die Evangelien erneut ins Russische. Als Kern betonte er hierbei die Nächstenliebe sowie den Appell, dem Bösen nicht mit Gewalt zu widerstehen.
      Die Verbreitung seiner Anschauungen (Kirche und Staat, Was darf ein Christ und was nicht?) zog den Widerstand politischer und kirchlicher Einrichtungen nach sich.
      Die Zeit der äußeren Konflikte
      Der Achtung im Ausland folgte eine Ächtung im Inland. Seit 1882 unterstand er polizeilicher Überwachung. Meine Beichte sowie Worin mein Glaube besteht wurden mit dem Erscheinen sofort verboten. Über Tolstoi wurde das Gerücht verbreitet, er sei geistesgestört . Als Tolstoi angesichts der Verfolgung seiner Anhänger seine Verantwortung als Urheber betonte, antwortete man: Herr Graf! Ihr Ruhm ist zu groß, als dass unsere Gefängnisse ihn unterbringen könnten! Die Veröffentlichung des Romans Auferstehung führte dazu, dass ihn der Heilige Synod im Februar 1901 exkommunizierte, da er - unter anderem
      als Dreieinigkeit gepriesenen Gott leugne";
      „den von den Toten auferstandenen Gottmenschen Christus leugne";
      „die Jungfräulichkeit Marias vor und nach Christi Geburt leugne";
      „das Geheimnis des Abendmahls lästere"; (Tolstoi verneinte Wunder an sich und insbesondere die Verwandlung des Abendmahlbrotes in den Leib Jesu).
      Tolstoi lehnte sozialistische Bestrebungen im Sinn einer Diktatur des Proletariats ab: „Bislang haben die Kapitalisten geherrscht, dann würden Arbeiterfunktionäre herrschen." Mit seinem moralischen Rigorismus sah er sich in einem Gewissenszwiespalt, vor dem er sich selbst und der reichen Oberschicht, der er entstammte, eine egozentrische und sinnentleerte Lebensweise vorwarf. Seine Haltung führte ihn zur Frage nach beständigen moralischen Werten, die er für sich mit dem Anspruch auf bedingungslose Nächstenliebe und radikale Gewaltlosigkeit beantwortete. Vor diesem Hintergrund galt Tolstoi in seinen späten Jahren als Vertreter eines religiös inspirierten Anarchismus . Dabei galt Tolstois Werk als mit wegbereitend für die Revolution von 1905 . Sein Freund Wladimir Stassow schrieb ihm am 18. September 1906: „Ist die ganze gegenwärtige russische Revolution nicht etwa aus Ihrem feuerspeienden Vesuv hervorgeschossen?"
      Neben staatlichen Willkürmaßnahmen wie der Hausdurchsuchung 1908, bei der alle auffindbaren Texte konfisziert wurden, verschärften sich auch familiäre Konflikte. Da seine Frau den Verzicht auf gemeinsame Besitztümer ablehnte, verließ Lew Tolstoi mit seinem Arzt und seiner jüngsten Tochter die Familie zu einer letzten, spektakulären Reise in Richtung Süden. Auf dieser Reise im offenen Zug holte er sich eine Lungenentzündung, und er starb auf der Reise am 7. November 1910 im Bahnwärterhäuschen von Astapowo (heute zur Oblast Lipezk ) - umlagert von der Weltpresse. Zwei Tage später wurde er in Jasnaja Poljana begraben.
      Werk
      Kindheit (1852)
      Knabenalter (1854)
      Sewastopol (1855/56)
      Der Schneesturm (1956)
      Der Morgen eines Gutsbesitzers (1856)
      Luzern (1857)
      Jünglingsjahre (1857)
      Drei Tode (1859)
      Eheglück (1859)
      Polikuschka (1861)
      Die Kosaken (1863)
      Krieg und Frieden (1868)
      Anna Karenina (1877)
      Ivan der Narr und seine Brüder (1880)
      Kritik der dogmatischen Religion (1881)
      Meine Beichte (1882)
      Übersetzung der vier Evangelien (1883)
      Worin mein Glaube besteht (1883)
      Der Leinwandmesser (1863/1886)
      Die beiden Alten (1885)
      Wieviel Erde braucht der Mensch? (1885)
      Der Tod des Iwan Iljitsch (1886)
      Die Macht der Finsternis (1886)
      Volkserzählungen (1881-1886)
      Das Leben (Tolstoi) (1887)
      Der Teufel (1889)
      Die Kreutzersonate (1891)
      Das Himmelreich in euch (1893)
      Grausame Vergnügungen (1895)
      Herr und Knecht (1895)
      Was ist Kunst? (1898)
      Auferstehung (1899)
      Vater Sergius (1899)
      Krieg und Revolution (1904)
      Für alle Tage (1904)
      Das große Verbrechen (1905)
      Das Ende einer Welt (1906)
      Hadschi Murat (posthum 1912)
      Der lebende Leichnam (posthum 1913)
      Rede gegen den Krieg (1983)
      Die drei Söhne (????)
      Glück der Ehe (????)
    • Tolstoy's great grandmother was Pss Alexandra Ivanovna Shchetinina the wife of Ct Andrey Ivanovich Tolstoy, 1721-1806).
      The Shchetinin family stems from Pr Semyon Fyodorovich Yaroslavsky, nicknamed "Shchetina". Pr Semyon's grandfather was Pr Gleb of Yaroslavl, the grandson of St. David of Yaroslavl.

      According to contemporary chronicles, St. David was born in the Horde from the marriage of Pr Fyodor of Yaroslavl and Anna, a daughter of Tatar Tsar. Later (but rather trustworthy) sources identify Anna's father as khan Nogai, though some modern historians prefer his identification with Mengu Timur. Mengu Timur's grandfather was Batu, the grandson of Genghis Khan. Nogai's grandfather was Teval, the grandson of Genghis Khan.
    • Rozanov's genealogy by Alexandre Rozanov


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