Dr. Uwe Barschel

Dr. Uwe Barschel

Male 1944 - 1987  (43 years)    Has one ancestor but no descendants in this family tree.

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  • Name Uwe Barschel 
    Prefix Dr. 
    Relationshipwith Adam
    Born 13 May 1944  Glienicke/Nordbahn Find all individuals with events at this location 
    Gender Male 
    Died 10-11 Oct 1987  Genève, CH Find all individuals with events at this location 
    Person ID I623652  Geneagraphie
    Last Modified 8 Jul 2008 

    Father Heinrich Barschel,   d. 1 Apr 1945, Berlin, DE Find all individuals with events at this location 
    Siblings 1 sibling 
     1. Eike Barschel,   d. Yes, date unknown
     
    Family ID F271699  Group Sheet  |  Family Chart

    Family Living 
    Last Modified 8 Jul 2008 
    Family ID F271686  Group Sheet  |  Family Chart

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    Link to Google MapsBorn - 13 May 1944 - Glienicke/Nordbahn Link to Google Earth
    Link to Google MapsDied - 10-11 Oct 1987 - Genève, CH Link to Google Earth
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  • Notes 
    • Barschel wuchs gemeinsam mit seinen Geschwistern bei seinen Großeltern in Börnsen bei Hamburg auf. Dort lebten sie in einer Barackenanlage für Flüchtlinge. Die Mutter war als Näherin tätig und überließ deshalb die Erziehung ihren Eltern. Barschels Vater Heinrich, ein Mathematiker, fiel vermutlich am 1. April 1945 in den letzten Kämpfen um Berlin. Er gilt als verschollen.
      Uwe Barschel wurde von seinen Lehrern als auffällig ruhig und ernst beschrieben. Während seiner Schullaufbahn am Otto-Hahn-Gymnasium in Geesthacht strebte er als 17-Jähriger das Amt des Schulsprechers an. Als Schulsprecher lud Barschel Karl Dönitz , den von Hitler ernannten letzten Reichspräsidenten , in die Schule ein und sorgte damit für einen politischen Skandal.
      Nach dem Abitur am Otto-Hahn-Gymnasium in Geesthacht - er wohnte damals in Börnsen - begann Barschel 1964 das Studium der Rechtswissenschaften , Volkswirtschaftslehre , Politologie und Pädagogik in Kiel . Das Studium der Rechtswissenschaften schloss er 1968 mit dem ersten Staatsexamen ab. 1971 folgte das zweite juristische Staatsexamen. 1970 erfolgte seine Promotion zum Dr. iur. mit der Arbeit Theoretische Möglichkeiten und Grenzen der Strafrechtspolitik einer politischen Partei und 1971 die Promotion zum Dr. phil. mit der Arbeit Die Stellung des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein unter besonderer Berücksichtigung der Lehre von der Gewaltenteilung. Seit 1971 war er als Rechtsanwalt zugelassen. 1969-1970 war er als Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Kiel tätig. 1971 wurde er Gerichtsassessor, im Anschluss daran arbeitete er als Rechtsanwalt und Notar.
      Darüber hinaus war Barschel im Vorstand der Hermann-Ehlers-Stiftung tätig, er fungierte als Präsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg und er war Landesvorsitzender des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes . Barschel veröffentlichte neben seiner politischen Tätigkeit zahlreiche Schriften zum öffentlichen Recht und zur politischen Wissenschaft. So zählen unter anderem die folgenden Titel zu seinem Werk: Kommentar zur Landessatzung für Schleswig-Holstein (1976) und Die Staatsqualität der deutschen Länder (1981).
      Justus Frantz , der mit Barschel zusammen das Schleswig-Holstein Musik Festival ins Leben gerufen hatte, erinnert sich laut Baentsch daran, dass Barschel plante, sich Mitte der 1987 beginnenden Legislaturperiode von der Politik zurückzuziehen und in die Wissenschaft zu gehen. Er hatte seine Habilitationsschrift bereits fast fertig gestellt.
      Barschel war seit 1960 Mitglied der Jungen Union und seit 1962 auch der CDU. Von 1967 bis 1971 war er Landesvorsitzender der Jungen Union in Schleswig-Holstein. 1969 wurde er Stellvertretender Landesvorsitzender der CDU. Von 1973 bis 1981 war er Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Herzogtum Lauenburg .
      Von 1970 bis 1974 war er Mitglied im Kreistag des Kreises Herzogtum Lauenburg und bis 1972 zugleich Kreisrat.
      Von 1971 bis zu seinem Tode war Barschel Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein . In der Zeit von 1971 bis 1973 war Barschel als Parlamentarischer Vertreter des Kultusministers und Regierungsbeauftragter für Jugend und Sport tätig. Hier war er von 1973 bis 1979 Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion.
      Am 1. Januar 1979 wurde er von Ministerpräsident Gerhard Stoltenberg zum Finanzminister ernannt. Nach der Landtagswahl im Frühjahr 1979 übernahm er am 1. Juli 1979 das Amt des Innenministers des Landes Schleswig-Holstein. Im Jahr 1979 übernahm Barschel die Vertretung Schleswig-Holsteins im Bundesrat. Ein Jahr darauf saß er als Abgeordneter in der Nordatlantischen Versammlung . Es folgte in den Jahren 1981 und 1982 der Vorsitz der Innenministerkonferenz. Im Anschluss daran leitete er 1982/83 als Vorsitzender die Ministerkonferenz.
      Nachdem Gerhard Stoltenberg am 4. Oktober 1982 zum Finanzminister in der von Bundeskanzler Helmut Kohl geleiteten Bundesregierung ernannt worden war, wurde Barschel am 14. Oktober 1982 als sein Nachfolger zum Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein gewählt. Bei den Landtagswahlen 1983 konnte die CDU unter seiner Führung mit 49 Prozent der Stimmen die absolute Mandatsmehrheit verteidigen, obwohl die SPD auf 43,7 Prozent zulegte.
      1985 war Barschel Gründungsmitglied und Mitinitiator des seit 1986 jährlich stattfindenden, über die Landesgrenzen hinaus beachteten Schleswig-Holstein Musik Festivals , bei dessen Gründungsveranstaltung der Politiker an der Aufführung des Karneval der Tiere von Saint-Saëns neben den Musikern um Hauptinitiator Justus Frantz selbst als Erzähler mitwirkte. 1986 erhielt Barschel den Medienpreis Bambi .
      Am 31. Mai 1987, kurz vor Beginn des Wahlkampfs für die Landtagswahl 1987, überlebte Barschel einen Flugzeugabsturz auf dem Flughafen Lübeck -Blankensee nur knapp.

      Am Samstag vor der Landtagswahl, dem 13. September 1987, wurde bekannt, dass Der Spiegel in seiner am Montag nach der Wahl erscheinenden Ausgabe berichten werde, dass Barschel eine Verleumdungskampagne gegen seinen Herausforderer Björn Engholm initiiert habe. Der Spiegel stützte sich dabei auf Informationen des wegen Verleumdung vorbestraften Medien-Referenten Reiner Pfeiffer , der Ende 1986 vom Axel-Springer-Verlag als Medienreferent an die Kieler Landesregierung vermittelt worden war. Am Tag darauf verlor die CDU, die 1983 noch 49,0 % erreicht hatte, bei der Wahl ihre absolute Mehrheit und wurde mit 42,6 Prozent der Stimmen nur noch zweitstärkste Kraft hinter der SPD, die 45,2 Prozent der Stimmen erzielen konnte.
      Der sich nun entwickelnde Skandal erlangte als Barschel- bzw. Barschel-Pfeiffer-Affäre oder Waterkantgate Bekanntheit. In einer Stellungnahme vier Tage nach der Wahl erklärte Barschel:
      diese Ihnen gleich vorzulegenden Eidesstattlichen Versicherungen hinaus gebe ich Ihnen, gebe ich den Bürgerinnen und Bürgern des Landes Schleswig-Holsteins und der gesamten deutschen Öffentlichkeit mein Ehrenwort - ich wiederhole - ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, dass die gegen mich erhobenen Vorwürfe haltlos sind."
      Wegen der ungeklärten Affäre wurden die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und FDP zu Sondierungsgesprächen herabgestuft. Die FDP betonte, „mit der CDU zu verhandeln", nicht mit Uwe Barschel. Auf Grund zunehmenden Drucks aus seiner Partei trat Barschel schließlich am 2. Oktober 1987 als Ministerpräsident zurück. Die Landesregierung wurde daraufhin kommissarisch von seinem bisherigen Stellvertreter Henning Schwarz geleitet. Zur Aufklärung der Affäre wurde vom Landtag Schleswig-Holstein ein Untersuchungsausschuss eingesetzt, der in monatelanger Arbeit die Vorgänge des Jahres 1987 aufarbeitete. Allerdings konnte eine vollständige Aufklärung trotz der umfangreichen Anstrengungen auch in diesem Ausschuss nicht erreicht werden.
      Björn Engholm wurde einige Jahre später im Zusammenhang mit der Schubladen-Affäre selbst der Unwahrheit überführt und musste zurücktreten. Ihm wurde angelastet, dass er früher als zugegeben von Kontakten von Vertretern der SPD mit Reiner Pfeiffer wusste. Diese zweite Affäre wurde von einem zweiten Untersuchungsausschuss untersucht, der die Ergebnisse des ersten in großen Teilen revidierte. So wurde unter anderem die Glaubwürdigkeit des Kronzeugen Pfeiffer sowohl von Seiten der Staatsanwaltschaft als auch von Seiten des Untersuchungsausschusses grundsätzlich in Zweifel gezogen. Im Ergebnis stellte der zweite Untersuchungsausschuss fest, dass eine Verstrickung des Ministerpräsidenten nicht zu beweisen sei. Es sei nicht nachweisbar, dass Uwe Barschel selbst von den Aktivitäten seines Referenten wusste, sie billigte oder gar initiierte. Er habe jedoch zu seiner Verteidigung Mitarbeiter zu falschen, auch eidesstattlichen, Aussagen gedrängt.
      Am 11. Oktober 1987, einen Tag bevor Barschel vor dem Untersuchungsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtages aussagen sollte, wurde Uwe Barschel um 12:43 Uhr vom Stern -Reporter Sebastian Knauer, der zusammen mit dem Fotografen Hanns-Jörg Anders Barschel aufsuchen wollte, tot und vollständig bekleidet in der Badewanne seines Zimmers 317 im Hotel Beau-Rivage in Genf aufgefunden. Die Todesumstände und Hintergründe sind bis heute weitgehend ungeklärt und umstritten.
      In der Leiche von Barschel, der seit 1980 in zunehmend stärkeren Dosen das Beruhigungsmittel Tavor zu sich nahm, fand man insgesamt acht Medikamente, vor allem Cyclobarbital , Pyrithyldion , Diphenhydramin und Perazin , also eine Mischung aus hochwirksamen Sedativa, einem Antiemetikum und einem Neuroleptikum . Laut Gutachten des Zürcher Toxikologen Hans Brandenberger stellt die Konzentrationsverteilung der Substanzen im Magen, Blut und Urin Barschels einen Beweis für Fremdeinwirken dar. Die Untersuchung ergab, dass sich das Cyclobarbital noch in der Anflutungsphase befand, während die anderen Beruhigungsmittel bereits ihre Wirkung entfaltet hatten. Barschel könne nicht zunächst die stark sedierenden Substanzen und dann nachträglich das tödliche Cyclobarbital zu sich genommen haben. Daher geht Brandenberger davon aus, dass diese Substanzen Barschel im bewusstlosen Zustand von einer anderen Person verabreicht wurde. Andere von der Staatsanwaltschaft eingeholte Gegengutachten kamen jedoch „zu dem Ergebnis, dass die Reihenfolge der Einnahme der verschiedenen Medikamente nicht mehr exakt feststellbar sei und selbst dann, wenn Zyklobarbital zuletzt eingenommen worden sei, sich nicht feststellen ließe, dass Dr. Barschel zu diesem Zeitpunkt handlungsunfähig gewesen sei". Zugunsten der Suizidthese wird auch eingewendet, dass die eingenommenen Medikamente und das Liegen in einer gefüllten Badewanne einer Anleitung zum Suizid entsprächen, die von der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben herausgegeben worden war. Das Schlafmittel Pyrithyldion war seit 1983 in Deutschland nicht mehr zugelassen und soll 1987 in Deutschland, der Schweiz und Gran Canaria nicht mehr erhältlich gewesen sein, wohl aber in Dänemark (also nicht weit vom Amtssitz Barschels)und der DDR , in die Barschel des öfteren gereist war. Die Hintergründe dieser Reisen sind bis heute nicht vollständig geklärt.
      Die Schweizer Polizei stellte zwar Medikamentenverpackungen im Hotelzimmer sicher, warf sie aber später offenbar weg. Dies ist nicht die einzige Ermittlungspanne. Die polizeiliche Kamera, mit der der Tatort fotografiert wurde, stellte sich im Nachhinein als defekt heraus, so dass alle Bilder unscharf waren und die einzigen überlieferten verwertbaren Fotos von dessen ursprünglichem Zustand die der Stern-Reporter sind.
      Während alle offiziellen Ermittlungen in der Schweiz und in Deutschland letztlich die Selbsttötung nicht widerlegen konnten, bleibt der Mordverdacht gemäß der Staatsanwaltschaft Schleswig-Holstein weiter bestehen.
      Die Spurenlage am Tatort lässt Raum für Zweifel an einem Suizid :
      Barschel bestellte beim Zimmerservice eine Flasche 85er Beaujolais "Le Chat-Botté". Die gegen 18:30 Uhr mit zwei Gläsern - wie in diesem Hotel üblich - auf das Zimmer geliefert wurde. Die gelieferte Flasche war nach dem Tod Barschels nicht auffindbar. Eines der Gläser wurde zerbrochen vorgefunden, das andere war ausgespült worden.
      Nach Aussage des deutschen Oberstaatsanwalts Heinrich Wille war ein aus der Minibar des Hotelzimmers stammendes Whiskyfläschchen ausgespült worden. Zudem wurde nachgewiesen, dass die Flasche Diphenhydramin enthalten hatte.
      Im Flur des Hotelzimmers wurde ein ausgerissener Hemdknopf gefunden, mit sämtlichem Garn in allen vier Knopflöchern. Die Krawatte Barschels war jedoch in einer Form gebunden, die es unwahrscheinlich erscheinen lässt, dass der Knopf abgerissen wurde, während Barschel selbst seinen Kragen zu weiten versuchte.
      Die Lage der Schuhe Barschels war ungewöhnlich. Der rechte Schuh lag gebunden im Flur des Hotelzimmers vor der Zwischentür zum Zimmer, der andere nass und geöffnet vor der Badewanne. Im vorderen Bereich des im Badezimmer aufgefundenen Schuhs wurde Dimethylsulfoxid nachgewiesen. Der Badewannenvorleger wies einen großen Fleck auf, der von Abfärbungen dieses Schuhs verursacht worden ist.
      Auch ein vorgefundenes Handtuch war mit Dimethylsulfoxid - einem Mittel, welches unter anderem ermöglicht, eine beliebige andere Substanz durch die Haut aufzunehmen - verunreinigt. Das Tuch lag in der Kofferablege-Nische neben dem Koffer an der Eingangstüre und nicht im Badezimmer. Oberstaatsanwalt Wille ist der Meinung, dass dieses Handtuch dort von einem Täter hingeworfen wurde, der sonst im Hotelflur mit einem Handtuch sofort aufgefallen wäre.
      Auf der Badewannenvorlegematte fand sich eine Spur, die verschiedentlich als nicht von Barschel stammender Abdruck eines Schuhs interpretiert wird.
      Bei der Obduktion der Leiche wurde ein Hämatom auf der rechten Stirnseite festgestellt, welches eventuell durch Gewaltanwendung entstanden sein könnte.
      Befürworter der Suizidthese schließen demgegenüber nicht aus, dass Barschel - möglicherweise mit Helfern - gezielt falsche Spuren gelegt hat oder legen ließ.
      Aus Zweifel an der Suizid-Version und auf Betreiben der Barschel-Familie hat die Lübecker Staatsanwaltschaft im Jahr 1995 ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen Verdachts des Mordes an Dr. Dr. Uwe Barschel eingeleitet. Die Ermittlungen wurden jedoch 1998 auf Anordnung der dem Landesjustizministerium unterstellten Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig eingestellt. Heinrich Wille , Leiter der Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Lübeck , bejahte allerdings weiterhin den Anfangsverdacht für Mord .
      In Zusammenarbeit mit dem Spiegel wollte Oberstaatsanwalt Wille ein Buch über diesen bis heute nicht aufgeklärten Fall schreiben. Den Antrag für eine genehmigungspflichtige Nebentätigkeit lehnte Generalstaatsanwalt Erhard Rex jedoch ab mit der Begründung, es sei nicht angemessen, dass Staatsanwälte dienstlich erworbenes Wissen zu ihrem finanziellen Vorteil privat vermarkteten. Wille fasste sein Wissen trotzdem in einem Buch zusammen, doch auf den Markt bringen darf er es vorerst nicht. Wille sieht bei diesem Thema ein öffentliches Interesse an einer Veröffentlichung und verweist auf Klaus Pflieger , den Generalstaatsanwalt in Stuttgart, der zur RAF und zur Schleyer-Entführung publizieren durfte. Er hat Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Einen Antrag Willes auf Erlass einer einstweiligen Anordnung , das Buch vor einer Entscheidung im Hauptverfahren erscheinen zu lassen, lehnte das Bundesverfassungsgericht ab. Gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Schleswig, dass das Buch Willes erscheinen dürfe, hat Generalstaatsanwalt Erhard Rex Berufung eingelegt.
      Die ungeklärten Todesumstände haben zu einer Reihe von Spekulationen und Verschwörungstheorien geführt.
      Im Gegensatz zu den meisten Politikern der damaligen Bundesrepublik reiste Barschel mehrfach in die DDR und die Tschechoslowakei. Dies wurde als Hinweis auf verschiedene denkbare Verstrickungen im Ost-West-Konflikt gedeutet.
      Victor Ostrovsky , ein in Kanada lebender ehemaliger Agent des israelischen Geheimdienstes Mossad , behauptete in seinem Buch Geheimakte Mossad, Barschel sei Opfer eines Mossad-Tötungskommandos gewesen, weil er sich 1987 der Abwicklung geheimer Waffengeschäfte zwischen Israel und dem Iran im Transit über Schleswig-Holstein widersetzt habe und mit seinem Wissen über die Angelegenheit an die Öffentlichkeit zu gehen drohte. Ostrovsky wurde jedoch schon 1986, also geraume Zeit vor Barschels Tod, aus den Diensten des Mossad entlassen. Auch Abu l-Hasan Banisadr , bis zu seiner Absetzung 1981 Präsident des Iran, ist davon überzeugt, dass Barschel „eine wichtige Rolle im Waffenhandel mit dem Iran gespielt" hat.
      Der südafrikanische Waffenhändler Dirk Stoffberg sagte 1994 in einem Interview aus, dass ein ihm bekannter Agent des CIA Barschel getötet hätte, bevor dieser nach Kanada hätte auswandern können. Eine diesbezügliche Absicht Barschels war bis dahin allgemein kaum bekannt. Kurz danach starb Stoffberg mit seiner Freundin unter nicht geklärten Umständen; die offizielle Version lautete auf Doppelselbstmord.
      Schleswig-Holsteins Generalstaatsanwalt Erhard Rex hat die These, wonach Barschel in Waffengeschäfte verstrickt und in diesem Zusammenhang ermordet worden sei, Ende Oktober 2007 in einer Dokumentation ausdrücklich für nichtig erklärt


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