Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge

Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge

Male 1752 - 1796  (43 years)    Has more than 100 ancestors and one descendant in this family tree.

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  • Name Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge 
    Prefix Freiherr 
    Relationshipwith Adam
    Born 16 Oct 1752  Bredenbeck Find all individuals with events at this location 
    Gender Male 
    Died 6 May 1796  Bremen, DE Find all individuals with events at this location 
    Person ID I530121  Geneagraphie
    Last Modified 11 Jun 2007 

    Father Freiherr Philipp Carl Ernst Knigge,   b. 1723,   d. 11 Oct 1766  (Age 43 years) 
    Mother Freiin Louise Wilhelmine Knigge,   b. 1730,   d. 8 Jul 1763  (Age 33 years) 
    Family ID F218177  Group Sheet  |  Family Chart

    Family Henriette von Baumbach,   d. Yes, date unknown 
    Married 1773 
    Children 
     1. Philippine Auguste Knigge,   b. 25 Nov 1775,   d. 10 Dec 1841  (Age 66 years)
    Last Modified 11 Jun 2007 
    Family ID F218180  Group Sheet  |  Family Chart

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  • Notes 
    • Adolphs Eltern waren miteinander verwandt, so dass
      Adolphs Mutter zugleich seine Cousine 2. Grades,
      sein Vater zugleich sein Onkel war

      Das Rittergut Bredenbeck, auf welchem Knigge geboren wird, befindet sich bereits seit Anfang des 14. Jahrhunderts im Besitz der Familie. Der Urgroßvater Adolphs, Friedrich Ulrich von Knigge, tut sich als Kaiserlicher Obrist zu Ross sowie KurfĂŒrstlich kölnischer und KurfĂŒrstlich sĂ€chsischer Kriegsrat in den TĂŒrkenkriegen hervor und wird hierfĂŒr im Jahr 1665 von Kaiser Leopold zusammen mit seinem Bruder Jobst Hilmar in den Reichs- und erblĂ€ndisch österreichischen Freiherrenstand erhoben.
      1763
      Die Mutter Knigges stirbt am 8. Juli mit nur 33 Jahren. Sie wird spĂ€ter als „hĂ€uslich, sparsam, sanft und verstĂ€ndig" charakterisiert. Knigge selber schreibt ĂŒber seine frĂŒhe Kindheit: „Ich war in der ersten Erziehung ein wenig verzĂ€rtelt und durch große Aufmerksamkeit , deren man meine kleine Person frĂŒh gewĂŒrdigt hatte, gewöhnt worden, sehr viel RĂŒcksichten von anderen Leuten zu fordern" .
      1765
      Knigge wird in das Erziehungsinstitut des hannoverschen KammersekretĂ€rs Augspurg gegeben. Er wird von Johann August Schlegel konfirmiert, dem Vater der BrĂŒder Johann August Wilhelm und Friedrich Schlegel.
      1766
      Am 11. Oktober, kurz vor Knigges 14. Geburtstag, stirbt auch der Vater im Alter von 43 Jahren. Dieser hat von seinem Sohn offenbar keine besonders hohe Meinung gehabt, jedenfalls schreibt die Tochter Adolphs in ihrer 1823 erschienenen kurzen Biographie ĂŒber ihren Vater, dass „der alte Knigge sich ĂŒberhaupt wenig um die Erziehung des Sohnes, den er fĂŒr einen Dummkopf hielt, bekĂŒmmerte". Ganz so schlecht kann die frĂŒhe Erziehung Knigges in seinem Elternhaus nicht gewesen sein, vor allem verschaffte ihm eine frĂŒhe und nachhaltig wirkende Begegnung mit der Freimaurerei, der sein Vater anhing.

      Der Vater war ĂŒberhaupt offenbar eine höchst originelle Gestalt, zugleich fortschrittlich - er ließ sich ohne weiteres von bĂŒrgerlichen Professoren die DoktorwĂŒrde verleihen - und altmodisch, in seiner Lebensweise offenbar noch stark der barocken Prachtentfaltung verhaftet. Die große Lebensfreude war offenbar auch der Grund, warum Adolph nicht in den Genuss seines Erbes kommen konnte.
      Philipp Carl Ernst hinterlĂ€sst seinem Sohn neben„ der goldenen Uhr und dem SchreibbĂŒro rund 130.000 Reichstaler Schulden. Die GlĂ€ubiger des Vaters setzen durch, dass das Rittergut Bredenbeck unter Zwangsverwaltung kommt - eine Zwangsversteigerung oder Ă€hnliches ist nicht möglich, da das Gut zum damaligen Zeitpunkt nicht persönliches Eigentum des Gutsherrn, sondern als Lehen an die Familie gebunden war. Sequester wird der hannoversche Anwalt Siegmund Christian Vogel, mit welchem Knigge zeitlebens erbitterte KĂ€mpfe und Prozesse um die Verwaltung fĂŒhrt. Aus den ErtrĂ€gen seiner GĂŒter erhĂ€lt Knigge eine jĂ€hrliche Apanage von 500 Reichstalern. Mit dieser fĂŒr einen jungen Mann seines Standes mageren finanziellen Ausstattung blieb er bei seinem Erzieher Augspurg, zu seinen VormĂŒndern wurden zwei hannoversche GeheimrĂ€te bestellt.
      1769
      Am 23. Oktober 1769 immatrikulierte Knigge sich an der UniversitĂ€t Göttingen fĂŒr ein Studium der Rechtswissenschaften. Er wohnte im Hause des Verlegers Johann Christian Dieterich und war so ein Hausgenosse von Georg Christoph Lichtenberg. Diese Begegnung hat im Werk Lichtenbergs keine Spuren hinterlassen, was daran liegen mag, dass dieser 10 Jahre Ă€lter war als Knigge und schon kurz nach dessen Einzug bei an der UniversitĂ€t Göttingen eine außerordentliche Professur erhielt.
      1771
      Knigge besuchte die Schwester seiner Mutter, Juliane Ernestine v. Althaus, die mit dem LandgrĂ€flich hessen-kasselischen Geheimrat und Minister Moritz Wilhelm von Althaus verheiratet war. Durch ihre Intervention gelang es, Knigge eine bezahlte und standesgemĂ€ĂŸe Stellung zu erlangen: am 19. MĂ€rz 1771 ernannte Landgraf Friedrich II. von Hessen Kassel ihn zum Hofjunker und kurz darauf zum Assessor der Kriegs- und DomĂ€nenkammer, was man als das Wirtschaftsministerium der Landgrafschaft bezeichnen kann. Zum Abschluss seines Studiums erhielt Knigge noch ein Jahr Urlaub, so dass er wieder nach Göttingen zurĂŒckkehrte und sich vor allem wirtschaftswissenschaftlichen Themen widmete

      BerufstÀtigkeit
      1771 wurde Knigge vom Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Kassel zum Hofjunker und Assessor der Kriegs- und DomĂ€nenkammer zu Kassel ernannt. Dieses Amt bekleidete er nur kurz, weil er sich „durch amtliche und gesellige Misshelligkeiten unmöglich machte". 1773 erzwang die LandgrĂ€fin Maria von Hannover seine Heirat mit ihrem HoffrĂ€ulein Henriette von Baumbach, das er kurz zuvor durch den als Scherz gemeinten Diebstahls eines Schuhs bei Hofe bloßgestellt hatte. Knigge zog mit ihr und der 1774 geborenen Tochter Philippine Auguste auf das Gut Baumbach in Nentershausen . 1776 erhielt er eine weitere Anstellung an einem FĂŒrstenhof. Herzog Carl August von Sachsen-Weimar ernannte ihn zum weimarischen Kammerherrn, wo er „als gern gesehener Kurzweilmacher viel am dortigen Hofe verkehrte". Das Dasein eines Höflings war dem Freigeist Knigge aber zuwider, in seinem 1785 abgeschlossenen satirischen Roman Geschichte Peter Clausens goß er Hohn und HĂ€me ĂŒber die seiner Meinung nach „erbĂ€rmlichsten Hofschranzen" und das ganze „Hofgeschmeisse". Ab 1780 lebte Knigge daher in Frankfurt am Main , um sich seinen schriftstellerischen Projekten und der Arbeit in verschiedenen Logen und GeheimbĂŒnden zu widmen. 1783 zog er nach Heidelberg , spĂ€ter ging er nach Hannover zurĂŒck, um sich um seine GĂŒter zu kĂŒmmern. Von 1790 an lebte er bis zu seinem Tode in Bremen , wo er aus Geldnot das Amt eines Oberhauptmanns der großbritannisch-hannoverschen Regierung ĂŒbernahm. Ab 1795 fesselten ihn Nervenfieber und Gallensteine ans Bett.

      1796 verstarb Knigge vierundvierzigjĂ€hrig ohne mĂ€nnliche Nachkommen. Der Levester Familienzweig der Knigges wurde Lehnsnachfolger und ĂŒbernahm die Burg, die heute als Gutshof im Besitz der Familie Knigge steht.

      Logen und Orden
      Knigge schloss sich 1773 der Strikten Observanz an, aufgrund seiner begrenzten finanziellen Mittel gelang es ihm allerdings nicht, in den engeren FĂŒhrunsgzirkel des elitĂ€ren Ordens aufzusteigen. In Kassel wurde Knigge in die Freimaurerloge Zum gekrönten Löwen aufgenommen. In Hanau war er Mitglied der Loge Wilhelmine Caroline. Als Eques a cygno (lat.: Schwanenritter) korrespondierte er mit deren FĂŒhrern und mit denen der Rosenkreuzer . Im Dienst der Freimaurerei war er viel auf Reisen. Auf den Konventen der Strikten Observanz in Braunschweig, WolfenbĂŒttel und Wilhelmsbad setzte er sich fĂŒr Reformen ein. Über Marquis Constanzo schloss er sich 1780 unter dem Decknamen „ Philo " zusĂ€tzlich dem radikalaufklĂ€rerischen Illuminatenorden an. Knigge hatte den Auftrag, den Orden in Norddeutschland aufzubauen, wobei es dem rastlosen und geschickten Organisator gelang, rund 500 Mitglieder anzuwerben, in der Hauptsache Adlige und Intellektuelle. Durch den von Knigge angeworbenen Johann Christoph Bode wurde sogar Johann Wolfgang Goethe gewonnen. Nach heftigen MachtkĂ€mpfen mit Bode und OrdensgrĂŒnder Adam Weishaupt wurde Knigge jedoch schon 1784 wieder ausgeschlossen. RĂŒckblickend meinte er, die von ihm erhoffte „Erneuerung des geistigen Lebens der Nation" durch den Orden sei nicht durchfĂŒhrbar gewesen. Zudem war er an der Ausarbeitung der Grundlagen des Ekklektischen Bundes beteiligt. Zeit seines Lebens befasste sich Knigge mit verschiedenen Projekten egalitĂ€rer MĂ€nner- und FreundschaftsbĂŒnde; noch kurz vor seinem Tode entwarf er 1795 das Manifest eines Patriotischen Bundes. Diese vielfĂ€ltigen TĂ€tigkeiten, vor allem die prominente Rolle, die er im kurz nach seinem erzwungenen Austritt aufgelösten Illuminatenorden gespielt hatte, machten Knigge nach der Französischen Revolution der Obrigkeit verdĂ€chtig. Er galt als gefĂ€hrlicher Demokrat und Jakobiner . 1796 schickte ihm die Wiener Geheimpolizei 1796 unter dem Namen des Ex-Illuminaten Aloys Blumauer gefĂ€lschte Briefe, in der Hoffnung, aus Knigges Antwortschreiben Einblick in das Netzwerk der deutschen AnhĂ€nger der Französischen Revolution zu erhalten.

      den Umgang mit Menschen

      1788 erschien die erste Ausgabe seines wohl bekanntesten Werkes den Umgang mit Menschen (heute einfach kurz als Knigge bekannt). Knigge beabsichtigte damit eine AufklĂ€rungsschrift fĂŒr TaktgefĂŒhl und Höflichkeit im Umgang mit den Generationen, Berufen, Charakteren, die einem auch EnttĂ€uschungen ersparen sollte. Man kann seine durchdachten und weltkundigen ErlĂ€uterungen sehr wohl als angewandte Soziologie wĂŒrdigen, was in den Abschnitten Über den Umgang mit Kindern, Über den Umgang mit Ärzten, Über den Umgang mit JĂ€hzornigen, Über den Umgang mit Schurken und nicht zuletzt Über den Umgang mit sich selbst deutlich wird.

      Der Wandel des VerstĂ€ndnisses von Knigges „Umgang"
      IrrtĂŒmlicherweise wurde dieses Buch spĂ€terhin als Benimmbuch missverstanden, oft nur nach Hörensagen. Dieses MissverstĂ€ndnis verstĂ€rkte bereits der Verlag, indem er nach dem Tode von Knigge das Werk um Benimmregeln erweiterte. Außerdem ist bekannt, dass etwa alle zehn Jahre eine neue Ausgabe herausgegeben wurde - hauptsĂ€chlich mit Kleiderregeln. Heute erwartet man von einem „Knigge" meist Hinweise, wie man Rot- zu WeißweinglĂ€sern beim gedeckten Tisch zueinander gruppiert; derlei ĂŒberging Knigge selbst jedoch völlig.
      Der Nachfahre Moritz Freiherr Knigge gab im Jahre 2004 in der Intention einer zeitgemĂ€ĂŸen Adaption eine moderne Fassung des bekanntesten Werkes unter dem Titel „Spielregeln. Wie wir miteinander umgehen sollten" heraus.

      Werke
      Allgemeines System fĂŒr das Volk. Zur Grundlage aller Erkenntnisse fĂŒr Menschen aus allen Nationen, StĂ€nden und Religionen in einem Auszuge heraus gegeben. Nicosia.1873, [o.O. 1778]
      Der Roman meines Lebens, 1781-1887, 4 BĂ€nde
      Geschichte Peter Clausens, 1783-1785, 3 BĂ€nde
      Über den Umgang mit Menschen, 1788
      (daraus:) Über den Umgang unter Freunden. In: Klaus-Dieter Eichler (Hrsg.): Philosophie der Freundschaft. Reclam, Leipzig 1999, ISBN 3-379-01669-1 , S. 118-126.
      Geschichte des armen Herrn von Mildenburg , 1789
      Benjamin Noldmann's Geschichte der AufklÀrung in Abyssinien , oder Nachricht von seinem und seines Herrn Vetters Aufenthalte an dem Hofe des grossen Negus, oder Priesters Johannes. Göttingen 1791, 2 BÀnde gutenberg.spiegel.de Onlineausgabe
      Des seligen Herrn Etatsrats Samuel Konrad von Schafskopf hinterlassene Papiere. 1792
      Die Reise nach Braunschweig . 1792
      Josephs von Wurmbrand, Kaiserlich abyssinischen Ex=Ministers, jezzigen Notarii caesarii publici in der Reichsstadt Bopfingen, politisches Glaubensbekenntniss, mit Hinsicht auf die französische Revolution und deren Folgen. Frankfurt und Leipzig 1792
      Reise nach Fritzlar im Sommer 1794. 1795
      Benjamin Noldmanns Geschichte der AufklÀrung in Abessynien. neu herausgegeben von Asfa-Wossen Asserate , Eichborn-, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3821845694 .
      [Kompositionen] Konzert fĂŒr Fagott, Streicher und Basso continuo F-Dur, 1776; Sechs Sonaten fĂŒr Klavier, 1781; Zwei Klavierlieder: Der stille Abend kömmt herbei und Ergreift das Werk, ihr guten Kinder, 1785/86


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