Willy Sachs

Willy Sachs

Male 1896 - 1958  (62 years)    Has 6 ancestors and 12 descendants in this family tree.

Personal Information    |    Notes    |    All

  • Name Willy Sachs 
    Relationshipwith Francis Fox
    Born 23 Jul 1896  Schweinfurt Find all individuals with events at this location 
    Gender Male 
    Died 19 Nov 1958  Oberaudorf Find all individuals with events at this location 
    Person ID I372298  Geneagraphie
    Last Modified 26 Aug 2010 

    Father Ernst Sachs,   d. Yes, date unknown 
    Mother Betty Höpflinger,   b. 1875 
    Family ID F147425  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 1 Eleonore von Opel,   d. Yes, date unknown 
    Married 1925 
    Divorced 1935 
    Children 
    +1. Ernst Wilhelm Sachs,   b. 23 Apr 1929, Schloss Mainberg Find all individuals with events at this location,   d. 11 Apr 1977, Val-d'Isère Find all individuals with events at this location  (Age 47 years)
     2. Fritz Gunter Sachs,   b. 14 Nov 1932, Schloss Mainberg, Schweinfurt Find all individuals with events at this location,   d. 07 May 2011, Gstaad Find all individuals with events at this location  (Age 78 years)
    Last Modified 8 May 2011 
    Family ID F147424  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 2 Ursula Prey 
    Married 1937 
    Divorced 1947 
    Last Modified 26 Aug 2010 
    Family ID F680484  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 3 Katharina Hirnböck 
    Children 
     1. Peter Sachs,   b. 1950
    Last Modified 8 May 2011 
    Family ID F680485  Group Sheet  |  Family Chart

  • Notes 
    • Der einzige Sohn des Schweinfurter Industriellen Ernst Sachs. Nach mehrjähriger Praktikantenzeit bei verschiedenen internationalen Unternehmen wurde Sachs 1923 Vorstandsmitglied und war nach dem Tode seines Vaters ab 1932 Alleininhaber der Fichtel & Sachs AG in Schweinfurt. Zeitlebens verstand sich Sachs als fürsorglicher Patriarch, den eine oftmals spontane Großzügigkeit kennzeichnete. Der impulsive, gelegentlich auch etwas tollpatschige Erbe sah es als seine Lebensaufgabe, das Werk des Vaters an die nächste Generation weiterzugeben. Von den Talenten des Vaters hatte er jedoch wenig geerbt. Er führte zwar den Titel ?Generaldirektor", tatsächlich lag die Leitung der Firma mit ihren 1939 über 7.000 Beschäftigten aber in den Händen loyaler Direktoren wie Heinz Kaiser, Rudolf Baier und Michael Schlegelmilch. Schon früh nutzte er die Jagd, Frauen und den Alkohol als Fluchtpunkte. Die rauschenden Feste auf Schloß Mainberg und auf der Rechenau sind legendär. ?Wo eine Gaudi war, war der Konsul dabei", heißt es später. Den Titel eines königlich schwedischen Konsuls verdankte er den Beziehungen seines Vaters, der 1929 die Wälzlagerfertigung des Unternehmens an die Svenska Kullagerfabriken (SKF) verkauft hatte.

      1933 wurde er Mitglied der SS (Mitgliedsnummer 87.064) und der NSDAP. Heinrich Himmler verlieh ihm Orden und Ehrentitel (1943 SS-Obersturmbannführer) und half nach der Scheidung von Elinor von Opel beim Kampf um das Sorgerecht für die Kinder, im Gegenzug flossen mehrere hunderttausend Mark an Spenden. Hermann Göring war Gast bei Sachs-Jagden in Mainberg und auf der Rechenau; Reinhard Heydrich erhielt ein Darlehen von Sachs. Zweifellos berauschte er sich an der Nähe zu den Nazi-Größen. Gleichwohl bescheinigte man ihm intern, von weltanschaulichen Dingen keine Ahnung zu haben und den Anforderungen an einen NS-Betriebsführer nicht zu genügen.

      Im Mai 1945 wurde Sachs von US-amerikanischem Militär in Oberaudorf verhaftet und bis Februar 1947 interniert. Im Entnazifizierungsverfahren stuft ihn die Spruchkammer Schweinfurt-Land zweimal als ?Mitläufer" (Kategorie IV) ein. Buchautor Wilfried Rott bezeichnet dieses Verfahren als ?Weißwäsche" und schreibt ?Jüdische Bekannte für sich nachträglich zu instrumentalisieren und die kalte Arisierung des Geschäftspartners Max Goldschmidt einfach zu übergehen, zählt zu den dunkelsten Momenten dieser Entnazifizierung, die sonst so beschönigend und verharmlosend ablief, wie die meisten vergleichbaren Fälle"

      Nach der Freilassung aus der Internierung zog er sich mit 51 Jahren auch offiziell aus der aktiven Geschäftsführung zurück, übernahm den Vorsitz im Aufsichtsrat und beschränkte sich innerhalb der Firma auf repräsentative Aufgaben. In Anerkennung seiner sozialen Verantwortung als Unternehmer (u.a. Wiedererrichtung der Ernst-Sachs-Hilfe als betriebliche Altersversorgung) erhielt er 1957 das Bundesverdienstkreuz.

      Als Mäzen des 1. FC Schweinfurt 05 stiftete Sachs 1936 das nach ihm benannte Willy-Sachs-Stadion, damals eine der modernsten und großzügigsten Anlagen in Süddeutschland. Dieses Geschenk an die Stadt sicherte ihm bleibende Popularität über den Tod hinaus. Die von der Schweinfurter ?Initiative gegen das Vergessen" aufgrund seiner Nazi-Verstrickungen initiierte und von der Presse (u. a. Süddeutsche Zeitung (Gerhard Fischer, Werner Skrentny) unterstützte Kampagne für eine Umbenennung des Stadions stieß in der breiten Öffentlichkeit nur auf geringe Zustimmung.

      Die letzten Lebensjahre verbrachte Sachs überwiegend auf dem Gut Rechenau bei Oberaudorf/Inn, wo er sich am 19. November 1958 im Alter von 62 Jahren das Leben nahm. Depressionen und die Furcht vor einer Erpressung hatten ihm zugesetzt. Bei der Beerdigung gaben 20.000 Schweinfurter dem ?Konsuuul" das letzte Geleit


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