Fürst Karl August von Hardenberg

Fürst Karl August von Hardenberg

Male 1750 - 1822  (72 years)    Has more than 100 ancestors and 18 descendants in this family tree.

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  • Name Karl August von Hardenberg 
    Prefix Fürst 
    Relationshipwith Francis Fox
    Born 31 May 1750  Essenrode Find all individuals with events at this location 
    Gender Male 
    Died 26 Nov 1822  Genoa, Liguria, Italia Find all individuals with events at this location 
    Person ID I302576  Geneagraphie
    Last Modified 3 Jun 2012 

    Father Freiherr Christian Ludwig von Hardenberg,   b. 3 Nov 1700, Nörten Find all individuals with events at this location,   d. 26 Nov 1781, Hardenberg, Hannover Find all individuals with events at this location  (Age 81 years) 
    Mother Anna Sophia Ehrengart von Bülow,   b. 18 Jan 1731, Essenrode, Hannover Find all individuals with events at this location,   d. 3 Nov 1809, Bayreuth, Oberfranken Find all individuals with events at this location  (Age 78 years) 
    Married 20 Aug 1749  Essenrode, Hannover Find all individuals with events at this location 
    Siblings 8 siblings 
    Family ID F203736  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 1 Juliane Frederikke Christiane Reventlow,   b. 15 Feb 1759, København Find all individuals with events at this location,   d. 17 May 1793, Regensburg, Bayern Find all individuals with events at this location  (Age 34 years) 
    Married 8 Jun 1774 
    Divorced 1790 
    Children 
     1. Christian Heinrich August von Hardenberg,   b. 19 Feb 1775,   d. 16 Sep 1841  (Age 66 years)
    +2. Anna Lucie Wilhelmine Christine von Hardenberg-Reventlow,   b. 9 Apr 1776,   d. Yes, date unknown
    Last Modified 5 Jun 2007 
    Family ID F121352  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 2 Sophia Wilhelmine Louise von Hasberg,   b. 18 Jun 1757, Nienburg Find all individuals with events at this location,   d. Apr 1835, Palermo Find all individuals with events at this location  (Age 77 years) 
    Married 1788 
    Last Modified 5 Jun 2007 
    Family ID F215732  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 3 Sophie von Lente,   d. Yes, date unknown 
    Married 1790 
    Last Modified 2 Nov 2006 
    Family ID F203739  Group Sheet  |  Family Chart

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  • Photos
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  • Notes 
    • 3.6.1814 Fürst und Graf, 25.7.1814 dän.Graf Hardenberg-Reventlow

      das Älteste von acht Kindern. Dieser Aspekt beeinflusste ihn sein Leben lang. Die Erziehung Karl Augusts lag während der ersten Jahre in der Hand seiner Erzieherin Gavell, die auch schon seine Mutter erzogen hatte. Der Erziehungsplan richtete sich nach den Gewohnheiten der Zeit und seines Standes. Man sprach Französisch und vom sechsten Lebensjahr an lernte er auch Latein . Der Hofmeister Wedekind übernahm nun die Erziehung. Karl August genoss jedoch eine für einen jungen Adligen ungewöhnlich fortschrittliche und aufgeklärte Erziehung. Karl Augusts Traum war der Staatsdienst. Er entschloss sich also, Jura zu studieren und schrieb sich mit 16 Jahren zum Wintersemester 1766/1767 in der Universität Göttingen ein. Er blieb vier Semester in Göttingen. 1768 mit 18 Jahren siedelte er mit einem neuen Hofmeister ( Johann Friedrich Gervinus ) nach Leipzig über, um neben Rechtswissenschaften auch ein Jahr Belles Lettres zu studieren. Dort lernte er den jungen Johann Wolfgang von Goethe kennen.
      Im Jahre 1770 bekam Hardenberg eine Auditorenstelle. Auditor war der Name für eine Hilfskraft am Gericht, in etwa entsprechend dem heutigen Referendar. Schon im Januar 1771, ein halbes Jahr nach Amtsantritt wurde er in die Finanzverwaltung des Kurfürstentums versetzt. Doch völlig überraschend starb Hardenbergs Förderer Behr. Dessen Nachfolger Bremer brachte seine eigenen Schützlinge mit. Erbost beschwerte sich Hardenberg beim König in London , der ihm nahelegte, eine Reise durch Europa anzutreten, um seinen Horizont zu erweitern.
      Am 15. Juli 1772 trat Hardenberg zu seiner Grand Tour an und besuchte mehrere deutsche Fürstenhöfe, das Reichskammergericht in Wetzlar und den Reichstag in Regensburg . Am 23. November 1773 wurde er dann zum Kammerrat ernannt und am 8. Juni 1774 heiratet er die 15jährige Christiane von Reventlow. Am 13. Januar 1780 veröffentlicht Hardenberg eine Denkschrift zur Reform der hannoverschen Verwaltung. Am 15. Februar 1781 zogen Hardenberg und seine Frau nach London, um den Kurfürsten für seine Reform einzunehmen. 1778 und 1781 hielt er sich in London auf, wo sich eine Affäre zwischen seiner ersten Frau Christiane und dem Prinzen von Wales (dem späteren George IV. ) entwickelte. Da der Skandal öffentlich zu werden drohte, reichte er am 28. September 1781 sein Abschiedsgesuch ein. Am 30. Mai wird er zum herzoglich-braunschweigischen Geheimen Rat ernannt.
      Braunschweig 1781-1790
      In Braunschweig trat er für einen Beitritt des Herzogtums zum deutschen Fürstenbund ein, verfolgte die Reform des Schulwesens im Sinne Pestalozzis und die Trennung von Schule und Landeskirche. Ab 1786 stand er dem neu eingerichteten weltlichen Schulkollegium vor.
      Ansbach-Bayreuth 1790-1798
      Als sich Hardenberg 1790 von seiner ersten Frau scheiden ließ und die seinetwegen geschiedene Sophie von Lente heiratete, wurde er für Braunschweig untragbar und wechselte deshalb als dirigierender Minister zum Markgrafen von Ansbach - Bayreuth . Nach dem Rücktritt des Markgrafen ging Ansbach-Bayreuth als Provinz in den Besitz der preußischen Krone über und Hardenberg leitete die Eingliederung der Provinz als preußischer Minister und verwaltete sie seitdem als selbständige Provinz und reformierte die Verwaltung.
      Berlin 1798-1822
      1795 er Mitunterzeichner des Friedens von Basel mit Frankreich . 1798 wurde er nach Berlin berufen, weil man ihm Verschwendung vorwarf. Seine Selbständigkeit in der Verwaltung Ansbachs wurde eingeschränkt und die Verwaltungsreformen mussten teilweise zurückgenommen werden und an den Stand des restlichen Preußens angepasst werden.
      1803 erlangte er das Vertrauen des Königs Friedrich Wilhelm III. und wurde zum Minister für auswärtige Angelegenheiten ernannt, 1804 wird er offiziell Außenminister. Er nutzte seinen steigenden Einfluss, um als Gegenleistung für die Neutralität Preußens Gebietsgewinne in Westfalen und Mitteldeutschland zu erzielen. Da er nicht mit der Politik des Königs gegenüber Frankreich übereinstimmte, trat er 1806 auf Drängen Napoleons zurück.
      Im April 1807 wird er als leitender Minister wieder mit allen inneren und äußeren Angelegenheiten betraut, muss aber als Bedingung nach dem Frieden von Tilsit im Juli 1807 auf Befehl Napoleons wieder zurücktreten.
      Die Berufung Karl vom Steins 1807 und auch dessen Entlassung 1810 beeinflusste er entscheidend mit. Im Auftrag des Königs verfasste er in Riga die Denkwürdigkeiten, seine Denkschrift zur Neuorganisation des preußischen Staates mit Reformvorschlägen.
      Als er 1810 die Entlassung des Kabinetts von Karl vom Stein zum Altenstein erreichte, gelang es von Hardenberg, am 4. August mit Billigung Napoleons zum preußischen Staatskanzler ernannt zu werden. Die durch Stein begonnenen und unter Altenstein ins Stocken gekommenen Preußischen Reformen setzte er fort, konnte sich aber wie Altenstein nicht gegen die restaurativen Kräfte durchsetzen. Sein Hauptziel, die Einführung einer Verfassung und die Mitbestimmung des Bürgertums konnte er nicht erreichen.
      Das Finanzedikt vom 27. Oktober 1810 war der Beginn der Hardenbergschen Reformen, 1811 folgte das Regulierungsedikt, das Gewerbesteuergesetz, das die Gewerbefreiheit festschrieb, die Bauernbefreiung und die Emanzipation der Juden . Er trat für einen liberalen Verfassungsstaat ein, wie er ihn schon in seiner Rigaer Denkschrift von 1805 gefordert hatte.
      Den preußisch-russischen Vertrag von Kalisch , in dem eine gemeinsame Erhebung gegen Napoleon vereinbart wurde, vermittelte er als Verhandlungsführer auf preußischer Seite, zusammen mit vom Stein, der den russischen Zaren vertrat.
      Zusammen mit Wilhelm von Humboldt und von Stein entwickelte er 1814 einen Entwurf für eine Bundesverfassung. Am 3. Juni des selben Jahres erhob ihn Friedrich Wilhelm III. in Paris in den Fürstenstand und schenkte ihm die Standesherrschaft über das Amt Quilitz, welches in Neu-Hardenberg umbenannt wurde.
      Im Wiener Kongress 1815 gelang es ihm, Preußen erhebliche Gebietszuwächse zu sichern und er etablierte nach 1815 dort eine neu organisierte Verwaltung. Er konnte dem König das Versprechen abringen, eine Verfassung zu etablieren, eine Verfassungskomission wurde allerdings erst 1817 einberufen. 1819 entwarf er eine landständische Verfassung für Preußen, die allerdings nicht umgesetzt wird.
      Nach den Karlsbader Beschlüssen 1819 schwand sein Einfluss langsam. 1822 erkrankte er nach einem Kongreß in Verona und starb kurz darauf. Aufgrund der Effektivität seiner Reformen und der Wirkung auf zahlreiche benachbarte Länder gilt er als einer der großen Staatsreformer des 19. Jahrhunderts.


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