Pharao Ptolemy Neos Dionysos Theos Philopator Theos Philadelphos, XII

Pharao Ptolemy Neos Dionysos Theos Philopator Theos Philadelphos, XII

Male 0117 BC - 0051 BC    Has more than 250 ancestors and more than 250 descendants in this family tree.

Personal Information    |    Notes    |    All

  • Name Ptolemy Neos Dionysos Theos Philopator Theos Philadelphos  
    Prefix Pharao 
    Suffix XII 
    Relationshipwith Adam
    Born 0117 BC 
    Gender Male 
    Died 0051 BC 
    Person ID I217391  Geneagraphie | Voorouders HW
    Last Modified 28 Jan 2018 

    Father Ptolem├Ąus Soter Lathyros, IX,   b. 0143 BC,   d. 0081 BC 
    Mother NN,   d. Yes, date unknown 
    Siblings 1 sibling 
    Family ID F156811  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 1 Kleopatra, VI,   b. Abt 0095 B.C.,   d. 0057 V.C. 
    Children 
     1. Berenike, IV,   b. 0078-0075 V.C.,   d. Apr 0055 V.C.
    Last Modified 21 Oct 2009 
    Family ID F293034  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 2 NN,   d. Yes, date unknown 
    Children 
     1. Ptolem├Ąus Theos Philopator Philopator, XIII.,   b. 0062 BC,   d. 0047 BC
     2. Kleopatra VII. Philopator,   b. 69 BC,   d. 12 Aug 30 BC
     3. Ptolem├Ąus XIV. Philopator,   b. 0058 V.C.,   d. 27 Mar 0044 V.C.
     4. Arsinoe IV.,   d. 0044
    Last Modified 19 Mar 2010 
    Family ID F87893  Group Sheet  |  Family Chart

  • Notes 
    • Spottname: Auletes = Fl├Âtenspieler

      80 v. Chr. den Thron (Kr├Ânung in Alexandria erst 76 v. Chr.), wurde 58 v. Chr. vertrieben und ging nach Rom . 55 v. Chr. konnte er seine Wiedereinsetzung mit r├Âmischer Hilfe erreichen und war daraufhin erneut bis zu seinem Tod (51 v. Chr.) ├Ągyptischer K├Ânig. Den Beinamen Neos Dionysos w├Ąhlte er aufgrund des vorherrschenden Kultes des Gottes Dionysos , der dem ├Ągyptischen Osiris entspricht
      Es ist nicht ├╝berliefert, wer die Mutter von Ptolemaios XII. war. In der Forschung werden meist zwei verschiedene Ansichten vertreten. Nach der einen Theorie war er der Sohn von Kleopatra V. Selene , der zweiten Gattin von Ptolemaios IX., nach anderer Auffassung war er dagegen ein unebenb├╝rtiges Kind von einer unbekannten Frau (vielleicht einer vornehmen ├ägypterin) des Ptolemaios IX. Die letztere Meinung vertritt die Mehrzahl der Historiker, unter anderem Werner Hu├č .
      Zur Begr├╝ndung seiner These f├╝hrt Werner Hu├č mehrere Gr├╝nde an: Der Reiseschriftsteller Pausanias gibt an, dass Berenike III. das einzige legitime Kind des Ptolemaios IX. gewesen sei, und dementsprechend bezeichnen der antike Historiker Pompeius Trogus und der r├Âmische Redner Cicero den Ptolemaios XII. als Nothos (= Bastard). Au├čerdem suchte Kleopatra Selene 75 v. Chr. zu erreichen, dass ihre beiden S├Âhne von Antiochos X. in ├ägypten zur Herrschaft gelangten. W├Ąre sie die Mutter von Ptolemaios XII. gewesen, h├Ątte sie ihm wohl kaum die Regierung streitig gemacht. Schlie├člich k├Ânnte Ptolemaios' XII. Beiname Philopator (= Vaterliebender) ein Hinweis darauf sein, dass er seine Legitimit├Ąt nur v├Ąterlicherseits ableiten konnte und diese daher durch die Wahl seines Beinamens besonders betonte. Dass er in Rom seine Anerkennung als ├Ągyptischer Herrscher so schwer durchsetzen konnte, w├Ąre auch mit einer illegitimen Herkunft leichter erkl├Ąrbar.
      Dagegen spricht die Angabe des Junianus Justinus , dass Ptolemaios IX. zwei S├Âhne von Kleopatra Selene hatte,. daf├╝r, dass sie die Mutter des Ptolemaios XII. (und seines Bruder, des Ptolemaios von Zypern ), war, da ansonsten unbekannt w├Ąre, was mit diesen zwei S├Âhnen weiter passierte. Dies erscheint aber immerhin angesichts der schlechten Quellenlage m├Âglich. Der Historiker Hans Volkmann glaubt aber wegen Justinus' Bemerkung und aus weiteren Gr├╝nden, dass Ptolemaios XII. ein legitimer Sohn des Ptolemaios IX. von Kleopatra Selene war. Christopher Bennett vertritt schlie├člich die Meinung, dass die erste Gattin des Ptolemaios IX., Kleopatra IV. , die Mutter des Ptolemaios XII. gewesen sei.

      Wahrscheinlich geh├Ârten Ptolemaios XII. und sein Bruder Ptolemaios von Zypern zu den Enkeln, die Kleopatra III. 103 v. Chr. vor dem Krieg gegen ihren von ihr vertriebenen Sohn Ptolemaios IX. in den Asklepiostempel auf der Insel Kos in Sicherheit brachte. 88 v. Chr. geriet Ptolemaios XII. dann wohl mit den weiteren Enkeln Kleopatras III. in die Gefangenschaft des K├Ânigs Mithridates VI. von Pontos, der angeblich seine T├Âchter Mithridatis und Nysa mit Ptolemaios XII. und dessen Bruder verlobte (vor 84 v. Chr.).
      80 v. Chr. wurde Ptolemaios XI. Alexander II. von einer aufgebrachten Menge umgebracht, nachdem er seine popul├Ąre Mitregentin Berenike III. get├Âtet hatte. Danach machten die Alexandriner von ihrem alten Recht Gebrauch, sich ihren neuen Herrscher selbst zu w├Ąhlen. Sie mussten allerdings schnell die Initiative ergreifen, da sich m├Âglicherweise die damals unter der Diktatur Sullas stehende Weltmacht Rom wieder einmischen w├╝rde und auch die in Kilikien residierende Kleopatra Selene als wohl einziger legitimer, noch lebender Ptolem├Ąerspross f├╝r ihre S├Âhne vom Seleukiden Antiochos X. Anspruch auf den ├Ągyptischen Thron anmelden k├Ânnte (nachweislich tat sie dies f├╝nf Jahre sp├Ąter). Da keine anderen m├Ąnnlichen Nachkommen eines Ptolem├Ąerk├Ânigs mehr lebten, lie├čen die Alexandriner den damals in Syrien weilenden Ptolemaios XII. durch Boten mitteilen, dass sie ihn zum neuen K├Ânig w├╝nschten. Der Umworbene nahm die Wahl gerne an. Gleichzeitig wurde sein Bruder Ptolemaios zum (von ├ägypten unabh├Ąngigen) K├Ânig von Zypern gek├╝rt; durch diese Herrschaftsteilung sollten wohl dynastische Machtk├Ąmpfe verhindert werden. Unter Sullas F├╝hrung unterlie├č Rom vorl├Ąufig eine Einmischung in die ├Ągyptische K├Ânigswahl. Dennoch bestand f├╝r Ptolemaios XII. seit Beginn seiner Herrschaft st├Ąndig die Gefahr, dass Rom sein Reich annektieren w├╝rde, da Ptolemaios X. Alexander I. angeblich in seinem Testament die Weltmacht zum Erben ├ägyptens eingesetzt hatte.
      Die Thronbesteigung von Ptolemaios XII. fand kurz vor dem 11. September 80 v. Chr. statt. In der offiziellen Zeitrechnung ├╝berging der neue K├Ânig die kurze Regierungsepisode seines Vorg├Ąngers Ptolemaios XI. und seiner Mitregentin Berenike III. und schloss stattdessen sein 1. Regierungsjahr direkt an das letzte (37.) Regierungsjahr seines Vaters Ptolemaios IX. an.
      Den Kulttitel theos Philopator (= Vaterliebender Gott) legte sich Ptolemaios XII. sofort nach seiner Thronbesteigung zu, wohl um damit trotz seiner unebenb├╝rtigen Abstammung die Quelle seiner Legitimit├Ąt als neuer Herrscher zu betonen. Es scheint aufgrund papyrologischer Daten erwiesen, dass er erst etwas sp├Ąter, Anfang 79 v. Chr., auch den Beinamen Philadelphos (= Schwesterliebender) annahm, weil er damals vermutlich seine (Voll- oder Halb-)Schwester Kleopatra VI. Tryphaina heiratete und mit dem Titel die Eintracht des K├Ânigshauses propagandistisch ausdr├╝cken wollte. Den Titel Neos Dionysos w├Ąhlte Ptolemaios XII. wahrscheinlich, weil Dionysos schon lange als Schutzgott seiner Dynastie galt; au├čerdem betrachtete er sich wohl als dessen Inkarnation und f├╝hlte sich ihm pers├Ânlich verbunden. Die Alexandriner nannten ihren K├Ânig aber sp├Âttisch Auletes (= Fl├Âtenspieler), weil er in seinem Palast veranstaltete musische Wettk├Ąmpfe ( Agone ) gern selbst auf der Fl├Âte ( Aulos ) begleitete. Strabo , der diese Nachricht ├╝berliefert, wertet diese Eigenart des K├Ânigs ├Ąu├čerst negativ und rechnet ihn zu den Herrschern, die am meisten am Niedergang des Ptolem├Ąerreichs Schuld hatten. Im Dionysoskult spielten jedoch musische Agone eine wichtige Rolle, und die Fl├Âte geh├Ârte bei Feiern f├╝r Dionysos zu den Standardinstrumenten. Mit seinem Fl├Âtenspiel kam der K├Ânig also wohl nicht nur seiner Leidenschaft nach, sondern erf├╝llte vor allem politische Repr├Ąsentationspflichten. M├Âglicherweise nahm sich Ptolemaios XII. f├╝r die Wahl seiner Beinamen Philopator und Neos Dionysos auch seinen Vorfahren Ptolemaios IV. zum Vorbild.

      Nach der Abdankung Sullas (79 v. Chr.) waren die rivalisierenden Senatoren zun├Ąchst zu sehr mit sich selbst besch├Ąftigt, um sich n├Ąher mit den ├Ągyptischen Angelegenheiten befassen zu k├Ânnen. Doch ob sie nach der Festigung der Machtverh├Ąltnisse die Herrschaft von Ptolemaios XII. akzeptieren w├╝rden, lie├č sich nicht absehen.
      Vielleicht aufgrund innenpolitischer Widerst├Ąnde fand die Kr├Ânung von Ptolemaios XII. nach ├Ągyptischem Ritus erst 76 v. Chr. statt. Nicht der alte, einst von (zum rivalisierenden Ptolem├Ąerzweig geh├Ârigen) Ptolemaios X. eingesetzte Hohepriester des Ptah zu Memphis , Petobastis III. (* 121; ÔÇá 76 v. Chr.), sondern erst dessen Sohn Psenptais III. (oder Psenptah III., * 90; ÔÇá 41 v. Chr.) vollzog als 14-j├Ąhriger diese Zeremonie in Memphis, wie aus der Grabschrift auf der Harris-Stele des Hohepriesters hervorgeht. Aus dieser ist weiters zu entnehmen, dass Psenptais III. den K├Ânig nach dessen Kr├Ânung in Alexandria besuchte und zum ÔÇ×Propheten des Pharao" ernannt wurde, sowie dass Ptolemaios XII. enge Kontakte mit ihm pflegte und daher mehrmals zu ihm nach Memphis in offizieller Mission kam. Bei einem dieser Besuche kam der K├Ânig mit ÔÇ×seinen Frauen", Kindern und H├Âflingen und residierte im K├Ânigspalast des Serapeumbezirkes zu Memphis.

      Diese offizielle Inthronisierung war f├╝r Ptolemaios XII. sehr wichtig, da bereits 75 v. Chr. Kleopatra Selene f├╝r ihre beiden S├Âhne Anspruch auf ├ägypten erhob. Sie schickte Antiochos XIII. und seinen Bruder nach Rom, die aber keine Unterst├╝tzung von der Weltmacht erhielten und unverrichteter Dinge wieder abreisen mussten.
      Daf├╝r zog der Senat im selben Jahr die lange Zeit zum Ptolem├Ąerreich geh├Ârige Kyrenaika als r├Âmische Provinz ein.

      Ptolemaios XII. suchte seine Herrschaft innenpolitisch durch Ankn├╝pfung guter Beziehungen zu der m├Ąchtigen einheimischen Priesterschaft weiter zu konsolidieren. So sorgte er etwa daf├╝r, dass deren bedeutendster Repr├Ąsentant, Psenptais III., ├╝ber gen├╝gend Eink├╝nfte von Tempeln aus ganz ├ägypten verf├╝gte. Au├čerdem verlieh er wichtigen Heiligt├╝mern das begehrte Asylrecht, so dem Isistempel zu Ptolemais (14. M├Ąrz 75 v. Chr.), dem Isistempel in Theadelphia im Faijum (29. Juli 70 v. Chr.), dem Tempel der Krokodilg├Âtter in Euhemeria im Faijum (5. Mai 69 v. Chr.) und dem Ammontempel in Euhemeria (69/68 v. Chr.). Das Bem├╝hen des K├Ânigs, die Sympathien der Priesterschaft zu gewinnen, zeigt sich ebenso in seiner Sorge f├╝r die Sicherheit der Tempelsch├Ątze und in der Entfaltung einer ausgedehnten Baut├Ątigkeit zur Errichtung von Heiligt├╝mern. Er lie├č eine gro├če Zahl von Tempeln erbauen oder vollenden, und bei der Errichtung des Isistempels zu Philae d├╝rfte er selbst in einer Zeremonie den Grundstein gelegt haben. Au├čerdem veranlasste er beispielsweise am 9. Tag des zweiten Monats Schemu ( jul. Datum 15. Juni; greg. Datum 12. Juni) im Jahr 70 v. Chr. die Einweihungsfeier des Komplettbaus des Edfu-Tempels .


      Zwischen August 69 v. Chr. und Februar 68 v. Chr. verschwindet der Name Kleopatras VI., der Gattin von Ptolemaios XII., aus den ├Ągyptischen Urkunden. Der Historiker Werner Hu├č nimmt an, dass sie in Ungnade fiel, Ptolemaios XII. sich von ihr trennte und eine neue (von den Griechen aber als illegitim betrachtete) Ehe mit einer vornehmen ├ägypterin einging. Diese zweite Gattin k├Ânnte ein Mitglied der Hohepriesterfamilie zu Memphis gewesen sein, zu welcher der K├Ânig so enge Beziehungen unterhielt. Da Ptolemaios XII. laut Strabo nur eine legitime Tochter (n├Ąmlich seine ├Ąlteste, Berenike IV. ), hatte, nimmt Hu├č an, dass die weiteren Kinder des K├Ânigs aus seiner zweiten Ehe mit der ├ägypterin stammten, also seine beiden j├╝ngeren T├Âchter Kleopatra VII. (* 69 v. Chr.) und Arsinoe IV. (* zwischen 68 und 65 v. Chr.) sowie seine beiden S├Âhne Ptolemaios XIII. (* 61 v. Chr.) und Ptolemaios XIV. (* 59 v. Chr.).

      65 v. Chr. suchte sich Gaius Iulius Caesar , damals kurulischer , vermutlich mit Unterst├╝tzung des Zensors Marcus Licinius Crassus ├╝ber ein Plebiszit ein au├čerordentliches Imperium zur Einziehung des Nillandes als r├Âmische Provinz zu verschaffen, um von dieser an Ressourcen reichen Machtbasis aus ins Kr├Ąftemessen mit Gnaeus Pompeius Magnus eintreten zu k├Ânnen. Der Plan scheiterte jedoch am Widerstand der Optimaten , denn Crassus' Amtskollege Quintus Lutatius Catulus erhob Einspruch. Schlie├člich bestand die Gefahr, dass ein ehrgeiziger r├Âmischer Statthalter ├ägyptens zu viel Macht gewann.
      Da milit├Ąrischer Widerstand aussichtslos war, suchte der ├Ągyptische Pharao nun seine Herrschaft durch ├ťberweisung gro├čer Bestechungsgelder an f├╝hrende r├Âmische Politiker zu sichern. Doch bereits Ende 64 v. Chr. suchte der Volkstribun Publius Servilius Rullus wohl im Auftrag von Caesar und Crassus ein Agrargesetz durchzubringen, das Caesar als Mitglied einer neu zu schaffenden Zehnm├Ąnnerkommission weitreichende Vollmachten verliehen h├Ątte. Diese w├Ąren laut den Ausf├╝hrungen Ciceros vielleicht auch zur Annexion des Nillandes verwendet worden. Mit vier gegen den Gesetzesantrag gerichteten Reden konnte der eben sein Konsulat antretende Cicero jedoch den Plan vereiteln.
      Der in Senatskreisen ohnehin sehr gering angesehene Ptolemaios XII. wollte nun die Gunst des damals im ├Âstlichen Mittelmeerraum milit├Ąrisch sehr erfolgreichen Feldherrn Pompeius gewinnen - schon wegen dessen gef├Ąhrlicher geographischer N├Ąhe. Schlie├člich hatte der r├Âmische General 64 v. Chr. das benachbarte Seleukidenreich liquidiert und zur r├Âmischen Provinz Syria gemacht. Daher war ├ägypten der letzte noch nicht von den R├Âmern besetzte Nachfolgestaat des ehemaligen Reichs Alexanders des Gro├čen . Nun finanzierte der Ptolem├Ąer, als Pompeius 63 v. Chr. in Jud├Ąa Krieg f├╝hrte, 8000 im Heer des R├Âmers k├Ąmpfende Reiter. Au├čerdem sandte der K├Ânig dem r├Âmischen Feldherrn w├Ąhrend dessen Aufenthalt in Damaskus (Anfang 63 v. Chr.) einen 4000 Talente teuren Goldkranz. Dieses enorm teure Geschenk verschlang etwa zwei Drittel eines staatlichen Jahreseinkommens von 6000 Talenten. Offenbar erh├Âhte Ptolemaios XII. zur Bestreitung seiner enormen Bestechungsausgaben f├╝r r├Âmische Politiker die Steuern so stark, dass es zu Aufst├Ąnden kam. F├╝r deren Bek├Ąmpfung bat der K├Ânig Pompeius dringend um Hilfe. Doch der R├Âmer weigerte sich, nach Alexandria zu kommen und dem Ptolem├Ąer gegen die Rebellen beizustehen, da er wohl Bedenken vor den Reaktionen der anderen Senatoren auf ein so direktes Eingreifen in ├ägypten hatte. So d├Ąmpfte Ptolemaios XII. die Erregung wohl dadurch, dass er die Steuern wieder verminderte, das ÔÇ×Tafelsilber" seines Landes verkaufte, eine Geldentwertung vornahm und sich endlich von r├Âmischen Gro├čbankiers, vor allem Gaius Rabirius Postumus , riesige Geldmengen zu wohl betr├Ąchtlichen Zinss├Ątzen lieh. Rabirius war aber ein Vertrauter des Pompeius.
      Dass die ├ägypter f├╝r die R├Âmer keine so gro├čen Sympathien hegten, wie sie ihr Herrscher aus politischen Gr├╝nden an den Tag legte, ergibt sich aus dem Augenzeugenbericht des sizilianischen Historikers Diodor , der um 60 v. Chr. Alexandria besuchte. Damals bem├╝hten sich die ├ägypter, alle Besucher aus Italien zuvorkommend zu behandeln, um keinen Anlass f├╝r einen Konflikt mit Rom zu liefern. Als aber ein R├Âmer versehentlich eine (in ├ägypten als heiliges Tier betrachtete) Katze t├Âtete, wurde er trotz eines Vermittlungsversuchs der k├Âniglichen Beamten von einer aufgebrachten Menge gelyncht.
      Bald darauf gelang Ptolemaios XII. mit seiner Bestechungspolitik der Durchbruch f├╝r seine Anerkennung durch Rom. Er versprach den nun aufgrund des ersten Triumvirats verb├╝ndeten einflussreichsten Politikern Pompeius und Caesar die Zahlung der ungeheuren Summe von 6000 Talenten. Daher setzte Caesar - der seine Aufmerksamkeit ohnehin von ├ägypten nach Gallien gewandt hatte - als Konsul (59 v. Chr.) den Abschluss eines Allianzvertrages ( foedus ) zwischen ├ägypten und Rom sowie die Aufnahme des K├Ânigs in die Liste der ÔÇ×Freunde und Verb├╝ndeten des r├Âmischen Volkes" (amici et socii populi Romani) durch. Mit Caesar und Pompeius hatte Ptolemaios XII. die m├Ąchtigsten R├Âmer als Garanten f├╝r die Einhaltung des geschlossenen B├╝ndnisvertrages gewonnen, so dass von Seiten Roms keine Gefahr mehr zu drohen schien. Offenbar erhielt aber zumindest Caesar seinen Anteil des Schmiergeldes nicht, da er ihn sp├Ąter (48 v. Chr.) zum Teil von den Kindern (Kleopatra VII. und Ptolemaios XIII.) des damals bereits verstorbenen Ptolemaios XII. einforderte.
      Damit w├Ąhnte sich Ptolemaios XII. wohl am Ziel seiner mehrj├Ąhrigen au├čenpolitischen Bem├╝hungen. Auch innenpolitisch setzte er weitere Konsolidierungsma├čnahmen zur Absicherung seiner Herrschaft. So gew├Ąhrte er eine gro├če Amnestieregelung und garantierte zumindest den Kleruchen des herakleopolitischen Gaus den erblichen Besitz ihrer L├Ąndereien (60/59 v. Chr.). In wenigstens drei ├Ągyptischen Gauen suchten aber j├╝dische Siedler offenbar auch unter Inkaufnahme ethnischer Spannungen ihre Interessen so heftig durchzusetzen, dass der Stratege des herakleopolitischen Gaus an den Finanzminister schrieb, dass sie ÔÇ×R├Ąuber" seien.

      Als Rom auf Betreiben des Volkstribunen Publius Clodius Pulcher 58 v. Chr. das von ├ägypten unabh├Ąngige und daher wohl nicht in die Vereinbarung mit Ptolemaios XII. einbezogene Zypern annektierte, beging der K├Ânig der Insel Selbstmord. Sein Bruder, Ptolemaios XII., hatte die Besetzung Zyperns kommentarlos hingenommen, um seine eigene Herrschaft nicht zu gef├Ąhrden. Die ohnehin antir├Âmisch gesinnten Alexandriner waren aber ├╝ber diese Einziehung alten ptolem├Ąischen Besitzes ebenso wie ├╝ber deren stille Duldung durch ihren K├Ânig ├Ąu├čerst emp├Ârt. Auf diesen waren sie auch aufgrund der durch seine teure Bestechungspolitik an f├╝hrende Vertreter der verhassten Weltmacht verursachten finanziellen Belastungen nicht gut zu sprechen.
      Da Ptolemaios XII. ihrer Forderung, Zypern zur├╝ckzuverlangen oder mit Rom zu brechen, nicht nachkam, versuchten offenbar einige in der Hauptstadt angesiedelte politische Clubs, ihn zu entmachten, so dass er im Sp├Ątsommer 58 v. Chr. fliehen musste. In Rom verbreiteten aber die politischen Gegner des Pompeius das Ger├╝cht, der K├Ânig habe sein Land freiwillig und nur auf Dr├Ąngen des Theophanes von Mytilene verlassen. Dieser h├Ątte so ein au├čerordentliches Imperium f├╝r Pompeius zur Wiedereinsetzung Ptolemaios' XII. erwirken wollen, die mit einer weiteren Pl├╝nderung der ├Ągyptischen Reicht├╝mer durch den Triumvirn verbunden gewesen w├Ąre.
      Die seit zehn Jahren von der Macht vertriebene Gattin des K├Ânigs, Kleopatra VI. Tryphaina, und seine ├Ąlteste Tochter Berenike IV. wurden zu den neuen Herrscherinnen proklamiert, doch starb Kleopatra VI. wohl schon ein Jahr sp├Ąter.

      Der vertriebene K├Ânig begab sich auf die Reise nach Rom, da er nur dort die n├Âtige Hilfe f├╝r seine Wiedereinsetzung auf den Pharaonenthron erlangen konnte. Unterwegs machte er auf Rhodos halt, um Marcus Porcius Cato zu treffen. Doch dieser weigerte sich trotz des hohen Ranges des K├Ânigs, ihn aufzusuchen, so dass sich der Ptolem├Ąer zu einem Besuch im Hause Catos bequemen musste. Der R├Âmer behandelte den K├Ânig zwar eher hochm├╝tig und k├╝hl, suchte ihn aber mit einem klugen Rat auf die Gier der r├Âmischen Gro├čen aufmerksam zu machen, deren Hilfe er nur mit weiteren riesigen Bestechungssummen erkaufen k├Ânne. Stattdessen erkl├Ąrte sich Cato dazu bereit, Ptolemaios XII. wieder nach ├ägypten zur├╝ckzubringen und ihm bei einer Vers├Âhnung mit den Alexandrinern zu helfen. Diesem Vorschlag konnte sich der K├Ânig zun├Ąchst nicht verschlie├čen, aber seine ├Ągyptischen Ratgeber ├╝berzeugten ihn bald, dennoch nach Rom weiterzureisen. Tats├Ąchlich konnte der Ptolem├Ąerk├Ânig nur in der Hauptstadt wirksame Unterst├╝tzung erwarten. Nach einer Inschrift errichtete eine libysche K├Ânigstochter um 58 v. Chr. in Athen ihrer verstorbenen Zofe ein Grabdenkmal. Diese Prinzessin wird von manchen Historikern (zuerst Adolf Wilhelm, 1934) mit der damals etwa 11-j├Ąhrigen Kleopatra VII. identifiziert, da sie ihren Vater auf seiner Reise ins Exil durchaus begleitet haben k├Ânnte. Schlie├člich unterstrich sie Zeit ihres Lebens ihr gutes Verh├Ąltnis zu ihrem Vater. In diesem Fall h├Ątten Ptolemaios XII. und seine Tochter in Athen einen weiteren Zwischenstopp auf der Reise nach Rom eingelegt.
      Nach der Ankunft in Rom wurde der ├Ągyptische K├Ânig auf dem albanischen Landgut seines patronus Pompeius einquartiert, der ihm bei der R├╝ckkehr nach ├ägypten unterst├╝tzen sollte, allerdings an Einfluss verloren hatte. Offenbar bestach der K├Ânig wieder f├╝hrende Politiker mit gro├čen Summen, um die Hilfe Roms f├╝r seine Wiedereinsetzung zu erhalten. Zur Auftreibung der Schmiergelder machte er wohl erneut gro├če Schulden bei r├Âmischen Bankiers, so dass auch diese ein gro├čes Interesse an der Erneuerung seiner Herrschaft haben mussten, weil sie nur in diesem Fall ihr verliehenes Geld zur├╝ckerhalten konnten.
      Unterdessen waren die Alexandriner nicht unt├Ątig geblieben und suchten ihrerseits, eine R├╝ckkehr des K├Ânigs zu verhindern. Daher schickten sie wohl schon Anfang 57 v. Chr. etwa 100 Gesandte unter der Leitung des Philosophen Dion nach Italien, um vor den Senatoren ihre Vorgangsweise zu begr├╝nden und Vorw├╝rfe des Ptolemaios XII. zu entkr├Ąften. Dieser lie├č, um der Gefahr vorzubeugen, viele Mitglieder der alexandrinischen Delegation schon bei ihrer Landung in Puteoli ermorden, und weitere Gesandte fielen auch in Rom selbst Attentaten zum Opfer. Die ├ťberlebenden waren entsprechend eingesch├╝chtert und wurden auch durch Bestechung zum Schweigen ├╝berredet. Diese brutale (und vermutlich mit Pompeius und den Bankiers im geheimen abgestimmte) Vorgangsweise des Ptolem├Ąers auf italienischem Boden konnte nicht unbemerkt bleiben. Marcus Favonius , ein politischer Gegner des Pompeius, und einige andere Senatoren waren emp├Ârt, doch erwiesen sich die Bestechungssummen des Ptolemaios XII. als wirksamer. Der zun├Ąchst ├╝berlebende Delegationsleiter Dion durfte nicht vor dem Senat sprechen und fiel in Rom einem Giftmord zum Opfer. Zwei Verd├Ąchtige wurden 56 v. Chr. des Mordes angeklagt, doch erreichte Cicero ihre Freisprechung.
      Etwa im September 57 v. Chr. erreichte der vertriebene K├Ânig mit seiner Bestechungspolitik schlie├člich, dass der Konsul Publius Cornelius Lentulus Spinther vom Senat den Auftrag erhielt, die R├╝ckf├╝hrung des Ptolem├Ąers in die Wege zu leiten. Unklar ist, warum diese Aufgabe nicht Pompeius durchf├╝hren sollte. Vielleicht f├╝rchtete er zu gro├če Widerst├Ąnde gegen seine Nominierung oder wollte seine politischen Gegner in Rom nicht so lange aus den Augen lassen. Da er aber ein gutes Verh├Ąltnis zu Lentulus hatte, war er wohl auch mit dieser L├Âsung zufrieden.
      Der ├Ągyptische K├Ânig verlie├č nun (wohl etwa im November 57 v. Chr.) Rom, wo er seine Interessen (vor allem die Fortf├╝hrung der Bestechungspolitik) fortan von seinem Vertrauten Ammonius vertreten lie├č. Er selbst begab sich in den Artemistempel von Ephesos . Dort wartete er darauf, von Lentulus wieder in ├ägypten eingesetzt zu werden.
      Doch Lentulus konnte seinem Auftrag nicht nachkommen. Viele gegnerische Senatoren f├╝rchteten offenbar, dass Pompeius im Fall einer erfolgreichen milit├Ąrischen Wiedereinsetzung des Ptolemaios XII. zu m├Ąchtig werden w├╝rde und scheuten zur Verhinderung dieser Pl├Ąne auch nicht vor der Zuhilfenahme von religi├Âsen Bedenken zur├╝ck. Als n├Ąmlich Anfang J├Ąnner 56 v. Chr. (vorjulianisch) ein Blitz in die Statue des Jupiter Latiaris auf dem Mons Albanus einschlug, zogen die Quindecimviri sacris faciundis die heiligen Sibyllinischen B├╝cher zu Rate und legten sie so aus, dass man den um Unterst├╝tzung bittenden K├Ânig zwar freundschaftlich behandeln, aber nicht milit├Ąrisch helfen solle. Hinter dieser Aktion, die Lentulus' Aufgabe verhindern sollte, stand vielleicht der Volkstribun Gaius Porcius Cato . Auf dessen widerrechtlichen Druck mussten die Priester den Orakelspruch vor dem Volk verlesen, damit er nicht vom Senat vertuscht werden konnte.
      Am 14. J├Ąnner 56 v. Chr. (vorjulianisch) wurden f├╝nf verschiedene Antr├Ąge im Senat diskutiert. Nach den ersten drei Vorschl├Ągen sollte die R├╝ckf├╝hrung des ├Ągyptischen K├Ânigs ohne den Einsatz eines Heeres entweder durch Lentulus oder durch drei Legaten, die ein imperium (Kommando) besa├čen, oder durch drei Legaten ohne ein solches imperium erfolgen. Der vierte Antrag sah aufgrund der religi├Âsen Bedenken vor, dass die Wiedereinsetzung des K├Ânigs unterbleiben solle. Schlie├člich schlug der f├╝nfte Antrag vor, Pompeius mit der R├╝ckf├╝hrung des Ptolem├Ąers zu betrauen, allerdings ebenfalls ohne den Einsatz einer Armee.
      Als Ptolemaios XII. in Ephesos von den Debatten in Rom erfuhr, bat er in einem von Aulus Plautius in einer Volksversammlung verlesenen Brief, dass Pompeius ihn zur├╝ckf├╝hren solle. Diesen Wunsch des ├Ągyptischen K├Ânigs lie├čen Parteig├Ąnger des Pompeius auf Flugbl├Ątter drucken, die dann am Forum und an anderen Orten verteilt wurden.
      Nach einer ergebnislosen Senatssitzung (17. J├Ąnner 56 v. Chr. vorjulianisch) wurde in jener des n├Ąchsten Tages zwar die R├╝ckf├╝hrung von Ptolemaios XII. ohne Verwendung milit├Ąrischer Mittel beschlossen; es konnte aber kein Konsens gefunden werden, welcher R├Âmer dieses Unternehmen leiten sollte. Zwei Volkstribunen legten ein Veto gegen den (dadurch zur senatus auctoritas herabgestuften) Beschluss ein, dass sie die ÔÇ×├Ągyptische Frage" nicht vor dem Volk verhandeln d├╝rften.
      Im Auftrag des Crassus machte der ehemalige Volkstribun Publius Clodius Pulcher trotz dieser senatus auctoritas am 6. Februar 56 v. Chr. (vorjulianisch) in einer Volksversammlung daf├╝r Stimmung, dass nicht Pompeius, sondern Crassus nach ├ägypten geschickt werden sollte. Aber ein oder zwei Monate sp├Ąter fasste die Mehrzahl der Senatoren den freilich wieder von den Volkstribunen beeinspruchten Beschluss, dass Pompeius nicht einmal ohne Truppen Ptolemaios XII. nach Alexandria zur├╝ckf├╝hren d├╝rfe und dass der K├Ânig keine Hilfe f├╝r die Wiederherstellung seiner Macht erhalten solle. Fortan wurde im Senat nicht mehr ├╝ber das Thema ├ägypten debattiert.
      Cicero war schon lange f├╝r die Wiedereinsetzung des Ptolem├Ąerk├Ânigs durch Lentulus eingetreten und betrachtete den ersten in diesem Sinn gefassten Senatsbeschluss nicht f├╝r erloschen. Da sich aber Pompeius nicht wie erhofft positiv im Sinne des Lentulus ├Ąu├čerte und dieser daher auch von Ptolemaios XII. nicht direkt um die R├╝ckf├╝hraktion gebeten wurde, gab Cicero dem inzwischen in seiner Provinz Kilikien angelangten Lentulus im Mai 56 v. Chr. brieflich einen Rat, wie man den Spruch der Sibyllinischen B├╝cher umschiffen k├Ânne. Lentulus solle ohne den K├Ânig, aber mit Heeresmacht nach ├ägypten ziehen und dort milit├Ąrisch f├╝r Ordnung sorgen, sodass er Ptolemaios XII. anschlie├čend - dem urspr├╝nglichen Senatskonsult entsprechend - wiedereinsetzen und gleichzeitig den religi├Âsen Bedenken der Quindecemviri Rechnung tragen w├╝rde. Doch Lentulus riskierte ein solches Unternehmen nicht.

      W├Ąhrend Ptolemaios XII. weiter warten musste, konnte Pompeius seine Macht durch die Erneuerung des Triumvirats festigen und 55 v. Chr. wieder ein Konsulat antreten. So ger├╝stet ignorierte der R├Âmer die Senatsbeschl├╝sse und sandte dem ├Ągyptischen K├Ânig einen eigenm├Ąchtigen Brief, der Aulus Gabinius , Prokonsul Syriens und Vertrauter des Pompeius, mit der ├ägypten-Expedition beauftragte. Gabinius sollte also Ptolemaios XII. gewaltsam den Thron wiedergewinnen helfen. Als der K├Ânig Anfang 55 v. Chr. dem syrischen Prokonsul das Schreiben von Pompeius vorlegte, versprach er als weiteren Anreiz f├╝r die Durchf├╝hrung dieses Unternehmens die Zahlung von ungeheuren 10 000 Talenten. Angeblich konnte aber erst der 27-j├Ąhrige, damals als Reiterf├╝hrer eingesetzte Marcus Antonius die Bedenken des Gabinius vor einer solchen Kompetenz├╝berschreitung und gewagten Milit├Ąraktion zerstreuen. ├ťberraschend schnell eroberte Antonius die ├Ągyptische Grenzfestung Pelusion , da sich zumindest der j├╝dische Teil der Besatzung sofort ergab. Viele dort gefangene ├ägypter sollten der Rache des Ptolemaios XII. zum Opfer fallen, doch verhinderte Antonius deren T├Âtung. Nach kurzen Gefechten, in denen der inzwischen zum Gemahl der Berenike IV. avancierte Archelaos gefallen war, konnte Ptolemaios XII. wieder den ├Ągyptischen Thron besteigen. Seine erneute Herrschaft wird zum ersten Mal vermutlich in einem ├Ągyptischen Dokument vom 22. April 55 v. Chr. best├Ątigt, und gut ein Monat fr├╝her kursierten laut Cicero in Italien schon Ger├╝chte von seiner erfolgreichen R├╝ckkehr.

      Ptolemaios XII. lie├č Berenike IV., welche die Regierung ├╝bernommen und sich drei Jahre der R├╝ckf├╝hrung ihres Vaters widersetzt hatte, sofort hinrichten, ebenso viele ihrer Anh├Ąnger, deren Geld er nicht zuletzt zur Bezahlung seiner Schulden einziehen lie├č. Wegen Unruhen kehrte Gabinius rasch in seine Provinz zur├╝ck, doch blieben zur Sicherung der weiteren Herrschaft des Ptolemaios XII. r├Âmische Truppen, darunter viele Kelten und Germanen, als S├Âldner in ├ägypten. Wahrscheinlich halfen sie dem K├Ânig bei der Niederwerfung kleinerer lokaler Unruhen. Sie schlugen dort bald Wurzeln, verloren ihre Bindungen an Rom und heirateten ├ägypterinnen. Diese nach ihrem ehemaligen Befehlshaber als Gabiniani bezeichneten Soldaten von beachtlicher Kampfkraft sollten sp├Ąter, nach dem Tod des Ptolemaios XII., f├╝r dessen Sohn Ptolemaios XIII. gegen Caesar und seine Geliebte, Kleopatra VII., k├Ąmpfen (48 v. Chr.).
      Um seine neu etablierte Macht weiter zu festigen, d├╝rfte Ptolemaios XII. viele einflussreiche Posten an ihm treu ergebene Personen vergeben haben. Er musste aber auch seinen mit Gabinius nach Alexandria gereisten Hauptgl├Ąubiger Gaius Rabirius Postumus, dem er gro├če Summen schuldete, wohl auf Druck von Pompeius und Gabinius zum Finanzminister (Dioiketes) ernennen. Der r├Âmische Gro├čkapitalist konnte damit direkte Kontrolle ├╝ber alle Finanz- und Wirtschaftsgesch├Ąfte ├ägyptens aus├╝ben, um die Bestechungsgelder f├╝r Gabinius und Pompeius sowie seine eigenen Schulden einzutreiben. So exportierte er Papyrus, Glaswaren sowie andere G├╝ter auf eigene Rechnung und strich den dabei entstandenen Gewinn ein. Aus einem neuen Papyrusfund geht hervor, dass er auch viele alteingesessene Beamte durch ihm ergebene, aber ignorant ausbeuterische Leute ersetzte. Er presste soviel Geld wie m├Âglich aus dem Land, dass es dem Staatsbankrott nahe war. Aus Verzweiflung vieler Leute ├╝ber die wirtschaftliche Belastung setzte eine Landflucht (Anachoresis) ein. Rabirius' r├╝cksichtsloses Auftreten wurde schlie├člich nach etwa 1 ┬Ż Jahren als so bedr├╝ckend empfunden, dass trotz der r├Âmischen Besatzungssoldaten ein Aufruhr gegen ihn zu entstehen drohte. Um ihn vor einer w├╝tenden Menge zu sch├╝tzen, lie├č Ptolemaios XII. ihn und seine Helfershelfer ins Gef├Ąngnis stecken, aber bald entfliehen. Den Abgang des Rabirius, der sofort eilig das Nilland verlie├č, d├╝rften K├Ânig wie Bev├Âlkerung erleichtert aufgenommen haben. In Rom wurde Ende 54 v. Chr. ein Prozess gegen Gabinius wegen Kompetenz├╝berschreitung und Erpressung angestrengt. In letzterem Punkt verurteilt, musste der ehemalige syrische Statthalter ins Exil gehen. Anschlie├čend wurde Rabirius der Beihilfe und auf Herausgabe der an Gabinius gezahlten Gelder angeklagt, doch scheint der Finanzmann freigesprochen worden zu sein.
      In starker Abh├Ąngigkeit von Rom konnte Ptolemaios XII. noch einige Jahre regieren. Von seiner damaligen ÔÇ×Au├čenpolitik" ist nur bekannt, dass er dem Apollontempel zu Didyma 54 oder 53 v. Chr. f├╝r die Verkleidung von T├╝ren 34 Elefantenz├Ąhne im Gewicht von 24 Talenten und 20 Minen schenkte, ein Wert, der mindestens 482 kg entspricht. Die gleiche Spende wiederholte Ptolemaios XIII. nach dem Tod seines Vaters, der sie vielleicht versprochen, aber aufgrund seines Ablebens nicht mehr hatte einhalten k├Ânnen. Vermutlich wollte Ptolemaios XII. mit dieser und wohl anderen unbekannten Gaben gute Beziehungen zu griechischen St├Ądten etablieren.
      Der K├Ânig war philosophisch und musisch sehr interessiert und f├Ârderte offenbar das intellektuelle Leben Alexandrias. Dort entstanden mehrere insbesondere am Eklektizismus orientierte Philosophieschulen. Seinen kulturellen Interessen gem├Ą├č d├╝rfte Ptolemaios XII. auch seinen Kindern eine entsprechende Erziehung haben angedeihen lassen.
      Diese vier noch lebenden Kinder werden in einer Inschrift vom 31. Mai 52 v. Chr. mit dem Titel Theoi Neoi Philadelphoi (= ÔÇ×Neue Geschwisterliebende G├Âtter") bezeichnet. Der Titel Philadelphoi sollte wohl die Hoffnung des K├Ânigs auf eine eintr├Ąchtige Zukunft seiner Kinder beschw├Âren. Um einen nahtlosen Herrschafts├╝bergang zu gew├Ąhrleisten, nahm der K├Ânig wohl einige Monate vor seinem Tod seine ├Ąlteste noch lebende Tochter, die etwa 17j├Ąhrige Kleopatra VII., als Mitregentin an, da seine S├Âhne zu diesem Zeitpunkt noch nicht alt genug f├╝r die Regierungsverantwortung waren. In den Krypten des Hathortempels von Dendera ist die junge Mitregentin hinter ihrem Vater abgebildet.
      In seinem Testament legte Ptolemaios XII. fest, dass Kleopatra VII. und sein ├Ąltester Sohn Ptolemaios XIII. nach dynastischer Tradition eine Geschwisterehe eingehen und ihm gemeinsam auf den Thron folgen sollten. Um seinen Willen durchzusetzen, machte er unter Hinweis auf das ├Ągyptisch-r├Âmische B├╝ndnis das Volk von Rom zu seinem Testamentsvollstrecker. Diese Verf├╝gung zeigt deutlich, wie sehr sich der alte K├Ânig des Klientelstatus ├ägyptens gegen├╝ber Rom bewusst war. Dieses hatte er aber auch taktisch klug zur Schutzmacht f├╝r den Fortbestand des Ptolem├Ąerhauses gemacht. Neben einem in Alexandria deponierten Exemplar seines letzten Willens sollte eine Kopie im Aerarium in der Tibermetropole aufgehoben werden, sie fand aber aus Sicherheitsgr├╝nden im Haus des Pompeius ihren Aufbewahrungsort.

      Ptolemaios XII. starb an den Folgen einer Krankheit. Meist wird der Zeitpunkt seines Todes aufgrund von Papyrusdatierungen etwa in den Februar oder M├Ąrz 51 v. Chr. gesetzt. Sein Ableben war in Rom laut einem Brief des Marcus Caelius Rufus noch Ende Juni 51 v. Chr. nur als Ger├╝cht bekannt


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