Ernst Werner Siemens

Ernst Werner Siemens

Male 1816 - 1892  (75 years)    Has 2 ancestors and more than 100 descendants in this family tree.

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  • Name Ernst Werner Siemens 
    Relationshipwith Adam
    Born 13 Dec 1816  Hannover Find all individuals with events at this location 
    Gender Male 
    Died 6 Dec 1892  Charlottenburg, Berlin, Preussen Find all individuals with events at this location 
    Person ID I175019  Geneagraphie
    Last Modified 2 Sep 2008 

    Father Christian Ferdinand Siemens,   b. 1787,   d. 1840  (Age 53 years) 
    Mother Eleonore Deichmann,   b. 1792,   d. 1839  (Age 47 years) 
    Married 1812 
    Siblings 13 siblings 
    Family ID F273981  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 1 Mathilde Drumann,   b. 8 Jul 1824, K├Ânigsberg, Preu├čen Find all individuals with events at this location,   d. 1 Jul 1865, Charlottenburg, Berlin, Preussen Find all individuals with events at this location  (Age 40 years) 
    Married 1 Oct 1852  K├Ânigsberg, Preu├čen Find all individuals with events at this location 
    Children 
     1. Arnold Wilhelm von Siemens,   b. 13 Nov 1853, Berlin, DE Find all individuals with events at this location,   d. 29 Apr 1918, Berlin, DE Find all individuals with events at this location  (Age 64 years)
     2. Georg Wilhelm von Siemens,   b. 30 Jul 1855, Berlin, DE Find all individuals with events at this location,   d. 14 Oct 1919, Arosa, Schweiz Find all individuals with events at this location  (Age 64 years)
     3. Anna Eleonore Sophie von Siemens,   b. 1858,   d. 1939  (Age 81 years)
     4. K├Ąthe Marie Auguste von Siemens,   b. 1861,   d. 1949  (Age 88 years)
    Last Modified 2 Sep 2008 
    Family ID F273979  Group Sheet  |  Family Chart

    Family 2 Antonie Sophie Siemens,   b. 16 Sep 1840, Hohenheim Find all individuals with events at this location,   d. 22 Dec 1900, Charlottenburg, Berlin, Preussen Find all individuals with events at this location  (Age 60 years) 
    Married 1869 
    Children 
     1. Hertha Viktoria Ottilie von Siemens,   b. 1870,   d. 1939  (Age 69 years)
     2. Carl-Friedrich von Siemens,   b. 9 Sep 1872, Charlottenburg, Berlin, Preussen Find all individuals with events at this location,   d. 9 Jul 1941, Neu Fahrland Find all individuals with events at this location  (Age 68 years)
    Last Modified 31 Aug 2008 
    Family ID F273980  Group Sheet  |  Family Chart

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    Link to Google MapsMarried - 1 Oct 1852 - K├Ânigsberg, Preu├čen Link to Google Earth
    Link to Google MapsDied - 6 Dec 1892 - Charlottenburg, Berlin, Preussen Link to Google Earth
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    Pin Legend  : Address       : Location       : City/Town       : County/Shire       : State/Province       : Country       : Not Set

  • Photos
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  • Notes 
    • Nach dem Umzug im Jahre 1823 ins L├╝becker Gebiet, wo sein Vater die Dom├Ąne Menzendorf ├╝bernahm, blieb seinen Eltern der wirtschaftliche Erfolg versagt. Siemens wurde anfangs von der Gro├čmutter und dem Vater unterrichtet, besuchte ein Jahr die B├╝rgerschule in Sch├Ânberg , bekam drei Jahre Unterricht von einem Hauslehrer und besuchte schlie├člich f├╝r drei Jahre das Katharineum zu L├╝beck . Er verlie├č das Gymnasium 1834 aber vorzeitig ohne formalen Abschluss. Er wollte gerne einen praktisch-wissenschaftlichen Beruf ergreifen, doch erlaubte die wirtschaftliche Situation der Eltern kein Studium. Nach dem Tod der Mutter im Juli 1839 und des Vaters im Januar 1840 musste Werner als ├Ąltester Sohn die Vaterstelle f├╝r seine Geschwister ├╝bernehmen.
      Auf den Rat eines Lehrers bewarb er sich beim Ingenieurkorps der preu├čischen Armee in Berlin, wurde jedoch abgewiesen; daraufhin bewarb er sich bei der Artillerie in Magdeburg und wurde angenommen. Im Herbst 1835 wurde Siemens als Offizieranw├Ąrter f├╝r drei Jahre an die Berliner Artillerie- und Ingenieurschule kommandiert. Hier bekam er eine umfassende Ausbildung auf naturwissenschaftlichen Gebieten, wie Mathematik , Physik , Chemie und Ballistik und h├Ârte nebenher Vorlesungen an der Berliner Universit├Ąt. Diese Ausbildung beendete er 1838 als Artillerie- Leutnant .
      Leutnant Werner Siemens tat Dienst in Magdeburg und anschlie├čend in der Garnison Wittenberg , wo er wegen der Teilnahme als Sekundant bei einem Duell zu f├╝nf Jahren Festungshaft verurteilt wurde. Seine Zelle in der Zitadelle Magdeburg hat er zum Labor umgestaltet und dabei ein Verfahren zur elektrischen Galvanisierung (insbesondere Versilberung) entwickelt. Er wurde jedoch bald begnadigt und 1842 zur Artilleriewerkstatt in Berlin versetzt.

      Er blieb beim Milit├Ąr bis Juni 1849 und versuchte nebenher mit Erfindungen zus├Ątzlich Geld zu verdienen, wobei seine Arbeit zun├Ąchst auf praktische und schnell verwertbare Dinge gerichtet war. So entwickelte er einen neuen Regler f├╝r Dampfmaschinen, eine Presse zur Herstellung von Kunststein und ein Druckverfahren. Die Idee einer Lauf-Flieg-Maschine, wor├╝ber er mit seinem Bruder Wilhelm korrespondierte, wurde aber nicht in Angriff genommen.
      Als aufstrebender Unternehmer heiratete er am 1. Oktober 1852 in K├Ânigsberg Mathilde Drumann (1824-1865), Tochter des Universit├Ątsprofessors Dr. phil. Wilhelm Drumann und der Sophie Mehli├č. Aus dieser Ehe stammen zwei T├Âchter und zwei S├Âhne ( Wilhelm und Arnold ). Mathilde verstarb am 1. Juli 1865. Am 13. Juli 1869 heiratete Siemens in zweiter Ehe seine entfernte Cousine Antonie Siemens, die Tochter des Professors der Technologie Carl Siemens, Professor an der Landwirtschaftlichen Akademie bei Stuttgart, sp├Ąter in den w├╝rttembergischen pers├Ânlichen Adelsstand erhoben, und der Ottilie Denzel. Aus dieser Ehe ging Sohn Carl-Friedrich (1872-1941) hervor.
      Am 17. Februar 1887 erwirbt Siemens das ca. 600 ha gro├če Gut Biesdorf inklusive Schloss und ├╝bertr├Ągt es 1889 seinem Sohn Wilhelm .
      Im Jahr 1842 gelang es Werner Siemens, einen Teel├Âffel aus Neusilber mit Hilfe des aus Batterien stammenden Gleichstromes mit einem ├ťberzug wahlweise aus Silber oder Gold zu versehen, womit er zum Begr├╝nder der Galvanotechnik wurde. F├╝r dieses Verfahren bekam er ein Patent, das er an einen Juwelier verkaufte. Mit dem Erl├Âs aus diesem Gesch├Ąft schickte er seinen damals 18-j├Ąhrigen Bruder Wilhelm nach England, das zu dieser Zeit in der Technik und Industrialisierung viel weiter fortgeschritten war als das in viele Teilstaaten zersplitterte Deutschland.
      Ende 1846 entwickelte er den elektrischen Zeigertelegraphen mit Selbstunterbrechung. Im Jahr darauf erfand er ein Verfahren , um Dr├Ąhte mit einer nahtlosen Umh├╝llung aus Guttapercha zu versehen. Dieses Verfahren bildet bis heute die Grundlage zur Herstellung isolierter Leitungen und elektrischer Kabel .
      1857 entwickelte Siemens die Ozonr├Âhre , die elektrisch erzeugtes Ozon zur Reinigung von Trinkwasser verwendet.
      1857 Formulierung des Gegenstromprinzipes . Siehe auch Gegenstrom .
      1866 entdeckte er 15 Jahre nach dem D├Ąnen S├Şren Hjorth und f├╝nf Jahre nach dem Ungar Jedlik als dritter das dynamoelektrische Prinzip und baute eine erste Dynamomaschine . Werner von Siemens war allerdings der erste, der der Selbsterregung eine gro├če Bedeutung f├╝r die Erzeugung elektrischer Energie voraus zu sagen glaubte. Die moderne Technik der Stromerzeugung ging andere Wege: Dort wird das Prinzip der Fremderregung angewandt. Der d├Ąnischen Eisenbahningenieur S├Şren Hjorth (1801-1870) erhielt bereits 1854 ein Patent f├╝r eine Maschine, die Dauer- und Elektromagnete enthielt. Auch sie nutzte bereits die Selbsterregung. Siemens glaubte fest an den Siegeszug der elektrischen Energie, der mit der Dynamomaschine m├Âglich erschien. Aber es gab noch zu wenig praktikable Anwendungen, um der neuen Technologie zum Durchbruch zu verhelfen.

      Am 12. Oktober 1847 gr├╝ndete er - noch immer im Hauptberuf Offizier - mit dem Mechaniker Johann Georg Halske in Berlin die Telegraphenbau-Anstalt von Siemens & Halske . Das notwendige Kapital zur Firmengr├╝ndung kam von Siemens' Vetter Johann Georg Siemens, einem wohlhabenden Justizrat und Vater des sp├Ąteres Mitbegr├╝nders der Deutschen Bank , Georg Siemens . Er investierte mehr als 6000 Taler als Startkapital gegen eine 20-prozentige Gewinnbeteiligung ├╝ber sechs Jahre.
      Die Verbindung von Siemens und Halske war wohl ein seltener Gl├╝cksfall in der Technikgeschichte , denn sie erg├Ąnzten sich auf nahezu ideale Weise. Siemens hatte das Wissen, die Ideen und experimentierte gerne, Halske konstruierte die unendlich vielen Kleinigkeiten die notwendig waren, um aus Ideen praktisch nutzbare Ger├Ąte zu machen.
      1848 erhielt das junge Unternehmen einen politisch wichtigen Auftrag - die Telegraphenleitung von Berlin nach Frankfurt am Main , denn dort tagte die deutsche Nationalversammlung . Die Leitung wurde noch im Winter 1848/49 mit Ger├Ąten und Kabeln von Siemens & Halske gebaut. Dass die Nationalversammlung K├Ânig Friedrich Wilhelm IV. von Preu├čen die Kaiserw├╝rde antragen wollte, wusste dieser schon eine Stunde nach der Abstimmung, eine Woche bevor die Kaiserdeputation in Berlin ankam.
      Damit wurde Siemens & Halske auf einen Schlag bekannt und weitere Auftr├Ąge zum Bau von Telegraphenverbindungen in Preu├čen und den deutschen Staaten folgten. Siemens versuchte fr├╝h auch auf au├čerdeutschen M├Ąrkten Fu├č zu fassen, zumal er mit der preu├čischen Telegraphenverwaltung bald in Streit geriet und von dieser ├╝ber viele Jahre keine Auftr├Ąge mehr erhielt. Er betraute seinen Bruder Wilhelm mit der Leitung einer ersten Auslandsniederlassung in London . Auch in Russland bem├╝hte er sich um Auftr├Ąge. Ein erster Erfolg war 1852 der Auftrag zur Errichtung von Telegraphenverbindungen von Warschau nach St. Petersburg und von St. Petersburg nach Moskau . 1853 schickte Siemens seinen Bruder Carl nach St. Petersburg, um den Bau zu ├╝berwachen. Dabei bew├Ąhrte sich Carl schnell als f├Ąhiger Unternehmer und weitere Auftr├Ąge f├╝r das russische Telegraphennetz folgten. 1855 wurde das russische Gesch├Ąft unter Leitung Carls in eine Zweigniederlassung umgewandelt und etablierte sich als wichtige St├╝tze von Siemens & Halske. Auftr├Ąge kamen auch aus England, wo eine eigene Kabelfabrik errichtet wurde.
      Es gab auch R├╝ckschl├Ąge, beispielsweise scheiterte 1864 die Verlegung eines Seekabels von Cartagena nach Oran , was dem Unternehmen empfindliche Verluste bescherte. Halske, der risikoreiche Unternehmungen hasste, verlangte, sich von der verlustreichen Niederlassung in London zu trennen. Siemens wollte den Bruder nicht im Stich lassen, gliederte die Londoner Niederlassung aus Siemens & Halske aus und gr├╝ndete 1865 mit Wilhelm und Carl in London die Siemens Brothers & Co. Aber die Meinungsverschiedenheiten zwischen Halske und den Siemens-Br├╝dern blieben bestehen und f├╝hrten Ende 1867 nach zwanzig Jahren zum R├╝ckzug von Halske aus der Firma. Die Br├╝der Wilhelm und Carl wurden nach dem Ausscheiden Halskes die einzigen Teilhaber ihres Bruders Werner: Siemens & Halske wurde zum Familienunternehmen der Siemens-Br├╝der.
      1870 ging nach dreij├Ąhriger Bauzeit die Indo-Europ├Ąische Telegraphenlinie von London ├╝ber Teheran nach Kalkutta mit einer L├Ąnge von ├╝ber 11.000 Kilometern in Betrieb.
      1879 die erste elektrische Lokomotive und die erste elektrische Stra├čenbeleuchtung (in Berlin)
      1880 der erste elektrische Aufzug (in Mannheim )
      1881 die erste elektrische Stra├čenbahn (in Lichterfelde , das heute zu Berlin geh├Ârt ).
      1882 der erste Oberleitungsbus der Welt (nur als erfolgreicher Versuch, kein Dauerbetrieb)

      Siemens unterst├╝tzte die Deutsche Revolution 1848/49 . 1860 wurde er Mitglied des liberalen Deutschen Nationalvereins . 1861 war er Mitbegr├╝nder der Deutschen Fortschrittspartei (DFP). 1863 wurde er in das Preu├čische Abgeordnetenhaus gew├Ąhlt, geh├Ârte ihm bis 1866 an. Im Preu├čischen Verfassungskonflikt stimmte er gegen die Indemnit├Ątsvorlage Otto von Bismarcks .
      Siemens machte sich schon fr├╝h Gedanken um das Schicksal seiner Leute. Die normale Entlohnung erschien ihm nicht ausreichend: Mir w├╝rde das Geld wie gl├╝hendes Eisen in der Hand brennen, wenn ich den treuen Geh├╝lfen nicht den erwarteten Anteil g├Ąbe. Neben altruistischen Motiven veranlassten ihn auch firmentaktische Beweggr├╝nde zu einem solchen Vorgehen, wie er in einem Brief an seinen Bruder Carl schrieb: Es w├Ąre auch nicht klug von uns, sie leer ausgehen zu lassen im Augenblicke gro├čer neuer Unternehmungen.
      Leitende Mitarbeiter hatten schon seit Mitte der 1850er Jahre Vertr├Ąge, die ihnen erfolgsabh├Ąngige Tantiemen zusicherten, rangniedrigere Mitarbeiter bekamen - nicht vertraglich festgelegte - Pr├Ąmien . Ab Mitte der 1860er zahlte Siemens & Halske eine so genannte Inventurpr├Ąmie an alle Arbeiter und Angestellten, eine fr├╝he Form des Leistungsanreizes und ein Vorl├Ąufer der heutigen Erfolgsbeteiligung. Dies alles waren Ma├čnahmen, um qualifizierte Mitarbeiter an Siemens & Halske zu binden und einen festen Arbeiterstamm zu bilden.
      1872 gr├╝ndete Siemens die Pensions-, Witwen- und Waisenkasse, an der sich auch Halske, der dem Unternehmen schon nicht mehr angeh├Ârte, beteiligte. Eine weitere sozialpolitsche Ma├čnahme war die 1873 erfolgte Einf├╝hrung des 9-Stunden-Arbeitstags.
      1879 kaufte Werner von Siemens das zweite jemals gefunden Fossil des Archaeopteryx von dem Solnhofener Apotheker Ernst H├Ąberlein f├╝r 20.000 Mark und verhinderte so, dass auch das zweite Fossil ins Ausland verkauft wurde. Er ├╝berlie├č den Urvogel der Universit├Ąt Berlin als Dauerleihgabe , so dass diese das Fossil zwei Jahre sp├Ąter in zwei Raten zum urspr├╝nglichen Preis von Siemens erwerben konnte. (Paul Chambers: Die Archaeopteryx-Saga Seite 174)
      1860 wurde Werner Siemens von der Universit├Ąt Berlin die W├╝rde eines Ehrendoktors verliehen. Auf der Weltausstellung in Paris 1867, wo Siemens seinen nach dem dynamoelektrischen Prinzip arbeitenden Generator ausstellte, wurde er mit dem Orden der Franz├Âsischen Ehrenlegion ausgezeichnet. In Anerkennung seiner Leistungen wurde Werner Siemens 1874 als Mitglied in die Preu├čische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. 1880 wurde er zum Geheimen Regierungsrat ernannt und 1886 wurde ihm der Orden Pour le M├ęrite f├╝r Kunst und Wissenschaften verliehen.
      In Anerkennung seiner Verdienste um Wissenschaft und Gesellschaft wurde Siemens durch Kaiser Friedrich III. 1888 in den Adelsstand erhoben. Die SI -Einheit des elektrischen Leitwerts wurde nach ihm benannt. Zu seinen Lebzeiten wurde jedoch ein bestimmter elektrischer Widerstand als "1 Siemens" oder "Siemens-Einheit (SE)" bezeichnet, n├Ąmlich der Widerstand einer Quecksilbers├Ąule bestimmter Abmessungen bei 0 ┬░C; dieses Widerstands-Normal hatte Siemens entwickelt. 1 SE = 0,944 Ohm .


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