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175951 WSN HOLLINS Family F54071
 
175952 WSN JONES Family F54456
 
175953 WSN ROLINE Family F54535
 
175954 WSN SHAWCROSS Family F54050
 
175955 WSN SMITH Family F54054
 
175956 WSN WEDGWOOD Family F54340
 
175957 WSN WEDGWOOD Family F54429
 
175958 Wts. John Murphy, George St. Leger & others Family F111397
 
175959 Wu and Ke ancestor Po, T'ai (I147787)
 
175960 Wu and Ke ancestor Yung, Chung (I147788)
 
175961 wuchs auf Schloss Wiepersdorf in der Mark Brandenburg sowie in Berlin auf. In den 1840er Jahren spielte sie eine gesellschaftliche Rolle am Hof König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen , mit dessen Cousin Prinz Waldemar von Preußen sie eng befreundet war. Auch mit dem Staatsmann Felix Fürst Lichnowsky stand sie in Verbindung. Nach der Heirat mit Graf Oriola, einem aus Portugal stammenden Husarenoffizier , im Jahr 1853 lebte sie abwechselnd in Bonn , Koblenz , Berlin und Breslau , wo ihr Gatte jeweils ein militärisches Kommando führte. Bereits in dieser Zeit führte sie ein salonartiges Haus.
Nach dem Tod Eduards 1862 nicht wieder verheiratet, trat sie während der deutschen Einigungskriege in der Krankenfürsorge hervor und gründete sogar eine Stiftung: Invalidendank. Später trat sie dem Vorstand des Vereins für Frauen und Jungfrauen bei und wurde 1866 und 1873/74 mit dem Luisenorden (erst Krieg-, dann Friedensklasse) ausgezeichnet. Mit vielen anderen Salonnièren der Zeit verband sie Freundschaft, so Hedwig von Olfers . Am Silvestertag 1894 starb sie in Berlin.

Maxe Oriola war mütterlicherseits die Nichte von Friedrich Karl und Kunigunde von Savigny sowie von Clemens Brentano . Väterlicherseits war sie Enkelin von Maximiliane von La Roche . Sie war verschwägert mit Herman Grimm , dem Mann ihrer Schwester Gisela , und Luise Gräfin von Oriola (1824-1899), Schwester ihres Gatten und Palastdame der Kaiserin Augusta . Ihre Cousins waren der Philosoph Franz Brentano und der Nationalökonom Lujo Brentano .

Nach dem Tod ihres Mannes zog Gräfin Oriola 1866, im Jahr des Deutschen Krieges , wieder nach Berlin, wo sie seit den Siebziger Jahren ihre "Freitage" abhielt, die nach und nach zu einer festen Institution in der Berliner Gesellschaft wurden. Ihr Salon - erst in der Bellevuestraße, seit 1872 in der Potsdamer Straße, in den Achtziger Jahren schließlich in der Bülowstraße - war, ähnlich wie jener der Gräfin Schleinitz , literarisch-musikalisch ausgerichtet, zählte aber gleichwohl viele Politiker zu seinen Habitués , was mit der speziellen Situation Berlins als neuer Reichshauptstadt nach 1871 zusammenhing. Neben Künstlern und Intellektuellen waren vor allem Hofkreise stark vertreten, die Generaladjutanten des Kaisers ebenso wie die Hofdamen der Kaiserin.
Maxe Oriola teilte nicht den überschwänglichen Bismarckkult , der etwa für die Baronin Spitzemberg typisch war, gehörte aber auch nicht zu seinen Gegnerinnen, wie etwa die Gräfin Schleinitz. Im Ganzen hatte ihr Salon ein bildungsbürgerliches, spätbiedermeierliches Gepräge, was sicher mit ihrer Herkunft aus einem Dichterhaushalt und ihrer Sozialisation im Vormärz zu tun hatte. Obwohl selber adlig geboren und Gräfin, pflegte sie wenig Standesvorurteile und vertrat tendenziell eher die bürgerlich-romantische denn die adlig-höfische Salontradition, wenngleich ihr Haus viele Aristokraten und Fürstlichkeiten anzog. Zu Beginn der 1890er Jahre schloss ihr Salon seine Türen. 
von Arnim, Maximiliane Marie Catharine (I627416)
 
175962 wuchs bei seiner Mutter und dem Ziehvater Gerhard Scheumann auf. Er studierte Regie und Filmschnitt am Eisenstein-Institut in Moskau . Seit 1978 arbeitete er in Westdeutschland. Als Regieassistent bei Thomas Langhoff , Eberhard Fechner und Diethard Klante legte er das Fundament für seine Karriere als Regisseur. Er drehte in den 1990er Jahren mehrere Teile der Krimiserie "Tatort" und arbeitete mit bekannten Schauspielern wie Günter Lamprecht , Marianne Sägebrecht , Cornelia Froboess , Katja Riemann , Mario Adorf und Ulrich Tukur zusammen. Er lebte zeitweise mit der Schauspielerin Eva-Maria Hagen zusammen.
Filmografie
"Moebius" (1991)
"Fraktur" (1991)
" Tatort - Berlin - beste Lage" (1993)
"Tatort - Tod einer alten Frau" (1993)
"Tatort - Die Sache Baryschna" (1993)
"Tatort - Geschlossene Akte" (1994)
"Der gute Merbach - Will Quadflieg Special" (1994)
"Der Mörder und sein Kind" (1995) (mit Ulrich Tukur)
"Polizeiruf 110 - Lauf oder Stirb" (1995)
"Matulla und Busch" (1995) (mit Erwin Geschonneck, Buch: Ulrich Plenzdorf )
"Angst hat eine kalte Hand" (1996) (mit Udo Samel , Katja Riemann und Cornelia Froboess)
" Polizeiruf 110 - Der Pferdemörder" (1996)
"Angeschlagen" (1996)
"Schrei der Liebe" (1996) (mit Jürgen Prochnow und Eva Mattes )
"Reise in die Nacht" (1997)
"Der Rosenmörder" (1997)
"Polizeiruf 110 - Mörderkind" (1998)
"Tödliche Rettung" (1998)
" Ganz unten, ganz oben " (1999) (mit Marianne Sägebrecht und Dietmar Bär )
"Ein mörderischer Plan" (2000)
"Jenseits der Liebe" (2001)
"Späte Rache" (2001)
"Die Mutter" (2002)
"Liebe Schwester" (2002)
"Die Ärztin" (2003)
"Mord am Meer" (2003)
"Liebe nach dem Tod" (AT "Die Liebenden") (2004) (mit Maja Maranow , August Zirner und Laura-Charlotte Syniawa )
"Die Nachrichten" (2005) nach dem Roman von Alexander Osang (mit Jan Josef Liefers , Uwe Kockisch , Henry Hübchen und Dagmar Manzel )
Silberhochzeit ' (2006) (mit Iris Berben , Matthias Habich , Ulrich Noethen , Silke Bodenbender )
Stolberg (2006)
Auszeichnungen
Fernsehpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste)
Bayerischer Fernsehpreis 2003 für "Die Mutter" 
Geschonneck, Matti (I652544)
 
175963 wuchs in Hohenfinow in der Provinz Brandenburg auf, wohin seine Familie 1855 gezogen war. Theobalds erster Unterricht erfolgte durch Erzieherinnen und Hauslehrer. Die Erziehungsziele des Vaters Felix von Bethmann Hollweg waren Härte gegen sich selbst, Willenskraft, Treue und Pflichterfüllung. Dies spiegelte sich in den allgemeinen Lebensumständen Theobalds in Hohenfinow wider.

Eine willkommene Abwechslung vom tristen, provinziellen Alltag war für die Söhne der alljährliche Besuch bei ihren Tanten, den Schwestern der weltgewandten Mutter, in Paris. Dort konnte er frühzeitig die europäische Umwelt kennenlernen und mögliche Vorurteile bezüglich des vermeintlichen „Erbfeindes" ablegen. Dazu kam ein besonders inniges Verhältnis zum Großvater, Moritz August von Bethmann Hollweg, der bei seinen Besuchen von Burg Rheineck in Hohenfinow mit seinem Enkel sprach, spielte und las. Moritz August von Bethmann Hollweg hatte in der Zeit des Vormärz' eine gemäßigt konservative Politik betrieben und war - im Gegensatz zu seinem Sohn Felix, dem Vater Theobalds - liberalen Gedanken nicht verschlossen (siehe auch: Bethmann (Familie)). Sein Enkelsohn zeichnete sich durch eine überdurchschnittliche musische Begabung aus, die er beim Klavier spielen unter Beweis stellte.

1869 trat er als Untertertianer in die Königliche Landesschule Schulpforta ein, um dort 1875 als Klassenbester die Reifeprüfung abzuschließen. Seine Abschlussarbeit behandelte das Thema „Die ‚Perser' von Äschylus vom Standpunkt der Poetik des Aristoteles betrachtet". Er verfasste sie, wie an altsprachlichen Gymnasien üblich, in lateinischer Sprache. Später äußerte sich Bethmann Hollweg dahingehend, dass er nie so wie damals das Gefühl geistiger Überlastung gehabt habe. Aus diesen harten Schulerlebnissen erwuchs seine Kritik an der Lehrmeisterin Geschichte und einer rückwärtsorientierten, weltfremden Einstellung. Gleichzeitig verdanke er Schulpforta eine selbstständige Urteilsbildung.

Bei seinen Klassenkameraden war er wegen eines gewissen Maßes an geistigem Hochmut eher geduldet als gemocht. Seine beiden einzigen Schulfreunde, Karl Lamprecht und Wolfgang von Oettingen, behielt Bethmann Hollweg aber bis zum Tod. Für die bestandene Abschlussprüfung schenkte sein Großvater ihm eine mehrmonatige Italien-Reise. Über diese schrieb er an seinen Freund Oettingen:

„Der köstlichste Gewinn, den eine Reise nach Rom bringt, ist der, dass man vor der Großartigkeit der Geschichte und der Natur die Sentimentalität etwas unterdrücken lernt."

Studium
Auf die Reise folgte das Studium der Rechtswissenschaften in Straßburg, das er 1876 erfolgreich abschloss. Die nächste Station seiner Ausbildung war die Universität Leipzig. Nach kurzem Soldatenleben in Berlin fühlte er sich faul und apathisch, lebte in den Tag hinein und fand seinen jugendlichen Idealismus verdammt fadenscheinig.

Nach dem gescheiterten zweiten Attentat auf Kaiser Wilhelm I. am 2. Juni 1878 schrieb er, er sei von seinem utopischen Ideal der Auflösung des einzelnen Vaterlandes in einen allgemeinen Weltbrei für immer geheilt. Doch trotz seines Protests gegen die niederträchtigen sozialistischen Bestrebungen ordnete er sich nicht einer der bestehenden politischen Richtungen zu. In gleichem Maße verurteilte er doktrinär liberale Bemühungen, die unglaublich dummen Reaktionäre und die selbsternannten Kreuzzeitungsritter. Die sich herauszeichnende politische Linie war die der Mitte, des Kompromisses zwischen nicht-revolutionärer Sozialdemokratie und monarchistischem Konservatismus.

An der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin legte Bethmann Hollweg seine Abschlussprüfung ab. Sein Lehrmeister dort war Rudolf von Gneist. Sein Studium in der Hauptstadt erfolgte sicher nicht aus patriotischen Gründen: Bethmann Hollweg wollte schon bald so schnell wie möglich zurück an den Rhein. Jedoch blieb er in Berlin und arbeitete als Referendar am Amtsgericht Berlin I. Er las viel, vornehmlich auf Englisch und Französisch und diskutierte mit seinen Studienfreunden. Doch er selbst beurteilte seinen gesellschaftlichen Verkehr als Fehler meiner Schwerfälligkeit als beschränkt und bekannte, dass man wohl in aller Ewigkeit ein langweiliger Kerl bleibt. Entgegen dem Trend der Zeit schloss er sich keiner Studentenverbindung an.

Seiner Liebe zur Jagd folgend reiste er 1879 in die Karpaten, nachdem er sich zuvor doch noch entschlossen hatte, das preußische Offizierspatent zu erwerben. Bethmann Hollweg besuchte Wien und Budapest und schrieb an Oettingen: Fremdes Land und fremde Sitten, wie köstlich ist das für uns nordische Biber. Darin wird deutlich, dass Bethmann Hollweg stets den Blick über den Horizont des deutschen Nationalstaates hinaus gerichtet hat. Er befasste sich mit anderen Völkern, und seine Fremdsprachenkenntnisse waren für einen preußischen Referendar nicht der Normalfall. Im Oktober 1880 kam der Jurist ans Amtsgericht Frankfurt/Oder.

Verwaltungsbeamter
Karte des Landkreises Oberbarnim1882 trat Bethmann Hollweg zur Bezirksregierung Frankfurt (Oder) über, bevor er zu seinem Vater ans Landratsamt nach Freienwalde wechselte. 1884 legte er in Frankfurt die Assessorprüfung mit Auszeichnung ab. Seine Amtseinführung als königlicher Regierungsassessor erfolgte am 10. Dezember 1884. Im Jahr darauf ging Bethmann Hollweg zur brandenburgischen Provinzialregierung nach Potsdam. Bereits Mitte 1885 wünschte Felix von Bethmann Hollweg seinen Landratsposten im Landkreis Oberbarnim aufzugeben, weshalb der Sohn zunächst interimistisch, am 20. Januar 1886 aber durch seine offizielle Ernennung das Amt übernahm. Mit nur 29 Jahren war Bethmann Hollweg zum jüngsten Landrat der Provinz Brandenburg geworden.

Im Juli 1889 heiratete er Martha von Pfuel, die Tochter des Hauptritterschaftsdirektors von Pfuel auf Wilkendorf (bei Strausberg). Die Heirat stellt gleichzeitig ein Symbol für die Akklimatisierung Bethmann Hollwegs im schwerfälligen Osten dar. Schließlich hatte Bethmann Hollweg wegen seiner westdeutschen, bürgerlichen Abstammung lange Zeit als Frankfurter Bankiersspross gegolten, was in den Kreisen des konservativen Adels als Makel gesehen wurde. Der Ehe entsprossen vier Kinder (eines starb früh). Laut Gerhard von Mutius (Bethmann Hollwegs Vetter) war und blieb er in allen Phasen seines Lebens ein einsamer Mensch. Er war weder pädagogisch, noch spielerisch genug, um sich dem Familienleben hinzugeben.

Das Amt des Landrates übte er mit größter Genauigkeit und beherztem Engagement aus. War sein Vater noch im Stil des preußischen Junkertums verfahren, zog mit dem ausgebildeten Juristen ein neues Amtsverständnis ein: Er fuhr selbst auf die Dörfer, sprach nicht nur mit Gutsherren, sondern auch mit deren Arbeitern, überprüfte die jährlichen Investitionen. Als Repräsentant des preußischen Königs ließ Bethmann Hollweg große Gerechtigkeit walten. Seine Arbeit beruhte auf dem Prinzip der freiwilligen Mitwirkung der Bürger, weniger auf autoritären Anweisungen. Das ausgeprägte Gefühl für seine Schutzbefohlenen machte ihn zu einem der fortschrittlichsten Landräte seiner Zeit.

1890 stellten Konservative, Nationalliberale und Freikonservative Bethmann Hollweg als gemeinsamen Kandidaten für den Reichstag auf. Damit trat er politisch in die Fußstapfen seines Vaters Felix, der seinem zögernden Sohn zur Kandidatur geraten hatte. Mit einer Mehrheit von nur einer Stimme war die Kandidatur zwar erfolgreich, doch Proteste der gegnerischen Kandidaten wegen vermeintlicher Unregelmäßigkeiten sorgten für eine Neuwahl, bei der der freikonservative Landrat nicht mehr teilnahm. Damit war die kurze Episode Bethmann Hollwegs als Parteipolitiker beendet. Zeit seines Lebens blieb ihm das Parteiwesen unsympathisch.

Nach zehn Jahren Landratszeit erfolgte 1896 seine Beförderung zum Oberpräsidialrat im Oberregierungspräsidum Potsdam. In diesem Amt verblieb er drei Jahre, bevor er am 1. Juli 1899 zum Regierungspräsidenten in Bromberg ernannt wurde. Nur drei Monate später war Theobald von Bethmann Hollweg mit 43 Jahren als jüngster Oberpräsident Preußens an die Spitze der Provinz Brandenburg aufgestiegen. Dieser schnelle berufliche Erfolg war durch mehrere Faktoren ermöglicht worden: Einerseits durch sein eigenes Talent in staatsmännischen Tätigkeiten, dann durch das Prestige des Großvaters und andererseits durch die Fürsprache des Reichskanzlers Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst, der den Aufstieg des jungen Oberpräsidenten seit einiger Zeit beobachtet hatte.

An der Spitze der bedeutendsten Provinz des Königreichs boten sich für Bethmann Hollweg nun ganz neue Möglichkeiten gesellschaftlicher Kontaktaufnahme. Die rasante Entwicklung der Weltstadt Berlin warf für ihn komplexe Fragen der neuen Industriegesellschaft auf. Nannten ihn seine Zeitgenossen einen geborenen Oberpräsidenten, fühlte sich Bethmann Hollweg selbst deplaziert: Er fluchte in goethe'scher Manier über das geschäftige Nichtstun der Narren, Philister und Schelme von Beamten. Zudem nahm er den Briefverkehr mit seinem Freund Oettingen nach beinahe fünfzehnjähriger Unterbrechung wieder auf. Ohne dass ein besonderer Grund vorlag, waren sich Oettingen und Bethmann Hollweg einander fremd geworden. Letzterer hatte in dieser Zeit unter der beruflichen Pflichterfüllung seine sozialen Kontakte vernachlässigt. 1901 machte er jedoch einen Schritt zur Wiederaufnahme der Beziehung und schrieb an Oettingen:

„Ich bin ein Mensch, der der Fülle der ihm gestellten Aufgaben nie gewachsen war, der darin zu einem oberflächlichen und darum unbefriedigten Dilettanten geworden ist, und dem trotzdem Stellung über Stellung restlos zugeflogen ist. [...] Wann wird sich bei mir der Neid der Götter offenbaren, oder verbüße ich meine Schuld dadurch, dass ich das unverdiente Glück nicht voll und rein genießen kann? Dass ich das Verhältnis zwischen Kraft und Pflicht täglich peinigend erlebe?"

Oberpräsident Bethmann Hollweg orientierte sich an den Entwicklungen im europäischen Ausland: Als preußischer Kosmopolit weilte er 1904 in Paris. Zuvor hatte er sich in London als Gast Paul Metternichs fortgebildet: In Berlin stand die Eingemeindung von Vororten auf der Tagesordnung und Bethmann Hollweg nahm sich für diese Aufgabe den Stadtverband Groß-London zum Vorbild.

Preußischer Innenminister
Preußischer LandtagAm 21. März 1905 erfolgte die Ernennung Bethmann Hollwegs zum preußischen Minister des Innern und damit der endgültige Aufstieg in die Politik. Für dieses Amt hatte der Altkanzler Hohenlohe ihn vorgeschlagen. Bethmann Hollweg nahm die Aufgabe nur widerwillig an, da er Ansichten vertrete, die in den preußischen Schematismus nicht hineinpassen. Die Ernennung war vor allem bei den Konservativen umstritten. Ernst von Heydebrand schrieb: Als Minister des Innern brauchen wir einen Mann mit fester Hand und Rückgrat. [...] Statt eines Mannes geben Sie uns einen Philosophen. Nach Zeugnis Bernhard von Bülows ging Heydebrand sogar noch weiter: Der Mann ist mir zu klug. Für Sozialdemokraten und Radikalliberale war er nur ein weiterer Vertreter des verhassten Obrigkeitsstaates, weshalb ihm auch die linke Seite mit Reserviertheit betrachtete. So machte sich bereits zu Anfang die parteipolitische Heimatlosigkeit Bethmann Hollwegs bemerkbar, die aus einem Fehlen einer echten Mitte resultierte.

Als bedeutende Aufgabe setzte er sich, der das langsame Auseinanderdriften der wilhelminischen Gesellschaft in immer nationalistischer, militaristischer werdende Rechte und immer radikaler, republikanischer werdende Linke früh feststellte, die Gegensätze der politischen Interessen durch Kompromisse zu überwinden. An den damals neu ernannten Chef der Reichkanzlei Friedrich Wilhelm von Loebell schrieb er:

„Die zu versöhnenden Elemente haben keinerlei innerliches Verhältnis für die gegenseitigen politischen Anschauungen mehr. Sie stehen einander gegenüber wie die Glieder verschiedener Welten. Hoffentlich glückt es Ihnen, ausgleichend zu wirken, denn ohne allmähliche Assimilierung kommen wir zu ganz unhaltbaren Zuständen."

So richtete sich sein Blick als Politiker früh auf die Verpflichtung der SPD auf das bestehende Staatsgefüge. In seiner Antrittsrede im Preußischen Abgeordnetenhaus vom 6. April 1905 nahm er in diesem Sinne Stellung zum Antrag der Linken auf Schaffung eines Volkswohlfahrtsamtes. Dabei bezeichnete er die Volkswohlfahrtspflege als wichtigste und ernsteste Aufgabe der Gegenwart. Die Beförderung nationaler Volkskultur habe den Kern jeder staatlichen Tätigkeit zu bilden und zur Veredelung der Vergnügungen der Menschen beizutragen. Gleichzeitig wandte er sich eindrucksvoll gegen politische, religiöse und soziale Ressentiments, indem er den Abgeordneten (unter großem Beifall der Linken und Nationalliberalen) zurief: Nihil humani a me alienum puto. Er schöpfe Vertrauen in die Entwicklungsfähigkeit menschlicher Art und freue sich, dass das Kulturbedürfnis der Bürger auch in den unteren Schichten ständig steige. Bethmann Hollweg versprach, den Antrag gründlich und wohlwollend zu prüfen und wies darauf hin, dass die Befreiung von bürokratischen Fesseln nur bei freier Teilnahme aller Volkskreise möglich sei.

Für einen preußischen Innenminister waren diese Klänge ungewöhnlich. Das Berliner Tageblatt schrieb 1909 rückblickend auf Bethmann Hollwegs Antrittsrede: Man war in diesem Dreiklassenparlament mit seinem flachen Nützlichkeitsdenken nicht daran gewöhnt, so etwas wie eine Weltanschauung zu finden und die Staatsnotwendigkeiten durch philosophische Gründe erhärtet zu sehen. Herr von Bethmann Hollweg wurde angestaunt wie eine rara avis (seltener Vogel).

1906 wurde im Preußischen Abgeordnetenhaus die Frage des Dreiklassenwahlrechts behandelt: Hier war der Kurs Bethmann Hollwegs deutlich vielschichtiger als der seiner Kollegen. Er lehnte im Parlament eine Übertragung des allgemeinen und gleichen Reichstagswahlrechts auf Preußen ab, betonte, dass die königliche Staatsregierung zwar hinter dem Notwendigen nicht zurückbleiben, über das Ausreichende aber nicht hinausgehen wolle. Der Minister warnte vor demokratischer Gleichmacherei, lobte aber das gewaltige Aufstreben unserer Arbeiterschaft und die langsame, aber entschiedene Hinwendung zum großen Aristokraten des Geistes, Kant. Dessen Ansichten versuchen die Triebe des Menschen zu entwickeln, die nach der Höhe streben. An seinen Freund Oettingen schrieb Bethmann Hollweg:

„Ich war mir wohl bewusst, mit meiner Rede nicht nur in ein Wespennest zu stechen, sondern auch die eigene Persönlichkeit aufs Spiel zu setzen. Unser preußisches Wahlrecht ist auf die Dauer unhaltbar, und wenn es auch ein an sich aktionsfähiges Parlament lieferte, so ist doch dessen konservative Mehrheit so banausisch gesinnt und in dem satten Gefühl ihrer unantastbaren Macht für jeden vorwärts Wollenden so demütigend, dass wir neue Grundlagen suchen müssen. Aber schon für diesen Grundgedanken finde ich weder im Staatsministerium noch auch wahrscheinlich bei Seiner Majestät und natürlich unter keinen Umständen bei der Majorität des Landtages irgend welches Verständnis. [...] Die Konservativen vorwärts treiben und die Liberalen von Parteifragen und Parteischablonen abdrängen - ich verzweifele an der Möglichkeit, wenn ich sehe, wie meine Worte, größtenteils allerdings böswillig, missverstanden und verdreht werden. Der Zusammenhang zwischen Lebensanschauung und Politik ist den Menschen ganz unverständlich geworden, und man setzt sich höhnischer Kritik aus, wenn man ganz bescheidentlich auf ihn hinweist."

Im selben Jahr brach der polnische Schulstreik aus, mit dem die polnischen Schulkinder der Provinz Posen - vom katholischen Klerus unterstützt - zu erreichen versuchten, dass der Unterricht wieder in polnischer Sprache erteilt werden durfte. Die Konservativen pochten auf Erhöhung der militärischen Präsenz in Posen, was Bethmann Hollweg entschieden ablehnte. Er genehmigte vielmehr, Religionsunterricht zukünftig in polnischer Sprache zu geben. Zwangsverfügungen sah er als nicht mehr empfehlenswertes staatliches Machtmittel vergangener Zeiten [an], das moralisch bedenklich sei.

1907 stand im Zeichen des Bürokratieabbaus: Er forderte das Preußische Herrenhaus zur Lockerung der bürokratischen Fesseln auf und erklärte am 19. Februar vor dem Abgeordnetenhaus, er wolle so viel dezentralisieren wie möglich. Dabei gehe er nach eigener Aussage noch über die Linken des Hauses hinaus.

Die Einstellung des Ministers, das Königreich Preußen müsse im Alltag menschlicher und toleranter werden, zeigte sich 1906 bei der Affäre um die homosexuellen Neigungen des Kaiserfreundes Philipp Eulenburg. Der kaiserliche Hof gab dem Polizeipräsidium Berlin den Auftrag, eine Liste aller höhergestellten Homosexuellen aufzustellen. Bethmann Hollweg hatte diese Liste als Innenminister vor der Übergabe an den Kronrat zu prüfen. Er gab sie stattdessen dem zuständigen Kriminalisten, Hans von Tresckow, mit der Bemerkung zurück, er wolle so viele Menschen nicht unglücklich machen.

Im Oktober 1907 ging die preußische Ministerzeit für Theobald von Bethmann Hollweg mit seinem Wechsel zum Reichsamt des Innern zu Ende. Am 24. Juni 1907 stieg er als Nachfolger des nüchternen aber engagierten Arthur von Posadowsky-Wehner zum Staatssekretär auf. Damit wurde er gleichzeitig zum Vizepräsidenten des Preußischen Staatsministeriums, zum nach dem Kanzler Bülow wichtigsten Politiker des Kaiserreiches.

Staatssekretär des Innern
Theobald von Bethmann HollwegBethmann Hollweg war durch Bülow in unmittelbarem Anschluss an die Reichstagswahl 1907, die eine herbe Niederlage für die Sozialdemokratie darstellte, zum Staatssekretär des Innern berufen worden. Der Kanzler erhoffte sich, nach dem als aufmüpfig empfundenen Posadowsky einen Mitarbeiter berufen zu haben, mit dem es sich weitaus bequemer arbeiten ließ. Das Amt hatte Bethmann Hollweg nur höchst widerwillig angenommen. Da er die Berufung als kaiserlichen Befehl auffasste, sah er für sich letztendlich keine Alternative. Er schrieb an seine Frau:
„Gesucht habe ich die neue Bürde nicht, sondern mich bis zum Letzten gegen sie gewehrt. Nun sie mir auferlegt ist, muss ich sie zu tragen versuchen, wie ich nun einmal bin. Ich fürchte mich nicht sowohl vor der positiven Arbeit, vor den Gesetzen, die nun einmal die öffentliche Meinung will, als vor dem unpolitischen Sinn unserer Nation, der von vorgefassten Meinungen nicht lassen will, und der doch zu Opfern gezwungen werden muss, wenn es glücken soll, alles Lebenskräftige zu politischer Mitarbeit zu verpflichten."
Zu den anspruchsvollen Aufgaben als wichtigster Ressortleiter Deutschlands kam noch (zumeist) der Vorsitz (als Vertretung des Reichskanzlers) im Bundesrat. In der sozialpolitischen Tradition seines Vorgängers stehend gab er der Innenpolitik ein neues Profil: Bethmann Hollweg besuchte im Oktober 1907 den Deutschen Arbeiterkongress, ein zentrales Treffen der christlichen Gewerkschaften, wo das Auftreten eines kaiserlichen Staatssekretärs als großer Fortschritt gewertet wurde.
Am 2. Dezember 1907 stand im Reichstag die Schaffung eines Reichsarbeitsamtes zur Debatte, was der Staatssekretär schon allein wegen geforderter Abgabe eigener Ressorts ablehnte. Gleichzeitig wies er die Behauptung zurück, in sozialpolitischen Angelegenheiten würde die Regierung ruhen: Ich habe in dieser Tätigkeit niemals auch nur eine Spur von müdem Skeptizismus entdeckt; in ihr hat sich, allerdings fernab von der parlamentarischen Arena, unser heutiges Deutschland gebildet. Darin spiegelt sich seine Einstellung wider, dass sich das Suchen und Tasten nach Neuem im Volke selbst vollzieht, nicht bei den Volksvertretern. Aufgrund dessen sei erforderlich, für die neuen Anschauungen, welche aus den gewandelten wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen hervorgegangen sind, Raum zu schaffen.
Nur wenige Tage später legte er den damaligen § 7 (sog. „Sprachenparagraph") des Vereinsgesetz-Entwurfes als Staatssekretär so aus, dass das Verbot des Gebrauchs einer Fremdsprache als Verhandlungssprache nur dann gelten würde, wenn der Gebrauch des fremden Idioms gegen das Kaiserreich gerichtet sei. Die Gründung polnischer Vereine erklärte er damit für zulässig. (Siehe auch: Bülow-Block) Der Entwurf wurde durch den Reichstag angenommen.
Die Mitglieder des preußischen Staatsrates führten im Frühjahr 1908 eine Diskussion über ein neues Gesetz gegen sozialdemokratische Bestrebungen. Reichskanzler Bülow übertrug in diesem Punkt seinem Staatssekretär die Vollmachten. Bethmann Hollweg wies aber, anstatt einen Gesetzentwurf vorzulegen, den Wunsch nach einer solchen Bestimmung zurück. Diese würde die Verbürgerlichung der Sozialdemokratie, die Bethmann Hollweg schon bei vielen Gelegenheiten versuchte zu fördern, empfindlich beeinträchtigen.
Zur gleichen Zeit waren sechs sozialdemokratische Abgeordnete darin begriffen, in den preußischen Landtag einzuziehen. Diesen Vorgang bedachte Bethmann Hollweg mit der kurzen Bemerkung: Das ist die Freiheit, die ich meine. Auf seinen Rat hin kündigte der Kaiser in der von Bethmann Hollweg verfassten Thronrede vom 20. Oktober 1908 eine Wahlreform im Königreich Preußen an. Wilhelm II. versprach eine organische Fortentwicklung, was der Monarch als eine der wichtigsten Aufgaben der Gegenwart bezeichnete. Friedrich Naumann, der den Stil des Staatssekretärs mochte, hob später den positiven Einfluss Bethmann Hollwegs auf den Kaiser besonders hervor.

Am 28. Oktober 1908, nur acht Tage nach der hoffnungsvollen Thronrede, gab Wilhelm II. dem „Daily Telegraph" jenes Interview, das zur gleichnamigen Affäre führte. Infolgedessen verlor Bülow sein Vertrauen beim Kaiser, der ihn, als der Bülow-Block in der Debatte zur Einführung der Erbschaftssteuer zusammengebrochen war, entließ. Damit öffnete sich für den Vizekanzler Bethmann Hollweg der Weg zum höchsten Politikeramt.

Reichskanzler
Amtsantritt und Reaktionen
Das Reichskanzlerpalais in der WilhelmstraßeWilhelm II. berief Bethmann Hollweg am 7. Juli 1909 aus unterschiedlichen Gründen zum Reichskanzler: Einerseits war er schon in Bülows Amtszeit dessen Stellvertreter gewesen, andererseits wusste der Kaiser um die ausgleichende Persönlichkeit des Staatssekretärs, die die Situation der rivalisierenden Parteien beruhigen sollte. Zudem stand Bethmann Hollweg durch sein bescheidenes Auftreten und seine Erfolge als Kaiserberater in der Gunst Wilhelms II. Die Berufung Bethmann Hollwegs war zuvor in Politikerkreisen, u.A. von Friedrich August von Holstein, nahegelegt worden.
Loebell, der Leiter der Reichskanzlei, schrieb später, Bethmann Hollweg habe ihn unter Tränen beschworen, Bülow von einem Ernennungsvorschlag abzuraten. Stattdessen solle der Oberpräsident der Rheinprovinz, Freiherr von Schorlemer-Lieser, Kanzler werden. Schließlich nahm Bethmann Hollweg seine Beförderung als kaiserlichen Befehl hin, dem er Folge zu leisten hatte. Karl von Eisendecher gegenüber sagte er: Nur ein Genie oder ein von Machtkitzel und Ehrgeiz verzehrter Mann kann ein solches Amt anstreben. Und ich bin keins von beiden. Der gewöhnliche Mann kann es nur in letztem Zwange des Pflichtbewusstseins annehmen.
Aus allen Parteien, einschließlich der SPD, kam ein eher positives Echo auf die Ernennung: Zwar hatte das Zentrum Bedenken und für die Sozialdemokraten stellte Bethmann Hollweg nur einen weiteren kaisertreuen Reichskanzler dar. Doch die wohlwollende Neutralität des gesamten Parteienspektrums resultierte aus der Vielschichtigkeit seiner Person: Er war kein Ostelbier, kein Junker im eigentlichen Sinne, was die Linken als positives Zeichen aufgriffen. Seine Familiengeschichte machte ihn bei Nationalliberalen und Zentrum geschätzt und seine Tätigkeit als Verwaltungsbeamter schuf Vertrauen bei den Konservativen.

Die Resonanz aus dem Ausland war ausschließlich freundlich: Die französische Zeitschrift „Journal des Débats" sprach von einem beruhigenden Symptom für die deutsch-französischen Beziehungen. Der französische Botschafter in Berlin, Jules Cambon, schickte dem neuen Reichskanzler sogar ein offizielles Glückwunschschreiben. So etwas war bis zu diesem Zeitpunkt noch niemals vorgekommen. Die Deutsche Botschaft London unter Graf Metternich schrieb, der britische König halte den neuen Kanzler für einen wichtigen Partner für die Beibehaltung des Friedens. Auch Österreich-Ungarn und das Russische Reich schickten Glückwunschtelegramme in die Reichskanzlei. William H. Taft, der Präsident der Vereinigten Staaten lobte, dass zum ersten Mal ein deutscher Kanzler aus der inneren Verwaltung genommen worden war.

Baronin Spitzemberg, eine Dame aus Hofkreisen, kommentierte die Berufung folgendermaßen: Wie kann ein so edles Pferd einen so schweren und verfahrenen Karren aus dem Sumpf ziehen?

Innenpolitische Positionen
1910 legte Bethmann Hollweg eine Reformvorlage für die Änderung des preußischen Wahlrechts vor, die vom Reichstag aber abgelehnt wurde.
Im Januar desselben Jahres ergab sich ein Briefkontakt mit Professor Karl Lamprecht. Diesem schrieb Bethmann Hollweg, der Regierung stelle sich die große Aufgabe politischer Erziehung des Volkes unter Beseitigung der Herrschaft von Phrasen und oberflächlicher Wertungen. Die Grundaufgabe eines Staatsmannes sah Bethmann Hollweg in einem gewissen Hinhorchen in die Entwicklung
Da er sich seit seiner Zeit als Staatssekretär den süddeutschen Staaten in besonderer Weise verpflichtet fühlte, nicht zuletzt wegen seines Studienaufenthaltes in Straßburg, trieb er die Reform der staatsrechtlichen Stellung des Reichslandes Elsaß-Lothringen voran. Das Reichsland erhielt eine eigene Verfassung mit einem Zweikammer-System, dessen Unterhaus nach Reichstagswahlrecht zusammentrat. Gegen heftigsten Protest von Konservativen und Militärs wurde die Vorlage des Reichskanzlers am 23. März 1911 angenommen. Anders als in Preußen traten Bethmann Hollweg keine einflussreichen Konservativen entgegen, weshalb seine demokratische Verfassungsinitiative zum Abschluss gelangen konnte.

Außenpolitische Positionen
In der Außenpolitik legte Bethmann Hollweg von Beginn an viel Wert auf eine Verständigung mit England. Zugleich hielt er die deutsch-österreichischen Beziehungen für so problemlos, dass er es für wichtiger erachtete, sich den anderen Mächten gegenüber als freundlich zu erweisen. Als Staatssekretär des Äußeren berief er Alfred von Kiderlen-Waechter, der sich, anfangs als gute Besetzung aufgefasst, später als eine Enttäuschung erwies. Der impulsive Schwabe stellte in vielerlei Hinsicht einen Gegensatz zum Reichskanzler dar: Nicht nur in seiner temperamentvollen Lebensart, sondern vor allem auch in außenpolitischen Fragen. Obwohl Kaiser Wilhelm II. in seiner Thronrede 1909 noch das verstärkte Auftreten des Kaiserreiches für friedliche und freundliche Beziehungen zu den anderen Mächten gefordert hatte, so entsprach die Diplomatie Kiderlen-Waechters im Zusammenhang mit dem Panthersprung nach Agadir ganz und gar nicht dieser Maxime. Bethmann Hollweg sagte am 5. März 1910 im Reichstag:

„Unsere auswärtige Politik allen Mächten gegenüber ist lediglich darauf gerichtet, die wirtschaftlichen und kulturellen Kräfte Deutschlands frei zur Entfaltung zu bringen. Diese Richtlinie ist nicht künstlich gewählt, sondern ergibt sich von selbst aus dem Dasein dieser Kräfte. Den freien Wettbewerb anderer Nationen kann keine Macht auf der Erde mehr ausschalten oder unterdrücken. […] Wir sind alle darauf angewiesen, in diesem Wettbewerb nach den Grundsätzen eines ehrlichen Kaufmanns zu verfahren."

1911 griff er dieses Wort vom Kaufmann als Randbemerkung zum für den Kanzler besorgniserregenden, eigenmächtigen Vorgehen seines Staatssekretärs vorm Deutschen Handelstag in Heidelberg wieder auf:

„Kein verständiger Kaufmann dünkt sich zur Alleinherrschaft berufen."

Später wurde Bethmann Hollweg sein passives Auftreten in der Zweiten Marokkokrise häufig zum Vorwurf gemacht. Dass er trotz seiner Bedenken an der Politik Kiderlen-Waechters, seinem Staatssekretär freie Hand ließ, lässt sich durch das Gefühl mangelnder außenpolitischer Fachkompetenz des Kanzlers erklären. Durch ständige Selbstkritik hielt sich Bethmann Hollweg für nicht kompetent genug, um dem vermeintlichen Fachmann Kiderlen-Waechter in der Marokkofrage Paroli zu bieten.

Der zweite außenpolitische Problemfall neben der Marokkokrise war für Bethmann Hollweg die von Staatssekretär Alfred von Tirpitz gewünschte Erweiterung der Kaiserlichen Marine. In dieser Frage setzte der Kanzler auf enge Zusammenarbeit mit Großbritannien. Der Dialog mit dem Vereinigten Königreich sollte einerseits eine behutsame Flottenerweiterung ermöglichen und gleichzeitig durch Ehrlichkeit die Beziehungen verbessern. Diesen Weg versuchten Bethmann Hollweg und Botschafter Paul Metternich seit 1909 gemeinsam zu verfolgen. Aufgrund von Drohreden der deutschen Konservativen im Reichstag und der britischen Konservativen in den Houses of Parliament verliefen diese Bemühungen erfolglos. Die Folgen der Marokkokrise waren auch auf diesem Feld seit 1911 zu spüren und die zeitweise Annäherung war wieder wett gemacht.

(Dazu siehe auch: Deutsch-Britisches Wettrüsten)

Die deutsch-russischen Beziehungen hatten vor der Marokkokrise neuen Auftrieb bekommen. 1910 war Zar Nikolaus II. in Potsdam gewesen, was der Reichskanzler in einem Brief an Eisendecher als Sprungbrett für eine Verständigung mit England bezeichnete. Nach Aufzeichnungen des russischen Hofstaates sah der Zar eine kriegerische Verwicklung mit Deutschland in weite Entfernung gerückt.

An der Außenpolitik Bethmann Hollwegs wurde durch die Rechte erhebliche Kritik geübt. Den Kanzler verunglimpften die Konservativen als feige. Von der SPD kam dagegen Anerkennung. Ludwig Frank lobte im Reichstag den Kanzler, nachdem dieser einen Krieg mit Frankreich um Marokko als Verbrechen bezeichnet und die demagogischen Wege der Konservativen verurteilt hatte. Diese Rede Bethmann Hollwegs sei eine mutige und verdienstvolle Tat von bleibendem Wert gewesen, so die Sozialdemokraten. Doch aus dem Lager der Nationalliberalen kam Kritik. Walther Rathenau, der eigentlich politischer Freund des Kanzlers war, schrieb nach einem Treffen mit Bülow stichwortartig: Mangel an Zielen in innerer und äußerer Politik. Seine (Bülows) Politik hätte noch ein Ziel gehabt: Platz an der Sonne, Flotte, Weltmacht. Jetzt nichts mehr.

Die Marokkokrise, die Bethmann Hollweg wie nie zuvor in internationale Politik hineingezogen hatte, wurde mit einem deutsch-französischen Abkommen beigelegt, in dem das Kaiserreich seine Ansprüche auf Marokko (erneut) aufgab und im Gegenzug dafür Neukamerun, eine Landerweiterung Deutsch-Kameruns, erhielt. Der konservative Kolonialstaatssekretär Friedrich von Lindequist protestierte heftig und trat im November 1911 zurück. Doch anstatt den von Lindequist vorgeschlagenen Nachfolger zu ernennen, wählte Bethmann Hollweg den liberalen Gouverneur von Samoa, Wilhelm Solf. Dieser vertrat als einer der wenigen Außenpolitiker des Kaiserreichs voll und ganz die Linie Bethmann Hollwegs. Solf legte auf Verständigung und eine friedliche Emanzipation Deutschlands den größten Wert. Er trat in diesem Sinne auch nach dem Tod Bethmann Hollwegs als Bewahrer dessen politischen Erbes auf.

1912 scheiterte mit der Haldane-Mission ein erneuter Versuch Bethmann Hollwegs, einen Ausgleich mit Großbritannien in der Flottenfrage zu erzielen. Dennoch genoss Bethmann Hollweg beim britischen Außenminister Sir Edward Grey einen guten Ruf: So long as Bethmann Hollweg is chancellor we will cooperate with Germany for the peace of Europe.

1912 arrangierte der Reichskanzler ein Treffen zwischen Kaiser und Zar in Baltischport (heute Paldiski, Estland) zu einer freundschaftlichen Unterredung. Im Anschluss daran besuchten Wilhelm II. und Bethmann Hollweg St.Petersburg als Gegenbesuch für die Visite des Zaren in Potsdam 1910. Nach Gesprächen mit Ministerpräsident Kokowzow und Außenminister Sasonow konnte Bethmann Hollweg an Eisendecher schreiben, er habe vertrauensvolle und freundschaftliche Beziehungen knüpfen können. Nach Abschluss der offiziellen Konferenz blieb der Kanzler noch einige Tage in Russland. Er war beeindruckt von den neuen Eindrücken, die ihm St. Petersburg bot. Zudem habe er sich von Vorurteilen befreien können, die er aus unserer leichtfertigen Journalistik eingesogen habe. Die Hurrahstimmung unserer unverantwortlichen Politiker sei ihm im Blick aus der Ferne noch gefährlicher erschienen. Auf der zutiefst erfrischenden Reise habe er die heimische Misere vergessen und die Hoffnung schöpfen können, langfristig auch größere koloniale und Welthandelsbestrebungen verwirklichen zu können, ohne einen Krieg heraufzubeschwören. Auch fand er eine gewisse Stärke in seiner Haltung gegenüber den Alldeutschen wieder, deren superkluge Alarmartikel er mit Spott bedachte. Aber mit diesen Schafsköpfen sei nun mal keine Politik zu machen.

Am 25. Juli 1912 weilte Walther Rathenau auf Hohenfinow, um mit dem Kanzler über dessen Russlandreise zu sprechen. Rathenau notierte in seinem Tagebuch, Bethmann Hollweg wolle den modus vivendi auch in der Russlandfrage erhalten. Diese Worte unterstreichen, dass in der deutschen Politik keineswegs ein Gefühl der Kriegsvorbereitungen herrschte. In außenpolitischen Fragen hatte Rathenau Bethmann Hollweg Folgendes vorgeschlagen: Europäische Zollunion, britischen Imperialismus im Mittelmeer unterbinden, danach Bündnis mit Großbritannien zwecks Verständigung und eigener kolonialer Erwerbungen. Diese Forderungen entsprangen nicht dem Gedankengut des Kanzlers, doch unterschrieb er den Vorschlagskatalog mit allgemein einverstanden.

Innenpolitik während der Zabern-Affäre
Wenige Monate später erschütterte die Zabern-Affäre die deutsche Politik und Öffentlichkeit. Im elsässischen Zabern hatte ein Leutnant sich der Bevölkerung gegenüber taktlos verhalten, wurde von seinem Obersten jedoch nur geringfügig zur Rechenschaft gezogen, und nach Protest der Elsässer ließ das Militär sogar einige Bürger unrechtmäßig festnehmen. Bevor sich der Kanzler der Entrüstung des Reichstages und der Bevölkerung stellen musste, nahm er Kontakt zum Statthalter in Straßburg, Karl von Wedel, auf. Der Kanzler sah seinen politischen Weg der Diagonalen, der Mitte gefährdet. Die aufgebrachte Stimmung heizte die inneren Konflikte des Kaiserreichs erneut an und riss alte Wunden wieder auf.

Am 2. Dezember 1913 erklärte Bethmann Hollweg im Reichstag, der Rock des Kaisers müsse unter allen Umständen respektiert werden. Dies führte zum allgemeinen Eindruck, der Kanzler sei in seinen Ausführungen voll und ganz dem Kriegsminister Erich von Falkenhayn gefolgt. Die Parteien, die bisher Bethmann Hollweg als Träger einer fortschrittlichen Politik unterstützt hatten, d.h. Zentrum, Fortschrittliche Volkspartei, Nationalliberale Partei und Sozialdemokraten, brachten geschlossen einen Misstrauensantrag gegen den Reichskanzler ein. Philipp Scheidemann wies auf die vorbildlichen Verfassungszustände in Großbritannien und den Niederlanden hin, worauf Bethmann Hollweg mit abweisenden, ungehaltenen Zwischenrufen reagierte. Der bisherige Kanzler der Mitte schien nach rechts gewechselt zu sein, ungeachtet dessen, dass er in national-konservativen Kreisen nach wie vor geradezu gehasst und als Demokrat verschrien war. Mit Unterstützung des Kronprinzen ließ die Berliner Bevölkerung ihrem Unmut freien Lauf: In den Straßen formierten sich Protestzüge, „Bethmann-Soll-weg" rufend. Der Kaiser ließ währenddessen Personalvorschläge einholen. Bethmann Hollweg fühlte sich vom parlamentarischen Feuerregen erfasst, wie er an Oettingen schrieb. Wahrscheinlich tauge ich deshalb nicht zum Politiker. Gegen seine Überzeugung war der Kanzler im Parlament aufgetreten, um die Neutralität der Regierung zu wahren und seine Loyalität dem Kaiser gegenüber zu untermauern. Letztendlich war er aber auch gegenüber den Militärs eingeknickt und in eine Position der Schwäche geraten. In dieser großen Krise Bethmann Hollwegs bekannte er zum ersten Mal, dass er es bedauere, keine Partei hinter sich zu haben. An den Kronprinzen schrieb er:

„Mit dem Schwert rasseln, ohne dass die Ehre, die Sicherheit und die Zukunft des Landes bedroht sind, ist nicht nur tollkühn, sondern verbrecherisch."

Zeit der Hoffnung
Zur Jahreswende 1913/1914 hatte sich die Stimmung langsam beruhigt und den Kanzler umfing ein neuer außenpolitischer Optimismus. Mit dem Frieden von Bukarest, so schien es Bethmann Hollweg, hatte man die Probleme auf dem Balkan mittelfristig gelöst, und ein neuerlicher Briefverkehr mit dem russischen Außenminister Sasonow stabilisierte nach Osten hin. Die Liman-Krise um die deutsche Militärmission im Osmanischen Reich war überstanden, trotz der panslawistischen Stimmung im Zarenreich. An Eisendecher schrieb Bethmann Hollweg: Das Leben könnte passabel sein, wenn die Menschen nur nicht gar zu unvernünftig wären.

Sämtliche Zitate des Reichskanzlers lassen durchscheinen, dass er zu jedem Zeitpunkt bestrebt war, einen großen europäischen Krieg zu verhindern.[48] Das entschiedenere Vorgehen Russlands in Nordpersien bewirkte zudem eine vorübergehende Annäherung Großbritanniens an Deutschland. Als im Frühsommer 1914 die Regierung Kenntnis von einer englisch-russischen Marinekonvention erhielt, warf dies schwere Schatten auf die Außenpolitik Bethmann Hollwegs. In seinem Vertrauen zu Außenminister Edward Grey enttäuscht, schrieb er an die Deutsche Botschaft Konstantinopel, es gälte, sich ohne größere Konflikte durch die Zeit durchzuwinden. Wenige Tage später begab er sich nach einem Streitgespräch mit Generalstabschef Moltke in die friedlichen Sommerferien nach Hohenfinow, die kurz nach seiner Ankunft durch das Attentat von Sarajevo abrupt beendet wurden.

Vom „Blankoscheck" zum Kriegsausbruch
Nur wenige Wochen zuvor war die Ehefrau Bethmann Hollwegs verstorben und der Reichskanzler sah sich den größten Schwierigkeiten seiner politischen Laufbahn ausgesetzt. Wilhelm II. war nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers vorgeprescht und hatte dem Botschafter der Donaumonarchie in Berlin, Szögyeny, den berühmten Blankoscheck ausgestellt, was allerdings keine große Neuerung darstellte: Die Nibelungentreue im Zweibund herrschte seit dem Kanzler Hohenlohe vor. Bethmann Hollweg schrieb später in seinen „Betrachtungen", diese Ansichten des Kaisers deckten sich mit seinen Anschauungen. Am 6. Juli 1914 versicherte der Reichskanzler der österreichischen Botschaft erneut, dass das Deutsche Reich treu an der Seite seines Verbündeten kämpfen werde.
Zugleich ließ er den Staatssekretär Jagow an Lichnowsky telegrafieren, dass „alles vermieden werden muss, was den Anschein erwecken könnte, als hetzten wir die Österreicher zum Kriege". Aus dem Gedanken heraus, den Konflikt lokalisieren zu können, befürwortete Bethmann Hollweg die Fortsetzung der kaiserlichen Nordlandkreuzfahrt. Der Kanzler ließ der österreichischen Politik freie Hand, doch nicht kritiklos, wie der französische Botschafter in Wien, Dumaine, bezeugte.

Bethmann Hollweg sprach früh die Befürchtung aus, dass wenn Österreich zu expansionistische Töne anschlagen würde, der Konflikt nicht mehr auf dem Balkan zu halten sei und „zum Weltkriege führen könne".

Doch selbst als das Auswärtige Amt im Juli 1914 endgültig wusste, dass das Ultimatum Österreich-Ungarns an Serbien unannehmbar formuliert werden sollte, ließ der Kanzler gewähren. Auf Nachfrage bekundete die Reichskanzlei: „Zur Formulierung der Forderungen an Serbien können wir keine Stellung nehmen, da dies Österreichs Sache ist." Bethmann Hollwegs Wesenszug, Menschen nicht unter Druck setzen zu wollen, trat an dieser Stelle überdeutlich zu Tage. Im Glauben an die Neutralität Großbritanniens telegrafierte er an das Londoner Foreign Office: Da Österreich bei seinem Vorgehen vitale Interessen wahrt, ist eine Ingerenz des verbündeten Deutschland ausgeschlossen. […] Nur gezwungen werden wir zum Schwerte greifen.

Als am 27. Juli 1914 die diplomatisch geschickte Antwort Serbiens auf das österreichische Ultimatum in Berlin eintraf, sah der Kaiser jeden Grund zum Krieg entfallen. Wilhelm II. schlug vor, dass Österreich Belgrad zwecks weiterer Verhandlungen zur dauerhaften Lösung der Balkanfrage besetzen sollte, was von Edward Grey begeistert unterstützt wurde. Doch zeitgleich stellte der vermeintliche Dreibundgenosse Italien Kompensationsforderungen für das österreichische Vorgehen auf dem Balkan. Wien reagierte mit dem Angebot einer Aufteilung Serbiens unter Russland, das zuvor keinerlei Gebietsforderungen in Serbien gestellt hatte, und Österreich, was in Berlin mit lautem Protest abgelehnt wurde. Zum ersten Mal geriet Bethmann Hollweg offen in Harnisch gegen die Donaumonarchie. Er telegrafierte an das Auswärtige Amt:

„Eine Politik des doppelten Bodens kann das Deutsche Reich nicht unterstützen. Sonst können wir in St. Petersburg nicht weiter vermitteln und geraten gänzlich ins Schlepptau Wiens. Das will ich nicht, auch nicht auf die Gefahr, des Flaumachens beschuldigt zu werden."

Der plötzliche Widerstand gegen Österreich zeigte erneut, dass tiefgreifende außenpolitische Entscheidungen Bethmann Hollwegs nicht aus Staatsräson oder Kalkül entsprangen, sondern aus der Ethik. Das Vorgehen Wiens widersprach in seinen Augen dem Grundsatz vom ehrlichen Kaufmann. Noch am selben Tag sprach er mit dem Kaiser darüber, dass wenn die Krise vorbei sei, die Verständigung über die Flottenfrage mit England erneut in Betracht käme.

Der britische Außenminister Grey warnte unterdessen Deutschland, dass wenn der Konflikt sich nicht auf Österreich und Russland beschränken, sondern auch Frankreich und das Reich mit hineinziehen würde, auch Großbritannien nicht abseits stehen könne. Bethmann Hollweg teilte daraufhin dem deutschen Botschafter in Wien mit, dass Österreich sich nicht gegen Verhandlungen mit dem Zarenreich wehren dürfe. Zwar sei man bereit, der Bündnispflicht nachzukommen, doch nicht, sich dabei leichtfertig [...] in einen Weltbrand hineinziehen zu lassen.

Für die Bremsung Österreich-Ungarns war es zu diesem Zeitpunkt schon zu spät. Die Militärs an Donau und Newa waren längst in Aktion getreten, und Generalstabschef Moltke forderte den Kanzler auf, die deutsche Generalmobilmachung einzuleiten. Man dürfe Österreich nicht im Stich lassen. Die strategische Route des Generalstabs, in Belgien einzumarschieren, vereitelte schließlich alle Bemühungen Bethmann Hollwegs um eine Lokalisierung des Konflikts. In seinen Erinnerungen bezeichnete Tirpitz die Situation des Kanzlers in jenen Tagen als die eines Ertrinkenden.

Kriegsausbruch
Kriegserklärung des Deutschen KaiserreichsAm 31. Juli 1914 fand die offizielle Verhängung des Kriegszustandes statt. Auf formellen Kriegserklärungen hatte Bethmann Hollweg im Gegensatz zu Vertretern des preußischen Kriegsministeriums bestanden, um nach dem Völkerrecht eine Bestätigung zu haben. Der tiefe Wunsch nach immer geltenden Richtlinien im Krieg wurde in Berlin mit Verwunderung aufgenommen. Den Vorschlag des russischen Zaren, die Serbienfrage vor den internationalen Schiedsgerichthof zu bringen, lehnte Bethmann Hollweg ab, weil Tags zuvor die russische Generalmobilmachung erfolgt war.

Noch am 3. August versicherte der Reichskanzler dem britischen Außenminister Grey, für den deutschen Einmarsch in Belgien sei letztendlich die russische Mobilmachung verantwortlich, die das Reich in eine solche Zwangslage versetzt habe. Er habe alles versucht, den Völkerrechtsbruch zu vermeiden und den Wahnsinn einer Selbstzerfleischung der europäischen Kulturnationen zu verhindern.

In den nächsten Tag zeigte sich in aller Deutlichkeit, wie wenig Bethmann Hollweg für nationalistische Parolen empfänglich und dem Paneuropa-Gedanken zugeneigt war. Am 4. August trat er in Erwartung der britischen Kriegserklärung vor den Reichstag, um zu betonen, dass Deutschland den Krieg nicht gewollt und die russischen Militärs den Brand entfacht hätten. Das Unrecht an Belgien müsse das Kaiserreich wieder gut machen. Doch wer so bedroht sei, der dürfe nur daran denken, wie er sich durchhaue.

Am Abend des 4. Augusts führte Bethmann Hollweg ein Gespräch mit dem britischen Botschafter Goschen. Unter Tränen schüttete der Kanzler ihm die Seele aus: Für einen Fetzen Papier (just for a scrap of paper, gemeint war die belgische Neutralitätserklärung) wolle Großbritannien gegen eine verwandte Nation Krieg führen, die mit ihr in Frieden leben wolle. Alle Bemühungen seien vor seinen Augen zusammengebrochen wie ein Kartenhaus (like a house of cards). Zuletzt sollen sich Reichskanzler und Botschafter weinend in den Armen gelegen haben. In seinen „Betrachtungen" räumte er später ein, das Wort vom „Fetzen Papier" sei eine Entgleisung gewesen, doch hielt er an der Meinung fest, die belgische Neutralität sei im Vergleich mit dem herannahenden Weltkrieg eine Nichtigkeit gewesen.

1914: Sorgen und Siegestaumel
Doch zu Anfang des Krieges hatte sich Bethmann Hollweg einigen Illusionen hingegeben: Er musste nun feststellen, dass die Kriegspropaganda auch im Vereinigten Königreich ihr Übriges getan hatte. Eine leidenschaftliche Kriegsbereitschaft war erwacht, die sich z.B. in der Landung eines britischen Expeditionskorps an der Küste Flanderns zeigte.

In den später Septemberprogramm genannten vorläufigen Erwägungen formulierte das Kaiserreich erstmals konkrete Kriegsziele. Wichtigster Punkt war die Schaffung einer europäischen Zollunion, die der deutschen Wirtschaft im benachbarten Ausland den Weg ebnen und gleichzeitig die deutsche Vorherrschaft in Mitteleuropa sichern sollte. Ob diese Pläne Gedanken Bethmann Hollwegs entstammen, ist nicht nachzuweisen. Vielmehr gilt Kurt Riezler als Autor des Septemberprogramms. Dieser schrieb selbst am 20. September 1914, der Kanzler würde in der Frage der Kriegsziele immer nur hören. Dennoch unterschrieb Bethmann Hollweg die im Septemberprogramm genannten Kriegsziele, inklusiver annexionistischer Gebietsforderungen in Europa, die der Kanzler später ablehnte.

Von der patriotischen Begeisterung in Deutschland blieb der Kanzler unterdessen fast gänzlich unberührt. Ein Brief an seinen Freund Oettingen, den er am 30. August 1914 aus dem Großen Hauptquartier versandte, legt davon zwingend Zeugnis ab:

„Arbeit und Hoffnung sind mir in den Händen entzweigeschlagen worden. Aber ich fühle mich unschuldig an den Strömen von Blut, die jetzt fließen. Unser Volk ist herrlich und kann nicht untergehen. Viel schweres, vielleicht sogar das Schwerste steht uns bevor."

Karl Helfferich, der im Hintergrund eine enorme Feindseligkeit gegen einen der bedeutendsten Berater von Kaiser und Kanzler, Walther Rathenau, entwickelte, begleitete Bethmann Hollweg zur Obersten Heeresleitung. Helfferich schrieb später, dass Bethmann Hollweg die Frage „Wo ist ein Weg zum Frieden?" unausgesetzt und auf das innerlichste beschäftigt habe.

So erwog der Kanzler die Rückgabe der deutschen Kolonie Kiautschou (heute Qingdao) an China. Durch die damit verbundene Aufgabe des Ostasiengeschwaders sollte eine Wiederannäherung an Großbritannien, aber auch an Japan erzielt werden.

Dennoch stimmte laut Tirpitz der Kanzler im Gespräch August 1914 der Annexion Antwerpens und eines nördlichen Gebietsstreifens zu. In Anbetracht der Forderungen der Militärs stellte das tatsächliche Septemberprogramm eine deutliche Milderung dar. So wurde dort noch die Frage Antwerpen offen gelassen. Der vermeintlichen Fachkompetenz des Generalstabs sah sich der Reichskanzler nicht gewachsen, weshalb er seinen Kurs wiederum änderte. Zitate aus dieser Zeit belegen jedoch seine innere Distanz zu seinen eigenen politischen Entscheidungen. Seinem Mitarbeiter Otto Hammann schrieb Bethmann Hollweg am 14. November 1914 aus dem Hauptquartier in Charleville:

„Ich bin immer voller Scham, wenn ich vergleiche, was in Berlin geleistet wird und was wir hier nicht tun. Komme ich gar zur Front und sehe die gelichteten Reihen unserer grauen Jungs [...] in das Morden von Ypern marschieren, dann geht es mir durch Mark und Bein. [...] Belgien ist eine harte Nuss. Ich habe anfangs die Phrase vom halbsouveränen Tributärstaat nachgeschwatzt. Jetzt halte ich das für eine Utopie. Selbst wenn wir den Bären schon erlegt hätten."

Gegenüber dem freisinnigen Historiker Hans Delbrück gab Bethmann Hollweg 1918 zu, dass die Forderung der Wiederherstellung Belgiens wohl objektiv gesehen das Beste gewesen wäre. Doch unter dem enormen Druck, der von den Militärs ausging und nach Annexionen schrie (Diese verfluchte Stimmung des Hauptquartiers.), sei dies damals nicht möglich gewesen und die Politik sei, nach Bismarck, nun mal die Kunst des Möglichen.

Stattdessen sprach der Kanzler vom „Faustpfand" in Belgien und Frankreich. Diese Formulierung hatte für ihn das Gute, dass sie zu keiner verfrühten Festlegung führte. Denn erst am Ende des Krieges würde sich die Frage der Einlösung des Pfandes stellen. So war die Faustpfandformel eine rhetorische Waffe gegen annexionistische Ansprüche. Gleichzeitig galt für ihn das Bekenntnis von der Schuld am Unrecht an Belgien weiterhin. Das am 4. August 1914 gesprochene Wort nahm Bethmann Hollweg, entgegen der Meinung einiger Historiker, niemals zurück. Seinem Freund Karl von Weizsäcker gestand er im Mai 1917 ein, dass er mit beiden Formulierungen (Faustpfand, Unrecht an Belgien) auch die Sozialdemokratie hatte an das Kaiserreich binden wollen.

Nichtsdestoweniger beweist seine Aussage vor dem Untersuchungsausschuss der Weimarer Nationalversammlung 1919, wo er unterstrich, das Bekenntnis vom Unrecht nie widerrufen zu haben, seine tiefe Verankerung im Moralischen.

Jederzeit betonte Bethmann Hollweg den Verteidigungscharakter, den der Krieg seines Erachtens hatte. Er sprach stets von der Sicherung des Reichs und, im Siegesfall, von einem stärkeren Deutschland, nie aber von einem größeren, wie der Alldeutsche Chemiker Hans von Liebig (nicht zu verwechseln mit Justus von Liebig) missbilligend bemerkte.[82]


Generalstabschef Erich von FalkenhaynDer linken, auf eine völlige Verzichterklärung pochenden Seite konnte der Kanzler, obwohl er im März 1915 im Hauptquartier von der völligen Freigabe Belgiens sprach auch nicht voll gerecht werden, um weiterhin des Wohlwollens Wilhelms II. sicher zu sein. Als weiteres Problem erwies sich die militärische Volksaufklärung. Bereits im September 1914 hatte Generalstabschef Erich von Falkenhayn die systematische Aufklärung der Öffentlichkeit über die ungünstige militärische Situation infolge der Marneschlacht gefordert. Auf Rat des Auswärtigen Amtes, das unberechenbare Folgen im Ausland fürchtete, und mehrerer Wirtschaftsverbände lehnte Bethmann Hollweg die Verbreitung der militärischen Wahrheit durch die Regierung ab.

Trotz aller Selbsttäuschung könne die Aufklärung nur allmählich durch die Ereignisse selbst geschehen. Die Siegeszuversicht sei schließlich moralischer Faktor von ungeheuerer Bedeutung.

Während im Reichstag die Nationalliberalen in Unkenntnis der tatsächlichen Lage an der Front immer weiter nach rechts rückten und sich Annexionsgedanken hingaben, stellte Bethmann Hollweg fest, dass die Parteinahme für große Gebietsforderungen sich weitgehend mit der Gegnerschaft zur preußischen Wahlrechtsreform deckte. So waren die außenpolitischen Fronten im Hintergrund auch innerpolitischer Natur, was sich für den Kanzler und das Kaiserreich als das entscheidende, tiefsitzende Problem erweisen sollte.

Doch zu Anfang des Krieges war es gelungen, die gesellschaftlichen Klüfte in nationaler Hochstimmung durch den sogenannten Burgfrieden zu überbrücken. Dieser Zusammenschluss basierte zu einem großen Teil auf der Arbeit des Kanzlers. So hatte er von Anfang an den Plan führender Militärs, so z.B. Tirpitz', bei Kriegsausbruch den SPD-Vorstand zu verhaften und die Partei aufzulösen, entschlossen abgelehnt.[88] Außerdem war Bethmann Hollweg offen auf die Sozialdemokratie zugegangen, um sie langfristig für das Kaisertum zu gewinnen. Doch schon die simple Geste eines Begrüßungshandschlags 1912 zwischen ihm und August Bebel war in weiten Kreisen der Medien als Ausdruck staatsfeindlicher Gesinnung gewertet worden.

Einem überparteilichen Kanzler musste es aber doch daran liegen, die Arbeiterschaft für die Mitwirkung im Krieg zu gewinnen. Über den Sozialdemokraten Albert Südekum, der aus seiner Fraktion dem Reichskanzler am nächsten stand und häufig als Bindeglied zwischen Regierung und parlamentarischer Opposition fungierte [90], ließ Bethmann Hollweg am 29. Juli 1914 bei der SPD anfragen, wie sie sich im Krieg stellen werde. Zu seiner Genugtuung erhielt er die Zusicherung, weder mit Sabotage, noch mit Generalstreiks rechnen zu müssen. Nachdem er diesen Brief des SPD-Vorstandes dem Kaiser zur Kenntnis vorgelegt hatte, sprach dieser am 4. August im Reichstag das berühmte Wort: Ich kenne keine Parteien mehr, kenne nur noch Deutsche. In der Sitzung des Preußischen Staatsministeriums vom 15. August forderte er eine gerechte Behandlung der Sozialdemokratie, was zu entrüsteten Äußerungen der Konservativen führte.

Rückblickend sah Bethmann Hollweg den Tag des Kriegsausbruchs als einen der größten der deutschen Geschichte an. Am 4. August 1914 seien die inneren Schranken gefallen, die das Zusammenwachsen zum wahren Nationalstaat verhindert hätten. Zum Demokraten Conrad Haußmann, der mehrmals auf Hohenfinow weilte, sagte er Anfang Oktober 1914:

„Es müssen die Schranken fallen, es fängt nach dem Krieg eine neue Zeit an. Die Standesunterschiede sind so stark zurückgetreten wie noch nie."

Erst in den folgenden Wochen begann der Kanzler festzustellen, dass sich die Konservativen, wie sie da so eiskalt sitzen, nicht der neuen Gemeinschaft über alle Weltanschauungen hinweg anschließen wollten.

Bethmann Hollweg nahm unterdessen auch an Feindesopfern Anteil. In diesem Sinne rief er 1916 im Reichstag aus:

„Immer neue Völker stürzen sich in das Blutbad. Zu welchem Ende?"

Das Fehlen jedweder nationalistischer Hassgefühle prägte immer die Politik des Reichskanzlers. Mitten im Krieg gegen den „Erbfeind" las er französische Literatur (Honoré de Balzac, Anatole France), erfreute sich an der Schönheit der französischen Sprache und beklagte, dass die Moderne Kunst in Berlin nicht so aufgeblüht war wie in Paris.[94] (Siehe dazu auch: Rinnsteinkunst) Sein Lieblingsmaler war Max Liebermann, der ihm auch politisch nahe stand und 1915 ein Bildnis des Kanzlers schuf.


1915-1917: Erwachen [Bearbeiten]Im Sinne von Fortschrittlern und Linken bekannte sich die Regierung im Februar 1915 zur sogenannten Neuorientierung, die auch eine Wahlrechtsreform in Preußen beinhalten sollte. Den Konservativen Innenminister Friedrich Wilhelm von Loebell (ehemaliger Kanzleramtsdirektor) wies Bethmann Hollweg an, einen Gesetzentwurf vorzulegen. Der im Frühsommer 1915 eingebrachte Reformentwurf sah allerdings wieder ein ständisch abgestuftes Wahlrecht vor. In der Thronrede 1916 stellte sich Wilhelm II. durch einen Hinweis auf die Neuorientierung - zum großen Unmut Loebells - hinter diese. Doch der kleine Wink des Kaisers, der für die Konservativen als besorgniserregende Geste verstanden wurde, ging Bethmann Hollweg nicht weit genug. Die Militärs reagierten mit Unmut auf die Wiederaufnahme der Bemühungen um die Wahlrechtsreform: Oberst von Thaer nannte den Kanzler untauglich, die Reform höchst überflüssig. Der Kanzler hätte doch besser Mädchenschullehrer werden sollen.

Nach mehreren Entwürfen, die alle das Pluralwahlrecht erweiterten, jedoch nicht zum allgemeinen gleichen Wahlrecht überleiteten, sagte Bethmann Hollweg zu Wahnschaffe, das Dreiklassenwahlrecht sei unmöglich geworden und es würde notwendig, zum gleichen Wahlrecht überzugehen.

Ende September 1915 empfing zum ersten Mal ein deutscher Kanzler im Reichskanzlerpalais einen Sozialdemokraten, Philipp Scheidemann, zum Diner. In seinen Erinnerungen schrieb Scheidemann:

„Jeder Satz des Kanzlers hat Sehnsucht nach Frieden und guten Willen geatmet.[97]"

Von links und von rechts wurde ihm unterdessen Entscheidungsschwäche vorgeworfen. Das Fehlen einer politischen Mitte trat immer deutlicher zutage. Eine solche hätte sich vor allem auf die Nationalliberalen stützen müssen, die aber unter ihren annexionistischen Wortführern Ernst Bassermann und Gustav Stresemann nicht an eine Kooperation mit den hinter Bethmann Hollweg stehenden linksliberalen Fortschrittlern dachten.[98]

Wie klar der Kanzler schon im Frühjahr 1915 die militärische Situation des Reichs sah, zeigte ein ungewöhnlicher Vorschlag an das preußische Staatsministerium: Darin legte er die Abtretung der Landkreise Leobschütz und Pleß (Provinz Schlesien) an Österreich nahe, damit der Donaumonarchie Gebietskonzessionen an Italien leichter fallen würden.[99]. Nur dadurch könne man den Kriegseintritt Italiens auf Seiten der Entente verhindern. Er erklärte den Ministern, dass, wenn Italien eingreife, der Krieg verloren sei. Seine Ministerkollegen lehnten den Vorschlag entsetzt als geradezu unpreußisch ab. Die am 23. Mai 1915 erfolgte Kriegserklärung Italiens erübrigte die weitere Erörterung des schlesischen Angebotes.[100]

Am 7. Mai 1915 torpedierte ein deutsches U-Boot das britische Passagierschiff RMS Lusitania vor Irland. Dabei starben über 120 Amerikaner, was das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten erheblich belastete.

Damit trat die Frage des uneingeschränkten U-Boot-Krieges erneut auf die Tagesordnung. Im November 1914 hatte Tirpitz in einem Interview den U-Boot-Krieg als das einzige wirklich effektive Gegenmittel gegen die völkerrechtswidrige Seeblockade, die das Vereinigte Königreich über Deutschland verhängt hatte, bezeichnet. In der Erwartung, dass humanitäre Argumente bei der Admiralität kaum auf Widerhall stoßen würden, hatte der Reichskanzler versucht, durch kritische Fragen den uneingeschränkten U-Boot-Krieg zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern. So zweifelte er an der kriegsentscheidenden Bedeutung einer solchen militärischen Aktion gegen die britische Kriegswirtschaft. Auch befürchtete der Kanzler früh den Kriegseintritt der USA auf Seiten der Entente.

Obwohl auch Generalstabschef Falkenhayn schwankte, gab Wilhelm II., der anfangs von einer unchristlichen Kriegsführung gesprochen hatte, der Admiralität teilweise nach. Im Februar 1915 erklärte der Kaiser die Gewässer um die britischen Inseln zum Kriegsgebiet. Dies bedeutete zwar keineswegs die Erlaubnis eines uneingeschränkten U-Boot-Krieges, doch löste die deutsche Vorgehensweise scharfe Proteste bei den neutralen Anrainerstaaten aus.

Dennoch galt das Angebot des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson, für Vermittlung und Ausgleich zwischen den Kriegsparteien zu sorgen. Bethmann Hollweg war bereits 1911 von einer diplomatischen Bemühung Amerikas angetan gewesen: Damals hatte Präsident Theodore Roosevelt während eines Berlin-Aufenthaltes einen Transatlantischen Dreibund aus Großbritannien, Deutschland und den Vereinigten Staaten vorgeschlagen. Begeistert schrieb Bethmann Hollweg an die deutschen Botschaften in London und Washington, sie sollten an der Verwirklichung dieser Idee engagiert mitwirken.Doch die internationale Entwicklung entfernte die Staaten immer weiter voneinander.

Am 19. August 1915, noch immer im politischen Fahrwasser der Lusitania-Versenkung, trat Bethmann Hollweg vor den Deutschen Reichstag und sprach den markigen und nachhallenden Satz:

„Die Macht können wir - auch nach außen hin - nur im Sinne der Freiheit gebrauchen."

Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Großbritannien sorgte im Januar 1916 in Berlin und Washington gleichermaßen für Unmut. Präsident Wilson regte die Einberufung einer Friedenskonferenz an und entsandte den Sonderbeauftragten Oberst House (siehe auch: Grey-House-Memorandum) nach Berlin. Am 19. Februar 1916 wurde die bedeutsame U-Boot-Denkschrift des Reichskanzlers veröffentlicht. Darin verwendete er das später so berühmt gewordene Wort vom Eisernen Vorhang, der nicht um England gezogen werden dürfe.

Gegenüber dem Admiral von Müller verlieh er seiner großen Sorge Ausdruck, die Neutralen könnten sich geschlossen gegen Deutschland stellen, wenn das Reich im Krieg nicht die völkerrechtlichen Abkommen der Haager Landkriegsordnung beachten würde.

„Man wird uns erschlagen wie einen tollen Hund."

Anfang März 1916 zeigte sich Bethmann Hollweg im Hauptquartier in Charleville in ungewohnter Härte. Unter Androhung seines Rücktritts setzte er die Herauszögerung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges tatsächlich durch. Daher reichte Tirpitz wenig später seinen Rücktritt ein, den er am 12. März auch erhielt. Der größte Widersacher des Kanzlers und Befürworter der U-Boot-Kriegsführung, die Bethmann Hollweg ein Verbrechen am deutschen Volke nannte, war geschlagen.

Am 10. März schrieb Albert Ballin an den Reichskanzler, dieser sei mit dem Krieg ganz außerordentlich gewachsen und nehme mit erstaunlicher Frische und Wucht Verantwortungen auf seine Schultern, denen er früher vermutlich ausgewichen sei. Der Kanzlerberater Riezler meinte, der Herr auf Hohenfinow sei in seine weltgeschichtliche Stellung hineingewachsen.

In Berlin stand zu diesem Zeitpunkt (24. März 1916) allen Anschein nach das Auseinanderbrechen der SPD bevor. Während einer Reichstagssitzung hatten weite Kreise der Sozialdemokraten dem Regierungschef Bethmann Hollweg Zustimmung geäußert. Der gemäßigte Flügel unter Friedrich Ebert schien sich vollends von der linken Parteiseite zu trennen. Bethmann Hollweg hoffte auf einen Zusammenschlus der gemäßigten Sozialdemokraten und der Fortschritllichen Volkspartei zu einer Fraktion der Mitte (Fraktion der Vernünftigen).

Doch noch am selben Tag trat die USA-Problematik durch den Abschuss der Sussex erneut hervor. Bethmann Hollweg drängte gegenüber dem amerikanischen Botschafter in Berlin, James W. Gerard, auf Vermittlung von Präsident Wilson im internationalen Konflikt. Er brachte die Entsendung eines deutschen Sondergesandten, für den er Wilhelm Solf vorsah, ins Gespräch und beteuerte, Deutschland stimme jederzeit einem Friedensschluss unter liberalen Bedingungen zu.

Februar 1916 begann die deutsche Offensive vor Verdun. Falkenhayn wollte Frankreich, da ein schnelles Vorankommen, wie es 1870/71 geglückt war, an der Realität der Schützengräben scheiterte, ausbluten lassen. Als Nachrichten von den grausamen Umständen vor Verdun in die deutsche Presse kam, schrieb Bethmann Hollweg an Kabinettschef Rudolf von Valentini, er müsse den Kaiser dahin umstimmen, Paul von Hindenburg zum neuen Leiter des Generalstabs zu ernennen.

Erst der Kriegseintritt Rumäniens im August 1916 brachte die Umstimmung des Kaisers und die Entlassung Falkenhayns mit sich. Unter dem neuen Führungsduo Hindenburg und Erich Ludendorff, den der Kaiser für einen zweifelhaften, vom Ehrgeiz zerfressenen Charakter hielt, nahm die dritte Oberste Heeresleitung ihre Arbeit auf.

1916 erhielt mit der Polenfrage ein altes Problem wieder Aktualität. Schon im Juli 1914 hatte Wilhelm II., dem polnischen Grafen Bogdan von Hutten-Czapski erklärt, er wolle, falls Deutschland siege, dem polnischen Volk die Freiheit schenken und es in die Unabhängigkeit entlassen.Ein Jahr später befand sich ganz Polen in der Hand der Mittelmächte.
Falkenhayn drängte auf den Anschluss Polens an Österreich-Ungarn, was Bethmann Hollweg im Hinblick auf Aussicht eines Friedens mit Russland als die am wenigsten ungünstige Lösung bezeichnete.

Mit dem Wechsel im Generalstab änderte sich der Tonfall: General Ludendorff forderte die sofortige Errichtung eines scheinselbstständigen Königreichs Polen als Zuchtstätte für Menschen, die für weitere Kämpfe im Osten nötig sind. Ludendorffs Gedanken von Zwangserhebungen in Polen standen im Gegensatz zu den Vorstellungen des Kanzlers. Im Frühjahr 1916 fand der Kanzler im Reichstag eindringliche Worte gegen den Annexionismus:

„Für Deutschland, nicht für ein fremdes Stück Land, bluten und sterben Deutschlands Söhne."

Daraufhin sprang der sozialdemokratische Abgeordnete Karl Liebknecht, Wortführer des Bethmann-feindlichen, linksradikalen SPD-Flügels, auf und rief erregt: Das ist nicht wahr!

In Verhandlungen mit dem österreichischen Außenminister Stephan Burián von Rajecz im August 1916 einigten sich die Vertreter der Mittelmächte auf ein unabhängiges konstitutionelles Königreich Polen, dass aber, wie Bethmann Hollweg durchsetzte, erst nach Kriegsende ausgerufen werden sollte. Am 18. Oktober 1916 wurde nach Protesten aus Wien die Einigung über Polen vom August für ungültig erklärt und die Unabhängigkeit Polens auf den November vorgezogen. Am 5. November 1916 wurde die Proklamation des Regentschaftskönigreich Polen verkündet.

Bethmann Hollweg war dem Druck der Heeresleitung und der Donaumonarchie erlegen. Nur Zwangsrekrutierungen konnte er verhindern, doch die Tatsache, dass die Militärs mit der Polnischen Wehrmacht sofort nach Ausrufung der polnischen Unabhängigkeit mit der Rekrutierung erster Freiwilliger anfingen, offenbarte die radikalen Pläne Ludendorffs. Obwohl der Kanzler nicht die treibende Kraft in der Polenfrage war, ja sogar offenen Widerstand gegen die OHL leistete, war er der letztlich politisch Verantwortliche und den Anklagen der Geschichte ausgesetzt. Kurt Riezler schrieb dazu treffend: Der General drängt, der Kanzler zögert.

Im Herbst 1916 war von der OHL, die zunehmend zur tatsächlich regierenden Kraft im Reich wurde, ein Kriegsleistungsgesetzentwurf ausgearbeitet worden. Dieser stand unter dem Motto Wer nicht arbeiten will, soll auch nichts essen und enthielt u.A. den Vorschlag der Frauenzwangsarbeit. Oberst Max Bauer, der Verfasser der Schrift, stieß auf entsetzte Proteste beim Kanzle 
von Bethmann Hollweg, Theobald (I630572)
 
175964 Wulf Perski Perske, William (I302920)
 
175965 Wulfen (Wolfen) bei Köthen von Wulffen, Bernhard (I530611)
 
175966 Wulfert Jacobs(en) (Wulphert Japixe) Schoonderbeek. \lang2057 Hij is gedoopt op
29-06-1747 in Hoogland. Wulphert Japixe is overleden.
Hij trouwde op 25-04-1780 in Hoogland. Het kerkelijk huwelijk vond plaats op
\lang2057 24-04-1780 in Hoogland [bron: Trouwboek Hoogland 158x]. Het huwelijk werd
aangegaan met:
\lang2057 487 Stephania (Steventje) Kuijer. Zij is gedoopt op 15-01-1747 in Hoogland.
Steventje is overleden. 
Schoonderbeek, Wulfert Jacobs (I383420)
 
175967 Wulfgeat had his estate taken from him by King Ethelred and his lands and honors in 1006, for his wicked courses and oppressions. of Warwick, Wulfgeat (I569424)
 
175968 Wundarzt MacAire, Jean Jaques René (I425296)
 
175969 Wundarzt in Mömpelgard Trinquatte d'Audincourt, Jean (I539288)
 
175970 Wundarzt in Mömpelgard Trinquatte d'Audincourt, Jean (I539288)
 
175971 wurde 1081 in Ochsenfurt am Main von sächsischen und bayerischen Großen gegen Ks. Heinrich IV. zum deutschen Kg. gewählt. Er konnte sich als Kg. nicht durchsetzen.

Graf v. Salm ( 1059-28.9.1088) Gegenkönig Heinrich IV. 6.8.1081 gewählt und zu Goslar gekront nachdem Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden am 15.10.1081 seine rechte Hand verlor und am Tag darauf starb. Hermann I hatte in der karge Eifel und vereinzelt in Luxemburg einige Besitztümer. Wurde bei de bestürmung einer Burg in Lotharingen (Limburg a.d. Lahn) tödlich verwundet.

deutscher Gegenkönig (seit 1081).
Hermann stammte aus dem angesehenen und begüterten Haus Luxemburg; sein Vater war Graf Giselbert von Salm und – seit 1047 – Luxemburg. Am 6. August 1081 wurde Hermann in Ochsenfurt von wenigen schwäbischen und sächsischen Fürsten unter Führung des von Kaiser Heinrich IV. abgesetzten Herzog Welf IV. von Bayern zum Nachfolger des Gegenkönigs zu Heinrich IV., Rudolf von Rheinfelden, erhoben, der 1080 in der Schlacht gegen Heinrich gefallen war. Am 26. Dezember 1081 wurde Hermann von Erzbischof Siegfried von Mainz in Goslar gekrönt. Hermanns Königtum blieb von Anfang an auf Ostsachsen beschränkt. Ein im Herbst 1082 zur Unterstützung Papst Gregors VII. geplanter Italienzug wurde abgebrochen. Als Kaiser Heinrich 1085 nach Sachsen zog, fiel ein großer Teil seiner Anhänger von Hermann ab, der sich schließlich sogar kurzzeitig zu den Dänen flüchten musste. 1088 zog er sich, nachdem er das Gegenkönigtum aufgegeben hatte, nach Lothringen zurück, wo er bei der Erstürmung einer Burg am 28. September 1088 tödlich verwundet wurde. 
von Salm-Luxemburg, König Hermann I (I10991)
 
175972 wurde 1326 erstmals in einem Brief zu Soest genannt.
1331 wurde 'Rütger van dem Niggenhove, ein wohlgeborner Knape' vom Graf Heinrich von Nassau-Siegen mit einer Geldsumme belehnt.
Bei dem Niggenhove handelte es sich wohl um eine Wasserburg 
vam Nienhave, Rötger (I414590)
 
175973 wurde 1382 beurkundet von der Decken, Heinrich (I1423493)
 
175974 wurde 1446 zum Fürstbischof von Trient erwählt von Hock, Georg (I417940)
 
175975 wurde 1496 von Kfst. Johann mit einem Leibgedinge aus dem Zolle zu Reetz belehnt Hackemann, Margarete (I609330)
 
175976 wurde 1553 vom Kölner Erzbischof Salenthin mit drei Burglehen in Hovestadt belehnt Ketteler zu Alt.-Assen, von Hatzfeld II (I1408035)
 
175977 wurde 1576 von Martin von Hohenstein zum Ritter geschlagen von Ramin, Joachim (I610621)
 
175978 wurde 1586 als Herr zu Fürde, Niedermarpe und Weuspert erwähnt. von Neuhoff, Johann (I725070)
 
175979 wurde 1637 an der Fürstenschule in Grimma aufgenommen Pufendorf, Jeremias (I513104)
 
175980 wurde 1639 von den Kaiserlichen erschossen von Luckowin, Heinrich Abraham (I421545)
 
175981 wurde 1640 bei der Belagerung Turins schwer verwundet de Batz-Castelmore, Paul (I679382)
 
175982 wurde 1828 Oberappellationsrat, sodass Pufendorfs in vier Generationen als Richter an dem selben Gericht gewirkt haben von Pufendorf, Wilhelm Carl Ludwig (I513125)
 
175983 Wurde 1857 Chef des Generalstabes und wurde niemals geschlagen, einer der erfolgreichsten Feldherren der Weltgeschichte. von Moltke, General Graf Helmuth Karl Bernhard (I466237)
 
175984 wurde 1901 in den Fürstenstand erhoben.
Die Familie war seit 1629 in Neudeck in Oberschlesien ansässig und besaß ausgedehnten Grundbesitz in Osteuropa . Außerdem hatte schon sein Vater zahlreiche Industriebetriebe, insbesondere Bergwerke und Eisenhütten gegründet. Oberschlesien entwickelte sich zu dieser Zeit zu einer bedeutenden Bergbauregion.
Als Erbe des Familienbesitzes
Diese unzähligen Besitztümer übergab ihm 1848, dem Todesjahr seines Bruders, sein Vater im Wege der vorweggenommenen Erbfolge. Zu dieser Zeit wurden in den Bergwerken der Familie 21.000 Tonnen Steinkohle pro Jahr gefördert, mit der Gründung und Übernahme neuer Bergwerke und Erweiterung der alten erreichten Henckel von Donnersmarcks Firmen in den nächsten Jahren 2,5 Millionen Tonnen. In den Jahren 1853 bis 1857 ließ Henckel von Donnersmarck die nach ihm benannte Donnersmarckhütte in Zabrze errichten, die sogar über ein Kasino verfügte. Henckel von Donnersmarck war 1853 Mitbegründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Schlesischen Aktiengesellschaft für Bergbau und Zinkhüttenbetriebe in Lipine , der ersten schlesischen Aktiengesellschaft. Im Laufe der Jahre vergrößerte er noch den Landbesitz seiner Familie und ließ einen Holzkohlehochofen und eine Gießerei erbauen. Er besaß um die 27.500 ha Land, die sich vor allem in Oberschlesien aber auch in Galizien und im russisch besetzten Polen befanden. 1863 investierte Henckel von Donnersmarck sogar in Russland und kaufte dort Bergwerke. 1868 ließ er im mährischen Ostrau das Zinkwalzwerk Donnersmarckhütte bauen.
Im selben Jahr begann er auf dem Familiengut in Neudeck mit dem Bau eines zweiten großen Schlosses , das 1875 fertiggestellt wurde. Die als Oberschlesisches Versailles bezeichnete Residenz wurde zu seinem Hauptsitz, dort hatte er schon früher das Alte Schloss, sowie den Park umgestalten lassen. Henckel von Donnersmarck besaß damit eine der größten Schloss- und Parkanlagen im Deutschen Reich , an der er namhafte Künstler engagiert.
Deutsch-Französischer Krieg
Zum Stadtkommandanten des besetzten Metz ernannt, führte Henckel von Donnersmarck im Dezember 1870 die Ausweisung der in der Umgebung lebenden Polen durch. Sein politisches Geschick demonstrierte er 1871 bei den Friedensverhandlungen mit Frankreich nach dem Deutsch-Französischen Krieg , als er höhere französische Reparationszahlungen von 5 Milliarden Franc in Gold durchsetzte. Dafür erhielt er nach dem Krieg den Posten des Gouverneurs von Metz. Doch auch in Schlesien war er im Kreistag Tarnowitz , mit einem Mandat im Schlesischen Provinzialtag und einem erblichen Sitz im Preußischen Staatsrat politisch aktiv. Er erhielt die höchste preußische Auszeichnung, den Schwarzen-Adler-Orden . Außerdem verband ihn mit dem Reichskanzler Otto von Bismarck eine lange Freundschaft. Um den großflächigen Waldbesitz zu nutzten errichtete er 1883 eine Zellulosefabrik an der Bahnlinie Breslau-Kreuzberg , weitere Anlagen dieser Art folgten. Er ließ aus der Zellulose sogar Kunstseide herstellen, nachdem er seine Fabriken in den 1890ern zu einer Gesellschaft zusammengelegt hatte.
Henckel von Donnersmarcks erste Ehe war kinderlos geblieben, und erst mit 55 Jahren bekam er 1885 von Rosalie Colemann (geb. Pareut) sein erstes Kind: Odo Deodatus . Wobei es nicht gesichert ist, ob Rosalie Colemann wirklich die Mutter war, zumal diese zum Zeitpunkt ihrer Niederkunft bereits 50 Jahre alt gewesen sein muss und als Geburtsort zudem New York angegeben wurde.
Mit Pauline zusammen wurde Henckel von Donnersmarck im Jahre 1878 aus Frankreich ausgewiesen - das Paar war der Pariser Gesellschaft zu einflussreich geworden und Frankreich nach den Erniedrigungen von Krieg und Kommune in seinem Hass auf das Deutsche Reich wiedervereint.
Nach dem Tod der Païva im Jahre 1884 - es wird vermutet, daß er ihre Leiche in Alkohol konserviert auf Neudeck verwahrte - heiratete Henckel von Donnersmarck im Jahre 1887 die über 30 Jahre jüngere Katharina Slepzow, die ebenfalls aus Russland stammte. Mit ihr hatte er zwei Söhne: Guidotto (1888-1959) und Kraft (1890-1977). Nach seinem älteren Sohn benannte er die 1888 gegründete Zinkhütte in Chwa 1896 kaufte er Ländereien in der Zips und ein Jahr später Bergwerke in Schweden und in Bendzin . Er investierte auch im Ruhrgebiet , Frankreich und sogar auf Sardinien .
Dass Guido Henckel von Donnersmarck auch um das Wohlergehen seiner Arbeiter und Angestellten bedacht war, zeigt die Gründung der Guido-Stiftung 1898, die er mit einem Startkapital von 1,5 Millionen Goldmark ausstattete. Außerdem hatte er im Laufe der Zeit die Kirchen in Repty/Repten, Mikulczyce/Mikultschütz und Zaborz (Stadtteile von Zabrze ), Wieszowa/Randsdorf, Kamien, Stary Tarnowice, Neudeck und in Tarnowitz mitfinanziert.
Guido Henckel von Donnersmarck (rechts) mit Kaiser Wilhelm II.
Am 18. Januar 1901 wird er von Kaiser Wilhelm II. für seine Verdienste auf wirtschaftlicher und politischer Ebene in den Fürstenstand erhoben. Den Kaiser verband schon seit längerem eine Freundschaft mit Guido. Er schätzte dessen Schloss Neudeck, wo er oft zu Gast war, da er dort mit ihm Jagden veranstalten konnte. Guido, einer der reichsten Männer Deutschlands, gab ihm aber auch oft Kredite. Für seine vornehmen Gäste ließ er 1903 - 1906 den Kavalierspalast in Neudeck errichten, außerdem besaß er Herrenhäuser in Paris , Berlin , Rottach-Egern , in Repten u.A. 1904 war Henckel von Donnersmarck Mitglied des Gründungspräsidiums des Mitteleuropäischen Zollvereins. 1905 wurde er von der Charlottenburger Hochschule für sein Wirken in der Chemieindustrie zum Ehrendoktor Dr.-Ing. h.c. ernannt. Trotz seiner Stiftungen kam es 1910 zum bis dato größten Arbeiterstreik in Schlesien in seinen Werken in Chwalowice , der zwei Monate andauerte.
1914 bricht der Erste Weltkrieg aus, zu dieser Zeit wird sein Vermögen auf 250 Millionen Goldmark geschätzt. Guido Henckel von Donnersmarck finanzierte die Errichtung und Unterhaltung eines Kriegslazaretts in Berlin-Frohnau und stattete es mit 1000 Morgen Land aus. Später wird daraus die Fürst-Donnersmarck-Stiftung . In seinem Todesjahr 1916 erhöhte er noch das Kapital der Donnersmarcksstiftung um 1 Million auf 4 Millionen Goldmark . Am 19. Dezember starb er in Berlin und wurde im neuen Mausoleum in Neudeck bestattet. Guido erlebte so nicht mehr die Abtretung Ostoberschlesiens an Polen, infolge des Versailler Vertrags .

Industriebeteiligungen [Bearbeiten ]
Bethlen-Falva und Deutschland in Schwientochlowitz
Schlesiengrube im seit 1909 gleichnamigen Ort Chropaczów
Zinkhütte Guidotto in Chwa
Donnersmarckgrube in Chwa
Kohlebergwerk Karsten-Zentrum in Beuthen
Kohlebergwerk Andalusien in Deutsch Piekar
Schlesische Aktiengesellschaft für Bergbau und Zinkhüttenbetriebe in Lipine
Zellulose- und Papierfabrik bei Kalet , zusammengelegt mit einer Firma bei Stettin
Eisenhütte Kraft bei Stettin
Zinkwalzwerk Donnersmarckhütte in Ostrau
Donnersmarckhütte in Zabrze 
Henckel von Donnersmarck, Fürst Guido (I617700)
 
175985 wurde 1918 in Seboncourt als Jean-Marie Lobjoie geboren. Die Mutter des unehelichen Kindes war Charlotte Eudoxie Alida Lobjoie (1898 -1951), die Tochter des ortsansässigen Metzgers Louis Joseph Alfred Lobjoie und seiner Frau Marie Flore Philomène geb. Colpin. Laut dem Eintrag im Geburtsregister seiner Heimatstadt war der Vater Lorets ein nicht identifizierter deutscher Weltkriegssoldat. Da Adolf Hitler sich in den Jahren 1916 und 1917 in den Ortschaften Seclin, Fournes-en-Weppes, Wavrin und Ardooie aufgehalten hatte und nach Augenzeugen ein Verhältnis mit Charlotte unterhalten haben soll, wurde verschiedentlich über eine Vaterschaft Hitlers diskutiert.

Charlotte Lobjoie wird in verschiedenen Quellen der Beruf einer Tänzerin zugeschrieben, wobei unklar bleibt, ob sie dies bereits 1916/1917 gewesen ist. Offensichtlich scheint sie diesen Beruf aber erst ergriffen zu haben, als sie einige Monate nach der Geburt ihres Kindes und nach dem Abzug der Deutschen aus Frankreich nach Paris zog. Jean Marie wuchs die ersten sieben Jahre bei seinen Großeltern auf, zu welchen Charlotte nach ihrem Abschied von der Familie jeglichen Kontakt abbrach. Am 22. Mai 1922 ehelichte Charlotte den Lithographen Clément Loret, der sich damit einverstanden erklärte, dass der uneheliche Sohn seiner Frau, den er jedoch nie gesehen hatte, seinen Namen tragen durfte. Nach dem Tode der Großeltern in den Jahren 1925 und 1926, die ihn nach Lorets eigenen Angaben ?schlecht behandelten? strengte seine Tante Alice Lobjoie die Adoption ihres Neffen durch die Familie des reichen Bauunternehmers Frizon aus Saint Quentin an. Fortan besuchte der Junge nacheinander zwei katholische Internate in Cambrai und Saint Quentin. 1936 trat er in den Militärdienst ein und wurde in den folgenden Jahren bis zum Feldwebel befördert. Später betätigte er sich einige Jahre lang als Geschäftsmann, bis er seinen Beruf im Jahre 1948 aufgrund einer Insolvenz aufgeben musste.

Bereits als Kind wusste Loret nach Eigenaussage, dass er der Sohn eines deutschen Soldaten war, hatte jedoch keinen Ansatzpunkt bezüglich der Identität seines Vaters. 1948, so behauptete er später, habe ihm seine Mutter auf dem Sterbebett enthüllt, dass dieser Soldat Hitler gewesen sei.

Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete Loret als Chargé de Mission bei der französischen Polizei in Saint-Quentin - angeblich habe er diesen Posten auf persönlichen Befehl Hitlers erteilt bekommen, wiewohl offensichtlich bislang kein stichhaltiger Beweis hierfür erbracht werden konnte. Behauptungen, er habe in dieser Eigenschaft mit den in Frankreich stationierten Gestapo-Einheiten kollaboriert sind ebenso wenig erwiesen. Gegen diese Behauptung spricht freilich, dass ihm nach dem Krieg kein Prozess wegen Kollaboration gemacht wurde. In verschiedenen Quellen heißt es allerdings, dass Hitler jegliches Material über Loret vernichten ließ. Außerdem galt Loret im allgemeinen als eher durchschnittlich und nicht übermäßig fleißig, sodass es eher ungewöhnlich scheint, dass er sich diesen höheren Posten bereits mit unter 25 Jahren aus ganz eigenem Ermessen erarbeitet hatte.

Loret war mindestens einmal verheiratet und hatte neun Kinder. Einige Quellen behaupten, seine Frau habe sich 1948 von ihm getrennt, als sie von seiner Abstammung erfuhr. In späteren Zeitungsartikeln über Loret wird eine Ehefrau namens Muguette erwähnt, die mit ihm zum Zeitpunkt der Niederschrift der Artikel zusammengelebt haben soll. Dabei ist unklar, ob es sich bei Muguette um eine zweite Ehefrau (oder Lebensgefährtin) handelte, oder ob sie die Mutter seiner Kinder war, die wieder zu ihm zurückgekehrt war oder sich gar nie von ihm getrennt hatte.

Am 7. Juni 1978, während der öffentlichen Diskussion um seine Person, wurde Loret von Maser aus St. Quentin in dessen Haus in Speyer geholt, wo dieser ihn vor den kritischen Fragen der Presse verborgen hielt. Die beiden besichtigten unter anderem das ehemalige Konzentrationslager Dachau, wobei Loret wörtlich geäußert haben soll ?Ich habe mir meinen Vater nicht ausgesucht?. Maser nahm Loret sogar mit nach Tokio, um ihn dazu zu bewegen Interviews zu geben, allerdings schien der Franzose in dieser Beziehung eher zurückhaltend.

Loret und Maser überwarfen sich 1979 schließlich, vermutlich aus finanziellen Gründen, und brachen miteinander. Loret veröffentlichte danach in Zusammenarbeit mit René Mathot noch seine Autobiographie ?Ton père s'appelait Hitler? (Paris 1981).

Die Geschichte von ?Hitlers Sohn? wurde in den 70er Jahren, vor allem in verschiedenen Illustrierten wie der Bunte, aber auch in als reputierlicher geltenden Organen, wie der historischen Zeitschrift ?Zeitgeschichte? und dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel lanciert. Letzterer veröffentlichte die in ihrer Nachwirkung einflussreichste Geschichte über Loret unter dem Titel ?Liebe in Flandern?.

Der letztendliche Ursprung der vorerst nur mündlich verbreiteten Geschichte um Hitlers Sohn konnte bislang nicht ermittelt werden. Jedenfalls standen Kolportagen, die behaupteten, der uneheliche Sohn einer Französin und eines deutschen Soldaten sei der Sohn Hitlers, in Lorets Heimat bereits geraume Zeit im Raum, als der deutsche Historiker Werner Maser auf Loret aufmerksam wurde. Ob die Gerüchte von Loret selbst oder von anderen in die Welt gesetzt worden waren, ist bislang nicht geklärt worden.

Maser behauptete, erstmals 1965 bei Recherchen in Wavrin und umliegenden Städten von einem angeblichen Hitler-Sohn gehört zu haben.

Maser ging diesen Berichten nach, traf dabei auf Loret und konnte diesen davon überzeugen ?seine Geschichte? publizieren zu lassen. Fortan verwandte Maser große Anstrengungen darauf, Beweise für ihre Korrektheit zu sammeln. Kritiker wie etwa Anton Joachimsthaler halten ihm dabei vor allem vor, Handlungsmotive wie Sensationslüsternheit und Gefallen am großen Effekt der wissenschaftlichen Wahrheitsliebe überzuordnen.

Laut Masers Darstellung habe die Verbindung Loret-Hitler sich wie folgt zugetragen: Hitler habe Charlotte Lobjoie 1916 in der Stadt Wavrin, im deutsch besetzten Teil Frankreichs, als dort stationierter Soldat getroffen und eine Liebesbeziehung zu ihr begonnen. Loret sei schließlich im Sommer 1917 in Ardooie oder nach anderen Quellen im Herbst 1917 in Le Ceteau gezeugt worden. Letzteres muss wohl als die weniger wahrscheinliche Variante angesehen werden, da sie eine Frühgeburt voraussetzen würde, die zwar nicht auszuschließen ist, für deren Vorliegen jedoch auch keinerlei Indizien sprechen.

Maser schrieb zur Beziehung Hitler-Lobjoie in seiner Hitler-Biographie:

?Anfang 1916 war das Mädchen dem deutschen Soldaten Adolf Hitler erstmals begegnet. Es blieb zunächst in Premont, ließ sich auf sexuelle Beziehungen mit Hitler ein und folgte ihm bis Herbst 1917 u.a. nach Seboncourt, Forunes, Vavrin und Noyelles lez Saeclin in Nordfrankreich - und im Mai, Juni, Juli 1917 und Ardooie in Belgien?. (S. 528)

Die Kritiker dieser vermeintlichen Sensation verwiesen sehr bald auf die Unerwiesenheit von Masers Behauptungen, der sich auf nichts weiter stützte als Lorets Behauptungen.

Ein erbbiologisches Gutachten der Universität Heidelberg ergab, dass ?Loret allenfalls Hitlers Sohn sein könnte?, dies jedoch nicht sein müsse.

Als vermeintliche Belege für die Vaterschaft Hitlers wurden Charlotte Lobjoies Einweisung in ein französisches Sanatorium nach dem deutschen Einmarsch in Frankreich (angeblich auf Weisung Hitlers) und eine langwierige Befragung Lorets durch die Gestapo im Hotel Lutetia, dem Gestapo-Hauptquartier in Paris, sowie die angebliche Kollaboration mit der Gestapo als Polizist angeführt.

Masers Befragung von Alice Lobjoie, der Tante Lorets und Schwester von Charlotte, die er als Kronzeugin für seine Behauptung ins Feld hatte führen wollen, ergab ein negatives Ergebnis: Alice Lobjoie gab an, dass ihre Schwester während des Krieges zwar eine Liebesbeziehung zu einem deutschen Soldaten unterhalten habe, bestritt jedoch heftig, dass dieser Soldat Adolf Hitler gewesen sei. Sie gab an, sich gut an das Gesicht des Mannes erinnern zu können und zu wissen, dass dieses keine Ähnlichkeit mit Hitler gehabt habe. Außerdem gab sie zu Protokoll:

?Jean ist ein Spinner. Die Hitlergeschichte haben ihm nur die Deutschen aufgeschwatzt.?

Maser versuchte später, in jüngeren Auflagen seines Buches ?Hitler? die Aussagen Lobjoies abzuschwächen, indem er auf den angeblichen Groll der Tante gegen ihren Neffen hinwies.

Neben dem Dementi von Alice Lobjoie führten Kritiker von Masers These, wie der Historiker Joachimsthaler, unter anderen Zeugnisse von Kriegskameraden Hitlers in die Debatte ein, die in ihren Erinnerungen an Hitler im Ersten Weltkrieg einhellig vermerkten, dieser habe entschieden jede Beziehungen deutscher Soldaten zu französischen Frauen abgelehnt. So etwa Balthasar Brandmayer, der in seinem Erinnerungsbuch ?Zwei Meldegänger? berichtete, Hitler habe in heftigsten Worten gegen das Vorhaben von Regimentskameraden reagiert, sich mit Französinnen einzulassen und diesen vorgehalten ?koa deutsch Ehrg'fühl? zu haben.

Die Kritiker machten zudem logische Inkonsistenzen in Masers Geschichte geltend: So sei es höchst unwahrscheinlich, dass ein Soldat im Kriege, noch dazu ein in der militärischen Hierarchie niedrig rangierender Gefreiter, eine Geliebte über alle Verlegungen seines Regiments hinweg mit sich habe führen können, wie dies Hitler laut Maser mit Lobjoie getan habe: Eine freie Bewegung sei in den besetzten Gebieten kaum möglich gewesen, noch dazu den Regimentstrossen nachzureisen erst recht.

Während der Aschaffenburger Streitgespräche der Historiker 1979 schwieg sich Maser zu der Affäre zunächst aus und erklärte schließlich in seinem Diskussionsbeitrag einen möglichen illegitimen Sohn Hitlers plötzlich für eine ganz nebensächliche Sache. Joachimsthaler bezeichnete dies als ein ?Eigentor? Masers.

Der Daily Express behauptete in einem Artikel vom 15. Februar 1985, dass ein Porträt von Lorets Mutter nach Hitlers Tod unter seinen Habseligkeiten gefunden worden sei, blieb jedoch einen Beleg für diese Behauptung schuldig. Tatsächlich wurde ein von Adolf Hitler aus dem Jahre 1916 stammendes Portrait, welches Charlotte Lobjoie mit einem Kopftuch und einer Gabel in der Hand darstellen soll, in den sechziger Jahren bei einem belgischen Unternehmer aufgespürt und Anfang der siebziger Jahre in einer Ausgabe der Zeitschrift ?Panorama? publiziert. Es ist daher unwahrscheinlich, dass sich dieses Portrait 1945 in Hitlers Habe befunden haben soll.

Maser bekräftige in jüngerer Zeit in einem Interview mit der der rechtsextremen Szene nahestehenden National-Zeitung, dass er nach wie vor zu seiner These stehe. Darüber hinaus beharrte er, Loret ?war eindeutig Hitlers Sohn? und gab weiter an, dass dies ?in Frankreich von behördlicher Seite anerkannt worden?[10] sei. Zudem enthält die 12. Auflage von Masers Buches ?Adolf Hitler ? Legende, Mythos, Wirklichkeit?, laut Maser die am meisten übersetzte Hitler-Biografie der Welt, einen umfassenden Anhang zum Thema "Hitler-Loret". 
Loret-Frizon, Jean Marie (I44521)
 
175986 wurde 1927 von Emilie von Münchow adoptiert. von Münchow-Pohl, Rudolf (I553844)
 
175987 wurde 75 Jahre alt, Pfarrer in Lemberg Sachse, Esaias (I609416)
 
175988 wurde als fünftes der dreizehn Kinder seiner Eltern Carl Brockhaus und Emilie - geborene Löwen - am 13. Februar 1856 in Elberfeld geboren. Er besuchte dort eine höhere Schule und wandte sich dann dem Baufach zu, das er bei dem Mülheimer Unternehmen Gottlieb Scheidt erlernte; wegen mangelnder Aufträge bei dieser Firma mußte er seine Lehre allerdings bei der Elberfelder Firma Seeger & Frese beenden. Bei der Firma Scheidt hatte er jedoch wohl seine spätere Frau, Therese Scheidt, die einzige Tochter seines Chefs, kennengelernt. Die beiden heirateten im Jahre 1881; in ihr, die ihn viele Jahre überleben sollte, fand er eine treue, gottesfürchtige Lebensgefährtin, die mit ihm die Schwierigkeiten und Prüfungen auf dem gemeinsamen Wege trug. Aus ihrer Ehe gingen zwölf Kinder hervor.

Obwohl Rudolf Brockhaus von seinem Vater schon früh mit der Botschaft vom Kreuz bekanntgemacht worden war, konnte er sich lange Zeit nicht der vollen Heilsgewißheit erfreuen. Er wußte um seinen verlorenen Zustand, um die Macht der Sünde in seinem Leben, um seine eigene Kraftlosigkeit und Unfähigkeit, der Sünde zu entrinnen, und auch um das am Kreuz vollbrachte Werk des Herrn Jesus. Er wußte und glaubte, und dennoch war sein Gewissen noch nicht zur Ruhe und sein Herz noch nicht zum Frieden mit Gott gekommen. Als er in dieser Zeit - er war schon mehr als fünfzehn Jahre alt - einmal abends spät nach Hause kam und lange auf das Öffnen der Tür warten mußte, befiel ihn die schreckliche Angst, der Herr sei gekommen, habe seine Lieben heimgeholt und ihn selbst zurückgelassen. Über diese Zeit des inneren Ringens urteilte er später: „Ich glaube nicht, daß ich verloren gegangen wäre, wenn der Herr mich abgerufen hätte, aber ich hatte keinen Frieden."

Aber wie Gott jedem aufrichtig Suchenden antwortet, so bekam auch Rudolf Brockhaus bald eine Antwort auf seine Fragen. Als eines Sonntags beim Brotbrechen ein Bruder besonders innig dafür dankte, daß der Herr Jesus am Kreuz alles gut gemacht habe, hieß es im Herzen Rudolfs: „Alles gutgemacht - ist das nicht genug?" - „Ja," sagte er zu sich selbst, „es ist genug!" Aber Satan ließ ihn noch nicht zur Ruhe kommen. Da wurde in der gleichen Zusammenkunft ein Lied vorgeschlagen, das er, wie er meinte, nicht mitsingen konnte, weil darin die besondere Freude über das vollbrachte Erlösungswerk zum Ausdruck kam. Wieder hieß es in ihm: „Ist es nicht genug, was der Herr am Kreuz für dich getan hat?" Nun sagte er sich selbst: „Ja, es ist genug - und ich will es festhalten!" Jetzt war sein Gewissen zur Ruhe gelangt, aber ihm fehlte noch die tiefe Freude des Herzens. Nach der Zusammenkunft ging Rudolf zu seiner Mutter und sagte: „Mutter, jetzt kann ich auch glauben." Gerührt hörte die Mutter dieses Bekenntnis ihres Sohnes, und sie hatte Freudentränen in ihren Augen. Nach diesem Bekenntnis wurde auch sein Herz von Freude erfüllt. Wie er selbst später oft erklärte, erfuhr er so die Wahrheit des Wortes: „Mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Munde wird bekannt zum Heil" (Römer 10,10).

Obwohl Rudolf Brockhaus nach Ableistung des Militärdienstes bei einem Grenadier-Regiment in Stuttgart den Wunsch hatte, seiner Neigung entsprechend eine Baufachschule zu besuchen, lenkte der Herr seine Wege anders. Er rief ihn, seine Zeit und Kraft ganz Ihm zur Verfügung zu stellen. Im elterlichen Hause hatte er schon früh Bekanntschaft mit den vielfältigen Aufgaben gemacht, die sein Vater in seinem Verlag und in seiner Tätigkeit im Evangelium und unter den Gläubigen zu erfüllen hatte. So begann er, sich in die Pflichten und Aufgaben des väterlichen Verlages einzuarbeiten. Während sein Vater meistens auf Reisen war, um Konferenzen, die vielen Versammlungen und einzelne Geschwister zu besuchen, widmete Rudolf Brockhaus sich zunächst den mit der Herausgabe der monatlichen Schriften verbundenen Aufgaben. Er begann mit der Übernahme der Schriftleitung der „Samenkörner", einer Zeitschrift mit vorwiegend erwecklichem und evangelistischem Inhalt. Später kam dann die Arbeit am „Botschafter des Heils in Christo" hinzu. Gemeinsam mit dem Altphilologen Dr. Alfred Rochat aus Stuttgart begann er auch, bei der Überarbeitung des alttestamentlichen Textes der „Elberfelder Bibel" mitzuhelfen. Dieser Aufgabe galt auch später immer sein besonderes Interesse. Mit der Verbesserung des Neuen Testaments beschäftigte sich auch Dr. Emil Dönges , der von 1884 bis 1886 im Elberfelder Verlag tätig war, ehe er nach Frankfurt am Main verzog.

Im Jahre 1894 übertrug Carl Brockhaus den Verlag seinem Sohn Rudolf ganz. Nun erfolgte auch erstmals die gerichtliche Eintragung der Firma unter dem Namen „R. Brockhaus Verlag" in Elberfeld.

Der Vater, der die geistlichen Fähigkeiten seines Sohnes erkannt hatte, bezog diesen auch mehr und mehr in die Reisetätigkeit ein. Schon im Anfang seines dritten Lebensjahrzehnts durfte Rudolf Brockhaus Reisen mit älteren Brüdern im Werk des Herrn unternehmen. Er besuchte mit ihnen die Gläubigen in den Häusern, diente bereits hier und da in den Versammlungen und konnte die ihm von Gott geschenkten Gaben mehr und mehr im Dienst an den Geschwistern gebrauchen. Ganz im Anfang seiner Tätigkeit im Werk des Herrn besuchte Rudolf Brockhaus einmal einige Versammlungen in Hessen in Begleitung des alten Bruders Philipp Richter. Eines Abends las Philipp Richter in einer Zusammenkunft ein recht schwieriges Kapitel aus der Heiligen Schrift vor, sagte einige kurze Worte über den verlesenen Abschnitt und setzte sich dann recht bald wieder. Rudolf geriet in Angst und Sorge! Aber er blickte auf zum Herrn und empfing von Ihm Gnade und Kraft, den versammelten Geschwistern in rechter Weise zu dienen. Immer wieder in seinem langen und gesegneten Leben machte er die Erfahrung, daß der Herr dem zu Hilfe kommt, der sich Ihm zur Verfügung stellt und auf die Leitung des Heiligen Geistes wartet.

Auf einer anderen Reise, bei der er den betagten Bruder John Nelson Darby in die Schweiz begleitete, empfing er von diesem eine gründliche Belehrung über die in Römer 7 beschriebene Person. Nachdem J. N. Darby ihm seine Gedanken dazu mehrfach mit großer Geduld dargelegt hatte, fragte Rudolf Brockhaus schließlich: „Es scheint mir, Sie denken, daß der Mann in Römer 7 den Heiligen Geist noch nicht hat?" Darbys Antwort lautete: „Ich dachte wohl, daß das deine Schwierigkeit sei. Aber du solltest selbst darauf kommen." Als Rudolf Brockhaus dann von Zürich nach Elberfeld zurückkehren mußte, bedauerte J. N. Darby, daß er den schönen Genfer See nicht mehr sehen könne. „Aber Herr Darby, Sie haben mir doch selbst gesagt, daß Sie seit Ihren Jugendjahren keine Reise mehr zu Ihrem Vergnügen gemacht haben," entgegnete Rudolf Brockhaus. „Ja, mein lieber Rudolf, das ist eine andere Sache. Der Herr hat mir trotzdem viel Schönes von dieser Erde gezeigt. In Amerika fragte mich einmal eine Schwester, ob ich den Niagarafall schon gesehen hätte. Als ich verneinte, meinte sie, den müßte ich unbedingt sehen. Und was geschah? Mein Weg führte mich daran vorbei, und gerade als wir an der besten Stelle waren, hielt der Zug. Die Lokomotive hatte einen Defekt, und während dieser repariert wurde, konnten die Reisenden aussteigen. Rudolf, da hat mir der Herr den Niagarafall gezeigt, so schön, wie ich ihn sonst wohl nie zu sehen bekommen hätte".

Der Herr Jesus hatte Rudolf Brockhaus in besonderer Weise mit der Gnadengabe eines Lehrers ausgestattet. Immer deutlicher erwies er sich auch als ein Führer im Sinne des Wortes Gottes (vergl. Hebräer 13,7). Besonders auf den jährlich stattfindenden Konferenzen hinterließ er das Bild eines von Gott begnadeten demütigen Zeugen. Seine Ausführungen waren immer gründlich und bündig, wobei jedes Wort abgewogen war. Aus seinen Worten sprach die Liebe zu seinem Herrn und die unermüdliche Sorge für die Seinigen. Auch die höchsten und schwierigsten Dinge konnte er in einfachen und schlichten Worten erklären. Auf einer Konferenz in Mülheim machte einmal ein fast dreißig Jahre jüngerer Bruder längere Ausführungen über den betrachteten Schriftabschnitt. Rudolf Brockhaus hörte still und aufmerksam zu. Als der Bruder geendet hatte, hörte man Rudolf Brockhaus: „Ach, bitte, lieber Bruder, können Sie noch einmal wiederholen? Ihre Erklärungen waren mir sehr wertvoll; ich möchte sie mir notieren."

Nach der Übernahme der Verantwortung für den Verlag erschienen nun auch immer mehr Artikel aus der Feder von Rudolf Brockhaus. Er erwies sich als ein Schriftsteller, bei dem sich ein großes Verständnis der Wahrheit mit der Fähigkeit zu klarer Darstellung verband und der sich dadurch als großer Lehrer auszeichnete. Dabei folgte er immer dem Grundsatz, daß keine Weissagung der Schrift von eigener Auslegung ist und erklärte das Wort Gottes mit dem Worte Gottes (2. Petrus 1,20). Seine „Gedanken über den Brief an die Römer" erschienen zuerst im „Botschafter" (1929- 1931), ebenso seine Betrachtung über den Brief an die Galater (Jahrgang 1931-1932). Von der Vielzahl seiner übrigen Schriften, die zumeist auch im „Botschafter" erschienen, seien nur einige zum Teil noch heute erhältliche erwähnt:

„Ein Wort über die christliche Taufe", „Gethsemane", „Die Gabe des Heiligen Geistes", „Das Reich Gottes" usw.
Auch als Dichter ist Rudolf Brockhaus hervorgetreten. Neben manchen Gedichten stammen die Nummern 131, 135, 136, 139, 141, 142, 144 und 147 in dem Buch „Kleine Sammlung geistlicher Lieder" von ihm. Wenige Tage vor seinem Heimgang schrieb er noch das folgende „Gebet":

Nur auf Gott vertraue still meine Seele! (Psalm 62,5)
Herr, mach mich still!
Und führten Deine Wege
und Deine gute, heiligtreue Pflege
ganz anders mich, als ich es wünsch und will, o mach mich still!
Herr, lehre mich auf Deine Liebe bauen und Deiner Weisheit rückhaltlos vertrauen!
Erschiene auch Dein Tun mir wunderlich, o lehre mich!
Herr, Du bist treu!
Seit meiner Kindheit Tagen
hat Deine Güte sorglich mich getragen;
im Alter wird sie täglich, stündlich neu. Ja, Du bist treu!
Herr, bis zum Ziel
sind nur noch wenig Schritte.
Erhöre gnädig Deines Knechtes Bitte:
Laß Deinem Wink mich folgen treu und still bis hin zum Ziel!

Am 19. September 1932 ging Rudolf Brockhaus in Frieden heim zu seinem Herrn. Weit über tausend Geschwister erschienen zu seiner Beisetzung. Bei der anschließenden Nachfeier hielt sein Freund J. N. Voorhoeve aus Holland die folgende Ansprache: „Warum haben wir doch alle Bruder Rudolf Brockhaus so lieb gehabt? - War es, weil unser Bruder so freundlich war, so einnehmend, daß selbst Kinder sich freuten, wenn er zu Besuch kam? Sicher, unser heimgegangener Bruder war freundlich, zuvorkommend und teilnehmend. Er fragte nach dem Wohl anderer, und wir hatten ihn deshalb lieb. Aber war das der eigentliche Grund unserer großen Zuneigung?

War es, weil er sich so jung in den Dienst des Herrn gestellt und mit solcher Treue sein ganzes Leben hindurch an der Bibel festgehalten hat? Dies letztere trifft sicherlich zu - war es doch nicht nur die letzte Zeit seines Lebens, auch nicht nur die Hälfte seiner Lebenszeit, die er in den Dienst des Herrn gestellt hat, nein, sein ganzes Leben war dem Herrn geweiht. Bruder Rudolf Brockhaus vermochte dies durch die Gnade Gottes, und er hat es mit Ausdauer getan. Wir hatten ihn auch deshalb lieb. Aber war das die Ursache unserer besonderen Anhänglichkeit?

War es, weil Bruder Brockhaus, wenn er sich geirrt hatte - was nur selten vorkam -, dies bei der ersten Gelegenheit öffentlich bekannte? Auch darum hatten wir ihn lieb, verriet es doch wahre Demut, die einen Knecht des Herrn ziert. Aber die eigentliche Ursache unserer Liebe liegt doch auch hier nicht.

War es wegen seiner herrlichen Gaben? Sicher, er war ein vollendeter Redner. Er hat viele Lieder gedichtet, die in unserem Herzen widerklingen. Aber sollte hier der Grund zu unserer besonderen Liebe zu ihm zu suchen sein?

War es schließlich, weil er an der neuen Bibelübersetzung und deren Verbreitung einen so großen Anteil hatte, und weil er so viele gute Schriften herausgegeben hat? Ohne Zweifel ist auch dies eine Ursache mit, weshalb wir ihn so liebten. Und doch - die Antwort auf unsere Frage ist damit nicht gegeben.

Nein, die eigentliche Ursache war eine andere. Ich will sie mit den Worten der Schrift nennen. Wir hatten unseren Entschlafenen so lieb, weil er „das Wort der Wahrheit recht teilte" (2. Timotheus 2,15). Das war es, was seinen Dienst vor allem anderen auszeichnete, namentlich in den zahllosen Konferenzen, denen er beiwohnte und die er leitete. Er pflegte niemand zu schonen. Für den Augenblick mochte es manchmal nicht so angenehm sein, aus seinem Munde zu hören, daß die geäußerte Ansicht nicht richtig war. Aber weil man wußte, daß es seine große Liebe zum Worte Gottes war, die ihn so sprechen ließ, lernte man es schätzen. So wurde der Grund zu wahrer, bleibender Hochachtung und echter Liebe gelegt!

Groß ist nun unsere Betrübnis, solch einen Geliebten fortan hier auf Erden missen zu müssen. Und wir denken an Apostelgeschichte 20,38, wo wir von der Betrübnis am Strande von Milet lesen, als Paulus im Begriff war, abzureisen und die Brüder - da sie sein Antlitz zum letztenmal sahen - weinend von ihm Abschied nahmen.

Doch unser Bruder würde der erste sein, die Aufmerksamkeit von sich selbst weg und auf den Herrn hinzulenken. Wer uns auch verläßt - der Herr bleibt bei uns!

Laßt uns darum mutig vorwärtsschreiten, indem wir von ihm lernen, das Wort der Wahrheit recht zu teilen, für die Wahrheit einzustehen, die Wahrheit um keinen Preis zu verkaufen. Dann wird Gott uns segnen!

Wenn treue Brüder aus dem Leben scheiden, fragen wir: „Was soll nun werden?" So haben wir es auch in Holland erfahren. Aber der Herr hat die Furcht beschämt und den Glauben nicht beschämt. Darum laßt uns unsere Augen erheben zu dem Gott des Elia, zu dem Gott unseres Bruders Rudolf Brockhaus, der auch unser Gott ist!" 
Brockhaus, Rudolf (I365056)
 
175989 wurde als impressionistischer Landschaftsmaler bekannt von Gleichen-Rußwurm, Freiherr Ludwig (I617513)
 
175990 wurde als jüngling in die Adelsmiliz eingezogen, um dort unter der Führung des Generales Talizyn zu dienen.
Irakly Iraklievich überbrachte, vor und während der grossen Schlacht von Borodino (1812), die Anordnungen des Generals Bragation zu den gefährlichsten Stellen an der russisch ? französischen Front.
Nach der Auflösung der Miliz, erkrankte er für lange Zeit und beantragte danach seine Aufnahme in die Armee.
Irakly Iraklievich Marcov starb ledig.
Er war ein hoch kultivierter Mann, beherrschte Russisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Polnisch in Wort und Schrift. Er hatte Geschichte, Geografie, Mathematik, Zeichen- und Kriegsbaukunst studiert. 
Marcoff, Irakly Ikalievich (I1415675)
 
175991 wurde als Sohn eines Flickschusters und Nachtwächters geboren. 1909 übersiedelte die Familie nach Berlin . Geschonneck verdiente nach dem Schulabschluss seinen Lebensunterhalt als Gelegenheitsarbeiter, Bürobote und Hausdiener. 1929 trat er der KPD bei und spielte in kommunistischen Laienspiel-, Agitprop- und Kabarettgruppen.
1933 emigrierte er über Polen in die Sowjetunion . 1938 wurde er vom NKWD zum Verlassen der Sowjetunion gezwungen und 1939 verhaftet und an die Gestapo ausgeliefert. Er war Gefangener in den KZ Sachsenhausen , Dachau und Neuengamme . Am 3. Mai 1945 überlebte er den Untergang des in der Lübecker Bucht von britischen Flugzeugen versenkten KZ-Schiffes Cap Arcona .
Von 1946 bis 1948 arbeitete Geschonneck an den Hamburger Kammerspielen und spielte in verschiedenen Filmproduktionen. 1949 holten ihn Bertolt Brecht und Helene Weigel an das Berliner Ensemble . Dort spielte er große Rollen, u.a. den Matti in Herr Puntila und sein Knecht Matti von Brecht, den Dorfrichter Adam in Kleists Der zerbrochene Krug und den Don Juan in Molières gleichnamigem Stück. Zugleich begann eine überaus erfolgreiche Karriere bei der DEFA und dem DFF , in deren Verlauf er mit vielen wichtigen Regisseuren der DDR arbeitete (s. Filmografie). Geschonneck, seit 1949 Mitglied der SED , wurde von der DDR-Führung mit höchsten Auszeichnungen geehrt. In einer Kritikerumfrage wurde er 1992 zum besten DDR -Schauspieler gewählt.
Am 28. Dezember 2004 teilte die neu gegründete Deutsche Filmakademie mit, dass die Schauspieler Brigitte Mira und Erwin Geschonneck zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Auch der Regisseur Kurt Maetzig , der Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann sowie der Filmausstatter Ken Adam seien als Ehrenmitglieder aufgenommen worden, teilte die Filmakademie in Berlin mit. Alle fünf hätten sich große Verdienste um den deutschen Film erworben.
Seine zwei Söhne heißen Matti Geschonneck und Alexander Geschonneck .
Filmografie (Auswahl)
1931 "Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt? " (Regie: Slatan Dudow )
1947 "In jenen Tagen"
1948 "Finale"
1948 "Liebe 47"
1949 "Hafenmelodie""
1949 "Der Biberpelz" (nach Gerhart Hauptmann )
1950 "Das kalte Herz " (in der Rolle des Holländer-Michel)
1951 "Das Beil von Wandsbek" (nach Arnold Zweig , Regie: Falk Harnack )
1952 "Schatten über den Inseln"
1953 "Die Unbesiegbaren" (als Wilhelm Liebknecht , Regie: Artur Pohl )
1955 "Mutter Courage und ihre Kinder"
1956 "Der Hauptmann von Köln" (Regie: Slatan Dudow )
1957 "Die Abenteuer des Till Ulenspiegel" (DDR/Frankreich, Regie: Gérard Philipe )
1957 "Schlösser und Katen" (Regie: Kurt Maetzig )
1958 "Der Lotterieschwede" (nach Martin Andersen Nexö , Regie: Joachim Kunert )
1958 "Sonnensucher" (Regie: Konrad Wolf ; bis 1972 verboten)
1960 "Leute mit Flügeln" (Regie: Konrad Wolf)
1960 "Fünf Patronenhülsen" (Regie: Konrad Wolf)
1961 "Gewissen in Aufruhr" (Fernsehfilm nach Rudolf Petershagen , Regie: Hans-Joachim Kasprzik )
1963 "Nackt unter Wölfen" (nach Bruno Apitz , Regie: Frank Beyer )
1963 "Karbid und Sauerampfer " (Regie: Frank Beyer )
1965 "Berlin um die Ecke"
1967 "Die Fahne von Kriwoj Rog" (Regie: Kurt Maetzig)
1967 "Ein Lord am Alexanderplatz" (Regie: Günter Reisch )
1970 "Jeder stirbt für sich allein" (Fernsehfilm, als Otto Quangel nach dem Roman von Hans Fallada , Regie: Hans-Joachim Kasprzik)
1974 "Polizeiruf 110: Der Tod des Professors" (Fernsehfilm)
1974 "Jakob der Lügner" (nach Jurek Becker , Regie: Frank Beyer ); wurde als einziger DEFA-Film für den Oskar vorgeschlagen
1975 "Looping" (Regie: Kurt Tetzlaff )
1975 "Bankett für Achilles"
1976 "Das Licht auf dem Galgen" (nach Anna Seghers )
1977 "Die Insel der Silberreiher" (DDR/CSSR)
1978 "Anton der Zauberer" (nach Karl Georg Engel , Regie: Günter Reisch )
1978 "Des kleinen Lokführers große Fahrt" (Fernsehfilm mit seinem Sohn Alexander Geschonneck , Regie: Hans Werner )
1978 "Abschied vom Frieden" (nach F. C. Weiskopf , Regie: Hans-Joachim Kasprzik)
1980 ""Levins Mühle" (nach Johannes Bobrowski , Regie: Horst Seemann )
1981 "Meschkas Enkel" (Fernsehfilm, Regie: Klaus Gendries )
1981 "Asta mein Engelchen" (Regie: Roland Oehme )
1982 "Benno macht Geschichten" (Fernsehfilm)
1982 "Der Mann von der 'Cap Arcona'" (Regie: Lothar Bellag )
1986 "Wie die Alten sungen..."
1988 "Mensch, mein Papa...!"
1995 "Matulla und Busch" (Fernsehfilm, Regie: Matti Geschonneck )
Auszeichnungen
1954, 1960, 1961 und 1968 Nationalpreis
1976 Vaterländischer Verdienstorden
1981 Karl-Marx-Orden
1985 Kunstpreis des FDGB
1993 Deutscher Filmpreis für sein Gesamtschaffen
2004 Ehrenmitglied der neu gegründeten Deutschen Filmakademie
Schriften
Meine unruhigen Jahre. Aufbau TB, 1993 ISBN 3-74660-161-4 .- Erstausgabe Berlin: Dietz Verlag, 1984.
Literatur
Thomas Heise : Widerstand und Anpassung - Überlebensstrategie. Erinnerungen eines Mannes an das Lager Dachau. Radio-Feature. Prod.: Rundfunk der DDR, 1987. (Gespräch mit Erwin Geschonneck) 
Geschonneck, Erwin (I652542)
 
175992 wurde als Tochter der Fabrikantenfamilie zur Helle geboren
Sie heiratet 1900 gegen den Widerstand ihres zukünftigen Schwiegervaters

Als Fritz Thyssen 1939 wegen des Kriegsbeginns der Nationalsozialisten gegen Polen in die Schweiz emigriert, begleitet Amélie ihren Ehemann und verliert mit ihm ihre deutsche Staatsbürgerschaft.

Zusammen mit ihrem Mann flieht sie weiter nach Südfrankreich, um von dort nach Argentinien auszuwandern, wo sie als eine der ersten Deutschen Ende 1940 vom Vichy-Regime verhaftet und an Deutschland ausgeliefert werden. Ihr Vermögen wird beschlagnahmt. Zwei Jahre wird die Familie in einer geschlossenen Abteilung eines Sanatoriums bei Berlin festgehalten, bevor sie ins KZ Sachsenhausen eingesperrt wurden, von wo sie im Februar 1945 ins KZ Buchenwald und schließlich ins KZ Dachau verschleppt werden. Während Gefangenentransports über Schönberg im Bayrischen Wald nach KZ Reichenau bei Innsbruck in den Alpen wird das Paar gemeinsam mit anderen Prominenten von der Wehrmacht befreit, die kurz darauf von der United States Army entwaffnet wird.

Nachdem Fritz Thyssen sich in einem Entnazifizierungsverfahren rechtfertigt, reist das Paar über Brüssel, von wo sie um die Rückgabe ihres Vermögens stritten, im Januar 1950 nach Buenos Aires, wo Tochter Anita seit 1936 mit ihrem Gatten, dem ungarischen Graf Gabor Zichy lebt. Nach dem Tode ihres Mannes am 8. Februar 1951 reorganisiert Amélie zusammen mit ihrer Tochter Anita Gräfin Zichy-Thyssen den Konzern, der den Angehörigen Fritz Thyssens von den Alliierten erst nach dem Tode zurückgegeben wird. Amélie gründet unter dem traditionsreichen Namen Phoenix-Rheinrohr eine neue Konzerngesellschaft, für die das ?Dreischeibenhaus? in Düsseldorf errichtet wird. 1964 wird Phoenix-Rheinrohr mit der Duisburger August-Thyssen-Hütte vereinigt, an der Anita Gräfin Zichy-Thyssen die Mehrheit hielt. Der Verwaltungssitz bleibt das Düsseldorfer Dreischeibenhaus.

Am 7. Juli 1959 gründen Amélie und ihre Tochter die ?Fritz Thyssen Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Forschung? mit Aktien im Nominalwert von nahezu 100 Mio. DM, die erste große, private wissenschaftliche Einzelstiftung im Nachkriegsdeutschland. Am 7. August 1960 verleiht Bundeskanzler Konrad Adenauer Amélie Thyssen das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband auf Schloss Puchhof bei Straubing.

Sie starb am 25. August 1965 als Staatenlose, denn nach der Aberkennung ihrer Staatsbürgerschaft durch die Nationalsozialisten hat sie nie wieder ihre Staatsbürgerschaft neu beantragt.

Sie wurde wie ihr Ehemann auf Schloss Landsberg beigesetzt. 
zur Helle, Amalie (I374601)
 
175993 wurde am 12.01.1677 mit Nieder-Ochelhermsdorf belehnt von Unruh, Otto Friedrich (I387116)
 
175994 wurde am 21. Dezember 1905 (immatrikuliert 11. Januar 1906) als "Alfred Freiherr Michel von Tüßling" in den bayerischen Adels- und Freiherrenstand gehoben Michel von Tüssling, Freiherr Alfred Johann Peter (I626514)
 
175995 wurde am 26. Dezember 1803 in Berlin in den preußischen Adelsstand erhoben von Struensee, Gotthilf Christoph (I1426978)
 
175996 wurde am 29.08.1752 durch Kaiser Franz I. in den Adelsstand erhoben von Clermont, Johann Arnold (I684885)
 
175997 wurde am 30. März 1867 in den österreichischen Ritterstand erhoben und am 24. September 1870 österreichischer Freiherr mit Namensvereinigung als ?von Heine-Geldern" Heine, Gustav (I1395743)
 
175998 wurde angeblich 100 Jahre alt von Uslar, Wittekind (I550563)
 
175999 wurde aufgrund seiner herausragenden Leistungen 1907 k.u.k. Kommerzialrat und 1911 Offizierskreuz-Träger des Franz-Josephs-Ordens.
Aufgrund seiner Verdienste wurde er durch Kaiser Karl I in den Ritterstand erhoben und mit dem Prädikat „Edler von Arland“ ausgezeichnet.
Der Name Arland steht dabei für die Städte Arnfels und Landsberg (Deutschlandsberg). Der Wahlspruch der Familie lautet: „Frei das Auge, klar der Wille, ganz die Tat. 
Czerweny von Arland, Franz (I742097)
 
176000 Wurde aus Gründe der Diskretion heimlich in der Familie des Kosakken-Hauptmanns Nagowyzyn erzogen.
Sie ist die Ur...Urgroßmuttervon Wladimir Nagowyzin AKA Wladimir Nagowa-Münchhausen 
von Münchhausen, NN (I434074)
 

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